Im Rahmen dieser Fallstudie wird das Geschäftsmodell Curated Shopping zunächst erläutert und anschließend unter Zuhilfenahme des Business Model Canvas und den darin enthaltenen Bausteinen analysiert. Hierbei wird auch Curated Shopping vom klassischen E-Commerce abgegrenzt. Abgerundet wird die Fallstudie durch ein Fazit.
Die Digitalisierung und zunehmende Vernetzung führen zu einem verschärften Preiswettbewerb und einer zunehmenden Individualisierung auf der Unternehmensseite. Konsumenten können durch den technologischen Fortschritt kontinuierlich auf neue bzw. weiterentwickelte Endgeräte zurückgreifen, wodurch das Internet zunehmend intensiver genutzt wird. Verbrauchern stehen nun auch mehr Informationen über Produkte bzw. Dienstleistungen sowie deren Hersteller bzw. Anbieter zur Verfügung, die einen Vergleich von Preisen und Qualitätsmerkmalen ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Grundlagen
2.1. Curated Shopping
2.2. Business Model Canvas
3. Geschäftsmodellanalyse
3.1. Kundensegmente
3.2. Wertangebote
3.3. Kanäle
3.4. Kundenbeziehungen
3.5. Einnahmequellen
3.6. Schlüsselressourcen
3.7. Schlüsselpartner
3.8. Schlüsselaktivitäten
3.9. Kostenstruktur
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Fallstudie analysiert das aufstrebende Geschäftsmodell "Curated Shopping" im E-Commerce. Ziel ist es, die spezifischen Erfolgsfaktoren und Herausforderungen dieses Modells mittels des Business Model Canvas zu identifizieren und dessen Potenzial als differenzierte Alternative zum klassischen Onlinehandel zu bewerten.
- Grundlagen des Curated Shopping als personalisierter Online-Einkaufsdienst
- Strukturelle Analyse mittels Business Model Canvas
- Bedeutung von Kundenbeziehung und Personalisierung
- Rolle von Algorithmen und menschlichen Kuratoren
- Wirtschaftliche Aspekte: Kostenstruktur und Rentabilität
Auszug aus dem Buch
2.1. Curated Shopping
Curated Shopping repräsentiert eine „situative und lebensstilgerechte Anpassung der Angebote an die individuellen Einkaufsgewohnheiten der Kunden“ und reagiert auf die erhöhte Preistransparenz auf dem Markt und dem dadurch entstehenden Preiskampf. Entstanden in den USA, stellen personalisierte Online-Einkaufsdienste keinen Nischenmarkt mehr dar, sondern haben sich bis heute in vielen Ländern etabliert. Das Geschäftsmodell bietet im Rahmen des Onlinevertriebs eine persönliche Beratung als Dienstleistung an, um die Vorteile eines Ladengeschäfts mit den Vorzügen des Onlinehandels zu verknüpfen. Da beim Modell des Curated Shopping der Fokus auf den Konsumentenbedürfnissen und der Schaffung maßgeschneiderter Angebote liegt, stellt es einen zukunftsweisenden Ansatz im Onlinehandel dar. Ziel des Curated Shopping ist es, eine intensive Kundenbindung durch die persönliche virtuelle Beratung des Kunden herzustellen und darauf aufbauend höhere Margen zu realisieren. Auch eine Reduzierung der Quote von Rücksendungen und somit der Kosten wird angestrebt.
Curated Shopping ist vorrangig in der Bekleidungs-Branche vertreten. Als Anbieterbeispiele dieses Marktsegments sind beispielsweise Outfittery und Zalon by Zalando zu nennen. Outfittery wurde 2012 in Berlin als Personal Shopping Service für Männer gegründet. Nach der Beantwortung von Fragen zu Kleidungstil, -größen und Preispräferenzen wird eine Auswahl an Kleidungsstücken von einem persönlichen Stylisten zusammengestellt und dem Kunden versandkostenfrei zugesandt. Ziel von Outfittery ist die „perfekte“ Auswahl für jeden Kunden auf Basis von intelligenten Technologien und persönlichem Service zu bieten und das Einkaufen für Männer so einfach wie möglich zu gestalten. Outfittery ist in neun Ländern vertreten und konnte mit rund 100 Marken bereits eine Millionen Kunden abwickeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen des modernen E-Commerce durch zunehmende Informationsflut und Wettbewerb sowie die Einordnung des Curated Shopping als Gegenmaßnahme.
2. Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Curated Shopping sowie das Business Model Canvas als methodisches Werkzeug zur Analyse von Geschäftsmodellen.
3. Geschäftsmodellanalyse: Eine detaillierte Untersuchung der neun Bausteine eines Geschäftsmodells für Curated Shopping, von Kundensegmenten bis hin zur Kostenstruktur.
4. Fazit: Die Zusammenfassung der Ergebnisse bestätigt, dass Curated Shopping durch seine persönliche Note eine notwendige und zukunftsfähige Differenzierung im digitalen Modehandel darstellt.
Schlüsselwörter
Curated Shopping, E-Commerce, Business Model Canvas, Onlinehandel, Bekleidungsbranche, Kundenberatung, Personalisierung, Kundenbindung, Kundendaten, Algorithmen, Modeberater, E-Fulfillment, CRM-System, Online-Geschäftsmodell, Digitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Geschäftsmodell "Curated Shopping", bei dem Online-Einkäufe durch persönliche Beratung und Algorithmen auf individuelle Kundenbedürfnisse zugeschnitten werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Personalisierung im Onlinehandel, die Anwendung des Business Model Canvas auf innovative E-Commerce-Modelle sowie die Bedeutung von Service und Vertrauen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Funktionsweise und ökonomische Rentabilität von Curated Shopping zu durchleuchten und zu belegen, warum es eine differenzierte Alternative zum Massenmarkt-E-Commerce darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die deskriptive Analyse sowie das methodische Framework des Business Model Canvas nach Osterwalder und Pigneur zur fallstudienbasierten Untersuchung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden alle neun Bausteine des Business Model Canvas im Kontext des Curated Shopping detailliert analysiert, inklusive Kundensegmenten, Kanälen und der Kostenstruktur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Curated Shopping, Personalisierung, Kundenbindung, CRM-Systeme, Datenanalyse und E-Commerce.
Warum ist Curated Shopping laut Arbeit wirtschaftlich rentabel, trotz kostenloser Beratung?
Durch die Personalisierung sinken die Retourenquoten erheblich, und die gezielte Bedarfsorientierung erlaubt es, höhere Margen zu erzielen sowie Lagerkosten durch On-Demand-Bestellungen zu minimieren.
Welche Rolle spielen Algorithmen bei diesem Geschäftsmodell?
Algorithmen dienen als Basis für die erste Vorauswahl an Kleidung, lernen aus Kundenfeedback und Retouren dazu und bilden das technologische Rückgrat für die Skalierbarkeit des Services.
Inwiefern beeinflusst das Thema Datenschutz die Kundenkommunikation?
Da das Kernprinzip auf der Offenlegung persönlicher Daten basiert, ist das Vertrauen der Nutzer in soziale Präsenz und professionellen Datenschutz entscheidend für die Akquisition neuer Kunden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Geschäftsmodellanalyse des Curated Shopping. Die Modeberater des E-Commerce, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1290076