Die Vorliegende Arbeit setzt sich mit den Herausforderungen an den Vertrieb infolge der sich wandelnden Versicherungsmärkte auseinander. Die Aktualität der Thematik ist unbestritten: Durch die Deregulierung der Märkte entstehen neue Freiheiten, die es geschickt zu nutzen gilt. Des weiteren werfen ungeahnte Möglichkeiten und Chancen der sich rasant entwickelnden Informations- und Kommunikationstechnologie Fragen um die künftige Gestaltung des Kundenkontaktes auf. Auf der anderen Seite stellen eine sprunghafte Zunahme des (Kosten)-Wettbewerbes, sowie verminderte Markteintrittsbarrieren, insbesondere bei Banken und Finanzdienstleistern, in das angestammte Versicherungsgeschäft wesentliche Herausforderungen an die Vertriebsorganisationen der Versicherungsunternehmen. Hier ist besonders der After Sale Service, sowie ein effektives Customer Relationship Management gefragt.
Erstellt: 2002
Note 2,0
Gliederung
1. Einleitung
2. Der Versicherungsmarkt
2.1. Wesentliche Segmente des Versicherungsmarktes
2.2. Wesentliche Entwicklungen auf dem Versicherungsmarkt
2.3. Der Markt für Altersvorsorge
2.4. Die Rentenreform 2001 und ihre Auswirkung auf den Markt für Altersvorsorge
3. Der Versicherungsvertrieb
3.1. Vertrieb als betriebswirtschaftliche Funktion im Versicherungsunternehmen
3.2. Vertrieb als Organisationseinheit im Versicherungsunternehmen
3.2.1. Aufgaben des Vertriebes
3.2.2. Formen des Vertriebes
3.2.2.1. Vermittler
3.2.3.2. Direktvertrieb
3.2.2.3. Vertrieb über Bankschalter
3.2.2.4. Annex-Vertrieb
3.2.2.5. Aggregatoren
3.2.4. Wesentliche Erfolgsfaktoren des Versicherungsvertriebs
4. Der Wandel des Versicherungsvertriebs aufgrund der Marktsituation und der technologischen Entwicklung
4.1. Koexistenz oder Kooperation von Vertriebswegen
4.2. Auswirkungen auf die Vertriebsorganisation
4.2.1. Die Bedeutung des Customer Relationship Managements
4.2.2. Neue Konzepte der Versicherer im Vertrieb
4.2.2.1. Rückbesinnung auf die Kernkompetenzen
4.2.2.2. Der Wandel zum Allfinanzunternehmen
5. Entwicklung der Vertriebswege in der Zukunft
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Herausforderungen für den Vertrieb von Versicherungsunternehmen im Kontext sich wandelnder Märkte. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Versicherer durch technologischen Fortschritt, Deregulierung und verändertes Kundenverhalten ihre Vertriebsorganisationen anpassen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Analyse der Dynamik auf dem Versicherungsmarkt durch die Rentenreform 2001.
- Untersuchung verschiedener Vertriebsformen (Vermittler, Direktvertrieb, Bankkooperationen).
- Bedeutung des Customer Relationship Managements (CRM) für die Kundenbindung.
- Strategische Neuausrichtung durch Kernkompetenzfokussierung oder Allfinanzmodelle.
- Zukunftsperspektiven der Vertriebswege unter Einbeziehung neuer Informationstechnologien.
Auszug aus dem Buch
3.2.2. Formen des Vertriebs
1. Einfirmenvertreter : Der Einfirmenvertreter ist rechtlich selbstständig. Er ist allerdings ein Ausschließlichkeitsvertreter, d.h. laut Gesetz für einen Anbieter tätig und zu dessen Interessenwahrung verpflichtet. Der Versicherer hat somit einen recht großen Einfluss in Bezug auf die Steuerung dieses Vertriebswegs.
2. Makler : Der Makler ist ein typischerweise komplett unabhängiger Vertriebsweg des Versicherers. Hier besteht zwischen beiden Parteien die loseste Verbindung. Die Unabhängigkeit des Maklers hat ein qualitativ gutes Geschäft zur Folge, welches sich positiv auf der Kostenseite des Versicherers auswirkt. Auf der anderen Seite muss bedacht werden, dass durch Makler vorwiegend die Kundenseite vertreten wird, d.h. das es für den Versicherer schwer ist einen direkten Kundenkontakt aufzubauen.
3. Mehrfachvertreter : Der Mehrfachvertreter ist rechtlich gesehen ein Versicherungsvertreter, der mit mehreren konkurrierenden Unternehmen kooperiert. Demnach steht er dem Makler näher als dem Einfirmenvertreter. Allerdings hat auch der Mehrfachvertreter die Pflicht zur Interessenwahrung des Versicherers und ist daher in erster Linie dessen Beauftragter. Daher ist der Mehrfachvertreter auch besser steuerbar durch den Versicherer. Er verursacht gegenüber dem Einfirmenvertreter geringere Fixkosten und erlaubt es dem Versicherer einen eigenen Versicherungsbestand aufzubauen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Herausforderungen des Versicherungsvertriebs infolge von Deregulierung und technologischem Wandel dar.
2. Der Versicherungsmarkt: Dieses Kapitel erläutert die Marktsegmente und die wesentlichen Einflussfaktoren wie die Rentenreform 2001 auf die Altersvorsorge.
3. Der Versicherungsvertrieb: Hier werden die Funktionen, verschiedene Vertriebsformen sowie die zentralen Erfolgsfaktoren für Versicherungsunternehmen analysiert.
4. Der Wandel des Versicherungsvertriebs aufgrund der Marktsituation und der technologischen Entwicklung: Das Kapitel behandelt die strategischen Auswirkungen des Wandels, insbesondere durch CRM und neue Unternehmenskonzepte wie Allfinanz.
5. Entwicklung der Vertriebswege in der Zukunft: Abschließend werden zukünftige Trends wie die technologische Vernetzung und die notwendige Kundenorientierung diskutiert.
Schlüsselwörter
Versicherungsvertrieb, Versicherungsmarkt, Rentenreform, Altersvorsorge, Customer Relationship Management, CRM, Vertriebswege, Makler, Allfinanz, Digitalisierung, Kundenbindung, Erstversicherung, Finanzdienstleistung, Marktstruktur, Vertriebsorganisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den tiefgreifenden Veränderungen im Versicherungssektor und deren Auswirkungen auf die Vertriebswege und -organisationen der Versicherungsunternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Marktdynamik, verschiedene Vertriebskanäle, die Bedeutung von Kundendaten und -beziehungen sowie strategische Konzepte für die Zukunft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Herausforderungen für Versicherer zu identifizieren, die durch neue Marktbedingungen entstehen, und Wege für eine effiziente Vertriebsgestaltung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine betriebswirtschaftliche Analyse, basierend auf Literaturquellen und Fachberichten zum Versicherungsmarkt sowie aktuellen strategischen Entwicklungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Marktanalyse, die Erläuterung der Vertriebsformen, die Betrachtung von CRM-Strategien und den Einfluss technologischer Innovationen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Werk?
Typische Begriffe sind Versicherungsvertrieb, Riester-Rente, Allfinanz, CRM, Kundenorientierung und technologische Infrastruktur.
Wie beeinflusst die Rentenreform 2001 laut Autor den Markt?
Die Reform erzeugt einen starken Anreiz zur privaten Altersvorsorge, was den Versicherern große Marktchancen bietet, aber auch den Wettbewerb und die Anforderungen an die Vertriebsprodukte erhöht.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Einfirmenvertretern und Maklern relevant?
Diese Unterscheidung ist für die Steuerungsmöglichkeit des Versicherers und den direkten Kundenkontakt entscheidend, da Makler unabhängiger agieren als Einfirmenvertreter.
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- Rainer Haensel (Author), 2001, Vertrieb im Wandel der Märkte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12913