Zwergsträucher breiten sich auf den Almen immer weiter aus und beeinflussen dadurch ihre direkte Umgebung. Die Zwergstraucharten Vaccinium vitis-idaea, Vaccinium myrtillus und Juniperus communis versauern die Almböden zunehmend. Ziel dieser Arbeit ist es, Methoden zu entwickeln, mit welchen die Biomasse dieser Sträucher direkt im Feld abgeschätzt werden kann. Die Pflanzen wurden geerntet, anschließend wurde der mittlere Stammdurchmesser erfasst und mit den überirdischen Kompartimenten (Blätter, grüne und holzige Stämmchen) in ein allometrisches Verhältnis gesetzt, also Eichkurven erstellt.
Der Begriff einer Alm in Tirol wird in der Gesellschaft mit grünen, fruchtbaren Bergwiesen und vielen Weidetieren assoziiert. Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf, dass sehr große Bereiche auf unseren Almen nicht mehr bewirtschaftet werden. Dieser Trend ist erst im letzten halben Jahrhundert entstanden. Alpine Landwirtschaft gibt es seit dem Neolithikum; zwischen 5500 und 4000 v. Chr. wurden erste Almen vom Menschen zwecks Viehzucht genutzt.
Almen sind meist an oder auch über der Waldgrenze zu finden – viele von ihnen sind durch Waldrodungen entstanden. Die größten Auswirkungen der Landwirtschaft auf den Alpenraum sind erst seit dem Mittelalter beobachtbar. Die Bevölkerung wuchs in dieser Zeit massiv an, weshalb nicht nur in Tallagen, sondern auch in den montanen und hochmontanen Gebieten Siedlungen gegründet wurden. Somit entwickelten sich viele Bauernhöfe, durch welche die Landwirte die ihnen umgebene Fläche bewirtschafteten. Der Wald wurde durch Rodungen zu diesen Zwecken auf seinen natürlichen Flächen verdrängt.
Im 19. und 20. Jahrhundert breiteten sich aufgrund der beginnenden und zunehmenden Industrialisierung neue Berufszweige aus, weshalb die Landwirtschaft zunehmend unattraktiver wurde. Landwirte mussten sich zunehmend gegen den wachsenden, globalen Markt durchsetzen, wobei die Berglandwirtschaft kaum oder nicht mehr rentabel und viele ungünstig gelegenen Landwirtschaftsflächen aufgegeben wurden. Um die Agrikultur dennoch betreiben zu können, konzentrierten sich diese auf die günstigeren Lagen im Tal.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Sukzession
- Ursachen der Sukzession
- Wirkung der Sukzession und weitere wachstumsverändernde Parameter
- Veränderung der Waldgrenze durch Sukzession
- Pflanzenpyhsiologische Vorgänge
- Zielsetzung und Hypothesen
- Untersuchungsgebiet
- Geografische Lage
- Geologie
- Klima
- Besiedlungs- und Nutzungsgeschichte
- Vegetation
- Mähwiese
- Weide
- Brache
- Feuchtwiesen und Moore
- Material und Methoden
- Untersuchte Zwergstraucharten
- Vaccinium vitis-idaea
- Vaccinium myrtillus
- Juniperus communis
- Methoden
- Messungen im Feld
- Messungen im Labor
- Ergebnisse
- Vaccinium myrtillus
- Allometrischer Zusammenhang zwischen Stämmchendurchmessern und Biomassekompartimenten
- Gesamtbiomasse und Biomasse einzelner Kompartimente pro Individuum
- Korrelation: Fläche der Individuen zur Masse der einzelnen Pflanzenteile
- Korrelation: Volumen der Individuen zur Masse der einzelnen Pflanzenteile
- Vaccinium vitis-idaea
- Allometrischer Zusammenhang zwischen Stämmchendurchmessern und Biomassekompartimenten
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Ausbreitung von Zwergsträuchern auf Almen und deren Einfluss auf die Umgebung. Das Ziel der Arbeit ist es, Methoden zu entwickeln, um die Biomasse dieser Sträucher direkt im Feld zu schätzen. Dabei werden allometrische Beziehungen zwischen dem mittleren Stammdurchmesser und der Biomasse verschiedener Pflanzenteile untersucht.
- Allometrische Beziehungen zwischen Stammdurchmesser und Biomasse von Zwergsträuchern
- Entwicklung von Methoden zur Biomasse-Schätzung im Feld
- Einfluss des Bodens auf das Strauchwachstum
- Sukzession und Veränderung der Vegetation auf Almen
- Entwicklung eines Unterrichtskonzepts für die Anwendung dieser Erkenntnisse im Schulunterricht
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den wissenschaftlichen Kontext der Arbeit dar und behandelt die Themen Sukzession, Pflanzenphysiologie und die Zielsetzung der Arbeit. Kapitel 2 beschreibt das Untersuchungsgebiet, einschließlich seiner geografischen Lage, Geologie, Klima, Besiedlungsgeschichte und Vegetation. In Kapitel 3 werden die untersuchten Zwergstraucharten (Vaccinium vitis-idaea, Vaccinium myrtillus und Juniperus communis) sowie die angewandten Methoden vorgestellt. Kapitel 4 präsentiert die Ergebnisse der Untersuchungen, wobei der Fokus auf die allometrischen Zusammenhänge zwischen Stammdurchmesser und Biomasse der einzelnen Pflanzenteile liegt.
Schlüsselwörter
Zwergsträucher, Almen, Biomasse, Allometrie, Sukzession, Vaccinium vitis-idaea, Vaccinium myrtillus, Juniperus communis, Boden, Nährstoffe, Unterrichtskonzept.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Biomasse-Abschätzung von Zwergsträuchern wichtig?
Zwergsträucher wie Wacholder oder Heidelbeere breiten sich auf ungenutzten Almen aus und führen zu einer Versauerung des Bodens. Die Biomasse-Schätzung hilft, diese ökologischen Veränderungen zu quantifizieren.
Welche Zwergstraucharten wurden untersucht?
Die Studie konzentriert sich auf Juniperus communis (Gemeiner Wacholder), Vaccinium myrtillus (Heidelbeere) und Vaccinium vitis-idaea (Preiselbeere).
Was versteht man unter allometrischen Verhältnissen bei Pflanzen?
Allometrie beschreibt die Beziehung zwischen verschiedenen Wachstumsmerkmalen. Hier wird der Stammdurchmesser ins Verhältnis zur Masse von Blättern und Holz gesetzt, um Eichkurven für Feldmessungen zu erstellen.
Warum werden viele Almen in Tirol nicht mehr bewirtschaftet?
Durch die Industrialisierung und den globalen Markt ist die Berglandwirtschaft oft nicht mehr rentabel. Viele Landwirte konzentrieren sich auf günstigere Lagen im Tal, was zur Sukzession auf den Almen führt.
Wie beeinflusst Sukzession die Waldgrenze?
Wenn Almen nicht mehr beweidet werden, siedeln sich erst Zwergsträucher und später Bäume an. Dadurch verschiebt sich die Waldgrenze nach oben, und die ursprüngliche Kulturlandschaft verändert sich.
- Quote paper
- Carmen Hassler (Author), 2022, Bestimmung wichtiger Pflanzenmerkmale (plant traits) für drei Zwergstraucharten entlang von Nutzungsgradienten. Juniperus communis, Vaccinium myrtillus, Vaccinium vitis-idaea, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1289163