Diese Ausarbeitung soll eine Bearbeitung einer Problemdarstellung und einer krisenorientierten Auswertung im Bereich der systemischen Beratungspraxis von Einzelnen mit dem Fallbeispiel ,,Max‘‘ veranschaulichen.
Der Fall des Klienten soll unter dem multiperspektivischen Fallverstehen nach Müller zunächst gegliedert werden. Unter ,,Fall von‘‘, ,,Fall für‘‘ und ,,Fall mit‘‘ ordnen sich die folgenden Techniken und Methoden ein.
Um die Methodenvielfalt zu verdeutlichen, wurden neben der bekannten Ressourcenkarte, auch die Netzwerkkarte, sowie das Genogramm Fallbezogen visualisiert. Als neue Methode wird das ,,innere Team‘‘, wie auch die ,,Selbstregulation‘‘ im Anschluss thematisiert.
Während eines Beratungsgespräches kommen unteranderem Fragetechniken zum Einsatz. Darunter zählen zirkuläre, Skalierungs-, wie auch hypothetische Fragen, die den Beratungsprozess unterstützen.
Ein Kernthema meines Klienten ist die aktuelle Krise, in der er sich befindet, weshalb der Umgang mit genau dieser, in dieser Ausarbeitung ebenso einen Platz findet und durch das Stufenmodell nach Erikson eine mögliche Erklärung parallel versucht zu finden.
Eine Selbstreflexion der Beratung, sowie die Anwendung der Techniken und das Innenleben der Beraterin beenden die Ausarbeitung.
Um die Anonymität des Klienten zu wahren, sind sämtliche persönliche Daten verändert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Problemlage
3. Multiperspektivisches Fallverstehen
3.1 Fall von (Auftragsklärung)
3.2 Fall für (Jetz-Bild / Ziel-Bild)
3.3 Fall mit (MODELL S.E.L.B.S.T.)
4. Methodisches Handeln
4.1 Genogramm
4.2 Inneres Team
5. Fragetechniken
5.1 Zirkuläres Fragen
5.2 Skalierungsfragen
5.3 Hypothetische Fragen
6. Umgang mit Krisen
6.1 Einordnung in das Stufenmodell nach Erikson
7. Evaluation
8. Selbstreflexion
9. Fazit
10. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient der systemischen Aufarbeitung eines konkreten Fallbeispiels ("Max") während einer krisenorientierten Beratungssituation. Ziel ist die Anwendung systemischer Methoden zur Analyse der Problemlage sowie die Reflexion der Beraterrolle, um Hilfestellungen zur persönlichen Entwicklung des Klienten zu erarbeiten.
- Multiperspektivisches Fallverstehen nach Burkhard Müller (Fall von, Fall für, Fall mit)
- Einsatz systemischer Fragetechniken (zirkulär, skalierend, hypothetisch)
- Visualisierungsmethoden wie Genogramm und das "Innere Team"
- Krisenintervention und Anwendung des Stufenmodells nach Erikson
- Selbstreflexion der Beraterin und Evaluation des Beratungsprozesses
Auszug aus dem Buch
3.2 Fall für (Jetz-Bild / Ziel-Bild)
Die Methode des Jetzt- und Ziel-Bildes dient dazu den Klient_innen eine Möglichkeit zu geben aus ihren Gedanken heraus zwei Darstellungen gemeinsam mit der Berater_in zu erstellen, um mögliche Denkblockaden zu lösen. In einer Krise befindende Personen haben meist das Gefühl, dass sie keinen Ausweg aus ihrer misslichen Lage sehen oder finden können. Daher kreisen die Gedanken bevorzugt um dieselben Dinge. Das Jetzt-Bild zeigt zum einem der Berater_in, das Empfinden und Anschauung der aktuellen Lage und gibt einen Einblick in das Denken der Klient_in. Durch das Jetzt- und Ziel-Bild kann die Auftragsklärung deutlich werden, da die Lösung des Problems stehts in der Klient_in selbst zu finden ist. Durch den direkten Vergleich beider Bilder entsteht in den Klient_innen oft bereits Ideen in welche Richtung etwas oder sie selbst verändert werden muss.
Einigen Menschen fällt es schwer sich ihre Zukunft vorzustellen oder Ziele zu benennen. Dabei kann motivierende Gesprächsführung Klient_innen anregen Träume und Wünsche zu erforschen (vgl. Schlippe, Schweitzer, 2016).
Bei Max selbst könnte das Jetzt-Bild (Abbildung 3, linke Seite) so ungefähr aussehen. Er weiß, dass sein damaliger und aktueller Konsum durchaus riskant für die Erfüllung seiner Ziele und Träume war/ ist. Auf der anderen Seite ist er, laut eigener Aussagen, zurzeit nicht in der Lage seinen Gefühlen den nötigen Raum zu lassen, da er sie nicht ertragen kann. Er betäubt sich bewusst, um sich nicht mit der Trauer über den Verlust eines geliebten Menschens zu beschäftigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Fallbeispiels "Max" und der systemischen Zielsetzung der Arbeit.
2. Problemlage: Darstellung der Ausgangssituation des Klienten, seines Drogenkonsums und der familiären Spannungen.
3. Multiperspektivisches Fallverstehen: Anwendung des Modells von Burkhard Müller zur Gliederung des Falls in Diagnose, Zielsetzung und Intervention.
4. Methodisches Handeln: Theoretische Einführung in methodisches Arbeiten und Vorstellung der Instrumente Genogramm sowie Inneres Team.
5. Fragetechniken: Erläuterung und Praxisbeispiele zu zirkulären, Skalierungs- und hypothetischen Fragen.
6. Umgang mit Krisen: Analyse der persönlichen Krise des Klienten und theoretische Einordnung mittels Eriksons Stufenmodell.
7. Evaluation: Rückblickende Betrachtung des Beratungsverlaufs und der aktuellen Situation von Max.
8. Selbstreflexion: Kritische Reflexion der Beraterrolle und der eigenen professionellen Entwicklung.
9. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Arbeit und Ausblick auf den weiteren Beratungsprozess.
10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Systemische Beratung, Fallverstehen, Krisenintervention, Suchtberatung, Max, Genogramm, Inneres Team, Fragetechniken, Erikson, Identitätsentwicklung, Psychosoziale Beratung, Reflexion, Zielbildung, Soziale Arbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der systemischen Beratungspraxis zur Unterstützung eines jungen Klienten in einer akuten Krisensituation.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören das multiperspektivische Fallverstehen, die Anwendung von Visualisierungsmethoden, verschiedene systemische Fragetechniken sowie die Krisenbewältigung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Fallanalyse von "Max" mittels systemischer Methoden, um dessen Veränderungsbereitschaft zu fördern und neue Lebensziele zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird vor allem das Modell des multiperspektivischen Fallverstehens nach Burkhard Müller angewandt, ergänzt durch spezifische Tools wie das Genogramm und das "Innere Team".
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Fallanalyse, die Anwendung therapeutischer Fragetechniken und die theoretische Einbettung in Eriksons Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Systemische Beratung, Fallverstehen, Krisenintervention, Suchtberatung und Identitätsentwicklung sind zentral.
Warum wird im Modell "Fall für" das Jetzt- und Ziel-Bild eingesetzt?
Es dient dazu, Denkblockaden zu lösen, die Klienten in Krisen oft erleben, und ihnen durch den Vergleich der aktuellen Situation mit gewünschten Zielen neue Wege aufzuzeigen.
Wie trägt das Erikson-Modell zur Klärung der Situation von Max bei?
Es hilft zu verstehen, dass sich Max in einer kritischen Phase der Identitätsbildung befindet, in der die Bewältigung vorheriger Entwicklungsaufgaben durch den frühen Drogenkonsum gestört wurde.
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- Bachelor of Arts Soziale Arbeit Tansila Raja (Author), 2022, Illegaler Substanzkonsum eines Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1292105