Am 30.06.2000 haben sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Spitzenverbände der Krankenkassen auf die Einführung eines pauschalisierten Entgeltsystems (DRG- System) in Krankenhäusern geeinigt. Als Grundlage für dieses „Deutsche DRG – System“ soll das australische DRG – System genutzt werden. Die Einführung dieses Abrechnungssystems soll im Jahr 2003 mit einer Übergangsfrist von zwei Jahren stattfinden. Das Ziel soll hierbei sein: Kosten senken bei gleichbleibender Qualität. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf den Krankenhausalltag. Bisher wurde nach Liegezeiten und Erkrankung bezahlt. Nun, wenn man das DRG – System zu Grunde legt, wird das Ziel sein die Patienten möglichst schnell wieder zu entlassen, da nur eine Pauschale für die jeweilige Erkrankung gezahlt wird. Hier begann nun der Einsatzbereich meines Praktikums, denn das Krankenhaus Dorothea Erxleben besaß keine Daten über die Ist – Kosten seiner Behandlungen, wie kaum ein anderes Krankenhaus. Diese zu erfassen war meine Aufgabe, auf die ich im Weiteren genauer eingehen werde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Klinikum Dorothea Christiane Erxleben Quedlinburg gGmbH
3. Das Krankenhauscontrolling
3.1 Das DRG System
3.2 Die Prozessanalyse
4. Das Profil meiner Praktikumsstelle
4.1 Der Verlauf meines Projektes
4.2 Die Umsetzungsprobleme bei der Durchführung meines Projektes
4.3 Der weitere Fortgang meines Projektes
5. Abschließende Bemerkungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und praktischen Anwendung des Krankenhauscontrollings vor dem Hintergrund der Einführung des DRG-Systems. Ziel ist es, die Notwendigkeit einer prozessorientierten Kostenerfassung im Krankenhausalltag zu untersuchen und praktische Herausforderungen bei der Datenerhebung zur Ist-Kosten-Bestimmung darzustellen.
- Grundlagen des DRG-Systems (Diagnosis Related Groups)
- Methoden des Krankenhauscontrollings und der Prozessanalyse
- Praktische Erfassung von Arztbindungszeiten
- Herausforderungen bei der Implementierung von Kostenkalkulationssystemen
- Optimierung von Behandlungsabläufen zur Kostensenkung
Auszug aus dem Buch
Die Prozessanalyse
Die Prozessorientierung ist für die Zukunft unabdingbar. Der Kernprozess im Krankenhaus, die Behandlung von Patienten, ist meistens auf verschiedene Organisationseinheiten übertragen. Probleme entstehen durch eine fehlende, alle Funktionsbereiche einbeziehende Prozessverantwortlichkeit, die zu Leistungseinbußen führt und die Wirtschaftlichkeit beeinträchtigt.
Ein Krankenhaus mit einer konsequenten Prozessorientierung stellt einerseits den Patienten und seine Behandlung in den Mittelpunkt, andererseits schafft es ein effektives Instrument für das strategische Controlling im Krankenhaus. Die Aktivitäten und Verbräuche werden innerhalb eines definierten Leistungsprozesses mit Hilfe eines strukturierten Interviewbogens erfasst. Voraussetzung dabei ist die Festlegung klarer Prozessgrenzen, d.h., es wird entweder der gesamte Prozess von der Aufnahme bis zur Entlassung oder ein Teilprozess erfasst. Eine weitere Voraussetzung ist die Beschreibung möglicher Prozessvarianten und die Vereinbarung einer Detaillierungsebene. Im Gespräch mit allen beteiligten Personen werden die Aktivitäten phasenweise erfasst. Es werden grundsätzlich die in der folgenden Abbildung dargestellten Phasen des klinischen Aufenthalts unterschieden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Einführung des pauschalisierten DRG-Entgeltsystems ab 2003 und die damit verbundene Notwendigkeit, Ist-Kosten für Behandlungen im Krankenhaus Dorothea Erxleben zu erfassen.
2. Das Klinikum Dorothea Christiane Erxleben Quedlinburg gGmbH: Stellt das Krankenhaus als Schwerpunktversorger und Lehrkrankenhaus der Universität Magdeburg sowie dessen historische Entwicklung vor.
3. Das Krankenhauscontrolling: Erläutert die wachsende Bedeutung des Controllings in Kliniken zur Krisenbewältigung und zur Optimierung der Unternehmensführung.
3.1 Das DRG System: Behandelt die methodischen Grundlagen der DRG-basierten Vergütung und die Ermittlung relativer Kostengewichte.
3.2 Die Prozessanalyse: Erörtert die Bedeutung der Prozessorientierung für das strategische Controlling und die Erfassung von Aktivitäten mittels Interviewbögen.
4. Das Profil meiner Praktikumsstelle: Beschreibt die praktische Einbettung des Autors in die Qualitätssicherungs- und Kostenkalkulationsprozesse des Krankenhauses.
4.1 Der Verlauf meines Projektes: Detailliert die zeitliche Erfassung spezifischer Prozeduren, wie etwa Hüftprothesen, mittels modularer Bausteine.
4.2 Die Umsetzungsprobleme bei der Durchführung meines Projektes: Thematisiert den Widerstand und die fehlende Akzeptanz seitens des ärztlichen Personals bezüglich der zeitlichen Arbeitserfassung.
4.3 Der weitere Fortgang meines Projektes: Reflektiert über die Schwierigkeiten bei der Fortführung des Projekts und diskutiert mögliche Lösungsansätze.
5. Abschließende Bemerkungen: Fasst die persönlichen Erfahrungen des Autors zusammen und betont die Unverzichtbarkeit von Qualitätsmanagement und Prozessanalyse in der Krankenhauszukunft.
Schlüsselwörter
Krankenhauscontrolling, DRG-System, Prozessanalyse, Prozessorientierung, Kostenkalkulation, Arztbindungszeit, Qualitätssicherung, Unternehmensführung, Leistungsmanagement, Wirtschaftlichkeit, Ist-Kosten, Behandlungsprozess, Fallgruppen, Kostentransparenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit berichtet über ein Praktikum im Klinikum Dorothea Christiane Erxleben und untersucht, wie moderne Controlling-Methoden und eine prozessorientierte Kostenerfassung bei der Einführung des DRG-Systems helfen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Krankenhauscontrolling, die Funktionsweise des DRG-Systems (Diagnosis Related Groups) sowie die praktische Durchführung von Prozessanalysen im Klinikalltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel bestand darin, die bisher fehlende Datengrundlage über die Ist-Kosten einzelner Behandlungsfälle zu erfassen, um die Wirtschaftlichkeit besser beurteilen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor nutzt die Methode der Prozessorientierung, bei der Behandlungsprozesse phasenweise in Bausteine zerlegt und mithilfe strukturierter Interviewbögen hinsichtlich Zeitaufwand und Ressourcenverbrauch erfasst werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Krankenhauscontrollings, die spezifischen Anforderungen des DRG-Systems und die praktischen Erfahrungen des Autors bei der zeitlichen Erfassung ärztlicher Tätigkeiten geschildert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Krankenhauscontrolling, DRG-System, Prozessanalyse, Kostenkalkulation, Wirtschaftlichkeit und Qualitätssicherung sind die bestimmenden Begriffe der Arbeit.
Vor welchen Problemen stand der Autor bei der Datenerhebung?
Das größte Problem war die mangelnde Akzeptanz der Ärzte. Diese fühlten sich durch die Anwesenheit des Autors während der Untersuchungen unter Druck gesetzt und lehnten eine lückenlose Dokumentation ihrer Arbeitszeiten ab.
Wie wurde die Datenerfassung methodisch gelöst?
Der Autor entwickelte ein modulares Modell, bei dem Standarduntersuchungen (wie EKG) als feste "Bausteine" definiert wurden, um den Erfassungsaufwand zu minimieren und eine statistische Auswertung zu ermöglichen.
- Quote paper
- Thomas Kuthe (Author), 2002, Praxissemesterbericht - Das Krankenhauscontrolling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12896