Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich in einer sozialen Umbruchsphase. Reformen und Gesetzesänderungen sollen mehr Ehrgeiz und Toleranz in der Gesellschaft vermitteln und ihr eine interkulturelle Identität verschaffen. Tatsächlich ist heutzutage jedoch ein sehr hohes Konfliktpotential in der Republik vorhanden. Migration und Outsourcing erhöhen die Skepsis vieler einheimischer Bürger in die Absichten der Bundesregierung. Manche fühlen sich im Arbeits- und Sozialsektor vernachlässigt gefördert. Die Migrationströme nach Deutschland verunsichern die momentan um ihre Arbeitsplätze bangenden Bürger und führen zu diskriminierenden Situationen in vielen Sektoren.
Trotz oder wegen der skeptischen Haltung vieler vom Existenzminimum bedrohter Deutscher, versucht die Bundesregierung einen Integrationsplan umzusetzen, welcher Migranten und Flüchtlinge in die Gesellschaft eingliedern und zu Akzeptanz und Respekt den Migranten und Flüchtlingen gegenüber führen soll. Deutschland als Land der vielen Kulturen und der Vielfalt steht auf den Flaggen der politischen Führung. Identität ist das Stichwort in der aktuellen Politik und diese soll mittels Nationalem Integrationsplan konstruiert werden. Dieses Ziel soll innerhalb weniger Jahre umgesetzt werden. So stellt sich mit Blick auf die zukünftige soziale Entwicklung Deutschlands die Frage: Erfährt Deutschland bald eine interkulturelle, deutsche Identität?
In dieser Arbeit sollen die aktuellen Konflikte, welche durch eine konstruierte Identität auftreten könnten, aufgezeigt werden. Hierbei wird nicht auf einen ethnischen Konflikt eingegangen oder in diese Richtung argumentiert, denn etwas Derartiges liegt einfach nicht vor, sondern ich konzentriere mich auf Konflikte durch Ungleichbehandlung und Zwang in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Migration?
3. Die Grundzüge des nationalen Integrationsplanes
4. Armut als multidimensionales Phänomen
4.1. Probleme in den Gesellschaften
4.2. Die Umsetzung des Nationalen Integrationsplanes
5. Probleme bei der Umsetzung des Nationalen Integrationsplanes
5.1. Exkurs: Irakische Flüchtlinge
6. Eine interkulturelle, deutsche Identität?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Konfliktpotenziale bei der Implementierung des Nationalen Integrationsplanes in Deutschland, wobei der Fokus auf der Identitätsbildung und der sozioökonomischen Situation von Migranten im Vergleich zu einheimischen, sozial benachteiligten Gruppen liegt.
- Analyse der Begriffe Migration und der gesetzlichen Rahmenbedingungen.
- Untersuchung der Zielsetzungen des Nationalen Integrationsplanes (NIP).
- Diskussion von Armut und sozialer Ausgrenzung als multidimensionale Phänomene.
- Betrachtung praktischer Probleme bei der Umsetzung von Integrationsmaßnahmen am Beispiel irakischer Flüchtlinge.
- Kritische Reflexion der Konstruktion einer interkulturellen deutschen Identität.
Auszug aus dem Buch
2. Was ist Migration?
Das Wort Migration stammt von dem lateinischen Wort „migrare“. Dieses bedeutet „wandern“. Daraus wird ersichtlich, dass das Wort Migration wörtlich Wanderung bedeutet. Migration ist ein Teil eines sozialen Prozesses in einer Gesellschaft. Dass Menschen innerhalb der Grenzen eines Staates, Kontinents oder der Stadt wandern gehört zum gesellschaftlichen Wandel. Die Gründe für Migration bleiben jedoch nicht immer gleich, sondern unterliegen auch hier dem Wandel innerhalb der betroffenen Gesellschaft. Die national verfassten Gesellschaften versuchen diese Migration zu regulieren, womit erkennbar ist, dass heutzutage der Migration mit Politik begegnet wird.
Migration ist in zwei Begriffe zu unterteilen. Nur wenn es sich um Wanderungen über die Grenzen von Nationalstaaten hinweg handelt, spricht man von internationaler Migration. In der Regel ist dies mit dem Begriff im täglichen Gebrauch gemeint. Die Binnenmigration dagegen bezeichnet die Wanderung von Menschen innerhalb eines Nationalstaates. Tendenziell migrieren Menschen dahin, wo Bekannte sind, die ihnen bei der Organisation der Einreise sowie beim Einstieg ins berufliche und soziale Leben behilflich sein können. Man kann hier von einer „angestammten Loyalität“ sprechen, da Migranten aus Gelegenheiten und praktischen Notwendigkeiten soziale Kontakte zur Bindung an das Zielland nutzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die soziale Umbruchsphase Deutschlands ein und stellt die Frage, ob durch den Nationalen Integrationsplan eine interkulturelle Identität geschaffen werden kann, während gleichzeitig soziale Konflikte bestehen.
2. Was ist Migration?: Dieses Kapitel definiert den Begriff Migration und unterscheidet zwischen internationaler Migration und Binnenmigration sowie deren sozialen Hintergründen.
3. Die Grundzüge des nationalen Integrationsplanes: Hier werden die Ziele, Leitlinien und der Fokus des Nationalen Integrationsplanes auf die Förderung von Jugendlichen und Frauen mit Migrationshintergrund erläutert.
4. Armut als multidimensionales Phänomen: Dieses Kapitel erweitert den Armutsbegriff über die reine Einkommensarmut hinaus und beleuchtet Armut als Lebenslageschwäche mit Blick auf Bildungsstand und Arbeitsmarktchancen.
4.1. Probleme in den Gesellschaften: Der Fokus liegt hier auf dem Generationenvertrag, der nachlassenden Sozialisierungskraft in der Zweiklassen-Gesellschaft und den Folgen für Jugendliche.
4.2. Die Umsetzung des Nationalen Integrationsplanes: Eine kritische Betrachtung der staatlich finanzierten Qualifizierungsmaßnahmen, die oft als „Warteschleifen“ kritisiert werden, sowie das Fehlen von Maßnahmen gegen Diskriminierung.
5. Probleme bei der Umsetzung des Nationalen Integrationsplanes: Dieses Kapitel diskutiert die Diskrepanzen zwischen den politischen Zielsetzungen und der tatsächlichen Arbeit der Ämter und Verbände.
5.1. Exkurs: Irakische Flüchtlinge: Anhand des Beispiels irakischer Kontingentflüchtlinge werden praktische Probleme und Konflikte bei der Integration und Unterbringung aufgezeigt.
6. Eine interkulturelle, deutsche Identität?: Das abschließende Kapitel hinterfragt, ob eine interkulturelle Identität durch politische Steuerung von oben verordbar ist oder ob dies zu einer weiteren Polarisierung führt.
Schlüsselwörter
Migration, Identität, Nationaler Integrationsplan, Armut, soziale Ausgrenzung, Integrationspolitik, Flüchtlinge, Arbeitslosigkeit, Bildungsstand, Diskriminierung, Multikulturalität, Sozialpolitik, Zweiklassen-Gesellschaft, Identitätsbildung, Migrationshintergrund.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bemühungen der deutschen Bundesregierung, durch den Nationalen Integrationsplan eine interkulturelle Identität zu schaffen, und untersucht dabei auftretende soziale Konflikte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind Integrationspolitik, Armut, soziale Identitätskonstruktion, Migration und die strukturellen Probleme bei der Umsetzung behördlicher Pläne.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, ob unter den gegebenen Voraussetzungen und durch die aktuelle Politik tatsächlich eine interkulturelle, deutsche Identität entstehen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse des Nationalen Integrationsplanes, statistische Daten und Berichte sowie praktische Erfahrungen aus der Arbeit mit Flüchtlingen in Schleswig-Holstein.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Migration, der detaillierten Betrachtung des Nationalen Integrationsplanes, der Problematik von Armut sowie einer kritischen Analyse der Umsetzung dieser Pläne in der Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Migration, Identität, Nationaler Integrationsplan, soziale Ausgrenzung und Integrationspolitik sind die zentralen Begriffe.
Warum wird der Begriff "Armut" in der Arbeit nicht nur ökonomisch definiert?
Die Autorin argumentiert, dass Armut als „Lebenslageschwäche“ verstanden werden muss, die über mangelndes Einkommen hinaus auch fehlende soziale Kontakte und eingeschränkte Bildungschancen umfasst.
Welche Kritik übt die Autorin am Nationalen Integrationsplan?
Kritisiert wird unter anderem, dass der Plan zu sehr auf eine spezifische Zielgruppe fokussiert und dabei die strukturelle Diskriminierung sowie die Situation von sozial benachteiligten Einheimischen vernachlässigt.
Welche Rolle spielen die irakischen Flüchtlinge im Text?
Sie dienen als praktisches Fallbeispiel, um zu verdeutlichen, wie abstrakte politische Pläne auf lokaler Ebene zu Konflikten und einer sozialen Zweiklassen-Gesellschaft führen können.
- Citation du texte
- BA Brit Harder (Auteur), 2009, Identität und Konflikt in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128982