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Bedeutungsverlust durch konkurrierende Frames. "Nachhaltigkeit" als Begriff strategischer Framingeffekte im Diskurs des Klimawandels

Titel: Bedeutungsverlust durch konkurrierende Frames. "Nachhaltigkeit" als Begriff strategischer Framingeffekte im Diskurs des Klimawandels

Hausarbeit , 2022 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Kommunikation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Prozess des Framings soll in der vorliegenden Arbeit unter Verwendung des Begriffs der Nachhaltigkeit exemplarisch am spezifischen "Ökologische Modernisierung"-Frame erörtert werden, wozu erst einmal das Framing als Theorie beleuchtet wird, bevor dann die Zusammenhänge des Begriffs Nachhaltigkeit aufgezeigt werden. Letztlich sollen die Ergebnisse in einem resümierenden Fazit ausgewertet werden.

Großkonzerne haben sich neben der Umsetzung konkreter Nachhaltigkeitsprojekte auch ein Ziel darin gesetzt, ihre Bemühungen im Sinne einer Reputationsbildung gegenüber der allgemeinen Öffentlichkeit zu kommunizieren. Häufig fallen die Narrative und Interpretationen von Unternehmen und anderen gesellschaftlichen Akteuren auseinander, was Nachhaltigkeit bedeutet und wie sie als Leitmotiv einer systematischen Umstrukturierung dienen kann. Während Unternehmen öffentlich eine Verantwortung gegenüber Zielvorgaben des Klimaschutzes bekennen und Lösungsvorschläge darlegen, wird ihnen von Kritiker*innen Greenwashing vorgeworfen. Auseinandersetzungen dieser Art sind Teil eines diskursiven Deutungskampfes, der weitreichende Konsequenzen mit sich bringt: Die unterschiedlichen Akteure versuchen, eine spezifische Problemperspektive mit entsprechenden Lösungsvorschlägen durchzusetzen, um den gesellschaftspolitischen Prozess der Meinungsbildung in ihrem Sinne zu beeinflussen. Die Gefahr kann mitunter darin bestehen, dass diese konkurrierenden Deutungsmodelle alle parallel beansprucht werden, sodass sich eine Auflösung des semantischen Gehalts vollzieht.

Von kommunikationswissenschaftlicher Warte aus, handelt es sich bei den Vorgängen, die zu dieser Problematik führen, um strategisches Framing: Parteien rücken bestimmte Aspekte des Problems und damit verbundener Lösungen mit der Zielvorgabe ins Zentrum, Unterstützung für die eigene Position zu generieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Framing

2.1. Theoretischer Überblick

2.2. Framing als Kommunikationsstrategie

3. Nachhaltigkeit

4. Der „Ökologische Modernisierung“-Frame

5. Fazit – Ein leerer Signifikant

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie strategische Framing-Prozesse die Bedeutung des Begriffs Nachhaltigkeit im Kontext des Klimawandels beeinflussen, wobei der Fokus insbesondere auf dem „Ökologische Modernisierung“-Frame liegt.

  • Grundlagen der Framing-Theorie und kognitive Informationsverarbeitung
  • Framing als Instrument der strategischen Kommunikation und Interessenvertretung
  • Semantische Unschärfe und der Wandel der Nachhaltigkeit zum „leeren Signifikanten“
  • Analyse des „Ökologische Modernisierung“-Frames als Instrument wirtschaftlicher Legitimation

Auszug aus dem Buch

2. Framing

Grundsätzlich gilt es erst einmal, sich zu vergegenwärtigen was unter Framing zu verstehen ist, wozu es sich anbietet, die zugrunde liegenden Prozesse mentaler Informationsbearbeitung zu betrachten.

Der menschliche Informationsverarbeitungsapparat wird hierbei modellhaft als Netzwerk miteinander verbundener Knoten verstanden:

Die Knoten im Netzwerk können Kognitionen (z.B. Vorstellungen oder Überzeugungen) oder Emotionen (z. B. überdauernde Emotionen oder affektive Prädispositionen) sein.6

Diese werden nun durch einen Wahrnehmungsreiz netzartig einer Präferenz nach aktiviert. Wenn beispielsweise ein bestimmtes Wort gelesen wird, werden in der Folge innerhalb eines Deutungsrahmens (Frame) verknüpfte Knotenpunkte nachgeschaltet. Auf einer basalen Ebene bedeutet das beispielsweise, dass bei dem Wort Banane die Farbe Gelb, die Kategorie Obst und die Eigenschaft gesund abgerufen wird. So erscheint die Banane schon ohne reflexive Urteilsbildung unbewusst in einem semantischen Feld. Erlernte Wortbedeutungen und persönliche Erfahrungen prägen diese assoziativen Knotenpunkte. Abseits dieses vereinfachenden Beispiels, gestalten sich Vorgänge dieser Art im Regelfall wesentlich komplexer und können ebenfalls strategisch genutzt werden, um bestimmte Assoziationen zu provozieren:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der diskursiven Deutungskämpfe um den Klimawandel und führt in die These ein, dass Nachhaltigkeit als Begriff zunehmend seine inhaltliche Schärfe verliert.

2. Framing: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Framing-Theorie, beginnend bei kognitionspsychologischen Prozessen bis hin zur Anwendung als strategisches Kommunikationsinstrument in sozialen Bewegungen und im PR-Bereich.

3. Nachhaltigkeit: Hier wird die begriffliche Entwicklung von Nachhaltigkeit analysiert, von der klassischen Brundtland-Definition bis hin zur gegenwärtigen, inflationären und interessengeleiteten Verwendung in Politik und Wirtschaft.

4. Der „Ökologische Modernisierung“-Frame: Das Kapitel analysiert, wie dieser spezifische Frame ökologische Herausforderungen in Wachstumschancen übersetzt und zur Sicherung gesellschaftlicher Legitimation von Unternehmen genutzt wird.

5. Fazit – Ein leerer Signifikant: Das Fazit fasst zusammen, dass Nachhaltigkeit durch konkurrierende Framing-Modelle zum „leeren Signifikanten“ avanciert ist, der weitgehend inhaltsleer in unterschiedlichste Diskurse einsickert.

Schlüsselwörter

Framing, Nachhaltigkeit, Klimawandel, Ökologische Modernisierung, Strategische Kommunikation, Diskurs, Greenwashing, Deutungskampf, Kognitive Netzwerke, Legitimationssicherung, Semantik, Umweltpolitik, Identitätsbildung, Interessenvertretung, Medienwirkungsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie unterschiedliche Akteure Begriffe wie „Nachhaltigkeit“ gezielt durch Framing-Strategien definieren, um öffentliche Diskurse zum Klimawandel in ihrem Sinne zu steuern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Framing-Theorie, die Semantik von Nachhaltigkeit sowie die manipulative Anwendung dieser Narrative durch Konzerne und politische Akteure.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie strategisches Framing zur Aufweichung semantischer Gehalte führt und warum Nachhaltigkeit dadurch zur diffusen Projektionsfläche wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Framing-Theorie (u.a. nach Entman und Goffman) als analytisches Instrument, um Bedeutungsproduktion und -interpretation im gesellschaftlichen Kontext zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Framings, die Begriffsentwicklung der Nachhaltigkeit und die spezifische Wirkungsweise des „Ökologische Modernisierung“-Frames detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Framing, Nachhaltigkeit, Klimawandel, ökologische Modernisierung, Greenwashing und diskursiver Deutungskampf.

Warum wird der „Ökologische Modernisierung“-Frame als Beispiel gewählt?

Dieser Frame dient als zentrales Fallbeispiel, da er besonders deutlich zeigt, wie ökonomische Interessen und Klimaschutz miteinander verknüpft werden, um wirtschaftliches Wachstum zu legitimieren.

Was bedeutet es, wenn der Autor Nachhaltigkeit als „leeren Signifikanten“ bezeichnet?

Das bedeutet, dass der Begriff aufgrund seiner inflationären Verwendung seine ursprüngliche Bedeutung verloren hat und nun flexibel für fast alle Interessen – selbst für widersprüchliche – instrumentalisiert werden kann.

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Details

Titel
Bedeutungsverlust durch konkurrierende Frames. "Nachhaltigkeit" als Begriff strategischer Framingeffekte im Diskurs des Klimawandels
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
23
Katalognummer
V1290797
ISBN (eBook)
9783346754288
ISBN (Buch)
9783346754295
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutungsverlust konkurrierende Frames Frame Framing Nachhaltigkeit strategisch Framingeffekt Diskurs Klimawandel Ökologie Ökologische Modernisierung Swyngedouw Greenwashing Krise Priming
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Bedeutungsverlust durch konkurrierende Frames. "Nachhaltigkeit" als Begriff strategischer Framingeffekte im Diskurs des Klimawandels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1290797
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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