Digital Marketing Frameworks führender Beratungshäuser. Eine kritische Analyse


Seminararbeit, 2018

58 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Begriffliche Grundlagen
2.1 Marketing
2.1.1 Definition
2.1.2 Die Entwicklung der 4P’s
2.2 Digitales Marketing
2.3 Digitalisierung
2.4 Frameworks
2.5 Führende Beratungshäuser

3. Analyse der Frameworks von führenden Beratungshäusern
3.1 Boston Consulting Group - Six enablers to promote digital marketing maturity
3.1.1 Allgemeines
3.1.2 Die sechs „Enablers“ des digitalen Marketings
3.1.3 Die Reise zur „Marketing Maturity“
3.2 McKinsey - “The Big Five”
3.2.1 Allgemeines
3.2.2 “The Big Five”
3.2.3 Fazit
3.3 Vergleich der Frameworks
3.3.1 Unterschiede
3.3.2 Gemeinsamkeiten
3.3.3 Fazit
3.4 Roland Berger

4. Vergleich der Beratungshäuser mit dem Lehrbuch
4.1 Digital Marketing Framework nach Kaufmann und Horton
4.2 Digital Marketing Framework nach Kotier

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

7. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Mit der Digitalisierung stehen Unternehmen in der heutigen Zeit vor einer großen Herausforderung. Gerade Deutschland ist verglichen mit anderen Industrienationen verhältnismäßig rückschrittlich. Durch das ständige Auftauchen neuer Technologien, die in Unternehmen eingesetzt werden können, sehen sich Unternehmen häufig überfordert mit der Auswahl der für sie geeigneten Tools. Entscheidungen über die richtigen Investitionen in neue Technologien, aber auch über das Schaffen, beziehungsweise Verändern von Unternehmensstrukturen, betrifft hierbei alle Unternehmensbereiche. Gerade Bereiche, die sich direkt an die Kunden richten, wie das Marketing, müssen aufgrund der neuen Technologien, die vom Verbraucher genutzt werden, schnell auf Veränderungen reagieren. Während die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung vom Verbraucher sehr schnell in sein tägliches Leben integriert wurden, ist es ein deutlich längerer Prozess all diese in ein Unternehmen zu implementieren. In einem laufenden Geschäftsbetrieb ist es in der Regel schwer neue Kapazitäten freizusetzen, die den Digitalisierungsfortschritt des Unternehmens überwachen und mit der aktuellen Durchschnittssituation abgleichen. Viele Unternehmen ziehen es daher in Betracht für solche Entscheidungen Dritte Parteien miteinzubinden, die sie auf dem Weg begleiten. Eine dieser Parteien können externe Beratungshäuser sein. Viele Unternehmensberatungen haben sich auf die praktische Umsetzung der Digitalisierung in Unternehmen spezialisiert. Weiterhin publizieren sie regelmäßig Studien oder Leitfäden, die in der Regel frei zugänglich sind und dem Unternehmen bei ihren Entscheidungsfindungen helfen sollen. Häufig werden gewonnene Erkenntnisse innerhalb eines Rahmenkonstrukts beziehungsweise Frameworks visualisiert und festgehalten. Ziel dieser Arbeit ist es aktuelle Frameworks und Meinungen von führenden Beratungshäusern darzustellen, untereinander zu vergleichen und anhand des aktuellen Stands der Wissenschaft aufderen praktische Umsetzbarkeit zu analysieren.

2. Begriffliche Grundlagen

2.1 Marketing

2.1.1 Definition

Der Begriff Marketing definiert die strikte Orientierung aller Unternehmensaufgaben an den Bedürfnissen des zu erreichenden Zielmarktes. Das Hauptaugenmerk liegt zum einen in der exklusiven Darstellung der zu vermarktenden Produkte oder Dienstleistungen. Dabei müssen die Marketingobjekte ergebnisorientiert und ansprechend angeboten werden, sodass die Präsentation dieser den Kaufwunsch des Kunden fördert. Zum anderen liegt er in der zielgerechten Erfassung des anzusprechenden Kundenkreises. Diese Aktivität muss vor dem tatsächlichen Kaufstattfinden, um den Kunden genauer zu kennen. Diesem kann daraufhin ein entsprechender Mehrwert durch den Kaufdes Produktes geboten werden.1

Im Zuge dessen, werden verschiedenen Marketingoperationen unter der Aufsicht der Unternehmensleitung erarbeitet. Die Marketingarbeit basiert daher auf Konzepten und der engen Zusammenarbeit mit den verschiedenen Unternehmensbereichen, wie z.B. der Finanzabteilung, dem Einkauf und auch dem Vertrieb. Der Marketingprozess ist einer der bedeutendsten Prozesse eines Unternehmens und muss daher in den Unternehmenszielen verankert sein. Nur so besteht die Möglichkeit sich als Unternehmen von der Konkurrenz zu differenzieren und schnell auf Marktveränderungen zu reagieren. Dies geschieht besonders im Hinblick auf die mit der Digitalisierung einhergehenden Veränderungen. Es ist deutlich erkennbar, dass im Zuge der fortschreitenden technologischen Entwicklungen, sich nicht nur die Märkte einem Wandel durchziehen, sondern dass auch der Konsument davon betroffen ist. Dies beeinflusst die Anforderungen an das Marketing noch einmal spürbar. Im Zuge dessen, wird die Bedeutung des Marketings immer wichtiger. In dem digitalen Zeitalter von heute, ist es wichtig die Kunden gezielt anzusprechen und diese bereits vorher tiefgreifend analysiert zu haben. Es gilt eine nachhaltige Bedürfniszufriedenheit seitens der Konsumenten, aber auch seitens des gesamten Unternehmens und dessen Umwelt zu erzielen.2

2.1.2 Die Entwicklung der 4 P's

Eines der ersten und das bis heute bekannteste Marketing Framework ist „The 4 P’s“ von E. Jerome McCarthy aus dem Jahr I960. Nachdem bereits seit den 1940er Jahren klar war, dass für erfolgreiches Marketing eine Mischung verschiedener Instrumente erforderlich sei, klassifizierte McCarthy diese Instrumente erstmals in seinem Werk „Basic Marketing: A Managerial Approach“ als Product, Price, Place und Promotion.3

Product bezeichnet hierbei alle Überlegungen, die das Produkt selbst betreffen wie das Design und die Verpackung, jedoch auch die Marke und eventuelle Garantieregelungen.4 Price richtet sich an das gesamte Price-Management des Artikels von speziell angewandten Pricing-Strategien bis hin zu den Zahlungsmöglichkeiten. Gerade der Punkt Place ist heute besonders relevant, denn hierbei müssen Entscheidungen über die Distributionskanäle gefällt werden. Promotion beinhaltet die Kommunikationskanäle, über welche die Kunden erreicht werden sollen.5

Im Bereich des Service-Marketings wurden im Laufe der Zeit noch die drei weiteren P’s, Physical Evidence, People und Process, hinzugefügt. Diese beschreiben die Umgebung, in welcher der Service geboten wird, die Serviceleister als Personen sowie die genauen Prozesse, die zusammen die Serviceleistung ergeben. Da diese Arbeit einen allgemeingültigen Überblick über aktuelle Frameworks und Entwicklungen im digitalen Marketing geben soll, beschränken sich die Verfasser im Laufe der Arbeit ausschließlich auf die ursprünglichen vier P’s des Marketings.6

Mit dem Internet kamen erhebliche Veränderungen in allen Unternehmensbereichen auf; auch das Marketing blieb hiervon nicht verschont. Die vier Grundbausteine des Marketings wurden dabei zwar nicht ersetzt, ihr Umfang vergrößerte sich jedoch erheblich, ebenso wurden weitere Komponenten hinzugefügt. Allgemein wird in der Literatur bei der Entwicklung der vier P’s von drei Momentaufnahmen ausgegangen; der traditionellen Ansicht der vier P’s, das Marketing 2.0 sowie des New Marketing Normal, oder auch Marketing 4.0.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Entwicklung der 4 P’s7 Während die Entwicklung der vier P’s von der industriellen Revolution getrieben wurde, war bei der Entwicklung des Marketing 2.0 die Social Media Revolution der Anlass, der zur Änderung der Grundansichten des Marketings geführt hatte. Die Vielzahl der Möglichkeiten des Internets, wie dem Verfassen von Kundenrezensionen und der ständig möglichen Kommunikation zwischen Konsumenten untereinander, aber auch zwischen Konsumenten und Produzenten, erforderten einen mehr nutzengetriebenen Marketingansatz. Durch den neuen Vertriebskanal des Onlinehandels erweiterte sich die Komponente Place um den Onlinehandel. Im Bereich des Produkts muss mehr auf die Entwicklung von Social Branding Strategien fixiert werden. Hierunter versteht man „alle konkreten Maßnahmen zum Aufbau und zur Pflege von Marken, die sich sozialer Interaktionen und der technischen Möglichkeiten des Web 2.0 bedienen“8. Im Bereich des Pricings spielte eine mögliche Zeitersparnis eine wichtige Rolle; B2C-Unternehmen mussten sich die Frage stellen, wie viel der Konsument bereit ist mehr auszugeben um sich den Weg in ein stationäres Geschäft zu ersparen. Der Zuwachs der Social-Media-Nutzung und die dadurch ermöglichte Mikrosegmentierung des Marktes erforderten bei der Vermarktung des Produkts (Promotion) eine stärker individualisierte Kommunikation. Ergänzt wurden die vier P’s um einen fünften Bestandteil: die Participation. Hierunter wird der ständig anhaltende Austausch von Informationen zwischen Endverbrauchern und Konsumenten verstanden.9

Haupttreiber zur Entwicklung des New Marketing Normal Konzeptes war die digitale gesellschaftliche Evolution. Durch den weiteren Ausbau der digitalen Möglichkeiten zusammen mit den Fortschritten der Datensammlung und - Verarbeitung erweiterten sich die Bestandteile der bislang bestehenden 5 P’s nochmals um ein Vielfaches. Durch den Einsatz von mobilen Endgeräten sind dem Bereich Place quasi keine Grenzen mehr gesetzt. Bei der Produktentwicklung muss besonders auf die Entwicklung einer fundierten digitalen Marke geachtet werden. Die Produktspezifikationen werden durch die Nutzererfahrungen und die Berührungspunkte des Nutzers mit den Unternehmen definiert. Durch die erhebliche Fülle von Kommunikationskanälen muss im Bereich der Promotion der Einsatz sämtlicher Kanäle mit gegenseitiger positiver Beeinflussung sichergestellt werden. Der Preis richtet sich nun vollends nach dem erzeugten Kundennutzen; hierbei kommt auch noch der soziale Nutzen einer Marke hinzu. Die Participation ändert sich von alleiniger Kommunikation mit Verbrauchern hin zur Schaffung von starken Beziehungen zwischen Unternehmen und Konsumenten. Das sechste P, welches im Marketing 4.0 hinzukommt ist der Aspekt Principles. Dieser Aspekt kennzeichnet die Kernwerte des Unternehmens, wie diese mit zielgruppenspezifischen Werten korrelieren und wie durch deren praktische Umsetzung ein Mehrwert für Unternehmen und Gesellschaft entsteht.10

2.2 Digitales Marketing

Aufgrund der Auswirkungen der voranschreitenden Digitalisierung hat sich auch der Begriff des Marketings grundlegend gewandelt. Es wird heutzutage zunehmend von digitalen Marketing oder Marketing 4.0 gesprochen. „Digitales Marketing ist der Überbegriff für den Einsatz computerbasierter Systeme, digitaler Technologien und digitaler Medien für die Analyse, Planung, Durchführung sowie Steuerung und Kontrolle von Marketingaktivitäten. Oftmals wird im allgemeinen Sprachgebrauch der Begriff Online-Marketing synonym verwendet, da digitale Marketingaktivitäten überwiegend - wenngleich nicht zwingend - im Internet oder über mobile Geräte durchgeführt werden.“11 Durch die Einführung neuer Technologien, Absatz- und Marketing Kanäle ergibt sich eine weitaus größere Untergliederung. Die Marketingabteilung eines Unternehmens kann daher, je nach Größe der Firma, nach den verschiedenen Kanälen aufgeteilt sein.

Die Abbildung wurde aus urheberrechtlichen Gründen von der Redaktion entfernt.

Abbildung 2: Digital Marketing12

Social-Media-, E-Mail-, Mobile-, Website-, Suchmaschinenmarketing und Corporate Blogs stellen neue Wege dar, den Kunden zu erreichen bzw. Marketing zu betreiben.

„Einen zentralen Baustein des digitalen Marketings bildet die eigene Webseite. Sie stellt die Online-Identität der eigenen Marke dar und bildet den Knotenpunkt für eine Vielzahl weiterer Online-Aktivitäten.“13 Durch Search Engine Optimization (SEO) kann die Bekanntheit der Marke oder sogar der direkte Vertrieb von Produkten, falls dieser vorhanden ist, gefördert werden.

Social Media Plattformen werden in Form von kleinen Adds, Postings und Influence™ genutzt. Das Marketingpotenzial von Facebook, YouTube usw. ist groß. In Deutschland nutzen rund 40 Millionen Internetznutzer aktiv soziale Netzwerke. Durch die sozialen Medien, können Firmen die Anzahl der Touchpoints vergrößern und durch die Interaktionsmöglichkeiten Kunden zu Fans der Marke machen.14

Zudem stehen den Unternehmen viele neue Marketinginstrumente und Daten von online und offline Kanälen zur Verfügung. So kann in der Marktforschung z.B. durch Automatisierungen und durch die Verknüpfung mit Datenbanken Kosten gesenkt und Kundenprofile erstellt werden. Diese Kundenkartei gibt einen exakten Aufschluss über die individuellen Präferenzen und Kundenbedürfnisse, was wiederum ein gezielteres Werben ermöglicht. Kunden können so besser kategorisiert und Marketingerfolge besser ausgewertet werden. Daraus ergibt sich auch ein positiver Nebeneffekt für den Konsumenten, der ausschließlich Werbung erhält, die seinen Interessen entspricht.

Durch die wachsende Vielfalt der Marketingtools und Kanäle, kann der Kunde genauer und zielgerechter angesprochen werden, als das vor der Zeit der Digitalisierung der Fall war. Dies optimiert auf der einen Seite zwar das Marketing, jedoch birgt es auch die Gefahr, aufgrund der vielen Kanäle, vermehrt Fehler zu begehen. So sollten die Marketing Inhalte kanalübergreifend abgestimmt werden, um die Corporate Identitiy nicht zu verwässern. Eine weitere Herausforderung die mit Marketing 4.0 einhergeht, ist somit die Koordination der einzelnen Kanäle.

Die Notwendigkeit der datenbasierenden Anwendungen resultiert in einer starken Abhängigkeit von anderen Abteilungen wie z.B. der IT, was oft eine Umstrukturierung der gesamten Unternehmensstruktur verlangt. Eine einfache Eingliederung in die Marketingabteilung allein reicht nicht mehr aus. Unternehmen sind daher oft nicht in der Lage die Potenziale des Marketing 4.0 vollständig auszuschöpfen oder sie scheitern sogar völlig daran digitales Marketing zu etablieren. Viele Consultinghäuser haben dieses Problem erkannt und bieten aufgrund ihres breiten Knowhows gezielte Beratungen an.

Zusammenfassend kann man sagen, dass digitales Marketing den Arbeitsbegriff grundlegend verändert. Ein erfolgreiches digitales Marketing ist nun vielmehr das Ergebnis der Zusammenarbeit unterschiedlicher Abteilungen. Datenerhebung und Verarbeitung bilden den Mittelpunktjeder Marketingaktivität.15

2.3 Digitalisierung

„Ursprünglich zielt der Begriff Digitalisierung auf die Umwandlung analoger Signale in digitale Signale ab.“16 Diese einfache Erklärung beschreibt hingegen lange nicht mehr das Ausmaß der von ständig neuen Erfindungen getriebenen Digitalisierung. „Schon heute sind über 20 Milliarden Geräte und Maschinen über das Internet vernetzt - bis 2030 werden es rund eine halbe Billion sein.“17 Aufgrund des rasanten technologischen Fortschrittes, spricht man heutzutage von einem Zeitalter 4.0.18 So durchdringt die Digitalisierung nicht nur ausschließlich das Marketing, sondern uneingeschränkt alle Bereiche eines Unternehmens. Automatisierte Vorgänge, Algorithmen und Datenbanken ersetzen zunehmend die menschliche Arbeitsleistung und führen zu tiefgreifenden Veränderungen in der Geschäftswelt. Die Vernetzung des Unternehmens mit Partnern, aber auch mit dem Kunden kann zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil führen. „Rund 60 Prozent der Unternehmen sind mit ihren Geschäftskunden digital vernetzt.“19 Das Potenzial der Digitalisierung ist unvermeidlich erkennbar. Der Wandel zu einem Unternehmen 4.0, das alle Potenziale ausschöpft, gestaltet sich jedoch als kompliziert und arbeitsintensiv. Um auch in der Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, ist die Veränderung hin zur Digitalisierung der einzelnen Geschäftsbereiche unumgänglich.

2.4 Frameworks

Grundlegend versteht man im Deutschen unter dem Begriff Framework ein Schaubild eines Grundkonzeptes. Allgemein kann man ein Framework auch als noch nicht vollendetes Werk, das ein Rahmenkonzept darstellt, bezeichnen. Die Begrifflichkeit findet besonders in den Bereich Organisation, Rechnungslegung, aber auch in Bezug auf die Softwareentwicklung ihre Anwendung. Somit gibt das unfertige Konzept, das so genannte Framework, einen Ausarbeitungsrahmen an, der durch weiterführende Bearbeitung Orientierung schaffen soll. Es gibt zahlreiche Frameworks für verschiedene Anwendungstypen wie zum Beispiel für grafische Editoren, Buchhaltungssysteme oderWarenkörbe aufWebsites.20

Im Rahmen dieser Arbeit wird unter Framework ein grafisch visualisiertes Grundkonzept zur Analyse der Bedeutsamkeit der Nutzung von digitalem Marketing verstanden. Dieses Grundkonzept soll die Möglichkeiten der Implementierung von digitalem Marketing aufzeigen. Ebenso werden Herangehensweisen ausgearbeitet und anschließend beschrieben.

2.5 Führende Beratungshäuser

„Consulting ist die individuelle Aufarbeitung betriebswirtschaftlicher Problemstellungen durch Interaktion zwischen externen, unabhängigen Personen oder Beratungsorganisationen und einem um Rat nachsuchenden Klienten.

Unternehmensberatung ist der Teilbereich des Consultings, der auf den speziellen Organisationstyp Unternehmung abgestellt ist. Obwohl die Unternehmensberatung immer noch den größten Anteil an betriebswirtschaftlicher Beratung umfasst, werden entsprechende Leistungen zunehmend auch von anderen Organisationstypen in Anspruch genommen.

Im weiteren Sinn zählen auch die innerhalb einer Organisation erbrachten Beratungsleistungen (Inhouse Consulting oder interne Beratung) ebenso zum Consulting wie die Beratung, die im Geschäftsverkehr als Nebenleistung oder Service erfolgt. Ferner wird der Consulting-Begriff auch bei technischen Fragestellungen verwendet, z.B. beim Engineering Consulting.“21

Wenn im Laufe der Arbeit von Beratungshäusern oder Unternehmensberatungen gesprochen wird, so sind damit Organisationen gemeint, die der oben definierten Tätigkeit des Consultings nachgehen.

3. Analyse der Frameworks von führenden

Beratungshäusern

Im Folgenden werden zum Teil die ursprünglichen englischen Begriffe benutzt, da diese auch im deutschen Geschäftsbetrieb benutzt werden und bei einer Übersetzung den genauen Sinn verlieren würden.

3.1 Boston Consulting Group - Six enablers to promote digital marketing maturity

3.1.1 Allgemeines

Die Boston Consulting Group ist eine der führenden Unternehmensberatungen die an 90 Standorten in 50 Länder vertreten ist. Sie beschäftigt zurzeit über 16.000 Mitarbeiter und arbeitet mit mehr als 900 Partnern auf der ganzen Welt zusammen.22 Das Unternehmen generiert einen Jahresumsatz von 5 Milliarden Euro (Stand 2016).23

Grundsätzlich sieht die Boston Consulting Group das Beherrschen von Digital Marketing als eine Reise mit mehreren Hürden an, die von den Unternehmen gemeistert werden müssen. Wie der Titel des Artikels: „Maste ring Digital Marketing Maturity“ bereits besagt, geht es darum am Ende des Prozesses digitales Marketing zu „meistern“.

Bevor der Autor auf das Framework eingeht, hat die Unternehmensberatung vier grundsätzliche Probleme herausgearbeitet, die Unternehmen häufig, in Verbindung mit digitalem Marketing, begehen.

Erstens schaffen es Unternehmen nicht die gesammelten Daten mit den Consumer Touchpoints zu verbinden. Des Weiteren nennt die Boston Consulting Group die fehlende Automatisierung. Zu viele Vorgänge in einem Unternehmen werden noch manuell ausgeführt, obwohl eine Automatisierung schon längst hinfällig und effizienter wäre. 68% der Unternehmen, schaffen es nicht ihren Touchpoints Wert hinzuzufügen, also dem Kunden keinen Mehrwert zu bieten. Das zweithäufigste Problem (80%) für die Unternehmen, welche digitales Marketing betreiben ist, die nicht funktionierende abteilungsübergreifende Organisation. Vor allem beim digitalen Marketing ist das Zusammenspiel mehrerer Bereiche entscheidend für den Erfolg.

Boston Consulting betont, dass digitales Marketing zwar ein großes Potenzial verspricht, aber es sich als sehr schwierig gestaltet, dies in die Praxis umzusetzen. Es bedarf nicht nur dem Integrieren und Automatisieren einiger Prozesse, vielmehr verlangt es nach einem fundamentalen Umdenken der ganzen Organisation. Zusätzlich wird erfolgreiches digitales Marketing durch die Umstände erschwert, dass das herkömmliche Marketingpersonal, nicht auf die Handhabung von Daten spezialisiert ist.

Diese sind laut Boston Consulting die häufigsten auftretenden Probleme, die verhindern, dass ein Unternehmen effektives digitales Marketing betreiben kann. Um die vorher angesprochenen Punkte zu vermeiden, hat BCG ein Framework zusammen mit einer Roadmap entwickelt, umso ihren Kunden dabei zu helfen, die Digital Marketing Maturity zu erreichen.

[...]


1 vgl. Vertical Media GmbH: Marketing: https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/marketing, (15.04.2018)

2 vgl. Kirchgeorg, Manfred: Marketing: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/marketing39435 (10.05.2018)

3 vgl. Groucutt, Jon, Peter, Leadley und Patrick, Forsyth: Marketing S.17

4 vgl. Groucutt, Jon, Peter, Leadley und Patrick, Forsyth: Marketing S.17

5 vgl. Kaufman, Ira Morton und Chris, Horton: Digital marketing guidebook S.70

6 vgl. Kar: The 7 Ps of services marketing: http://www.business-fundas.com/2010/the-7-ps-of-services- marketing/ (23.05.2018)

7 Kar: The 7 Ps ofservices marketing: http://www.business-fundas.com/2010/the-7-ps-of-services- marketing/ (23.05.2018)

8 Schulten, Matthias: Definition: Social Branding: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/social- branding-53541 (20.05.2018)

9 vgl. Kaufman, Ira Morton und Chris, Horton: Digital marketing guidebook S.71

10 vgl. Kaufman, Ira Morton und Chris, Horton: Digital marketing guidebook S.71-73

11 Agentur junges Herz: Digitales Marketing - Definition, Maßnahmen und Ziele: https://www.agentur- jungesherz.de/hr-glossar/digitales-marketing-definition-massnahmen-und-ziele/ (14.05.2018)

12 Hilker, Claudia: Definition: Digital Marketing: http://blog.hilker-consulting.de/was-ist-digital- marketing (20.05.2018)

13 Agentur junges Herz: Digitales Marketing - Definition, Maßnahmen und Ziele: https://www.agentur- jungesherz.de/hr-glossar/digitales-marketing-definition-massnahmen-und-ziele/ (14.05.2018)

14 vgl. Für-Gründer.de GmbH: Mit Social Media Marketing neue Kunden gewinnen und binden: https://www.fuer-gruender.de/wissen/unternehmen-fuehren/marketing/onlinemarketing/social- media-marketing/ (14.05.2018)

15 vgl. Field, Dominic, Shilpa Patel und Henry Leon: Mastering Digital Marketing Maturity: https://www.bcg.com/de-de/publications/2018/mastering-digital-marketing-maturity.aspx (22.05.2018)

16 Ternés, Anabel und Ian Towers und Marc Jerusel: Konsumentenverhalten im Zeitalter der Digitalisierung S.10

17 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Den digitalen Wandel gestalten: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/digitalisierung.html (12.04.2018)

18 Lies,Jan: Marketing 4.0: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/marketing-40-54235 (13.04.2018)

19 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Die Wirtschaft bei der Digitalisierung beobachten: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Digitale-Welt/monitoring-wirtschaft-digital.html (13.04.2018)

20 vgl. DATACOM Buchverlag GmbH: Framework: https://www.itwissen.info/Framework- framework.html (17.04.2018)

21 Reineke, Rolf-Dieter: Consulting: Definition: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/consulting-28027 (19.04.2018)

22 vgl. The Boston Consulting Group GmbH: Kontinuierlicher Wandel - zeitlose Ziele: https://www.bcg.com/de-de/about/bcg-today/default.aspx (29.03.2018)

23 vgl. Forbes Media LLC.: #33 Boston Consulting Group: https://www.forbes.com/companies/boston- consulting-group/ (29.03.2018)

Ende der Leseprobe aus 58 Seiten

Details

Titel
Digital Marketing Frameworks führender Beratungshäuser. Eine kritische Analyse
Hochschule
Technische Hochschule Ingolstadt
Veranstaltung
Retail Management
Note
1.3
Autor
Jahr
2018
Seiten
58
Katalognummer
V1291590
ISBN (Buch)
9783346756428
Sprache
Deutsch
Schlagworte
digital, marketing, framework, beratungshäuser, bcg, mckinsey
Arbeit zitieren
Jonas Gronau (Autor:in), 2018, Digital Marketing Frameworks führender Beratungshäuser. Eine kritische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1291590

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Digital Marketing Frameworks führender Beratungshäuser. Eine kritische Analyse



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden