Die Darstellung von race und gender in der TV-Serie 'Angel'


Hausarbeit, 2009
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhaltsvorstellung der TV-Serie „Angel“

3. Die Darstellung von „weißer“ und „schwarzer“ Hautfarbe
3.1 „weiße“ Männlichkeit am Beispiel Angel
3.2 „schwarze“ Männlichkeit am Beispiel Gun

4. Aspekte von race und gender am Beispiel Jasmin

6. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Unsere westliche Gesellschaft stellt eine „ [...] Medien-, Konsum- und Freizeitgesellschaft1“ dar, das bedeutet u.a., dass die Mehrheit der Menschen Zugang zu Filmen und TV-Serien hat. Durch die verstärkte Internetpräsenz, die dem Einzelnen die Möglichkeit bietet sich seine Lieblingsserien oder Filme herunterzuladen, vergrößert sich der Einfluss dieser Medien auf den Konsumenten. Ein wichtiger Faktor ist zudem, die Zeit die ein Erwachsener täglich vor dem Fernseher verbringt (3-4 Std. ohne Internet). Diese Zahl lässt vermuten, dass die Nutzung von Medien im Alltag von entscheidender Prägnanz für die Menschen unserer Gesellschaft ist. Spielfilme und Serien sind inzwischen Elemente der Alltagskultur geworden.2Wichtig ist ebenfalls, die erhöhte Nutzung der Medien durch Kinder3. Diese werden durch Schauspieler4 und fiktive Erzählungen stark geprägt. Bei TV-Serien und Filmen findet hier im besonderen Maße oft auch eine individuelle Identifikation mit den Darstellern bzw. Stars und den vermittelten Inhalten dieser statt. Für viele Kinder üben die Protagonisten dieser Fantasiegebilde eine Vorbildfunktion aus, der sie möglicherweise nacheifern. Uta Fenske greift diesen Punkt der Glorifizierung in Bezug auf TV- und Filmstars in ihrem Buch „Mannsbilder“, wie folgt auf: „[...]An ihre Starkörper werden unterschiedliche Konzepte von Gender, Class oder Race geknüpft, die zu einem spezifischen historischen Zeitpunkt im Umlauf sind. Indem das Star Image mit einer bestimmten Person verknüpft wird, erscheint das, was diskursiv konstruiert ist, als natürlich und kann somit wirkungsmächtig werden.“5 Dies kann bedeuten, dass sich die Rezipienten oft mit den Darstellern von TV-Serien und Filmen identifizieren und die beinhalteten Stereotype in Bezug auf race und gender unreflektiert übernehmen. Da „[...] film can encourage viewers not only to develop empathy for others, but also to be moved to action-recognizing and confronting stereotypes and sometimes even unlearning them”.6 In diesem Kontext entstehen schließlich Diskurse über Männlichkeit und Weiblichkeit oder auch über race und class7. Mit Hilfe dieser wissenschaftlichen Gedankenaustausche findet eine kritische Auseinandersetzung mit der Reproduktion von Konstruktionen in Bezug auf diese Kategorien, statt. „ Medien sind als zentrale Bedeutungsproduzenten Agenten dieser Diskurse [...]8, da die Rezipienten meist stark durch diesen Einfluss geprägt werden.

In dieser Arbeit soll verdeutlicht werden, wie Stereotype in Bezug auf race und gender in der TV-Serie „Angel“9 reproduziert und vermittelt werden. In Kapitel 2 wird der Inhalt der Serie vorgestellt, um einen thematischen Eindruck zu geben. Kapitel 3 und 4 analysieren den Aspekt der „weißen“ und „schwarzen“ Hautfarbe und deren Darstellung an Hand zweier Protagonisten der Serie. In Kapitel 4 liegt der Fokus zusätzlich auf der Abbildung der Weiblichkeit, der „schwarzen“ Darstellerin. Die Schlussbetrachtung in Kapitel 6 rundet diese Hausarbeit ab.

Letztendlich liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Darstellung von „weißer“ und „schwarzer“ Männlichkeit, sowie auf der Abbildung von Weiblichkeit und race. Abschließend soll die Vermittlung von Stereotypen mit Hilfe der TV-Serie „Angel“ untersucht werden, um deren Relevanz zu verdeutlichen.

2. Inhaltsvorstellung der TV-Serie „Angel“

Die US-amerikanische TV-Serie „Angel - Jäger der Finsternis“ wurde von 1999 bis 2004 u.a. von David Greenwalt produziert. Zunächst strahlte TV-Sender „The WB“ im Oktober 1999 diese aus. In Deutschland konnten die Zuschauer ab Januar 200110 die Serie auf dem Sender Pro7 verfolgen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 David Boreanaz

Inhaltlich lässt sich feststellen, dass der Protagonist Angel, alias David Boreanaz (s. Abb. 1) die Schlüsselfigur der Serie ist. Er kämpft zusammen mit seinen Freunden Cordelia Chase alias Charisma Carpenter, Wesley Wyndam Price alias Alexis Denisof und Charles Gunn alias J. August Richards (s. Abb. 2) darum die Unschuldigen vor allem „Bösen“ zu retten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 J. August Richards

Allerdings ist Angel kein normaler Vampir, er hat im Gegensatz zu den anderen seiner Art eine Seele, die ihn für das „Gute“ kämpfen lässt. Das beinhaltet auch, dass er sich lediglich von Schweine- anstatt von Menschenblut ernährt. „Angel“ ist ein Ableger (spin off) der US-amerikanischen TV-Serie „Buffy - The Vampire Slayer“. In dieser spielt Angel den Freund und Liebhaber von Buffy alias Sarah Michelle Gellar. Angel hat neben seiner „guten“ Seite (mit Seele) auch eine „böse“ bei der er zu einem normalen, seelenlosen Vampir mit Namen Angelus wird. In diesem Zustand tötet und quält er Menschen. Er kämpft somit nicht nur gegen Dämonen und Vampire in der Außenwelt, sondern ebenso fortwährend gegen seine eigene dämonische Seite. Seine Seele unterscheidet ihn jedoch von den anderen seiner Art. Im Kampf um das „Gute“ erhält er übersinnliche Hilfe von guten Mächten, die u.a. in Form von kryptischen Visionen bei Cordelia auftauchen. Der Antagonist der Serie wird durch die Anwaltskanzlei Wolfram & Hart verkörpert, welche Kreaturen der Unterwelt vertritt.

Eine eindeutige Zuordnung der TV-Produktion „Angel“ zu einem bestimmt Genre, ist nicht möglich. Da sich beispielsweise Anteile aus dem Fantasy Bereich finden lassen. Dies wird u.a. durch den Besuch fremder bzw. fiktiver Welten, mit Hilfe von Portalen, oder im Kampf mit Fantasiewesen verdeutlicht. „Angel“ beinhaltet jedoch auch Aspekte der Drama und Horrorbereiche. Es gilt für die Protagonisten in allen Staffeln, Kämpfe auf Leben und Tod auszufechten oder zwischen „Gut“ und „Böse“ zu wählen. Die Kampfszenen, die ebenfalls an Actionfilme erinnern, sind teilweise sehr blutig. Neben der Schwierigkeit diese Serie einem bestimmten Genre zuzuordnen, ist auch darauf hinzuweisen, dass sich Parallelen zum „Film Noir“ finden lassen, bei dem die düstere Bildgestaltung und die verbitterten Charaktere vordergründig sind.11 Dies wird besonders betont durch Angels immerwährende Zweifel und seinen inneren Kampf gegen Angelus (seine „böse“ Seite). Allerdings sind auch Aspekte aus dem Kriminalgenre verarbeitet, da Angel eine Detektei Namens „Angel Investigations“ leitet, mit der er und seine Freunde ihren Lebensunterhalt verdienen. Stacey Abbott schreibt in ihrem Buch „Reading Angel“ hierzu folgendes : „The visual style of the series is also defined by contradiction. [...] the film noir night-time urban setting establishes the tone for the series, but rather than be defined by a singular genre, “Angel” draws upon a range of generic references to create a distinctive and coherent hybrid form [...]”.12

Die TV-Serie „Angel“ ist für die Analyse von race und gender sehr aufschlussreich, da Konnotationen in Bezug auf diese Kategorien mehrfach vorhanden sind. Zudem ist das Thema Vampir und der Kampf gegen „Gut“ gegen „Böse“ immer wieder aktuell. Derzeit finden sich Parallelen zu dem Erfolgsroman und –film von Stephanie Meyer „Twilight“.13Hierbei Kämpfen Vampire darum ein Teil der menschlichen Gesellschaft zu sein und unentdeckt in ihr leben zu können.

Im Folgenden werden die Aspekte der Abbildung von “weißer” und “schwarzer” Hautfarbe näher untersucht.

3. Die Darstellung von „weißer” und „schwarzer” Hautfarbe

In den folgenden Punkten 3.1 und 3.2 werden die Präsentation von „weißer“ und „schwarzer“ Hautfarbe am Beispiel zweier Protagonisten der TV-Serie „Angel“ untersucht. Letztendlich liegt der Fokus hierbei darauf, wie sowohl Angel als auch Gunn dargestellt werden und welche Eindrücke dem Zuschauer dadurch vermittelt werden.

3.1 Die Darstellung von „weißer“ Männlichkeit am Beispiel Angel

Die unterschiedliche Darstellung von „weißen“ und „schwarzen“ Schauspielern in Filmen und TV-Serien ist kein unbekanntes Thema. Viele Diskurse in Bezug auf race herrschen in unserer Gesellschaft bereits vor. In diesem Kapitel soll an Hand der TV-Serie „Angel“ verdeutlicht werden, auf welche Art und Weise Stereotype vermittelt werden können. Folglich liegt der Fokus ebenso auf der Darstellung mit deren Hilfe diese reproduziert werden. „ In the quest for purity, whites win either way: either they are a distinct, pure race, superior to all others, or else they are the purest expression of the human race itself14, dies lässt darauf schließen, dass “weiße” Männer in “Angel” häufig in einer stärkeren Position dargestellt werden, als “schwarze”. Es ist ebenso wichtig zu erwähnen, dass “while the real world is comprised of people of all different races, genders, classes, and sexualities, the world depicted in Hollywood film usually posits strait white men as central and heroic, and everyone as peripheral (or even non-existent)”.15

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Angel

Auch in der heutigen Zeit, können negative Stereotype immer noch in den Filmen und Serien wiedergegeben werden. Die häufig dargestellte „pure Weißheit“ und der damit oft einhergehende Führungsanspruch, lässt sich unter anderem an der Darstellung der Figur des Angel erkennen. Er ist ein gut aussehender, muskulöser, intelligenter, tragischer Held mit „weißer“ Hautfarbe (s. Abb. 3), der nicht nur eine Detektei leitet, sondern auch die anderen Darsteller anführt. Es ist zu erahnen, dass er der gesellschaftlichen Mittelklasse zuzuordnen ist, da er gebildet und finanziell unabhängig erscheint. Das er auserwählt ist (s. Staffel 5) die Welt vor dem „Bösen“ zu retten und die Aufopferung seines Lebens (vgl. Staffel 5) legen die Vermutung seines Heldenstatus nahe. Allerdings hat er nicht nur eine helle, beseelte Seite (Angel) sondern auch eine dunkle, „böse“ Seite bei der er sich in Angelus verwandelt, der nur Leid und Schmerz verursachen will. Jedoch bekämpft er diese fortwährend. Dyer schreibt in seinem Buch „White“ dazu folgendes: „ Thus it is that the whiteness of white men resides in the tragic quality of their giving way to darkness and the heroism of their channelling of resisting it. […] He encompasses all the possibilities for human existence, the darkness and the light. […] the darkness is a sign of his true masculinity, just his ability to control it is a sign of his whiteness.”16 Angel ist nicht nur der Sieger im Kampf um seine „gute” Seite, er ist auch ein Held. Er kämpft ständig gegen das „Böse” in Form von Dämonen und Vampiren an. Im finalen Kampf opfert er sich (s. Staffel 5 Folge 22) für die „Unschuldigen“, die Menschen der Stadt Los Angeles. In Kampfsituationen beweist er seinen Heldenstatus immer wieder, indem er seine Freunde und Hilflose rettet. Seine prekäre Lage wird dem Zuschauer in seinen inneren und äußeren Konflikten verdeutlicht. Ein Vampir hat im Allgemeinen keine Seele, er trinkt wahllos das Blut der Menschen und weidet sich an deren Leid. Es lässt sich bei diesen Wesen eine Konnotation mit Homosexualität vermuten, da sie Körperflüssigkeiten in Form von Blut austauschen und häufig sehr feminin dargestellt werden (s. Spike in Staffel 5 Folge 4). Zudem überschreiten sie die Grenze zwischen Leben und Tod, „Gut“ und „Böse“.17 Schließlich führt der Austausch von Blut in dieser Serie zu einer (ansteckenden) gefährlichen Krankheit, dem Vampirismus. Möglicherweise ließe sich hier ebenso eine Verbindung zum oft tödlichen HI-Virus (Aids) und zu Homosexualität ziehen. Diese Thematik wird jedoch bewusst nicht näher analysiert, da dies zu umfangreich für den Rahmen dieser Hausarbeit wäre.

[...]


1 vgl. Tippelt, 1999: 496

2 vgl. Fenske, 2008: 309

3 vgl. http://www.erziehungstrends.de/Medienkonsum/Gesundheit

4 In dieser Arbeit wird der Einfachheit halber die männliche Schreibweise gewählt, die jedoch geschlechtsneutral ist.

5 vgl. Fenske, 2008: 44

6 vgl. Hirabayashi + Xing, 2003: 4

7 Es werden vom Autor gezielt die engl. Begriffe für Rasse, Geschlecht und Klasse verwendet, da die deutsche Variante historisch, negativ vorbelastet ist.

8 vgl. Klaus, Hipfl, Scheer, 2004: 8

9 Die beschriebenen Folgen beziehen sich auf die deutsche DVD Version der Staffeln 1 bis 5 der Serie „Angel“. Zum besseren Verständnis, ist der Titel der Serie in Anführungszeichen gesetzt, der Name der Hauptfigur (Angel) jedoch nicht.

10 vgl. http://www.imdb.com/title/tt0162065/

11 vgl. http://www.merriam-webster.com/dictionary/film+noir

12 vgl. Abbott, 2005: 8

13 vgl. http://www.fan-forum.de/cms/content/view/7307/40/

14 vgl. Dyer, 2008: 22

15 vgl. Benshoff + Griffin, 2004: 30

16 vgl. Dyer, 2008: 28

17 vgl. Hills+Williams in Reading Angel, 2005: 208-210

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Darstellung von race und gender in der TV-Serie 'Angel'
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Veranstaltung
race & gender am Beispiel Science Fiction & Fantasy
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V129036
ISBN (eBook)
9783640354597
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darstellung, TV-Serie, Angel
Arbeit zitieren
Jennifer Schabram (Autor), 2009, Die Darstellung von race und gender in der TV-Serie 'Angel', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129036

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