Diese Arbeit behandelt die geistige und körperliche Entwicklung in der mittleren bis späten Kindheit. Falls nicht anders angegeben, ist damit in Anlehnung an Kray und Schaefer (2012) das Lebensalter von 7 bis 12 Jahren gemeint.
Als ich mit der Recherche zu dieser Arbeit begann, war mir noch nicht bewusst, welch spannenden Lebensabschnitt die mittlere und späte Kindheit darstellt. Die Erinnerungen an die eigene Kindheit schon etwas verblasst und ohne aktuelle Beispiele aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis, begab ich mich sowohl auf Informationssuche in der Literatur als auch auf eine kleine Zeitreise in meine eigene Vergangenheit. Einer meiner ehemaligen Hochschulprofessoren sagte einmal zu mir: "Man sieht nur, was man weiß", und so erwecken viele Merkmale der Kinder erst jetzt, nach der Recherche, meine Aufmerksamkeit. Besonders spannend war es für mich zu sehen, dass unspektakulär wirkende Entwicklungen wie beispielsweise: "er/sie spielt jetzt gerne Quartett" nur der Ausdruck einer viel weitreichenderen Veränderung im Körper oder Gehirn sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Persönlicher Zugang
1.2 Beispiele
2 Kognitive Entwicklung
2.1 Die konkret/operationale Phase nach Piaget
2.1.1 Konservation
2.1.2 Klassifikation
2.1.3 Reihenbildung
2.1.4 Räumliches Vorstellungsvermögen
2.1.5 Induktives / deduktives Denken
2.1.6 Mathematik
3 Körperliche Entwicklung
3.1 Somatische Entwicklung
3.2 Entwicklung des Nervensystems
3.3 Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten
3.3.1 Laufen
3.3.2 Springen
3.3.3 Werfen
3.4 Einflussfaktoren auf die motorische Entwicklung
4 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden geistigen und körperlichen Wandlungsprozesse im Lebensabschnitt der mittleren bis späten Kindheit (ca. 7 bis 12 Jahre) und setzt diese in einen wissenschaftlichen Kontext. Sie beleuchtet dabei sowohl theoretische Modelle kognitiver Reifung als auch die physischen und motorischen Entwicklungsschritte, die maßgeblich durch neuronale und hormonelle Faktoren beeinflusst werden.
- Kognitive Entwicklung nach Jean Piaget (konkret-operationale Phase)
- Physiologische Veränderungen und hormonelle Steuerung des Wachstums
- Entwicklung motorischer Grundfertigkeiten wie Laufen, Springen und Werfen
- Einfluss der Pyramidenbahn auf die motorische Präzision
- Wechselwirkung zwischen genetischen Anlagen und Umweltfaktoren
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Konservation
„Mit Konservation (…) ist die Fähigkeit zum Verständnis gemeint, dass zwei Objekte in Bezug auf ein bestimmtes Maß (…) gleich sind, auch wenn das Material in seiner Erscheinung verändert wird, solange nichts weggenommen oder ergänzt wird.“ (Kray, Schaefer, 2012, S.212)
Bei einem Test zur Konservation werden dem Kind zunächst zwei gleich große Bälle aus Knetmasse oder ähnlichem präsentiert. Das Kind wird gefragt, ob die beiden Bälle die gleiche Menge Knete enthalten und wird mit „ja“ antworten. In der zweiten Phase verformt der Testleiter einen der beiden Bälle (beispielsweise zu einem Würstchen) und stellt die Frage nach der Menge erneut. Kinder, die sich noch in einem Entwicklungsstadium vor der konkret-operationalen Phase befinden, antworten häufig, dass das Würstchen aus mehr Knete bestehe, da es länger ist. (vgl. Kray, Schaefer, 2012, S.212)
Die falsche Antwort kann so erklärt werden, dass die größere Länge der Wurst als wichtigstes Merkmal wahrgenommen („zentriert“) wird. Würde man die Wurst immer länger und dünner rollen bis sie zu einem dünnen Faden wird, ist es wahrscheinlich, dass das Kind auf den stark reduzierten Umfang anspricht und nun sogar mit „weniger Knete“ antwortet. (vgl. Montada, 1970, S.45)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert den Untersuchungszeitraum zwischen dem 7. und 12. Lebensjahr und erläutert die persönliche Motivation des Autors für dieses Thema.
2 Kognitive Entwicklung: Das Kapitel analysiert Piagets konkret-operationale Stufe, in der sich das logische Denken der Kinder durch Fähigkeiten wie Konservation, Klassifikation und Transitivität manifestiert.
3 Körperliche Entwicklung: Hierbei werden somatische Wachstumsprozesse, hormonelle Einflüsse und die Reifung des Nervensystems mit der motorischen Leistungssteigerung von Kindern in Zusammenhang gebracht.
4 Zusammenfassung: Das Fazit unterstreicht die Relevanz der mittleren bis späten Kindheit als prägende Phase und fordert eine ganzheitliche sowie unterstützende Förderung der Kinder.
Schlüsselwörter
Kognitive Entwicklung, konkret-operationale Phase, Konservation, Piaget, somatische Entwicklung, Wachstumsgeschwindigkeit, Hormonspiegel, Pyramidenbahn, motorische Fertigkeiten, Laufen, Springen, Werfen, Anlage-Umwelt-Wechselwirkung, Kindheit, Entwicklungspsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die wesentlichen geistigen und körperlichen Entwicklungsschritte von Kindern im Alter von 7 bis 12 Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentral sind die kognitive Reifung nach Piaget, körperliche Wachstumsprozesse sowie die Entwicklung motorischer Fähigkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die psychischen und physischen Veränderungen in dieser Altersphase zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf etablierten entwicklungspsychologischen Theorien und motorischen Studien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche kognitive Entwicklung (Piaget-Theorie) und körperliche Entwicklung ( Wachstum, Hormonseinflüsse, Nervensystem und Motorik).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Konservation, motorische Fertigkeiten, konkrete Operationen und die Anlage-Umwelt-Problematik.
Warum wirkt ein Kind beim Wachstum manchmal tollpatschig?
Durch das rasche Wachstum der Gliedmaßen entstehen zentrifugale Kräfte, die vom Kind noch schwer kontrolliert werden können, was zu koordinativen Problemen führt.
Welche Rolle spielt die Pyramidenbahn in der motorischen Entwicklung?
Sie ist das zentrale Nervenbündel, das den motorischen Kortex mit den Extremitätenmuskeln verbindet und entscheidend für die Schnelligkeit und Präzision der Bewegungssteuerung ist.
Wie unterscheiden sich Kinder in der Entwicklung von Fähigkeiten?
Neben genetischen Faktoren beeinflusst die Übungshäufigkeit und die Unterstützung durch das soziale Umfeld maßgeblich das Bewegungsrepertoire des Kindes.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Die körperliche und geistige Entwicklung in der mittleren bis späten Kindheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1292464