Ziel dieser Arbeit ist es, Führungskräften, basierend auf Ansätzen zur Erklärung von Glück in der Positiven Psychologie, dessen Stellenwert in arbeitsorganisatorischem Kontext insbesondere im Hinblick auf ein positives Führungsverhalten aufzuzeigen. Aufbauend auf empirischen Nachweisen sollen die Auswirkungen positiver Emotionen auf das Arbeitsleben, aber auch die Zusammenhänge zwischen Glücksempfinden und physischer sowie psychischer Gesundheit dargestellt werden. Daraus werden Schlussfolgerungen für passende Arbeits- und Organisationsgestaltungsmaßnahmen einschließlich Empfehlungen zu deren Erfolgsmessung abgeleitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Aufbau
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Positive Psychologie
2.2. Positive Psychologie im arbeitsorganisatorischen Kontext
2.3. Positive Führung
2.4. Zusammenfassung
3. Anwendung theoretischer Grundlagen
3.1. Leistungssteigerung als Folge positiver Führung
3.2. Einfluss positiver Führung auf die Gesundheit
3.3. Umsetzung konkreter Maßnahmen
4. Diskussion
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Stellenwert von Wohlbefinden im arbeitsorganisatorischen Kontext und analysiert, wie positive Führung gezielt dazu beitragen kann, das Wohlbefinden sowie die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeiter nachhaltig zu fördern und die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu steigern.
- Grundlagen der Positiven Psychologie und des Wohlbefindens (PERMA-Modell)
- Positive Organisationsforschung und die Rolle des organisationalen Glücks
- Effekte positiver Führung auf Mitarbeiterbindung, Gesundheit und Produktivität
- Praktische Implementierung von Maßnahmen zur Steigerung des Wohlbefindens
- Kritische Reflexion der Messbarkeit positiver Führung und deren wissenschaftlicher Basis
Auszug aus dem Buch
3.1. Leistungssteigerung als Folge positiver Führung
Oswald et al. sind der Frage nachgegangen, ob das Wohlbefinden der Mitarbeiter einen positiven Einfluss auf ihre Produktivität hat. Ihre Studie umfasste eine Stichprobengröße von 713 Studenten einer englischer Eliteuniversität. Sie konnten entlang von vier unterschiedlichen Experimenten nachweisen, dass das gezielte Auslösen von Wohlbefinden zu einer Produktivitätssteigerung von etwa 12% führt (Oswald et al. 2015, S. 790). Die Autoren konnten weiterhin nachweisen, dass sich negative Emotionen nachteilig auf die Leistung der Studienteilnehmer auswirkten (Oswald et al. 2015; zitiert nach Ebner 2019, S. 126). Ayala et al. konnten ebenfalls den Wirkungszusammenhang von Wohlbefinden und Produktivität in ihrer Studie auf Basis einer Stichprobengröße von 513 jungen Arbeitnehmern nachweisen.
Das Resultat der Studie macht allerdings deutlich, dass daraus kein ausschließlicher Zusammenhang abgeleitet werden kann (vgl. Abbildung 3). 5,3% der Teilnehmer sind dem Bereich „glücklich und unproduktiv“ und 9,3% dem Bereich „unglücklich und produktiv“ zuzuordnen. Erstgenannte Mitarbeiter befinden sich in einer Komfortzone, letztgenannte bergen die Gefahr, ihre negativen Emotionen auf andere Mitarbeiter in ihrem Umfeld zu übertragen (Ebner 2019, S. 129–130). Felps et al. konnten nachweisen, dass ein negatives Mitglied einer Gruppe abträglich auf die gesamte Gruppe wirkt (Felps et al. 2006, S. 184). Das negative Verhalten beeinflusst Kreativität, Lernfähigkeit, Motivation und Zusammenarbeit. Dies führt letztendlich zu einer verringerten Leistungsfähigkeit der Gruppe im Hinblick auf die Quantität, Qualität und Aktualität der Arbeitsergebnisse (Felps et al. 2006, S. 203–206).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Anstieg psychischer Belastungen im Arbeitsumfeld und definiert das Ziel, den Stellenwert von Wohlbefinden im arbeitsorganisatorischen Kontext durch positive Führung darzustellen.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die Konzepte der Positiven Psychologie sowie des organisationalen Glücks und der positiven Führung als wissenschaftlicher Rahmen für die Arbeit erläutert.
3. Anwendung theoretischer Grundlagen: Dieser Teil belegt empirisch die Zusammenhänge zwischen positiver Führung, gesteigerter Produktivität, verbesserter Gesundheit und erläutert praxisrelevante Umsetzungsmaßnahmen.
4. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, wobei insbesondere die Komplexität der Faktoren und die Notwendigkeit einer strukturierten Erfolgsmessung im Mittelpunkt stehen.
5. Resümee: Das Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Bedeutung von Führungskräften bei der nachhaltigen Förderung des Wohlbefindens.
Schlüsselwörter
Positive Psychologie, Wohlbefinden, Positive Führung, PERMA-Modell, Organisationsentwicklung, Arbeitszufriedenheit, Produktivität, Mitarbeiterbindung, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Psychologisches Kapital, Führungsverhalten, Unternehmenskultur, Employee Engagement, Innovation, Stressbelastung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen der vorliegenden Hausarbeit?
Die Arbeit untersucht, welche Bedeutung das Wohlbefinden von Mitarbeitern im arbeitsorganisatorischen Kontext hat und wie Führungskräfte durch positive Führung diese Faktoren beeinflussen und fördern können.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit adressiert?
Die zentralen Themen umfassen die Positive Psychologie, das PERMA-Modell als Konstrukt für Wohlbefinden, positive Organisationsforschung, den Zusammenhang zwischen Führung und Gesundheit sowie Methoden der betrieblichen Gesundheitsförderung.
Was ist die zentrale Forschungsfrage dieser Untersuchung?
Das Ziel ist es, Führungskräften basierend auf Ansätzen der Positiven Psychologie aufzuzeigen, wie sie den Stellenwert von Wohlbefinden im Arbeitsalltag stärken können, um die Gesundheit und Leistung der Mitarbeiter zu fördern.
Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die empirische Studien zur Positiven Psychologie, zum organisationalen Glück und zu Führungskonzepten wie dem PERMA-Lead-Modell auswertet und transferiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung sowie einen anwendungsorientierten Teil, in dem die Auswirkungen positiver Führung auf Leistung und Gesundheit sowie konkrete Gestaltungsmöglichkeiten durch Führungskräfte untersucht werden.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Wesentlich sind Begriffe wie Positive Führung, Wohlbefinden, Arbeitszufriedenheit, Mitarbeiterbindung, Produktivität, PERMA-Modell und organisationales Glück.
Wie unterscheiden sich Arbeitszufriedenheit und organisationales Glück laut der Arbeit?
Die Arbeit differenziert, dass Arbeitszufriedenheit oft als extrinsisch motivierter, dauerhafter Zustand gilt, während organisationales Glück als dynamischer Zustand durch intrinsische Motivation und die Bedürfnisse der Mitarbeiter definiert wird.
Warum ist die Messung positiver Führung von hoher Bedeutung?
Die Arbeit verdeutlicht, dass eine Messung notwendig ist, um Veränderungen im Unternehmen verfolgen zu können, und hebt hierzu das Beispiel der Googlegeist-Befragung hervor, die sich auf Sinnempfinden und Outcome-Variablen statt nur auf allgemeines Engagement konzentriert.
- Arbeit zitieren
- Michael Frick (Autor:in), 2020, Stellenwert von Wohlbefinden im arbeitsorganisatorischen Kontext sowie Auswirkungen positiver Führung darauf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1289779