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Erziehungsberatung im Kontext der Hilfen zur Erziehung. Chancen und Grenzen gerichtlich angeordneter Beratungen

Titel: Erziehungsberatung im Kontext der Hilfen zur Erziehung. Chancen und Grenzen gerichtlich angeordneter Beratungen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 22 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Manuel Bober (Autor:in)

Pädagogik - Familienerziehung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird sich mit der folgenden Fragestellung auseinandergesetzt: Welche Chancen und Grenzen bieten sich durch den Einsatz der Erziehungsberatung bei (hoch-)strittigen Eltern und gerichtlich angeordneten Beratungen im Rahmen der Hilfen zur Erziehung nach § 28 SGB VIII?

Im ersten Kapitel wird die Erziehungsberatung, sowie die rechtliche Verankerung im Achten Sozialgesetzbuch vertieft. Es soll einen Überblick über die Prozesse und den Einsatz von Erziehungsberatungsstellen verschaffen. Die jeweiligen Unterkapitel geben zunächst einen groben Abriss der aktuellen Statistiken zur Erziehungsberatung und präzisieren anschließend ihre Kernaufgaben. In Kapitel 2 wird verdeutlicht, in welcher Weise die Erziehungsberatung von der Neuregelung des Familienverfahrensrechts betroffen ist und welche Auswirkungen eine gerichtlich angeordnete Beratung für die BeraterInnen und die unfreiwillig gewordenen Ratsuchenden hat. In Kapitel 3 werden dann Studien unter anderem von den Autoren Meyle, S. 1998; Vossler, A. 2003 und Menne, K. 2008 et al. im Bereich der Wirksamkeit und ihrer Grenzen im Kontext der Erziehungsberatung und ihrer Wirkfaktoren verglichen. Es dient der Veranschaulichung, in welcher Weise die Erziehungsberatung Veränderung bei KlientInnen erzielen kann und an welchen Grenzen oder Hindernisse die Beratung stößt. Das Fazit soll die vorliegende Arbeit im Ganzen zusammenfassen und einen Ausblick über die möglicherweise notwendigen Veränderungen in der Erziehungsberatung geben. Die vorliegenden Sachverhalte sollen in Beziehung gebracht werden und eine Gewichtung für Diskussionen erhalten.

Insgesamt sollen die Grenzen und Chancen für betroffene Kinder und Jugendliche, sowie der Eltern festgehalten, eine konzeptionelle Weiterentwicklung des Prozesses Erziehungsberatung angestoßen und die Beteiligten der Erziehungsberatung in Bezug auf die Erkennung von möglichen Grenzen und entwicklungsfördernden Aspekten sensibilisiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Erziehungsberatung

1.1 Erziehungsberatung im Spiegel der Statistik

1.2 Kernaufgaben der Erziehungsberatung als Form der erzieherischen Hilfe

1.2.1 Erziehungsberatung als individuelles Angebot

1.2.2 Erziehungsberatung im Kontext Kindeswohlgefährdung

2 Gerichtlich angeordnete Erziehungsberatung

2.1 (Hoch-)Konfliktberatung: Trennung und Scheidung

2.2 Einvernehmen als Mittel des Familiengerichts

3 Wirksamkeit und Grenzen der Erziehungsberatung

3.1 Studienergebnisse der Wirksamkeit im Vergleich

3.2 Wirkfaktoren und ihr Einfluss auf die Praxis

4 Fazit

Zielsetzung & thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Chancen und Grenzen der Erziehungsberatung im Kontext von hochstrittigen Elternpaaren und gerichtlich angeordneten Beratungen nach § 28 SGB VIII, um eine konzeptionelle Weiterentwicklung des Prozesses anzustoßen.

  • Rechtliche Grundlagen und fachliches Selbstverständnis der Erziehungsberatung
  • Herausforderungen durch gerichtlich angeordnete Beratung bei (hoch-)strittigen Eltern
  • Analyse der Wirksamkeit und Wirkfaktoren in der Erziehungsberatung
  • Diskrepanz zwischen hoher Klientenzufriedenheit und tatsächlicher Problemveränderung
  • Bedeutung des Kindeswohls als primäre Orientierung im Beratungsprozess

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Erziehungsberatung als individuelles Angebot

Die Erziehungsberatung in Form der Hilfe zur Erziehung ist eine individuelle Dienstleistung für ratsuchende Eltern, Kinder oder Jugendliche. Im Grundverständnis des Angebotes und für ein sinnvolles Gelingen, liegt die Motivation, Kooperationsbereitschaft und Freiwilligkeit. Deshalb enthielt die Beratung von Anfang an die emanzipatorische Möglichkeit, Menschen in ihrer Selbstwahrnehmung, ihren Entscheidungen und in der Gestaltung ihres Lebens zu unterstützen, angelehnt an die sich entwickelnden Praktiken der Psychotherapie. Eine Veränderung in menschlichen und familiären Entwicklungsprozessen könne nur mit der Zustimmung der Betroffenen geschehen. Eine nötige Zustimmung und Motivation kann sich auch erst im laufenden Beratungsprozess bei den Betroffenen entwickeln, sodass zu Beginn noch keine notwendige Entscheidung vorhanden ist. Die Ergebnisse der Beratung orientieren sich meist an den vorhandenen Ressourcen und Begrenzungen der AdressatInnen und BeraterInnen in ihrem konkreten Lebens- und Arbeitskontext.

Durch das Vorbringen des ersten Anliegens bei der Anmeldung wird der Bedarf der Ratsuchenden, die Ziele der Beratung sowie die möglichen Maßnahmen und Angebote gemeinsamen erarbeitet, um eine stetige Transparenz zu schaffen. Im Beratungsprozess selbst werden Bedarf und Ziel flexibel fortgeschrieben, um am Ende eine Analyse der Zielerreichung durchführen zu können (vgl. Scheuerer-Englisch 2018, ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Erziehungsberatung: Dieses Kapitel erläutert die gesetzliche Verankerung nach § 28 SGB VIII und definiert die Erziehungsberatung als niederschwelliges, multidisziplinär organisiertes Angebot der Jugendhilfe.

1.1 Erziehungsberatung im Spiegel der Statistik: Hier werden statistische Daten zur Inanspruchnahme der Erziehungsberatung analysiert, wobei der Fokus auf den Altersgruppen und der großen Bedeutung dieser Hilfeform im Gesamtspektrum liegt.

1.2 Kernaufgaben der Erziehungsberatung als Form der erzieherischen Hilfe: Dieses Kapitel beschreibt die historischen Wurzeln und das Tätigkeitsfeld von Fachkräften, unterteilt in die individuelle Beratung sowie ergänzende präventive Aufgaben.

1.2.1 Erziehungsberatung als individuelles Angebot: Hier wird der Beratungsansatz als personenbezogene Dienstleistung mit den Anforderungen an Motivation, Kooperationsbereitschaft und die Bedeutung der „Ko-Produktion“ durch Klienten und Berater beleuchtet.

1.2.2 Erziehungsberatung im Kontext Kindeswohlgefährdung: Das Kapitel thematisiert den Schutzauftrag der Beratungsstellen und deren Rolle bei Gefährdungseinschätzungen sowie die Kooperation mit anderen Akteuren im Kinderschutz.

2 Gerichtlich angeordnete Erziehungsberatung: Die Neuregelungen des Familienverfahrensrechts und die Auswirkungen einer gerichtlich angeordneten Beratung auf die betroffenen Eltern und die Freiwilligkeit des Beratungsprozesses stehen hier im Mittelpunkt.

2.1 (Hoch-)Konfliktberatung: Trennung und Scheidung: Dieser Abschnitt analysiert, wie Trennung und Scheidung zentrale Themen der fachlichen Debatte wurden und welche Herausforderungen die Beratung hochstrittiger Paare mit sich bringt.

2.2 Einvernehmen als Mittel des Familiengerichts: Hier wird das gesetzlich geforderte Hinwirken auf Einvernehmen als strukturierendes Element des familiengerichtlichen Verfahrens erläutert.

3 Wirksamkeit und Grenzen der Erziehungsberatung: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit der bisherigen Forschung zur Wirksamkeit auseinander und thematisiert das Forschungsdesiderat im Bereich der Qualitätssicherung.

3.1 Studienergebnisse der Wirksamkeit im Vergleich: Es erfolgt eine Zusammenfassung empirischer Daten, die eine hohe Klientenzufriedenheit aufzeigen, jedoch gleichzeitig auf die Diskrepanz zwischen Zufriedenheit und objektiver Symptomverbesserung hinweisen.

3.2 Wirkfaktoren und ihr Einfluss auf die Praxis: Hier werden zentrale Erfolgsfaktoren wie die wertschätzende Beratungsbeziehung und die niederschwellige Verfügbarkeit für die therapeutische Praxis reflektiert.

4 Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Erziehungsberatung zwar bei Entscheidungsprozessen unterstützen kann, das Wohl des Kindes jedoch konsequent in den Mittelpunkt gestellt werden muss.

Schlüsselwörter

Erziehungsberatung, SGB VIII, Kinder- und Jugendhilfe, Kindeswohl, Familienverfahrensrecht, Trennung und Scheidung, hochstrittige Eltern, Wirksamkeit, Klientenzufriedenheit, Beratungsbeziehung, Wirkfaktoren, Jugendamt, Familiengericht, Einvernehmen, Kinderschutz

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?

Die Hausarbeit befasst sich mit der Rolle der Erziehungsberatung im System der Hilfen zur Erziehung, insbesondere im Kontext von familienrechtlichen Konflikten und gerichtlichen Anordnungen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die statistische Bedeutung der Beratungsstellen, die Herausforderungen bei Trennung und Scheidung sowie die Erforschung der Wirksamkeit dieser Beratungsangebote.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Chancen und Grenzen der Erziehungsberatung bei hochstrittigen Elternpaaren und gerichtlich angeordneten Beratungen kritisch zu hinterfragen und Ansätze für eine konzeptionelle Weiterentwicklung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf einer fundierten Auswertung relevanter Fachliteratur, empirischer Studien und gesetzlicher Grundlagen zum Thema Erziehungsberatung basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil fokussiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Erziehungsberatung als Institution, die Erörterung des Spannungsfeldes bei gerichtlichen Anordnungen und die Analyse widersprüchlicher Forschungsergebnisse bezüglich der Wirksamkeitsprüfung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie § 28 SGB VIII, das Diskrepanzphänomen in der Wirksamkeitsforschung, die Verantwortungsgemeinschaft und die zunehmende Orientierung am Kindeswohl gekennzeichnet.

Inwiefern beeinflusst eine gerichtliche Anordnung die Beratung?

Die Anordnung führt zu einem Spannungsfeld, da der für eine gelingende Beratung essenzielle Aspekt der Freiwilligkeit entfällt und Berater mit unfreiwilligen Ratsuchenden arbeiten müssen, die primär ihre eigenen Interessen vor Gericht verfolgen.

Was ist das "Diskrepanzphänomen" laut der Arbeit?

Dabei handelt es sich um die Diskrepanz, dass Ratsuchende trotz nur teilweise gelöster Probleme eine sehr hohe Zufriedenheit mit der Beratung äußern, da Faktoren wie emotionale Entlastung und die Erfahrung einer wertschätzenden Beziehung unabhängig von einer rein symptomorientierten Problemreduktion wirken.

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Details

Titel
Erziehungsberatung im Kontext der Hilfen zur Erziehung. Chancen und Grenzen gerichtlich angeordneter Beratungen
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Veranstaltung
Soziale und psychosoziale Beratung/Counseling
Note
2,0
Autor
Manuel Bober (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
22
Katalognummer
V1290350
ISBN (PDF)
9783346753335
ISBN (Buch)
9783346753342
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erziehungsberatung Hilfe zur Erziehung Konfliktberatung Trennung Scheidung Kindeswohlgefährdung Familiengericht gerichtliche Anordnung Grenzen Herausforderungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Manuel Bober (Autor:in), 2020, Erziehungsberatung im Kontext der Hilfen zur Erziehung. Chancen und Grenzen gerichtlich angeordneter Beratungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1290350
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Leseprobe aus  22  Seiten
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