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Adorno´s ästhetische Theorie

Title: Adorno´s ästhetische Theorie

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 30 Pages , Grade: 2

Autor:in: M.A. Frank Nitschke (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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„Jenes nicht der Fall Seiende an der Kunst zu denken, ist die Nötigung zur Ästhetik“1 Jetzt, wo ich dabei bin diese Hausarbeit bin abzuschließen, das Licht ausmache, die Fenster schließe, stelle ich fest, wie viel Einblick mir Adorno gebracht hat. Ausgerechnet Adorno, dessen kryptische Wahrheiten oft so sehr diffundieren, dass man beim Versuch eines strukturierenden Nachvollziehens schnell zum Sisyphos geriert. Wie oft ist mir der Sinn nach drei Seiten wieder runtergrollt? So ist es weniger Adornos Argumentationskette, die fragmentarisch und aphoristisch bisweilen regelrecht in Wortartistik ausartet, als vielmehr sein Endziel, worauf Kunst zu zielen vermag, was mich begeistert. Das Wesen seiner Teleologie hat mich jedoch am meisten angeregt. Vielleicht sah Adorno sich ein klein wenig selbst als Künstler. Die Wahl seiner sprachlichen Mittel ließen diesen Deutungsversuch durchaus zu, was mich jedoch überzeugt, ist das Ergebnis meiner Lektüre, so wie sie auch nach Kunstkontakt stehen könnte, als Ahnung eines neuen Deutungshorizont. Gerade in heutigen Zeiten fehlender Visionen, völliger Abgeklärtheit und zynischer Gestaltung des „globalen Dorfes“ tut es gut, sich eines kritischen Rüstzeugs zu versichern, aber auch den Fatalismus gegen eine positivere Weitsicht zu tauschen. Ich werde Adornos „Ästhetische Theorie“ im folgenden skizzieren und Parallelen zu anderen transzendental orientierten ästhetischen Theorien2 nachweisen und damit auf die außergewöhnliche Kraft von Kunst und von Schönheit hinweisen, weil ich es für eine wichtige Komponente des eigenen Erfahrungs- und Deutungshorizontes halte und dessen Wirkungsmacht viel größere Beachtung, z.B. in der heutigen Pädagogik, erfahren sollte. Trotz der totalen Bilderoffensive der marktwirtschaftstreibenden Marketingsysteme empfinde ich das Schöne und Kunst immer noch als Anderes3. Sich dieser Tatsache bewusst zu werden, bedeutet auch, den abgestumpften Panzer der Wahrnehmung um sich selbst lüften zu können und den eigenen Erfahrungshorizont zu erweitern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung:

Affirmation

Das Nichtidentische

Kunst und Autonomie

Autonomes Wesen und sozialer Akt

instrumentelle Rationalität

Identität

Angst

Aufklärung

Kritische Ästhetik

Leiden

Ästhetische Identifikation und Genuß

Wahrhaftigkeit in Kunst und Sprache

Mimesis

Das Schöne, Rückblick

Kunstbegriff im Wandel der Zeit:

Adorno und der Ozean

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Adornos „Ästhetische Theorie“, um deren Potenzial als kritisches Instrument zur Wahrnehmung von Kunst und Schönheit sowie als Mittel gegen gesellschaftlichen Fatalismus aufzuzeigen. Dabei liegt der Fokus darauf, wie Kunst als „Nichtidentisches“ gesellschaftliche Versteinerungen aufbrechen und einen erweiterten Erfahrungshorizont ermöglichen kann.

  • Die dialektische Funktion von Kunst in Bezug auf gesellschaftliche Realität und Autonomie.
  • Die Analyse instrumenteller Rationalität und deren Auswirkungen auf das Subjekt.
  • Die Bedeutung von Mimesis und dem „Nichtidentischen“ als Widerstand gegen Verdinglichung.
  • Die historische und metaphysische Dimension des Begriffs der Schönheit von der Antike bis Adorno.
  • Die Rolle der Ästhetik als transzendenter Anker und Potenzial zur Versöhnung.

Auszug aus dem Buch

Kunst und Autonomie

„Kunst geht auf Wahrheit, ist sie nicht unmittelbar; insofern ist Wahrheit ihr Gehalt. Erkenntnis ist sie durch ihr Verhältnis zur Wahrheit; Kunst selbst erkennt sie, indem sie an ihr hervortritt. Weder jedoch ist sie als Erkenntnis diskursiv noch ihre Wahrheit die Widerspiegelung eines Objekts.“

Kunst, genetisch den Kulthandlungen entsprungen, emanzipierte sich und wurde autonom im Sinne „selbstgesetzlichen Handelns“. Noch heute gründet sich darin ihre Stärke gegenüber der empirischen Wirklichkeit, z.B. in eigenen „Formgesetzen“. Sie entzieht sich für Adorno jeder Verfügbarkeit. Wird dadurch human, sperrt sich „jeglicher Ideologie des Dienstes am Menschen“ und zeigt in ihrer „Inhumanität“ fehlende Humanität auf, setzt sich ab, ohne sklavisch zu dienen, ohne Nutzen und beweist damit Freiheit. Kunst als solche kritisiert Gesellschaft durch ihre „Gegenposition“, dem „bloßen Dasein“. In diesen Worten kommt das dialektische Moment der Kunst zum Tragen als ein konstituierendes.

Durch ihr Außenstehen kann sie aber nicht ohne Affinität sein, ein abgekoppeltes Hinaustreiben ins Arbiträre würde ihr zum Schicksal. In dem Augenblick, indem sie Autonomie schafft, „verdammt sie sich dazu, dem Seienden und Bestehenden einen Zuspruch zu spenden [..]“ und fällt damit wieder zurück, in ihr präsäkulares Rollenverständnis.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Auseinandersetzung mit Adornos Theorie und die Faszination für das Ziel der Kunst als Gegenentwurf zum Fatalismus.

Affirmation: Es wird die Problematik beleuchtet, wie Kunst nach den historischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts als „flüchtiges Spiel“ affirmativ wirken kann.

Das Nichtidentische: Die Kunst wird als ein Mittel definiert, das gesellschaftlich versteinerte Begriffe dialektisch aufbricht.

Kunst und Autonomie: Das Kapitel behandelt die Emanzipation der Kunst von gesellschaftlicher Verfügbarkeit und deren gleichzeitige Kritikfähigkeit.

Autonomes Wesen und sozialer Akt: Hier wird der Widerspruch zwischen der Funktionslosigkeit der Kunst und ihrer gesellschaftlichen Relevanz als „fait social“ diskutiert.

instrumentelle Rationalität: Der Autor analysiert die Mechanik der Aufklärung, die in einer Unterwerfung der Natur und des Subjekts unter quantifizierendes Denken mündete.

Identität: Das Kapitel untersucht die identitätsbildenden Mechanismen, die zur Abstraktion und Ausgrenzung führen.

Angst: Die kollektive Paranoia wird als Produkt der Internalisierung von Wettbewerbsdruck und dem Gleichheitspostulat dargestellt.

Aufklärung: Die Dialektik der Aufklärung wird als unglücklicher Zirkel beschrieben, der eine ständige Selbstreflexion zur Überwindung der instrumentellen Vernunft fordert.

Kritische Ästhetik: Kunst fungiert als Wecker aus der Narkose der verdinglichten Umwelt, indem sie Widerstand gegen Kommunikation probt.

Leiden: Das Leiden wird als begriffsloses, mimetisches Element identifiziert, das die Bedingung von Wahrheit darstellt.

Ästhetische Identifikation und Genuß: Hier werden psychoanalytische Aspekte der Kunstbetrachtung und die „re-integrative“ Funktion von Fiktion beleuchtet.

Wahrhaftigkeit in Kunst und Sprache: Die Schwierigkeit, das „Wahre“ der Kunst in der Sprache der Philosophie auszudrücken, steht hier im Mittelpunkt.

Mimesis: Mimesis wird nicht als bloße Nachahmung verstanden, sondern als Impuls, der die Rationalität auf das Nichtidentische verweist.

Das Schöne, Rückblick: Ein historischer Abriss zeigt die Entwicklung des Schönheitsbegriffs von der Antike bis hin zu transzendentalen Aspekten.

Kunstbegriff im Wandel der Zeit: Der Text vergleicht den antiken und renaissancistischen Kunstbegriff mit dem Verständnis Adornos.

Adorno und der Ozean: Das Fazit fasst die Sehnsucht nach Auflösung und die Rolle der Schönheit als transzendenten Anker zusammen.

Schlüsselwörter

Adorno, Ästhetische Theorie, Mimesis, Nichtidentisches, instrumentelle Rationalität, Autonomie, Kunstphilosophie, Verdinglichung, Dialektik der Aufklärung, Schönheit, Transzendenz, Subjektivität, Kulturindustrie, Leiden, Wahrheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine fundierte Auseinandersetzung mit T.W. Adornos „Ästhetischer Theorie“ und untersucht das Potenzial von Kunst als widerständige Kraft gegenüber einer von instrumenteller Vernunft geprägten Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Kunst und Autonomie, die Kritik am identifizierenden Denken, die Bedeutung der Mimesis sowie die historische und philosophische Genese des Schönen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den „Ästhetischen Theorien“ Adornos nachzuspüren und ihre Relevanz als kritisches Rüstzeug zur Erweiterung des menschlichen Erfahrungshorizontes sowie zur Überwindung von Fatalismus nachzuweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Theorieanalyse, die sich auf Adornos Hauptwerk sowie ergänzende Interpretationen der Frankfurter Schule stützt und dialektische sowie psychoanalytische Ansätze integriert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise Begriffe wie Affirmation, das Nichtidentische, instrumentelle Rationalität, Angst, Aufklärung, Mimesis und die historische Entwicklung des Kunstbegriffs bis hin zur Metaphysik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Adorno, Mimesis, instrumentelle Rationalität, Nichtidentisches, Autonomie, Dialektik der Aufklärung und transzendentale Ästhetik charakterisiert.

Wie bewertet der Autor den Begriff des „asozialen Habitus“ bei Adorno?

Der Autor versteht diesen Habitus als konsequente Verweigerung der Kunst gegenüber der gesellschaftlichen Vereinnahmung, Dekoration und Unterhaltung, was die Kunst jedoch in die Gefahr der elitären Esoterik bringen könnte.

Welche Rolle spielt das Bild des „Ozeans“ in der Argumentation?

Das Bild des Ozeans und „ozeanischer Gefühle“ dient als Metapher für eine tiefsitzende menschliche Sehnsucht nach Entgrenzung, Verbundenheit und der Rückkehr in einen ursprünglichen, metaphysisch besetzten Zustand, der sich in der Schönheit der Kunst widerspiegelt.

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Details

Title
Adorno´s ästhetische Theorie
College
http://www.uni-jena.de/  (Medienwissenschaft)
Course
HS Ästhetik
Grade
2
Author
M.A. Frank Nitschke (Author)
Publication Year
2003
Pages
30
Catalog Number
V12924
ISBN (eBook)
9783638187053
Language
German
Tags
Ästhetik Adorno das Nichtidentische
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Frank Nitschke (Author), 2003, Adorno´s ästhetische Theorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12924
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