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Die Zukunft des Bayerischen Waldes in Zeiten des Klimawandels. Eine Konfliktfeldanalyse aus Perspektive der politischen Ökologie

Titel: Die Zukunft des Bayerischen Waldes in Zeiten des Klimawandels. Eine Konfliktfeldanalyse aus Perspektive der politischen Ökologie

Hausarbeit , 2021 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Merle Becker (Autor:in)

Landschaftsnutzung und Naturschutz
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beleuchtet das Konfliktfeld Bayerischer Wald im Klimawandel und analysiert die Akteur*innen im Interessenskonflikt. Dazu wird eine Konfliktfeldanalyse aus Perspektive der Politischen Ökologie vorgenommen. Die verschiedenen Akteur*innen (Forstwirtschaft, Naturschutz, Jäger*innen, Bürger*innen, Forschung, Politik) haben verschiedene Ansichten über die zukünftige Gestaltung des Bayerischen Waldes unter Klimawandelbedingungen. Im Vordergrund steht die Frage nach aktiver oder passiver Anpassung des Waldes sowie nach der Holzentnahme und Nutzung. Ziel der Analyse ist es, die verschiedenen Positionen herauszuarbeiten und diese darauf zu überprüfen, ob eine Nationale Waldstrategie 2050 diese Interessen vereinbaren könnte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Deutscher Wald im Klimawandel

3 Konfliktfeldanalyse

3.1 Politischer Rahmen

3.1.1 Waldbesitzstruktur

3.1.2 Politische Entscheidungsebenen

3.2 Akteur*innen

3.2.1 Forstwirtschaft

3.2.2 Naturschutz

3.2.3 Jäger*innen

3.2.4 Bürger*innen

3.2.5 Forschung

3.2.6 Politik

3.3 Narrative

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit eine weiterentwickelte nationale Waldstrategie 2050 die divergenten Interessen verschiedener Akteur*innengruppen hinsichtlich der Klimaanpassung bayerischer Wälder in Einklang bringen kann. Dabei dient das Konzept der Politischen Ökologie dazu, das komplexe Konfliktfeld zwischen ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Ansprüchen strukturiert zu analysieren.

  • Analyse des politischen Rahmens und der Akteurskonflikte im bayerischen Wald
  • Untersuchung der spezifischen Interessen von Forstwirtschaft, Naturschutz, Jägerschaft und Bevölkerung
  • Bewertung der Rolle des Staates und vorhandener Waldstrategien
  • Herausarbeitung der zentralen Narrative im Diskurs um den Waldumbau

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Waldbesitzstruktur

„Das Eigentum prägt die gesamte Ordnung der Gesellschaft und Wirtschaft. Es genießt im Recht eine hervorgehobene Stellung und zählt zu den wichtigsten Merkmalen der Forstwirtschaft“ (KROTT 2001, S. 33, zitiert nach HOFMANN 2002, S. 30). In Bayern befindet sich mehr als die Hälfte (58%) des Waldes in Privatbesitz. Der Privatwald setzt sich zusammen aus Kleinprivatbesitz (38%) und größeren Besitztümern (jeweils 10%). Knapp ein Drittel des Waldes ist Staatswald, 2% Bundeswald und 10% Körperschaftswald (siehe Abb. 2).

Damit liegt der Anteil des Privatwaldes in Bayern über dem deutschen Durchschnitt von 46% (vgl. HOFMANN 2002, S. 30). Die Betriebsgröße bestimmt maßgeblich die Ziele und Interessen der Waldbesitzenden. Während sich Großbetriebe auf die Holzproduktion fokussieren, sind Kleinbesitze meist in landwirtschaftliche Betriebe integriert oder werden nach Freizeit- und Naturschutzaspekten gestaltet (vgl. ebd., S. 30f.). Kleinbesitzende organisieren sich in Verbänden wie dem BWV (vgl. RÖDER ET AL. 2008, S. 12). Staatswald liegt in der wirtschaftlichen Verwaltung der Bayerischen Forstverwaltung. Dabei werden sowohl wirtschaftliche Ziele verfolgt als auch die Funktionen des Naturschutzes und der Erholung integriert. Körperschaftswald befindet sich meist im Eigentum von Gemeinden und ist damit ebenfalls öffentlicher Wald, bei dem die Schutz- und Erholungsfunktion im Vordergrund stehen (vgl. HOFMANN 2002, S. 31).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den durch Klimawandel und Nutzungskonflikte verursachten Stress im deutschen Wald und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Interessenvereinbarung in einer Waldstrategie 2050.

2 Deutscher Wald im Klimawandel: Dieses Kapitel erläutert die physiologischen Gefährdungen der Wälder durch den anthropogenen Klimawandel, insbesondere für die Fichte, und diskutiert waldbauliche Anpassungsoptionen.

3 Konfliktfeldanalyse: Das Hauptkapitel analysiert das komplexe Umfeld der Waldpolitik, unterteilt in politische Strukturen, Akteursgruppen und deren spezifische Narrative.

3.1 Politischer Rahmen: Hier werden die Besitzverhältnisse und die föderalen Entscheidungsebenen der Forstpolitik untersucht, ergänzt durch einen Blick auf existierende Waldstrategien.

3.1.1 Waldbesitzstruktur: Dieses Unterkapitel detailliert die Verteilung von Privat-, Staats- und Körperschaftswald in Bayern und deren Einfluss auf waldbauliche Zielsetzungen.

3.1.2 Politische Entscheidungsebenen: Es wird erörtert, wie Kompetenzen zwischen Bund- und Länderebene verteilt sind und welchen Stellenwert nationale Strategien in der praktischen Umsetzung einnehmen.

3.2 Akteur*innen: Dieser Abschnitt ordnet die verschiedenen Interessensgruppen und deren Verhandlungsstärken im politischen Raum ein.

3.2.1 Forstwirtschaft: Das Kapitel beleuchtet die wirtschaftlichen Nöte und die Forderung der Waldbesitzenden nach staatlicher Förderung für eine aktive Anpassung.

3.2.2 Naturschutz: Hier werden die Forderungen der Naturschutzverbände nach Flächenstilllegungen, Naturwäldern und einer ökologisch orientierten Waldbewirtschaftung dargestellt.

3.2.3 Jäger*innen: Der Fokus liegt auf der Rolle der Wildbestände und der Position der Jägerschaft zur Verjüngung des Waldes und zu Wildschutzzonen.

3.2.4 Bürger*innen: Das Kapitel beschreibt, wie die Waldlandschaft als Identitätsraum fungiert und analysiert die teils gegensätzlichen emotionalen Reaktionen lokaler Bürgerinitiativen.

3.2.5 Forschung: Es wird die wissenschaftliche Perspektive des WBW auf die Nachhaltigkeitsziele, die CO2-Bepreisung und eine gezielte Anpassung durch waldbauliche Eingriffe referiert.

3.2.6 Politik: Zusammenfassend wird dargestellt, wie staatliche Entscheidungsträger versuchen, zwischen den divergierenden Interessen von Wirtschaft und Naturschutz einen Ausgleich zu erzielen.

3.3 Narrative: Dieses Kapitel untersucht die gemeinschaftlich verwendeten Erzählmuster, insbesondere den „Wald als Opfer“, und deren Instrumentalisierung durch verschiedene Akteure.

4 Fazit: Das Fazit resümiert die Analyseergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass ein Interessenausgleich schwierig bleibt und künftige Politiken auf mehrdimensionale Strategien setzen müssen.

Schlüsselwörter

Waldstrategie 2050, Klimawandel, Konfliktfeldanalyse, Politische Ökologie, Forstwirtschaft, Naturschutz, Waldbesitzstruktur, Anpassungsstrategien, Waldumbau, Bayerischer Wald, Interessenkonflikte, Nachhaltigkeit, Biodiversität, Wildtiermanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Hausarbeit untersucht die Konflikte rund um die zukünftige Bewirtschaftung und Nutzung des deutschen Waldes, insbesondere in Bayern, unter Berücksichtigung der klimatischen Veränderungen und der unterschiedlichen Interessenlagen der Akteure.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind der Klimawandel als Druckfaktor, Fragen der Waldbesitzstruktur, politische Rahmenbedingungen durch Waldstrategien sowie die gegensätzlichen Visionen zur Waldanpassung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob eine weiterentwickelte nationale Waldstrategie 2050 die Interessen der betroffenen Akteursgruppen hinsichtlich der Anpassung der Wälder an den Klimawandel erfolgreich vereinen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt den theoretischen Ansatz der „Konfliktfeldanalyse“ nach Dietz & Engels, um die ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse sowie die Konflikthandlungen der beteiligten Akteure zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der politische Rahmen und die Besitzverhältnisse skizziert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Positionen verschiedener Akteure (Forstwirtschaft, Naturschutz, Jägerschaft, Bürger, Forschung, Politik) sowie deren Narrativen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Typische Schlüsselbegriffe sind Waldstrategie 2050, Politische Ökologie, aktive vs. passive Anpassung, Klimaanpassung und Interessenskonflikte.

Welchen Stellenwert nimmt die „passive“ gegenüber der „aktiven“ Anpassung ein?

Das ist ein zentraler Konfliktpunkt: Während Naturschutzverbände zunehmend auf „passive“ Anpassung (Natur sich selbst überlassen) drängen, favorisieren Forstwirtschaft und Politik eine „aktive“ Anpassung durch gezielten Waldumbau und finanzielle Unterstützung.

Warum spielt die Fichte in der Analyse eine so große Rolle?

Die Fichte ist in Süddeutschland weit verbreitet, aber aufgrund des Klimawandels und steigender Absterberaten (Borkenkäfer, Trockenheit) besonders bedroht, was sie zum Dreh- und Angelpunkt vieler wirtschaftlicher und ökologischer Konflikte macht.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt die Autorin?

Die Autorin schlussfolgert, dass eine vollständige Interessensbefriedigung kaum möglich ist und die Politik zukünftig stärker auf mehrdimensionale Strategien setzen muss, um erfolgreich zwischen den verschiedenen Positionen zu vermitteln.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Zukunft des Bayerischen Waldes in Zeiten des Klimawandels. Eine Konfliktfeldanalyse aus Perspektive der politischen Ökologie
Hochschule
Universität Hamburg  (Erdsystemwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Merle Becker (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
21
Katalognummer
V1291523
ISBN (PDF)
9783346756480
ISBN (Buch)
9783346756497
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wald Politische Ökologie Klimawandel Bayerischer Wald Bayern Akteur Konfliktfeldanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Merle Becker (Autor:in), 2021, Die Zukunft des Bayerischen Waldes in Zeiten des Klimawandels. Eine Konfliktfeldanalyse aus Perspektive der politischen Ökologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1291523
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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