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Ausländische Direktinvestitionen im mitteldeutschen Chemiedreieck und deren Einfluß auf die Clusterbildung

Titel: Ausländische Direktinvestitionen im mitteldeutschen Chemiedreieck und deren Einfluß auf die Clusterbildung

Diplomarbeit , 2003 , 120 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Steffen Rohr (Autor:in)

VWL - Mikroökonomie, allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Problemstellung und Ziel der Arbeit
Nach dem Zusammenbruch der DDR, nicht zuletzt verursacht durch den maroden wirtschaftlichen Zustand, kam es zu grundlegenden strukturellen Umbrüchen in allen Teilen der Gesellschaft. Die Transformation des wirtschaftlichen Systems von der Planwirtschaft zur sozialen Marktwirtschaft hat dabei eine entscheidende Rolle gespielt und sucht in der Geschichte ihresgleichen. Die DDR-Volkswirtschaft wurde in kürzester Zeit weltwirtschaftlichen Bedingungen unterworfen, dem die anachronistischen Strukturen im Osten Deutschlands1 nicht standhalten konnten. Mit Hilfe der Treuhandanstalt sollte eine wirtschaftliche Umstrukturierung gelingen, die eine sich selbsttragende und wettbewerbsfähige Ökonomie hervorbringen mußte. Unter dem Motto „schnelle Privatisierung, entschlossene Sanierung, behutsame Stillegung“ sollte der ostdeutsche Produktionsapparat zu internationalem Standard geführt werden. Die politische Realität setzte dabei hauptsächlich auf die Erzielung ökonomischer Erträge durch den Verkauf von Unternehmen. Diese einzelbetriebliche Sicht ging dabei nicht konform mit einer strukturpolitischen Orientierung. Als Resultat folgte die weitgehende Zerschlagung der industriellen Kerne in Ostdeutschland.

Nach mehr als zehn Jahren ist der Transformationsprozeß, zumindest ordnungspolitisch, weitgehend abgeschlossen. Der Lebensstandard hat sich dadurch für die meisten Ostdeutschen insgesamt verbessert. Dennoch sind die fünf neuen Bundesländer von der Leistungskraft der westdeutschen Wirtschaft weit entfernt. Die „blühenden Landschaften“ konzentrieren sich nur auf einige wenige regionale Wachstumspole und das Bruttoinlandsprodukt als entscheidender Regionalindikator, hinkt dem westdeutschen weiter hinterher. Im Jahre 2001 lag das BIP im Osten bei 61 Prozent des Westniveaus und erreichte zu 75 Prozent den EU-Durchschnitt. Die enorme Produktionslücke resultiert aus der zu geringen ostdeutschen Wertschöpfung. Die ostdeutsche Nachfrage liegt über 40 Prozent höher als die ostdeutsche Produktion und wird zu einem großen Teil über Transferzahlungen aus dem Westen künstlich am Leben gehalten. Es mangelt vorwiegend an großen und innovativen Unternehmen, die sowohl Arbeitsplätze als auch regionale Wettbewerbsfähigkeit durch technologischen Fortschritt schaffen und die viel zu geringe Exportquote anheben. Die Arbeitslosenquote von ca. 18 Prozent stellt das Schlüsselproblem Ostdeutschlands dar.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit

1.2 Aufbau und Vorgehensweise

2. Grundlagen

2.1 Ausländische Direktinvestitionen

2.1.1 Arbeitsdefinition der ausländischen Direktinvestition

2.1.2 Die weltweite Entwicklung ausländischer Direktinvestitionen

2.1.3 Deutschland im Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen

2.2 Das mitteldeutsche Chemiedreieck

2.2.1 Regionale- und branchenspezifische Abgrenzung des mitteldeutschen Chemiedreiecks

2.2.2 Meilensteine der Entwicklung dieses industriellen Kernes

2.3 Cluster als Bestandteil wettbewerbsfähiger Standorte

2.3.1 Allgemeine Fragen zur Definition von Clustern

2.3.2 Beispiele von Clustern im globalen Standortwettbewerb

2.3.3 Clusterpolitik als integrierte Strategie regionaler Wirtschaftspolitik

3. Erklärungsansätze internationaler Investitionstätigkeit und der Clusterbildung

3.1 Ausgewählte Theorien zur Erklärung von ausländischen Direktinvestitionen

3.1.1 Die Theorie des monopolistischen Wettbewerbsvorteils

3.1.2 Internalisierungtheorie nach Buckley und Casson

3.1.3 Die Theorie des oligopolistischen Parallelverhaltens

3.1.4 Eklektische Theorie der internationalen Produktion von Dunning

3.1.5 Weitere Erklärungsansätze

3.1.6 Fazit dieser Betrachtung

3.2 Ansätze der internationalen Standorttheorie

3.2.1 Der Ansatz von Sabathil

3.2.2 Der Ansatz von Goette

3.2.3 Der Ansatz von Tesch

3.3 Empirische einzelwirtschaftliche Motivforschung ausländischer Direktinvestitionen

3.3.1 Absatzorientierung

3.3.2 Kosten- und Effizienzorientierung

3.3.3 Strategische Orientierung

3.3.4 Orientierung an staatlichen Rahmenbedingungen

3.4 Ableitung von Vermutungen für die Untersuchung im mitteldeutschen Chemiedreieck

3.5 Ansätze zur Erklärung von Clustern

3.5.1 Die kalifornische Schule der Wirtschaftsgeographie

3.5.2 Der Nachweis anhand der Wertschöpfungskette

3.5.2.1 Der Ansatz von Porter

3.5.2.2 Der Ansatz von Rehfeld

4. Internationales Investitionskapital im mitteldeutschen Chemiedreieck und dessen Einfluß auf die Clusterbildung - eine exemplarische Fallstudie -

4.1 Zur Besonderheit des mitteldeutschen Chemiedreiecks als Untersuchungsobjekt

4.2 Vorgehensweise und Bestandteile der Untersuchung

4.2.1 Zum Design der statistischen Erhebung

4.2.2 Die Struktur der einbezogenen Unternehmen

4.3 Analyse der ausländischen Direktinvestitionen

4.3.1 Der Investitionsprozeß

4.3.2 Ergebnisse der Investitionen

4.3.3 Motive ausländischer Investoren

4.3.4 Das mitteldeutsche Chemiedreieck als Standort der chemischen Industrie

4.3.4.1 Evaluierung der Standortqualität

4.3.4.2 Zukunftsorientierte Engpässe des Standortes

4.3.5 Bewertung der EU-Osterweiterung

4.3.6 Transformation der Untersuchungsergebnisse auf die theoretischen Ansätze

4.4 Interdependenzen zwischen ausländischen Direktinvestitionen und der Clusterbildung im mitteldeutschen Chemiedreieck

4.4.1 Beurteilung des mitteldeutschen Chemiedreiecks als Cluster

4.4.1.1 Clusterumfeld nach dem "Porter'schen Diamanten"

4.4.1.2 Nachweis anhand der Wertschöpfungskette

4.4.2 Entstehungsvariablen der Clusterbildung

4.4.3 Positive Externalität des Clusters auf ausländische Direktinvestitionen

4.4.3.1 Kostenvorteile

4.4.3.2 Technologie Spillovers

4.4.4 Fazit der Clusterbetrachtungen

4.5 Strategiekonzept zur Prosperierung des mitteldeutschen Chemiedreiecks

4.5.1 Clusterpolitik zur Verbesserung der Netzwerkstruktur

4.5.1.1 Clustermanagement als organisatorischer Kern

4.5.1.2 Definition von strategischen Aufgabenfeldern

4.5.2 Sicherung der Standortqualität

4.5.3 Einzelwirtschaftlicher Verantwortungsbereich

5. Zusammenfassung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Allokation von ausländischem Kapital in Form von Direktinvestitionen im mitteldeutschen Chemiedreieck. Ziel ist es zu ergründen, warum Investoren in die Region kommen, welche Rolle Cluster dabei spielen und wie weiteres ausländisches Kapital gezielt für den Standort gewonnen werden kann.

  • Analyse ausländischer Direktinvestitionen im mitteldeutschen Chemiedreieck.
  • Untersuchung theoretischer Erklärungsansätze für internationale Investitionen.
  • Evaluierung des mitteldeutschen Chemiedreiecks als industrielles Cluster.
  • Entwicklung von Strategien zur Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit.

Auszug aus dem Buch

Die Theorie des monopolistischen Wettbewerbsvorteils

Die Arbeit von Hymer (1960) und Kindleberger (1969) kann als Ursprung der Theorie der DI gesehen werden und reiht sich in die Gruppe der sogenannten Vorteilstheorien ein.

Sie begründet DI mit unternehmensspezifischen Wettbewerbsvorteilen, die aufgrund von unvollkommenen Märkten entstehen und der Konkurrenz nicht zugänglich sind. Diese können u.a. in einzigartigen Management- und Marketingfähigkeiten, technologischem Vorsprung oder besonderen Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten liegen. Diese monopolistischen Vorteile versetzen den Investor in die Lage, anfängliche Nachteile im Ausland gegenüber der inländischen Konkurrenz (z.B. durch geringe Kenntnisse der Sprache, Wechselkursrisiken, staatliche Diskriminierung, Kosten durch geographische Entfernung) zu kompensieren und ggf. Markteintrittsbarrieren gegenüber nationalen und internationalen Unternehmen aufzubauen.

Zur Erklärung einer DI sind die unternehmensspezifischen Vorteile eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung. Ein Unternehmen wird erst dann im Ausland investieren, wenn es die Vorteile dadurch besser als bei Export oder Lizenzvergabe nutzen kann. Des Weiteren investieren Unternehmen nicht nur um Vorteile zu nutzen, sondern auch um Vorteile zu generieren, beispielsweise durch die Sicherung von Rohstoffen. Die Theorie kann somit nur einen eingeschränkten Erklärungsansatz bieten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein, die sich aus der wirtschaftlichen Transformation Ostdeutschlands ergibt, und formuliert die zentrale Forschungsfrage sowie das Vorgehen der Arbeit.

2. Grundlagen: Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten, wie ausländische Direktinvestitionen, das mitteldeutsche Chemiedreieck als Untersuchungsgebiet und das Konzept von Clustern, definiert und in den theoretischen Kontext gesetzt.

3. Erklärungsansätze internationaler Investitionstätigkeit und der Clusterbildung: Dieser Teil befasst sich mit den theoretischen Fundamenten der internationalen Investitionstätigkeit und der Standorttheorie, um eine Basis für die empirische Analyse zu schaffen.

4. Internationales Investitionskapital im mitteldeutschen Chemiedreieck und dessen Einfluß auf die Clusterbildung - eine exemplarische Fallstudie -: Das Kernkapitel präsentiert die Ergebnisse der empirischen Fallstudie, analysiert die Investitionsmotive und untersucht die Interdependenzen zwischen den Investitionen und der regionalen Clusterstruktur.

5. Zusammenfassung der Ergebnisse: Das Abschlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bietet einen Ausblick auf die strategische Weiterentwicklung des Standorts.

Schlüsselwörter

Ausländische Direktinvestitionen, Mitteldeutsches Chemiedreieck, Cluster, Standortwahl, Wettbewerbsfähigkeit, Internationales Management, Regionale Wirtschaftspolitik, Investitionsmotive, Wertschöpfungskette, Infrastruktur, Clusterpolitik, Kapitalallokation, Transformationsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Rolle ausländischer Direktinvestitionen für den wirtschaftlichen Aufschwung des mitteldeutschen Chemiedreiecks und analysiert, inwiefern regionale Clusterstrukturen als Standortfaktor wirken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft internationale Investitionstheorien mit der regionalen Standorttheorie und der praktischen Clusteranalyse innerhalb der chemischen Industrie.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es, die Beweggründe ausländischer Investoren für den Standort Mitteldeutschland zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche regionale Wirtschaftspolitik abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine exemplarische Fallstudie in Form von persönlichen Experteninterviews mit ausländischen Investoren in Mitteldeutschland durchgeführt, ergänzt durch die Analyse vorhandener statistischer Daten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung internationaler Investitionsmotive sowie eine detaillierte empirische Untersuchung der Clusterstruktur und der Investitionsdynamik im mitteldeutschen Raum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören ausländische Direktinvestitionen, Clusterbildung, Standortqualität, mitteldeutsches Chemiedreieck, Wettbewerbsvorteile und regionale Wirtschaftsförderung.

Warum ist das mitteldeutsche Chemiedreieck ein besonderes Untersuchungsobjekt?

Es stellt eine "Sonderform regionaler Wirtschaftsstruktur" dar, die sich erst in den letzten zehn Jahren nach dem Zusammenbruch der alten DDR-Kombinatsstrukturen neu generiert hat und noch keine voll ausgereiften Clusterstrukturen aufweist.

Welche strategische Rolle spielt die EU-Osterweiterung laut den Investoren?

Die befragten Unternehmen sehen in der EU-Osterweiterung mehr Chancen als Risiken. Sie planen, ihre Kapazitäten im mitteldeutschen Chemiedreieck zu nutzen, um vermehrt Absatzchancen in den neuen EU-Ostgebieten wahrzunehmen, wobei der Fokus auf hochwertigen Produkten liegt.

Ende der Leseprobe aus 120 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ausländische Direktinvestitionen im mitteldeutschen Chemiedreieck und deren Einfluß auf die Clusterbildung
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig  (Wirtschaftswissenschaften)
Note
1,3
Autor
Steffen Rohr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
120
Katalognummer
V12908
ISBN (eBook)
9783638186957
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Direktinvestition Cluster Ostdeutschland Chemieindustrie Mitteldeutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Steffen Rohr (Autor:in), 2003, Ausländische Direktinvestitionen im mitteldeutschen Chemiedreieck und deren Einfluß auf die Clusterbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12908
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Leseprobe aus  120  Seiten
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