Diese Arbeit widmet sich dem Umgang mit Störungen, Geschlechterstereotypen und Rollenbild von Lehrpersonen. Dabei steht der Beruf des Lehrers im Mittelpunkt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Rollenbild
2.1 Aufgaben der Lehrkraft
2.2 Eigenschaften der Lehrkraft
2.3 Professionsstandards
2.4 Kompetenzen der Lehrkraft
2.5 Schulerkundung
3 Beobachtung: alternativer Arbeitsauftrag (nur halb)
4 Freie Beobachtung (Störungen im Unterricht)
5 Strukturierte Beobachtung (Geschlechterstereotypen)
6 Organisation
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Arbeit ist die Reflexion der LehrerInnenrolle sowie die Untersuchung von Unterrichtsprozessen im Rahmen des Praktikums. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf Classroom Management, dem Umgang mit Unterrichtsstörungen und der Analyse von Geschlechterstereotypen im Klassenzimmer.
- Reflexion des Rollenbilds einer Lehrperson und der damit verbundenen Aufgaben.
- Analyse praktischer Methoden des Classroom Managements und Umgang mit Störungen.
- Untersuchung der Gesprächsbeteiligung von Jungen und Mädchen im Unterricht.
- Vergleich der eigenen Beobachtungen mit erziehungswissenschaftlicher Literatur.
- Organisatorische Anforderungen an das Lehrpersonal abseits der Wissensvermittlung.
Auszug aus dem Buch
Freie Beobachtung (Störungen im Unterricht)
Bei meiner Hospitation sind mir eigentlich nur ganz wenige Störungen aufgefallen, das liegt vor allem daran, dass immer nur 10 Kinder (die Hälfte der Klasse) auf einmal zu betreuen waren, da die SchülerInnen in zwei Gruppen eingeteilt sind, die jeweils nur jeden zweiten Tag zur Schule gehen. Insgesamt waren die beiden Gruppen extrem leise und brav.
Eine Situation jedoch, in der eine Störung auftrat war, als die Pause vorbei war, die SchülerInnen sich aber nicht beruhigen wollten. Die Lehrperson sprach daraufhin ein Machtwort und wies die SchülerInnen, die den Radau verursachten, zurecht. Das die Lehrkraft die Pause um drei Minuten verlängert hatte, drohte sie den SchülerInnen auch an, dies nie wieder zu machen, sollten sie sich wieder so aufführen.
Bei einer anderen Gelegenheit ergab sich eine gegenteilige Situation, die SchülerInnen waren zu müde und unkonzentriert, der Unterricht war dadurch gestört, dass keiner bei der Sache war und die Antworten nur sehr stockend herauskamen. Die Lehrperson löste diese Situation, indem sie den SchülerInnen mitteilte alles fallen zu lassen und dann sie aufstehen ließ und einige körperliche Übungen mit ihnen machte.
Die dritte Störung stellte ein Kind dar, dass sehr laut war, nicht mitmachte und immer wieder aufstand. Die Lehrerin ermahnte das Kind immer wieder und nach ein paar Ermahnungen, als das Kind ihr auf eine Frage eine pampige Antwort gab, sprach sie eine lautere und deutliche Ermahnung aus. Dem Kind sah man an, dass es merkte, dass jetzt Schluss war und es war eine Zeit lang still. Die anderen Kinder, die das ganze beobachtet hatten, sahen das ermahnte Kind mit großen Augen an. Die Lehrkraft meinte nachher, es sei wichtig ein solches Verhalten zu unterbinden, auch damit die anderen Kinder sähen, dass sie ein solches Verhalten nicht dulde.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Praktikumskontexts inklusive der Schwerpunkte Classroom Management, Störungen im Unterricht und Geschlechterrollen.
2 Rollenbild: Auseinandersetzung mit Aufgaben, Eigenschaften, Standards und Kompetenzen einer Lehrkraft sowie eine kurze Erkundung der Praktikumsschule.
3 Beobachtung: alternativer Arbeitsauftrag (nur halb): Protokollierung einer Unterrichtseinheit mittels spezifischem Beobachtungsbogen zur Interaktion zwischen Lehrperson und Schülern.
4 Freie Beobachtung (Störungen im Unterricht): Analyse von Unterrichtsstörungen und Strategien der Lehrkraft zur Wiederherstellung von Disziplin basierend auf theoretischen Ansätzen.
5 Strukturierte Beobachtung (Geschlechterstereotypen): Statistische Erhebung und literarische Einordnung zur Gesprächsbeteiligung und Behandlung von Jungen und Mädchen im Unterricht.
6 Organisation: Einblick in die administrativen Aufgaben einer Lehrkraft und die Bedeutung der Vorbildfunktion in der täglichen Schulpraxis.
7 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der erkannten Wichtigkeit von klar kommunizierten Abläufen und der Notwendigkeit einer gendersensiblen Pädagogik.
Schlüsselwörter
LehrerInnenrolle, Classroom Management, Unterrichtsstörungen, Geschlechterstereotypen, Pädagogische Praxis, Professionsstandards, Schulalltag, Schüler-Lehrer-Interaktion, Beobachtungsprotokoll, Schulpraktikum, pädagogische Kompetenz, Unterrichtsqualität, Gendersensibilität, Erziehungsaufgabe, Lehrkraft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert die Rolle der Lehrperson anhand von Praktikumserfahrungen an einer Volksschule mit Fokus auf Klassenführung und Interaktionsdynamiken.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Themen Rollenverständnis, Classroom Management, der Umgang mit Unterrichtsstörungen sowie die Beobachtung geschlechtsspezifischer Rollenbilder.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Reflexion des eigenen Lehrverständnisses durch den Abgleich von Beobachtungen in der Schulpraxis mit theoretischen pädagogischen Standards.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden methodisch strukturierte und freie Beobachtungen durchgeführt, mittels Protokollanalyse dokumentiert und mit relevanter Fachliteratur in Beziehung gesetzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Rollenbildes, Beobachtungs- und Interaktionsprotokolle sowie eine Analyse der Geschlechterverteilung in der Kommunikation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie LehrerInnenrolle, Classroom Management, Unterrichtsstörungen, Schulpraktikum und Geschlechterstereotypen geprägt.
Wie reagiert die Lehrperson laut der Beobachtung auf Unterrichtsstörungen?
Die Lehrperson nutzt unterschiedliche Strategien, von deutlichen Machtworten und Ermahnungen bis hin zu deeskalierenden körperlichen Übungen bei Unkonzentriertheit.
Welche Erkenntnis wird zur Gleichberechtigung im Unterricht gezogen?
Die Autorin stellt fest, dass es trotz individueller Bemühungen der Lehrkräfte noch strukturelle Herausforderungen für eine echte Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern gibt.
- Quote paper
- Melanie Rosenberger (Author), 2020, Umgang mit Störungen, Geschlechterstereotypen und Rollenbild als Lehrperson, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1292431