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Die Antisemitenpetition von 1880 und die Anfänge des modernen Antisemitismus. Eine sozialdemografische Untersuchung über die Initiatoren und Träger der Petition

Titel: Die Antisemitenpetition von 1880 und die Anfänge des modernen Antisemitismus. Eine sozialdemografische Untersuchung über die Initiatoren und Träger der Petition

Hausarbeit , 2022 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Neuere Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit legt ihren thematischen Fokus auf die Betrachtung der Zeitepoche des modernen Antisemitismus, welcher seinen ungefähren Anfang mit der Antisemitenpetition 1880 fand, sowie auf die sozialdemografische Untersuchung der Initiatoren und Multiplikatoren dieser Petition. Ergänzt wird diese Vorgehensweise durch die Betrachtung der Folgen der Antisemitenpetition und des Antisemitismusstreits.

Der Begriff des Antisemitismus bedeutet Vorurteil oder Judenhass und reicht zurück bis ins Mittelalter und die frühe Neuzeit. In diesen Zeitaltern führte der damalig religiös geprägte Antisemitismus bereits von Vertreibungen und Gewalt gegenüber Juden sogar schon bis hin zu ersten, antijüdischen Gesetzen. Im weiteren Verlauf der Historie resultierten diese antisemitischen Handlungen unter anderem in weiteren gesellschaftlichen Gebräuchen und regierungspolitischen Gesetzen, welche unter anderem Juden von der übrigen Bevölkerung abtrennte sowie ihnen die Durchführung bestimmter Berufsbilder oder den Besitz von Land und Grundstücken verbat.

In der Neuzeit fügten Antisemiten ihrer Ideologie des Hasses eine politische Dimension hinzu. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bildeten sich antisemitische politische Parteien in Deutschland, Frankreich und Österreich. Publikationen wie die Protokolle der Weisen von Zion generierten oder unterstützten betrügerische Theorien einer internationalen jüdischen Verschwörung. Die Massenzerstörung und der Verlust von Menschenleben durch den Ersten Weltkrieg (1914-1918) läutete eine neue Ära der Instabilität ein. Im Gefolge dieser Instabilität entstanden extremistische Bewegungen wie Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus. Ein starker Bestandteil des politischen Antisemitismus war der Nationalismus, dessen Anhänger Juden oft fälschlicherweise als illoyale Bürger denunzierten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Antisemitenpetition im Kontext des modernen Antisemitismus und des Berliner Antisemitismusstreits

2.1 Berliner Antisemitismusstreit und Antisemitenpetition – eine Chronik

2.2 Inhalt der Petition und politische Forderungen

2.3 Debatte im Preußischen Abgeordnetenhaus und Notabelnerklärung

3. Sozialdemographische Untersuchung der Petition

3.1 Identifikation der Initiatoren

3.2 Identifikation der Träger

4. Folgen der Antisemitenpetition und des Antisemitismusstreits: Etablierung des Antisemitismus als „kultureller Code“ im Kaiserreich

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Antisemitenpetition von 1880 als zentrales Ereignis der deutschen Geschichte und analysiert sozialdemographisch die Initiatoren sowie die Trägerschichten dieser Bewegung. Ziel ist es, die Entstehung und Verbreitung des modernen Antisemitismus im Kaiserreich sowie dessen Verankerung als gesellschaftlicher „kultureller Code“ nachzuvollziehen.

  • Chronologie des Berliner Antisemitismusstreits und der Petition
  • Analyse der politischen Forderungen der Antisemiten
  • Sozialdemographische Identifikation der Initiatoren
  • Untersuchung studentischer Trägerschichten als Multiplikatoren
  • Reflexion über Antisemitismus als „kultureller Code“ im deutschen Kaiserreich

Auszug aus dem Buch

2.1 Berliner Antisemitismusstreit und Antisemitenpetition – eine Chronik

Der Gründerkrach 1873 und die sich dadurch in Deutschland verschärfenden Folgen der zweiten Weltwirtschaftskrise verstärkten die antisemitischen Ausbrüche und die zugrundeliegende Empörung verschiedener Bevölkerungskreise. Dadurch wurde die Euphorie über die Gründung des Nationalstaats erheblich gedämpft und neben der industriellen Krise wurde die Agrarkrise, durch die aufstrebende Konkurrenz im Wettbewerb um kostengünstiges Getreide mit dem Ausland, schlimmer. Zusätzlich forderten Vertreter der Schwerindustrie und Großgrundbesitzer Zölle und erlangten vermehrt politischen Einfluss. Ziel dieser aufstrebenden, politisch aktiven Personen war es den damaligen Kanzler OTTO VON BISMARCK von der liberalen Partei zu trennen, welche den Freihandel unterstützte und einen weiteren Abbau von Zollschranken forderte.

In den Jahren 1878-1879 führte VON BISMARCK politische Reformen durch, wandte sich an konservative Parteien und an das katholische Zentrum und führte wieder Zölle auf Getreide und Eisen ein. Durch diese Handlungen zog er auch das von der Wirtschaftskrise schwer getroffene liberale Bürgertum an. Trotzdem wurden während der Wirtschaftskrise der 1870er Jahre im Deutschen Reich die antisemitischen Stimmen immer lauter, die die Juden für die verheerende, wirtschaftliche Entwicklung verantwortlich machten und sich gegen ihre rechtliche und soziale Gleichberechtigung stellten. Antisemitische Hetzer die zunächst breit gefächert schienen, vertraten nicht mehr den rein religiösen Antisemitismus, sondern begründeten ihren Antisemitismus zunehmend rassistisch.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Begriff des Antisemitismus sowie in die historische Relevanz und den Fokus der vorliegenden Hausarbeit ein.

2. Die Antisemitenpetition im Kontext des modernen Antisemitismus und des Berliner Antisemitismusstreits: Hier werden die historischen Meilensteine und die inhaltlichen Debatten erläutert, die zur Antisemitenpetition führten.

2.1 Berliner Antisemitismusstreit und Antisemitenpetition – eine Chronik: Dieses Kapitel liefert eine chronologische Aufarbeitung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, die den Antisemitismusstreit auslösten.

2.2 Inhalt der Petition und politische Forderungen: Es folgt eine Darstellung der konkreten Forderungen der Petition sowie ihrer Hintergründe.

2.3 Debatte im Preußischen Abgeordnetenhaus und Notabelnerklärung: Dieses Kapitel behandelt die parlamentarische Auseinandersetzung und die Reaktion der zeitgenössischen Eliten.

3. Sozialdemographische Untersuchung der Petition: In diesem Teil erfolgt eine soziologische Analyse der Akteure hinter der Kampagne.

3.1 Identifikation der Initiatoren: Dieser Abschnitt porträtiert die führenden Köpfe und Hauptinitiatoren der Petition.

3.2 Identifikation der Träger: Das Kapitel widmet sich der Identifikation der breiten Unterstützerschaft, insbesondere der Studierenden.

4. Folgen der Antisemitenpetition und des Antisemitismusstreits: Etablierung des Antisemitismus als „kultureller Code“ im Kaiserreich: Hier wird die langfristige Wirkung des Antisemitismus auf die deutsche Gesellschaft reflektiert.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer knappen Zusammenführung der zentralen Erkenntnisse.

6. Literaturverzeichnis: Hier werden alle in der Arbeit verwendeten Quellen und Forschungsliteratur dokumentiert.

Schlüsselwörter

Antisemitismus, Antisemitenpetition, Berliner Antisemitismusstreit, Kaiserreich, Sozialdemographie, Max Liebermann von Sonnenberg, Heinrich von Treitschke, Studentenbewegung, Emanzipation, Judenfrage, Kulturkampf, rassistischer Antisemitismus, politischer Antisemitismus, Nationalismus, kultureller Code.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Antisemitenpetition von 1880, ihre Entstehung im Kontext des Berliner Antisemitismusstreits und die soziologische Zusammensetzung ihrer Initiatoren und Unterstützer im Deutschen Kaiserreich.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung antisemitischer Ideologien, der politischen Instrumentalisierung von Wirtschaftskrisen sowie der Rolle von Eliten und Studierenden bei der Verbreitung antisemitischer Ressentiments.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Antisemitismus im späten 19. Jahrhundert politisiert und in der Gesellschaft als fester Bestandteil, ein sogenannter „kultureller Code“, etablieren konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Hausarbeit stützt sich auf eine historische Quellen- und Literaturanalyse, ergänzt durch eine sozialdemographische Betrachtung der Akteure.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der chronologische Ablauf des Antisemitismusstreits, der spezifische Inhalt der Petitionsforderungen und eine eingehende Untersuchung der Initiatoren und Trägerschichten dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind: Antisemitismus, Antisemitenpetition, Berliner Antisemitismusstreit, Kaiserreich, Sozialdemographie und „kultureller Code“.

Welche Rolle spielten die Studierenden bei der Antisemitenpetition?

Die Studierendenschaft fungierte als eine der wichtigsten aktiven Trägerschichten, die sich durch eigene Komitees und die Gründung spezifischer rechtsorientierter Studentenvereine besonders intensiv für die antisemitischen Ziele einsetzten.

Warum wird der Begriff „kultureller Code“ verwendet?

Anlehnend an die Forschung von Shulamit Volkov beschreibt dieser Begriff, wie der Antisemitismus über die politische Debatte hinaus zu einem grundlegenden Erkennungs- und Einigungsmerkmal rechtsbürgerlicher Milieus im Kaiserreich wurde.

Wie reagierte die preußische Politik auf die Petition?

Die preußische Regierung und die Mehrheit der Fraktionen im Abgeordnetenhaus lehnten die radikalen Forderungen nach Beschneidung der jüdischen Grundrechte ab, was dazu führte, dass die rechtliche Gleichstellung vorerst unangetastet blieb.

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Details

Titel
Die Antisemitenpetition von 1880 und die Anfänge des modernen Antisemitismus. Eine sozialdemografische Untersuchung über die Initiatoren und Träger der Petition
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
18
Katalognummer
V1292434
ISBN (PDF)
9783346760265
ISBN (Buch)
9783346760272
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antisemitismus Antisemitenpetition 1890 Berliner Antisemitismusstreit Juden Judenzählung moderner Antisemitismus Antisemitenpetition 1890
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Die Antisemitenpetition von 1880 und die Anfänge des modernen Antisemitismus. Eine sozialdemografische Untersuchung über die Initiatoren und Träger der Petition, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1292434
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Leseprobe aus  18  Seiten
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