Ziel dieser Hausarbeit ist, das Konzept und die Wichtigkeit narrativer Methoden innerhalb der internen Unternehmenskommunikation vorzustellen und aufzuzeigen, wie effektiv es für ein Unternehmen sein kann. Anfangs wird zunächst die interne Unternehmenskommunikation näher erläutert, darauf folgt eine Vorstellung der Wirkung und des Erzählens von Geschichten. Im 4. Kapitel wird auf den Einsatz und die Konzeption von organisatorischem Storytelling eingegangen.
Darauf aufbauend werden drei ausgewählte Einsatzbereiche der internen Unternehmenskommunikation für narrative Methoden veranschaulicht und Beispielgeschichten aufgezeigt. Die Hausarbeit beantwortet insgesamt die Frage, wie Storytelling in der internen Kommunikation strategisch angewandt werden kann und welche Erfolgsfaktoren und Potenziale sich hinter internem Storytelling verbergen.
Der Begriff des Storytellings hat sich bereits in vielen Unternehmen etabliert. Man hört ihn jedoch häufiger in Verbindung mit Marketing und Werbung, um bei externen Zielgruppen Aufmerksamkeit zu erregen und eine emotionale Bindung aufzubauen. Doch wie sieht das Konzept des organisatorischen Storytellings in der internen Kommunikation aus? In welchen Bereichen ist es einsetzbar und wie findet man die richtige Geschichte?
Geschichten ziehen Menschen schon seit Jahrhunderten in den Bann, sie prägen sich schnell ein und Informationen und Botschaften werden leichter begriffen und vor allem auch besser behalten. Interessante und bedeutende Erlebnisse werden über Geschichten auf eine spannende Art und Weise weitergegeben und wecken gleichzeitig Emotionen.
Mitarbeiter erleben heutzutage durch E-Mails, Newsletter oder Intranet eine ständige Informationsflut, welche es für Unternehmen schwierig macht, die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter zu bekommen oder aufrechtzuerhalten. Interessante, gute Geschichten können daher – wenn sie gut erzählt werden – eine Lösung für den ständigen Informationsfluss in der internen Unternehmenskommunikation sein. Doch wie werden Geschichten erzählt? Welche Punkte gibt es zu beachten und was können sie bewirken?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Interne Unternehmenskommunikation
3 Erzählen und Wirkung von Geschichten
4 Anwendung des organisatorischen Storytellings
4.1 Core Story – die Ausgangsbasis
4.2 Konzeption organisatorischer Geschichten
5 Einsatzbereiche
5.1 Wertekommunikation
5.2 Change-Management
5.3 Wissensmanagement
6 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die strategische Relevanz narrativer Methoden in der internen Unternehmenskommunikation, um trotz wachsender Informationsflut Aufmerksamkeit zu generieren und Mitarbeiter emotional zu binden, wobei der Fokus auf der praktischen Konzeption und den Einsatzmöglichkeiten liegt.
- Grundlagen der internen Unternehmenskommunikation
- Psychologische Wirkung narrativer Vermittlungsformen
- Konzeptionelle Ansätze organisatorischen Storytellings (Core Story)
- Einsatz von Storytelling in Wertekommunikation, Change-Management und Wissensmanagement
Auszug aus dem Buch
5.2 Change-Management
Organisationen stehen wie die gesamte Welt unter ständigem Wandel und müssen sich dementsprechend fortlaufend verändern – das Change-Management (Veränderungsmanagement) eines Unternehmens befasst sich dafür mit der Umsetzung von Maßnahmen, um einzelne Abteilungen oder das Unternehmen als Ganzes zu einem definierten Zielzustand zu bewegen (Stolzenberg & Heberle, 2021, S. 2). Veränderungsprozesse sind individuell und unterscheiden sich hinsichtlich verschiedener Paramater wie Unternehmenskultur, Ist-Zustand, Change-Bedarf, beteiligte Personen und Ist-Zustand der Umwelt des Unternehmens (Erlach & Müller, 2020, S. 215). Veränderungen können viele Bereiche des Unternehmens wie Organisation, Kultur, Führung oder Kommunikation betreffen.
Im Change-Management eignet sich für das Storytelling die sogenannte Springboard Story, welche in der Literatur als Synonym für Change-Geschichten verwendet wird (Thier, 2020, S. 185). Entwickelt wurde das Konzept der Springboard Story von Autor Steve Denning. Ziel einer Springboard-Story (Sprungbrett-Story) ist, bei den Zuhörern eine Art „mentalen Sprung“ im Verständnis für eine Veränderung auszulösen (Thier, 2017, S. 120). Interessant ist, dass zwei Geschichten erzählt werden: Die explizite Geschichte triggert eine implizierte Geschichte aus dem eigenen Kontext im Kopf des Zuhörers. Diese implizierte, bedeutend wichtigere Geschichte überträgt das Erzählte auf die eigene Situation – Zuhörer der expliziten Geschichte glauben dann die implizierte, da sie sie selbst kreiert haben (Thier, 2020, S. 187). Dieser mentale Sprung kann jedoch nur gelingen, wenn die explizite Geschichte nicht zu detailliert erzählt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Storytelling als strategisches Instrument in der internen Kommunikation vor, um Aufmerksamkeit zu gewinnen und emotionale Bindungen zu stärken.
2 Interne Unternehmenskommunikation: Das Kapitel erläutert die Grundlagen und Strukturen interner Kommunikationsprozesse sowie deren Rolle bei der Vermittlung von Werten und Change-Prozessen.
3 Erzählen und Wirkung von Geschichten: Hier wird die kognitive Wirkweise von Geschichten dargelegt, insbesondere wie das episodische Gedächtnis durch narrative Reize Informationen besser speichert und abrufbar macht.
4 Anwendung des organisatorischen Storytellings: Dieses Kapitel behandelt die strategische Entwicklung von Kerngeschichten (Core Storys) und methodische Ansätze zur Konzeption organisatorischer Erzählungen.
5 Einsatzbereiche: Hier werden praxisnahe Anwendungsfelder wie Wertekommunikation, Change-Management und Wissensmanagement detailliert analysiert und deren spezifische Anforderungen beleuchtet.
6 Resümee: Das Schlusskapitel fasst zusammen, dass Storytelling bei korrekter und authentischer Anwendung ein mächtiges Instrument zur Identitätsstiftung und Motivation in Unternehmen darstellt.
Schlüsselwörter
Storytelling, Interne Unternehmenskommunikation, Core Story, Narrative Methoden, Change-Management, Wertekommunikation, Wissensmanagement, Authentizität, Unternehmenskultur, Mitarbeiterbindung, Springboard Story, Lernkultur, Episodisches Gedächtnis.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Storytelling strategisch genutzt werden kann, um in der internen Unternehmenskommunikation die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter zu erhöhen und deren emotionale Bindung an das Unternehmen zu festigen.
Welche Themenfelder werden schwerpunktmäßig behandelt?
Der Fokus liegt auf der theoretischen Fundierung der Wirkungsweise von Geschichten sowie den praktischen Anwendungsbereichen Wertekommunikation, Change-Management und Wissensmanagement.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Konzept von organisatorischem Storytelling vorzustellen und aufzuzeigen, wie narrative Methoden effektiv in strategische Unternehmensprozesse integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt zugrunde?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze und Praxiskonzepte zum Thema Storytelling in der internen Kommunikation gegenüberstellt und zusammenführt.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der internen Kommunikation und Erzählpsychologie bis hin zu spezifischen Konzeptionsmodellen der Core Story und deren Anwendung in unterschiedlichen Unternehmensbereichen.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Storytelling, Authentizität, interne Kommunikation, Change-Management und Unternehmensidentität geprägt.
Warum ist Authentizität für das Storytelling so wichtig?
Authentizität ist der entscheidende Erfolgsfaktor; fehlt sie oder wirken Geschichten künstlich, verlieren Unternehmen das Vertrauen der Mitarbeiter und riskieren ein negatives Unternehmensbild durch informellen Gegenstrom.
Was ist eine Springboard Story?
Dies ist eine spezielle Form der Change-Geschichte, die darauf abzielt, durch eine kurze, einfache Erzählung einen „mentalen Sprung“ beim Zuhörer auszulösen, der diesem hilft, Veränderungsprozesse leichter auf die eigene Situation zu übertragen.
Was unterscheidet Erfahrungsgeschichten von anderen Story-Arten?
Erfahrungsgeschichten (Learning Histories) dokumentieren retrospektiv Wissen aus verschiedenen Perspektiven, um aus vergangenen Ereignissen systematisch für die Zukunft zu lernen und soziale Beziehungen durch geteiltes Wissen zu stärken.
- Arbeit zitieren
- Marina Aparicio Mijares (Autor:in), 2022, Storytelling als Erfolgsfaktor der internen Unternehmenskommunikation. Konzeption und ausgewählte Einsatzbereiche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1291205