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Die Rolle der fiktiven Personen in "Der Stellvertreter" von Rolf Hochhuth

Hausarbeit für das Hauptseminar "Das Drama nach 1945“

Title: Die Rolle der fiktiven Personen in "Der Stellvertreter" von Rolf Hochhuth

Term Paper , 2006 , 15 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Irena Glodowska (Author)

German Studies - Modern German Literature
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1. Geschichte und literarische Fiktion
Achtzehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam ein sehr umstrittenes Theaterstück uraufgeführt von Erwin Piscator auf die Bühne – Der Stellvertreter von Rolf Hochhuth. Dieses Theaterstück ist umstritten, weil Hochhuth sich darin mit dem Zweiten Weltkrieg und besonders mit der Tatenlosigkeit des Papstes Pius des Zwölften zwischen August 1942 und Oktober 1943 angesichts der Verfolgung und Ermordung der Juden auseinandersetzt.
In Piscators Vorwort zu der Buchausgabe des Stückes wird Der Stellvertreter als „ein episches Stück, episch- wissenschaftlich, episch- dokumentarisch“ bezeichnet. Dokumentarisch ist dieses Theaterstück deswegen, weil ein historischer Stoff den Kern seiner Handlung bildet. Hochhuth schöpft ihn aus zahlreichen historischen Dokumenten, Biografien, Berichten und Geschichtsbüchern und zitiert daraus sogar einige Passagen, was er auch in seinen Kommentaren zu dem Drama Historische Streiflichter zum Ausdruck bringt. Im Stück treten auch zahlreiche historische Figuren auf, wie Papst Pius der Zwölfte, der Nuntius von Berlin- Cesare Orsenigo, der Diplomingenieur Kurt Gerstein, der Heidelberger Anatomie-Professor August Hirt und Karl Adolf Eichmann.
„Der Stellvertreter ist in erster Linie eine Sammlung von Fakten, ein Protokoll. Eichmann selbst und viele andere wirkliche Personen jener Zeit werden in diesem Stück dargestellt; was die Gestalten sagen, stammt aus historischen Protokollen.“ Der Historischer Hintergrund, die geschichtlich wahren Personen und die genaue Bezeichnung des Zeitrahmens und der Orte der Handlung des Stückes sorgen für den Eindruck eines historischen Theaters und besonders für das Gefühl von Wirklichkeitsnähe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Geschichte und literarische Fiktion

2. Die fiktiven Personen im Drama und ihre Rolle

2.1. Pater Riccardo Fontana und die Schuldfrage

2.2. Jakobson und die Judenverfolgung

2.3. Der Doktor und die Frage nach Gott

3. Resümee

4. Bibliografie:

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion und Bedeutung der fiktiven Figuren in Rolf Hochhuths Drama "Der Stellvertreter". Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie der Autor durch diese Charaktere die moralische Verantwortung, die christliche Schuldfrage und das Ringen um den Gottesglauben in den düsteren Zeiten des Zweiten Weltkrieges thematisiert.

  • Die Vermischung von historischen Fakten und literarischer Fiktion im Dokumentartheater.
  • Die moralische Dimension der Figur des Pater Riccardo Fontana.
  • Die symbolische Darstellung der Judenverfolgung anhand der Figur Jakobsons.
  • Der theologische Konflikt und die Verkörperung des Bösen durch den Doktor.
  • Die Auseinandersetzung mit der Tatenlosigkeit des Vatikans gegenüber der Shoa.

Auszug aus dem Buch

2. Die fiktiven Personen im Drama und ihre Rolle

Es ist schwierig über die fiktiven Figuren in dem Stellvertreter zu schreiben, weil es wenige Literaturwissenschaftler gibt, die sich mit diesem Thema beschäftigten. Sogar solche Autoren, wie Gunter Sasse oder Egon Schwarz, die man als Kenner Hochhuths Dramen bezeichnen kann, haben sich kaum zu der Funktion der fiktiven Personen geäußert. Wenn man Publikationen über den Stellvertreter liest, fällt auf, dass nur sehr wenige Autoren sich mit diesem Thema beschäftigt haben.

So wie sich im Drama Geschichtsdarstellung mit Kunst vermischt, steht auch den historischen Personen die Konstellation der fiktiven Figuren gegenüber. Die bedeutendste Rolle im Drama spielen drei Figuren: der Priester Riccardo Fontana, dessen Schicksal im Drama mit dem Leben des polnischen geistlichen Maksymilian Kolbe (1894-1941) vergleichbar ist, Jakobson, der bei Gerstein untergetaucht ist und der Doktor, der die Züge von Mengele trägt.

Von den fiktiven Figuren wird die christlich-moralische Intention des Autors zum Ausdruck gebracht. Hochhuth setzt sich durch sie mit der Endlösung und mit dem Zweiten Weltkrieg auseinander.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Geschichte und literarische Fiktion: Das Kapitel erläutert die Einordnung des Stücks als Dokumentardrama und die bewusste Vermischung von historischen Fakten mit künstlerischer Gestaltung durch den Autor.

2. Die fiktiven Personen im Drama und ihre Rolle: Hier wird die zentrale Bedeutung der drei Hauptfiguren Riccardo, Jakobson und der Doktor für die moralische und philosophische Aussage des Dramas herausgearbeitet.

2.1. Pater Riccardo Fontana und die Schuldfrage: Dieses Kapitel analysiert Riccardos aktives Handeln, sein Schuldempfinden und seine Rolle als moralischer Gegenpol zur passiven Haltung der Kirche.

2.2. Jakobson und die Judenverfolgung: Hier wird anhand der Figur des untergetauchten Juden Jakobson und der geschilderten Schicksale der Opfer das Leid und die Entmenschlichung der jüdischen Bevölkerung verdeutlicht.

2.3. Der Doktor und die Frage nach Gott: Dieses Kapitel untersucht den Doktor als Verkörperung des Bösen und als atheistischen Gegenspieler, der eine theologische Debatte über die Rolle Gottes in Auschwitz provoziert.

3. Resümee: Das Kapitel fasst die Kernaussage zusammen, dass das Drama weniger eine direkte Anklage als vielmehr eine an den Zuschauer gerichtete moralische Auseinandersetzung mit der Verantwortung in Zeiten der Unmenschlichkeit darstellt.

4. Bibliografie:: Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Rolf Hochhuth, Der Stellvertreter, Dokumentartheater, Zweiter Weltkrieg, Holocaust, Pater Riccardo Fontana, Judenverfolgung, Schuldfrage, Theodizee, moralische Verantwortung, Auschwitz, fiktive Figuren, christliche Nächstenliebe, Geschichtsdarstellung, Nationalsozialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die spezifische Funktion fiktiver Charaktere in Rolf Hochhuths kontroversem Theaterstück "Der Stellvertreter" und wie diese dazu beitragen, zentrale moralische Fragen des Zweiten Weltkriegs zu beleuchten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Spannung zwischen dokumentarischer Geschichtsdarstellung und literarischer Fiktion, die Rolle der katholischen Kirche während der Shoa sowie die Auseinandersetzung mit der Theodizee in einem menschenfeindlichen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Hochhuth durch fiktive Figuren eine moralische Auseinandersetzung über Mitschuld, Verantwortung und das Schweigen angesichts von Massenmord provoziert, die den Zuschauer persönlich betrifft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext des Dramas mit Hilfe von Sekundärliteratur zu Hochhuths Werk und literaturtheoretischen Überlegungen zur Fiktionalität interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der drei Protagonisten Riccardo Fontana (als Träger der Moral), Jakobson (als Repräsentant der verfolgten Opfer) und den Doktor (als Verkörperung des absolut Bösen).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Dokumentartheater, moralische Schuld, Schoah, theologische Konflikte und das Verhältnis von Geschichte und Literatur definieren.

Inwieweit spielt die Figur des Doktors eine Rolle für die theologische Dimension?

Der Doktor fungiert als atheistischer Gegenspieler, der durch sein Handeln in Auschwitz die Glaubwürdigkeit des christlichen Gottesglaubens radikal infrage stellt und so Riccardos Glaubenskonflikt befeuert.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Intention des Autors?

Das Resümee kommt zu dem Schluss, dass Hochhuth keine einfachen Antworten gibt, sondern das Stück als eine offene, an den Zuschauer gerichtete Selbstprüfung konzipiert hat, die zur aktiven Reflexion mahnt.

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Details

Title
Die Rolle der fiktiven Personen in "Der Stellvertreter" von Rolf Hochhuth
Subtitle
Hausarbeit für das Hauptseminar "Das Drama nach 1945“
College
Free University of Berlin
Grade
1.3
Author
Irena Glodowska (Author)
Publication Year
2006
Pages
15
Catalog Number
V129261
ISBN (eBook)
9783640358960
ISBN (Book)
9783640359271
Language
German
Tags
Rolle Personen Stellvertreter Rolf Hochhuth Hausarbeit Hauptseminar Drama
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Irena Glodowska (Author), 2006, Die Rolle der fiktiven Personen in "Der Stellvertreter" von Rolf Hochhuth, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129261
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