Im Rahmen dieser Arbeit sollen vor allem die Werke "The Speckled Band" von Doyle und "Murder in the Mews" von Agatha Christie näher beleuchtet und mit "The Murders in the Rue Morgue" verglichen werden. Dabei wird auf Inhalt und Erzählperspektive sowie Charakter der Hauptpersonen und deren detektivische Methoden eingegangen.
Das sogenannte "locked-room mystery" bezieht sich im traditionellen Sinne auf ein Verbrechen, das in einem abgeschlossenen Raum begangen wurde und somit eigentlich unmöglich und vor allem unlösbar ist. Das Verbrechen, bei welchem es sich fast immer um Mord handelt, wurde unter Umständen begangen, die es zunächst unmöglich erscheinen lassen, dass jemand dieses Verbrechen begehen konnte und die Frage aufwerfen, wie der Mörder ins Zimmer kam und wie er wieder hinausgelangte. Es wirkt so, als hätte er sich in Luft aufgelöst. Die Unmöglichkeit des Verbrechens und die Suche nach einer rationalen Erklärung für das scheinbar übermenschliche Verschwinden des Täters ist es, was den Protagonisten (den Detektiv) in seinen Ermittlungen vorantreibt. Dabei versucht er, hinter diese vordergründigen Gegebenheiten zu blicken und dadurch das Rätsel zu lösen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Inhalt und Erzählperspektive
The Murders in the Rue Morgue
The Adventure of the Speckled Band
Murder in the Mews
Charakter und Methodik
C. Auguste Dupin
Sherlock Holmes
Hercule Poirot
Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Ursprünge und die Entwicklung des Krimigenres, indem sie das Werk von Edgar Allan Poe als Fundament analysiert und dessen Einfluss auf die Detektivfiguren von Arthur Conan Doyle und Agatha Christie beleuchtet. Dabei steht die Frage im Vordergrund, inwiefern Poe als „Urvater“ des modernen Kriminalromans gelten kann und wie sich die narrative Struktur sowie detektivische Methoden durch Holmes und Poirot weiterentwickelt haben.
- Die Bedeutung des „locked-room mystery“ als Genre-Motiv
- Vergleich der Erzählperspektiven (Erzähler-Rolle)
- Die Rolle der Beobachtung und Deduktion bei Poe, Doyle und Christie
- Charakteranalyse der Protagonisten Dupin, Holmes und Poirot
- Evolution detektivischer Arbeitsweisen im Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts
Auszug aus dem Buch
Einleitung
Das sogenannte locked-room mystery bezieht sich im traditionellen Sinne auf ein Verbrechen, das in einem abgeschlossenen Raum begangen wurde und somit eigentlich unmöglich und vor allem unlösbar ist. Das Verbrechen, bei welchem es sich fast immer um Mord handelt, wurde unter Umständen begangen, die es zunächst unmöglich erscheinen lassen, dass jemand dieses Verbrechen begehen konnte und die Frage aufwerfen, wie der Mörder ins Zimmer kam und wie er wieder hinaus gelangte. Es wirkt so, als hätte er sich in Luft aufgelöst. Die Unmöglichkeit des Verbrechens und die Suche nach einer rationalen Erklärung für das scheinbar übermenschliche Verschwinden des Täters ist es, was den Protagonisten (den Detektiv) in seinen Ermittlungen vorantreibt. Dabei versucht er, hinter diese vordergründigen Gegebenheiten zu blicken und dadurch das Rätsel zu lösen.
Bereits in der Bibel finden sich locked-room mysteries (Scaggs 2005, S. 8) und der erste locked-room mystery Roman erschien im Jahre 1892 unter dem Titel „The bog bow mystery“ von Isreal Zangwill (Westlake). Dennoch wird allgemein die Kurzgeschichte „The Murders in the Rue Morgue“ von Edgar Allan Poe (1841) als das erste moderne locked-room mystery angesehen. Somit gilt Poe nicht nur als Urvater des Krimigenres allgemein, sondern auch als Wegbereiter des locked-room mystery, das sich danach als Motiv im Krimigenre etablierte und bis heute beliebt ist (Kayman 2006, S. 44).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des „locked-room mystery“ ein und verortet Edgar Allan Poe als Begründer dieses Genres.
Inhalt und Erzählperspektive: Hier werden die Werke von Poe, Doyle und Christie hinsichtlich ihrer Handlungsstrukturen und erzählerischen Mittel, insbesondere der Rolle der Ich-Erzähler, detailliert untersucht.
Charakter und Methodik: Dieses Kapitel widmet sich den Detektivfiguren Dupin, Holmes und Poirot und vergleicht deren Methoden, Persönlichkeiten und Interaktionen mit ihrem Umfeld.
Resümee: Hier werden die Ergebnisse zusammengeführt und die Rolle Poes als Urvater des Krimis gegenüber der Eigenständigkeit von Holmes und Poirot gewürdigt.
Schlüsselwörter
Kriminalliteratur, Locked-Room Mystery, Edgar Allan Poe, C. Auguste Dupin, Sherlock Holmes, Hercule Poirot, Detektivgeschichte, Deduktion, Erzählperspektive, Arthur Conan Doyle, Agatha Christie, Genre-Entwicklung, Kriminalistik, Analytisches Genie, Literaturwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entstehung des modernen Kriminalgenres, insbesondere die Rolle von Edgar Allan Poe als Pionier durch das „locked-room mystery“, und vergleicht diese mit den Werken von Arthur Conan Doyle und Agatha Christie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Aspekte sind der Aufbau von Kriminalgeschichten, die Erzählstruktur, die Charakterisierung der Detektivhelden sowie die wissenschaftlichen Methoden, die diese zur Falllösung einsetzen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, inwiefern Poe als Begründer des Genres gilt und wie seine Vorlage die Detektive von Doyle und Christie beeinflusst beziehungsweise geformt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalyse und Vergleiche, wobei sie literaturtheoretische Begriffe (wie Erzählinstanzen nach Stanzel oder Genette) anwendet, um die kriminalliterarischen Texte zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die Handlungsabläufe und Erzählperspektiven der ausgewählten Werke als auch die Persönlichkeitsmerkmale und Ermittlungsmethoden von Dupin, Holmes und Poirot gegenübergestellt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie „Locked-Room Mystery“, „Krimigenre“, „Deduktion“ und die Namen der drei untersuchten Detektive charakterisieren.
Warum spielt die Figur des namenlosen Erzählers bei Poe und Doyle eine so wichtige Rolle?
Der namenlose Erzähler dient als Identifikationsfigur für den Leser und fungiert als „interessierter Zuschauer“, der die Brillanz des Detektivs durch seine eigene Bewunderung und intellektuelle Unterlegenheit hervorhebt.
Wie unterscheidet sich Hercule Poirots Ansatz von dem seiner Vorgänger?
Poirot stützt sich nach seiner aktiven Ermittlungsarbeit noch stärker auf psychologische Analysen und „method and order“ und wird oft als „armchair detective“ bezeichnet, der finale Schlüsse häufig in häuslicher Atmosphäre zieht.
- Arbeit zitieren
- Nadja Niyaz (Autor:in), 2016, Edgar Allan Poe als Urvater des Krimis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1289825