Die vorliegende Arbeit soll anhand eines später aufgeführten Fallbeispiels untersuchen, welche potentiellen Konsequenzen eine digital geführte Online-/Video- und Telefonsprechstunde, in Bezug auf das Kommunikationsquadrat seitens des Senders von Friedemann Schulz von Thun, auf die medizinische Kommunikation hat.
Die Revolution der Digitalisierung in der Medizin nimmt im heutigen digitalen Zeitalter immer einen größer werdenden Stellenwert ein, egal ob es sich um den Transfer von Gesundheitsdaten durch Telemonitoring, Telemedizin bei Notfällen oder Online-, Video- und Telefonsprechstunden handelt. Besonders bei der aktuell geführten Debatte des Fach- und Allgemeinärztemangels in Deutschland ist umgehend in der westlich orientierten und technologielastigen Medizin ein Umdenken nötig.
Durch die Verabschiedung des Gesetzes für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz) durch den Bundestag am 04. Dezember 2015, welches am 01. Januar 2016 in Kraft getreten ist, hat die Digitalisierung in der Telemedizin an Bedeutung für Ärztinnen und Ärzte als auch für Patienten und Versicherte gewonnen. Wie im allgemeinen Teil dieses Gesetzes beschrieben, sollen unter anderem telemedizinische Leistungen gefördert werden, vor dem Hintergrund der Stärkung der inter- und intrasektoralen Kooperation von Ärzten und der Versorgung der Versicherten, insbesondere in unterversorgten Provinzen. Aufgrund des demografischen Wandels gewinnt der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien immer mehr an Gewichtigkeit, um die Qualität und Wirtschaftlichkeit der medizinischen Versorgungsstrukturen besonders im ländlichen Raum zu gewährleisten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Berufliche Relevanz
1.3 Zielsetzung der Arbeit und Fragestellung
2 Kommunikationsquadrat
2.1 Grundlagen der Kommunikation
2.2 Medizinische Kommunikation
2.3 Friedemann Schulz von Thun
2.4 Die vier Ebenen der Kommunikation
2.4.1 Sachebene
2.4.2 Beziehungsebene
2.4.3 Selbstoffenbarungsebene
2.4.4 Appellebene
2.5 Vier-Ohren-Modell
2.5.1 Sach-Ohr
2.5.2 Beziehungs-Ohr
2.5.3 Selbstoffenbarungs-Ohr
2.5.4 Appell-Ohr
2.6 Praxistransfer in eine Online-/Video- und Telefonsprechstunde
3 Chancen, Risiken und Barrieren der Telemedizin
4 Literaturrecherche
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Digitalisierung auf die medizinische Kommunikation im Kontext von Online-, Video- und Telefonsprechstunden. Auf Basis des Kommunikationsquadrats von Friedemann Schulz von Thun wird analysiert, wie digitale Fernbehandlungsformate die Arzt-Patienten-Interaktion beeinflussen und welche Herausforderungen dabei entstehen.
- Grundlagen der Kommunikation und das Kommunikationsquadrat
- Besonderheiten der medizinischen Kommunikation in digitalen Formaten
- Fallbeispielbasierter Praxistransfer zur Verdeutlichung der Kommunikationsebenen
- Chancen, Risiken und Barrieren der telemedizinischen Versorgung
Auszug aus dem Buch
2.4.2 Beziehungsebene
Um den Beziehungsebene innerhalb einer Konversation gezielt zu hinterfragen, bieten sich im Dialog diese Fragestellungen an: Wie sieht sich der Patient im Verhältnis zu mir? Wie sieht mich der Patient im Verhältnis zum ihm? Wie müssen wir zueinanderstehen, damit das Verhalten angemessen ist? Die Weiterführung des obengenannten Beispiels unter „5.4.1 Sachebene“ soll das klarmachen. Bei der Applikation der Spritze könnte auf der Beziehungsebene die Antwort des Arztes lauten: „Wir sind Partner und entscheiden jeden Schritt gemeinsam.“ Oder aber: „Ich (der Arzt) bin dir überlegen, denn ich entscheide, was zu tun ist.“ Es lässt sich erahnen, dass die Beziehungsebene für die Arzt-Patienten-Kommunikation mitunter die wichtigste Kommunikationsebene in fast jeder Nachricht ist. Beeinflusst wird die Beziehung durch para- und nonverbale Kommunikation.
Diesbezüglich steht das Gesagte in Abhängigkeit, ob der Sender wortwörtlich kommuniziert (explizite Kommunikation) oder der Sprachinhalt aus dem Gesagten herausgelesen werden muss (implizite Kommunikation).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Diese Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Telemedizin im Kontext des deutschen Gesundheitswesens und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2 Kommunikationsquadrat: In diesem zentralen Teil werden die theoretischen Grundlagen der Kommunikation nach Friedemann Schulz von Thun detailliert ausgearbeitet und auf die medizinische Interaktion übertragen.
3 Chancen, Risiken und Barrieren der Telemedizin: Dieses Kapitel analysiert die wirtschaftlichen Möglichkeiten sowie die technischen und gesetzlichen Hürden, die mit dem digitalen Wandel in der medizinischen Versorgung einhergehen.
4 Literaturrecherche: Der Abschnitt erläutert kurz den Umgang mit den im Rahmen der Recherche verwendeten Abbildungen und Tabellen.
Schlüsselwörter
Telemedizin, Digitalisierung, Kommunikationsquadrat, Friedemann Schulz von Thun, Arzt-Patienten-Kommunikation, Videosprechstunde, E-Health-Gesetz, Fernbehandlung, Sachebene, Beziehungsebene, Selbstoffenbarung, Appellebene, Medizinische Kommunikation, Datensouveränität, Gesundheitswesen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Veränderung der medizinischen Kommunikation durch den Einsatz digitaler Formate wie Online-, Video- und Telefonsprechstunden.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die theoretischen Kommunikationsmodelle von Schulz von Thun, die Anwendung auf Arzt-Patienten-Gespräche und die kritische Beleuchtung des telemedizinischen Wandels.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, mittels eines Fallbeispiels zu untersuchen, welche Konsequenzen digitale Sprechstunden für die Kommunikation auf den vier Ebenen des Kommunikationsquadrats haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Fundierung durch Literaturrecherche vorgenommen, die durch einen praxisnahen Transfer auf ein medizinisches Szenario ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten Erläuterung des Kommunikationsquadrats und des Vier-Ohren-Modells sowie deren konkreter Anwendung in Praxisbeispielen der Telemedizin.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Telemedizin, Kommunikationspsychologie, Digitalisierung in der Medizin und Arzt-Patienten-Interaktion definieren.
Wie beeinflusst die Digitalisierung laut Autor die Arzt-Patienten-Beziehung?
Digitale Kanäle bergen das Risiko für Missverständnisse, da para- und nonverbale Signale nur eingeschränkt übertragen werden, erfordern aber gleichzeitig eine präzisere Kommunikation auf allen Ebenen.
Welche Rolle spielt die Datensouveränität in diesem Kontext?
Die Wahrung der Datensouveränität und des Datenschutzes (EU-DSGVO) wird als eine der größten gesetzlichen Barrieren für die breite Einführung telemedizinischer Leistungen identifiziert.
- Arbeit zitieren
- Tobias Speck (Autor:in), 2019, Digitalisierung in der Telemedizin. Medizinische Kommunikation bei Online-, Video- und Telefonsprechstunden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1290551