Im Rahmen des Seminars „Schule in der multikulturellen Gesellschaft“ haben eine Kommilitonin und ich eine Filmdiskussion zum Kurzspielfilm „Schwarzfahrer“ moderiert. Dieser Film spricht besondere Schwierigkeiten an, die in einer multikulturellen Gesellschaft, wie sie in Deutschland existiert, anzutreffen sind, z. B. Xenophobie und Rassismus. Obwohl uns im Seminar wenig Zeit zur Verfügung stand, konnten wir den Kurzfilm zeigen und mit den Seminarteilnehmern kurz besprechen.
Zumal es sich um eine Lehrveranstaltung handelte, die dem erziehungswissenschaftlichen Teilstudiengang für Lehramtsstudierende zugeordnet ist, wurde der Schwerpunkt der Filmdiskussion auf die didaktische Umsetzung dieses Kurzfilms gelegt. Dementsprechend wurde im Seminar die Arbeit mit dem Medium (Kurz)Film beispielhaft am „Schwarzfahrer“ demonstriert. In der vorliegenden Hausarbeit setze ich mich ausführlicher mit unterrichtlichen Realisierungsmöglichkeiten auseinander.
Zunächst werde ich kurz den Inhalt des Kurzfilms „Schwarzfahrer“ wiedergeben und mich anschließend mit verschiedenen Punkten zur didaktischen Umsetzung dieses Films befassen. Unter anderem werde ich Lernziele einer möglichen Unterrichtseinheit, Möglichkeiten zum Unterrichtseinstieg, Hinweise zum Abspielen des Films sowie verschiedene Ideen zur Erarbeitung und Vertiefung vorstellen. Im Anschluss folgt ein Beispiel eines Unterrichtsentwurfs, der sich insbesondere für den Einsatz des Kurzfilms im DaF-Unterricht eignet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum Kurzfilm
3. Zur didaktischen Umsetzung
3.1 Vorüberlegungen zum Einsatz im Unterricht
3.2 Lernziele
3.3 Der Begriff des „Schwarzfahrers“
3.4 Bildbeschreibung zum Einstieg
3.5 Filmbegleitende Aufgaben
3.6 Zum Abspielen des Films
3.7 Die Filmdiskussion
3.8 Weitere Anregungen im Hinblick auf interkulturelles Lernen
3.9 Beispiel eines Unterrichtsentwurfs
4. Abschließende Gedanken
5. Literatur
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die didaktischen Möglichkeiten, den Kurzfilm „Schwarzfahrer“ von Pepe Danquart in Schulen im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft einzusetzen. Ziel ist es, Lehrkräften methodische Anregungen zu geben, um Themen wie Rassismus, Vorurteile und Zivilcourage im Unterricht zu bearbeiten und die interkulturelle Kompetenz der Lernenden zu fördern.
- Didaktische Konzepte für den Einsatz von Kurzfilmen im Unterricht
- Sensibilisierung für Rassismus und fremdenfeindliche Alltagssprache
- Methoden zur Förderung von Zivilcourage und Empathie
- Umgang mit Stereotypen und Vorurteilen im schulischen Kontext
- Integration von interkulturellem Lernen in verschiedene Unterrichtsfächer
Auszug aus dem Buch
3.3 Der Begriff des „Schwarzfahrers“
Schüler sollten, bevor sie überhaupt den Film zu sehen bekommen, ein Brainstorming zum Begriff „schwarz“ durchführen. Was fällt den Schülern zum Wort „schwarz“ ein? Welche Gefühle verbinden sie mit dieser Farbe? Welche Ausdrücke und Redewendungen kennen sie mit dieser Farbe? Die Schüler werden bspw. schwarz sehen, schwarzes Schaf, Schwarzarbeit und Schwarzfahrer nennen. Ein weiteres Brainstorming kann anschließend zum Begriff „Schwarzfahrer“ gemacht werden. Was bedeutet dieser Ausdruck? Sind die Schüler schon einmal „schwarz gefahren“? Hier können die persönlichen Erfahrungen der Schüler in den Unterricht einbezogen werden.
Das Endprodukt des Brainstormings dient der Begriffserklärung sowie der Sprachsensibilisierung. Die Schüler wissen nun einerseits, dass ein Schwarzfahrer eine Person ist, die ohne Fahrkarte den Bus, den Zug oder die Straßenbahn benutzt. Andererseits sind die Schüler bewusst geworden, dass das Wort „schwarz“ im Deutschen oft negativ besetzt ist, wie z. B. bei Schwarzmaler, Schwarzseher, Schwarzmarkt, Schwarzbuch, schwarzer Mann. Sprachübergreifend können die Schüler auch mithilfe von Wörterbüchern herausfinden, ob und inwiefern „schwarz“ auch in anderen Sprachen wie im Englischen, Französischen, Spanischen und Türkischen negativ konnotiert ist. Auf Englisch gibt es bspw. die Begriffe blackmail („Erpressung“) und black market („Schwarzmarkt“).
Es stellt sich anschließend die Frage, warum die Farbe schwarz eine solche negative Konnotation besitzt, während die Farbe weiß eher positive Vorstellungen hervorruft. Die Schüler können Assoziationen mit Licht und Dunkelheit sowie die Verbindung mit Rassismus herausarbeiten (Hartha-Fischer 2006, S. 5). Nachdem die Schüler den Film gesehen haben, können sie darüberhinaus (z. B. im Konjunktiv) Hypothesen aufstellen, warum Pepe Danquart, Autor des „Schwarzfahrers“, in seinem Film auf Farbe verzichtet (Pichard et al.). Warum hat Danquart bewusst in schwarz-weiß gedreht? Wollte er der Aussage des Films ein besonderes Gewicht verleihen?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert den Kontext der Entstehung der Arbeit aus einem Seminar zum Thema Schule in der multikulturellen Gesellschaft und skizziert die didaktische Zielsetzung des Films im Unterricht.
2. Zum Kurzfilm: Dieses Kapitel gibt einen inhaltlichen Überblick über den Kurzfilm „Schwarzfahrer“ und dessen Entstehungsgeschichte sowie seine filmische Umsetzung.
3. Zur didaktischen Umsetzung: Das Hauptkapitel präsentiert verschiedene methodische Ansätze, Unterrichtseinheiten und Materialien zur pädagogischen Arbeit mit dem Kurzfilm.
4. Abschließende Gedanken: Das Fazit fasst den Wert des Films für die Förderung von Toleranz, Empathie und der Reflexion über eigene Vorurteile im schulischen Bildungskontext zusammen.
5. Literatur: In diesem Verzeichnis sind die verwendeten Quellen und Unterrichtsvorschläge aufgelistet.
Schlüsselwörter
Schwarzfahrer, Pepe Danquart, Rassismus, Zivilcourage, interkulturelles Lernen, Vorurteile, Schule, multikulturelle Gesellschaft, Filmdidaktik, DaF-Unterricht, Stereotype, Fremdenfeindlichkeit, Sprachsensibilisierung, Unterrichtsentwurf, interkulturelle Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Aufbereitung und dem Einsatz des Kurzfilms „Schwarzfahrer“ von Pepe Danquart im schulischen Unterricht, insbesondere im Hinblick auf eine multikulturelle Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind der Umgang mit Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, die Förderung von Zivilcourage sowie die Sensibilisierung für Stereotype und Vorurteile im Bildungskontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Lehrkräften praktische methodische Anleitungen und konkrete Unterrichtsbeispiele an die Hand zu geben, um den Film als Medium für interkulturelles Lernen und zur kritischen Selbstreflexion effektiv zu nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt didaktische Analysen sowie bewährte methodische Ansätze aus der Fachliteratur, um den Einsatz von audiovisuellem Material in einen strukturierten Unterrichtsverlauf zu integrieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich Vorüberlegungen zum Einsatz im Unterricht, der Definition von Lernzielen, methodischen Hinweisen zur Filmarbeit (wie Brainstorming, Bildbeschreibung, Beobachtungsfragen) sowie einem detaillierten Unterrichtsentwurf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind unter anderem Rassismus, Zivilcourage, interkulturelles Lernen, Stereotype, Filmdidaktik und der spezifische Kontext der Arbeit in der multikulturellen Gesellschaft.
Warum wird im Unterricht besonderer Wert auf die Etymologie des Wortes „schwarz“ gelegt?
Die Analyse des Wortgebrauchs dient der Sprachsensibilisierung, um den Schülern bewusst zu machen, wie tief verwurzelt negative Konnotationen im Sprachgebrauch sind, die oft unreflektiert rassistische Vorurteile reproduzieren.
Welchen Stellenwert nimmt das Rollenspiel im Unterrichtskonzept ein?
Das Rollenspiel ist eine zentrale Methode, um Perspektivenwechsel zu ermöglichen und den Schülern zu helfen, die Mechanismen von Vorurteilen sowie den Mut zu zivilcouragiertem Verhalten aktiv zu erproben.
- Citar trabajo
- Andreas Mittag (Autor), 2009, Zur didaktischen Umsetzung des Kurzfilms „Schwarzfahrer“ im Hinblick auf Schule in der multikulturellen Gesellschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129185