Das Hauptziel meiner Arbeit bildet die Analyse der Erzählungen von E.T.A. Hoffmann: „Ignaz Denner“, „Die Jesuiterkirche in G.“ und „Das Sanctus“. Im ersten Kapitel stelle ich wichtige Merkmale der Epoche der Romantik dar. Ich bespreche auch die künstlerische Entwicklung von Ernst Theodor Amadeus Hoffmann und seine Sammlung von „Nachtstücken“. Außerdem stelle ich den Begriff des Nachtstücks dar, sein Vorkommen in der Malerei, Musik und Literatur. Die Gattung des romantischen Nachtstücks assoziiert man in erster Linie mit der Nacht, deswegen widme ich diesen Kapitel der Besprechung von verschiedenen Konzepten der Nacht in der Romantik.
Die Analyse der Erzählungen fange ich mit der kurzen Zusammenfassung des Werkes an, danach bespreche ich die Struktur der Erzählung. Mein nächster Schritt ist die Darstellung des Handlungsplatzes und des Zeitraums. Ich werde auch das Personal jeder Erzählung präsentieren. Dann befasse ich mich mit den Kernmotiven, die in den einzelnen Erzählungen auftreten und am Ende stelle ich rätselhafte Stellen im Text und die „nächtlichen“ Merkmale der Erzählung dar.
Im Laufe meiner Analyse stelle ich fest, dass in E.T.A. Hoffmanns Erzählungen manche Motive besonders gern verwendet werden. Zu den vom Dichter oft verwendeten Motiven gehören:
Motiv des Waldes, des Spuks, des Magnetismus, des Blutzaubers und der Alchemie, des Doppelgängers, der Kiste, des Teufelspakts, des Mordes, der Kunst, des Künstlers, der unglücklichen Künstlerliebe, der Vision, des Wahnsinns, der Musik, der Sünde und der Strafe und Teufelsmotiv. Diese Motive bespreche ich genauer.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. DIE WICHTIGSTEN MERKMALE DER EPOCHE DER ROMANTIK
1.1 E.T.A. Hoffmann als ein Künstler der Romantik
1.2 Zum Begriff „Nachtstück“
1.3 Romantisches Konzept des „Nächtlichen“
1.4 Hoffmanns Nachtstücke
2. „IGNAZ DENNER“
2.1 Zum Inhalt der Erzählung
2.2 Zur Form des Textes
2.3 Der Zeitraum
2.4 Der Raum
2.5 Personal des Textes
2.6 Kernmotive des Nachtstücks
2.6.1 Motiv des Waldes
2.6.2 Motiv des Spuks
2.6.3 Motiv des Magnetismus
2.6.4 Motive des Blutzaubers und der Alchemie
2.6.5 Motiv des Doppelgängers
2.6.6 Teufelsmotiv
2.6.7 Motiv der Kiste und des Teufelspakts
2.6.8 Motiv des Mordes
2.7 Ungeklärte Stellen der Handlung
2.8 Merkmale des „Nächtlichen“
3. „JESUITERKIRCHE IN G.“
3.1 Zum Inhalt der Erzählung
3.2 Zur Form des Textes
3.3 Der Zeitraum
3.4 Der Raum
3.5 Personal des Textes
3.6 Kernmotive des Nachtstücks
3.6.1 Motiv des Künstlers und der Kunst
3.6.2 Motiv der unglücklichen Künstlerliebe
3.6.3 Motiv der Vision
3.6.4 Motiv des Wahnsinns
3.7 Ungeklärte Stellen der Handlung
3.8 Merkmale des „Nächtlichen“
4. „DAS SANCTUS“
4.1 Zum Inhalt der Erzählung
4.2 Zur Form des Textes
4.3 Der Zeitraum
4.4 Der Raum
4.5 Personal des Textes
4.6 Kernmotive des Nachtstücks
4.6.1 Motiv der Sünde und der Strafe
4.6.2 Motiv der Musik
4.6.3 Motiv des Magnetismus
4.7 Ungeklärte Stellen der Handlung
4.8 Merkmale des „Nächtlichen“
5. Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gattung des romantischen Nachtstücks anhand von drei Erzählungen E.T.A. Hoffmanns. Ziel ist es, die spezifischen Merkmale dieser Erzählform zu identifizieren, die Verbindung zwischen künstlerischer Produktion und der dunklen Seite der menschlichen Psyche zu ergründen sowie die Bedeutung des „Nächtlichen“ als zentrales Motiv in Hoffmanns Werk herauszuarbeiten.
- Analyse der Epoche der Romantik und Hoffmanns Einbettung darin.
- Untersuchung des ästhetischen Begriffs "Nachtstück" in Literatur, Musik und Malerei.
- Detaillierte Analyse von Motiven wie Wahnsinn, Doppelgänger, Magnetismus und Teufelsglauben in den ausgewählten Erzählungen.
- Reflexion über das Verhältnis von Künstler, Ideal und künstlerischer Produktivität.
- Diskussion der erzählerischen Struktur und der Funktion des "Nächtlichen" bei Hoffmann.
Auszug aus dem Buch
2.6.2 Motiv des Spuks
Die Menschen glaubten, dass Doktor Trabacchio „mit dem Satan im Bündnis steht“, weil er ihnen mal als ein „leuchtendroter Hahn“ erschien. Den Spuk begleitete immer das Rauschen und Rascheln.
(…) rauschte nach dem Hahn durch das Fenster, welches zugeschlagen wurde, dass es die einsame Straße klirrte und döhnte.
Nach Trabacchios Verurteilung zum Scheiterhaufen, blieb sein Spuk in seinem verschlossenen Gewölbe, den man auf keine Weise bannen konnte.
(…) der Geistliche (…) betete kräftiger, das Kruzifix emporhaltend und die Tür mit Weihwasser besprengend. ‚Man gebe mir ein Brecheisen!’ rief er laut; zitternd reichte es ihm ein Maurerbursche hin, aber kaum setzte es der alte Mönch an die Türe, als sie mit furchtbar erschütterndem Knall aufsprang. Blaue Flammen leckten überall an den Wänden des Gewölbes herauf (…).
Der Spuk von Doktor Trabacchio quälte Ignaz Denner, der schon reute und bußte und versprach, dass er auf das Böse verzichtet. Der Spuk erschien im Denners Zimmer als eine Gestalt im roten goldverbrämten Mantel. Das Rauschen begleitete auch in diesem Fall den Spuk.
Am Ende der Erzählung erschien Anders wieder Trabacchios Spuk. Er hörte im Zimmer Knistern und Rauschen und gleichzeitig bemerkte er einen roten Schein, der durch das Zimmer fuhr und veschwand wieder. Der Spuk murmelte: Nun bist du Meister- du hast den Schatz-du hast den Schatz-gebeut über die Kraft, sie ist dein.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Das Hauptziel ist die Analyse der drei Erzählungen Hoffmanns und die Definition wichtiger romantischer Merkmale sowie des Begriffs Nachtstück.
1. DIE WICHTIGSTEN MERKMALE DER EPOCHE DER ROMANTIK: Es werden die Grundzüge der Romantik, die Rolle von E.T.A. Hoffmann in dieser Epoche und die Entwicklung des Nachtstück-Begriffs erläutert.
2. „IGNAZ DENNER“: Das Kapitel analysiert die Erzählung hinsichtlich ihrer düsteren Motive, des Teufelsglaubens und der psychologischen Verstrickung der Protagonisten.
3. „JESUITERKIRCHE IN G.“: Hier steht die Problematik der künstlerischen Produktivität, das Motiv des Wahnsinns und die tragische Verwicklung eines Malers im Vordergrund.
4. „DAS SANCTUS“: Diese Novelle untersucht die Verbindung von Kunst, Religion und den psychischen Einfluss auf die Heilung einer Sängerin durch das Erzählen von Geschichten.
5. Schlussfolgerungen: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über Hoffmanns Erzählweise, die Bedeutung des Nächtlichen und die Rolle des Schauerlichen in seinem Werk.
Schlüsselwörter
Romantik, E.T.A. Hoffmann, Nachtstück, Schauerromantik, Doppelgänger, Magnetismus, Wahnsinn, Künstlerliebe, Vision, Teufelsmotiv, Spuk, Unheimliches, Psyche, Bildungsroman, Binnenerzählung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Gattung des romantischen Nachtstücks anhand von drei ausgewählten Erzählungen E.T.A. Hoffmanns und untersucht deren thematische und strukturelle Gemeinsamkeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Romantik als Epoche, die Definition und Bedeutung des Begriffs "Nachtstück" sowie die Analyse spezifischer, düsterer Motive in Hoffmanns Werk.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Charakteristika des nächtlichen Erzählens bei Hoffmann zu identifizieren und aufzuzeigen, wie er psychologische Abgründe und dämonische Elemente literarisch verarbeitet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine werkanalytische Methode, indem sie die Erzählungen hinsichtlich Inhalt, Struktur, Zeit, Raum, Personal und spezifischer Kernmotive systematisch untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von "Ignaz Denner", "Die Jesuiterkirche in G." und "Das Sanctus", wobei jeweils Form, Inhalt, Zeit, Raum und die wesentlichen Kernmotive detailliert analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Romantik, Nachtstück, Schauerromantik, Wahnsinn, Magnetismus, Teufelsglauben und das Unheimliche.
Wie trägt das Motiv des Magnetismus zu den Erzählungen bei?
Der Magnetismus wird bei Hoffmann oft als dunkle, psychische Einflussnahme dargestellt, die den Menschen in seinem Willen beugen kann, wird aber in "Das Sanctus" auch als heilbringendes Element thematisiert.
Warum spielt die Kunst eine so zentrale Rolle bei Hoffmann?
Die Kunst ist bei Hoffmann eng mit der menschlichen Psyche und dem Streben nach dem Absoluten verbunden; der Künstler scheitert oft an der Diskrepanz zwischen idealer Vision und realer Umsetzung, was häufig zu Wahnsinn führt.
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- Gabriela Berdychowska (Author), 2007, Die Gattung des romantischen Nachtstücks am Beispiel E. T. A. Hoffmanns Erzählungen "Ignaz Denner", "Die Jesuiterkirche in G.", "Das Sanctus", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129186