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Die Ermordung einer Butterblume - Der Prozess des Trauerns

Alfred Döblin

Title: Die Ermordung einer Butterblume - Der Prozess des Trauerns

Term Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 1

Autor:in: Josefine Schwer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Alfred Döblin war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Nervenarzt. Die Kenntnisse, die er auf dem Gebiet erlangte und die Erfahrungen, die er während seiner Arbeit machte, nahmen auch Einfluss auf seine schriftstellerische Arbeit.
Über expressionistische Novellistik und Alfred Döblins Werk heißt es: „Die antipsychologische Erzählweise Döblins beschränkt sich – in Anlehnung an die Psychiatrie - auf die Notierung der Abläufe, Bewegungen“. Genau diese Notierungen möchte ich in der vorliegenden Arbeit untersuchen. Es soll in einer auf inhaltliche Analyse beschränkten Darstellung gezeigt werden, dass der Protagonist – dem Wahnsinn verfallen – beginnt, um eine Butterblume zu trauern. Zur Darstellung des Trauerprozesses nutzt Döblin seine Erkenntnisse durch sein Studium und verarbeitet sie in der Literatur. Um dies darzulegen, nehme ich hierfür das Vier-Phasen-Modell der Trauer zur Hilfe, dass Yorick Spiegel in seiner Habilitationsschrift „Der Prozess der Trauerns“ (1972) entwickelt hat und das von Roland Antholzer wieder aufgegriffen wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Alfred Döblin: relevante biografische Angaben bis zur Entstehung des Werkes (wohl Juni 1905 nach Leo Kreutzer)

3 Rezeptionsgeschichte

4 Die vier Phasen der Trauer

4.1 Phase des Schocks

4.2 Phase der Kontrolle

4.3 Phase der Regression

4.4 Phase der Adaption

5 Die Phasen der Trauerbewältigung in der Erzählung

5.1 „Ich erinnere mich dieser Blume nicht“

5.2 „Der Kadaver mitten im Walde mußte fort. Fort.“

5.3 „Sie hieß vielleicht Ellen, gewiß Ellen.“

5.4 „An dem Jahrestag ihres Todes stellte er sich, als ob er sich an nichts erinnerte.“

6 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Trauerprozess des Protagonisten Michael Fischer in Alfred Döblins Erzählung „Die Ermordung einer Butterblume“. Ziel ist es, den individuellen Krankheitsverlauf und das psychische Verhalten der Hauptfigur durch die Anwendung des Vier-Phasen-Modells der Trauer nach Yorick Spiegel wissenschaftlich zu analysieren und als literarische Verarbeitung psychiatrischer Kenntnisse des Autors darzustellen.

  • Analyse des psychischen Zustands des Protagonisten Michael Fischer
  • Anwendung des Vier-Phasen-Modells der Trauer (Schock, Kontrolle, Regression, Adaption) auf die literarische Handlung
  • Biografische Einordnung von Alfred Döblin und dessen medizinisch-psychiatrischer Hintergrund
  • Untersuchung der Erzählweise und der Nutzung von Personifizierung und Wahnsinn
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Rezeptionsgeschichte des Werkes

Auszug aus dem Buch

Die Phasen der Trauerbewältigung in der Erzählung

Schon im Titel zeigt sich eine Dissonanz zwischen den Begriffen „Mord“ und „Butterblume“. Die Butterblume ist keine gewöhnliche Pflanze, sondern wird personifiziert, deshalb kann sie auch „ermordet“ werden.

Der Erzähler geht in medias res und führt den Leser somit unmittelbar in das Geschehen ein. „Ein schwarzgekleidete[r] Herr“ (S.102) geht spazieren. Dabei zählt er seine Schritte mit „eins, zwei, drei, bis hundert und rückwärts“(S.103). Herr Fischer zählt immer wieder, wie unter einem Zwang stehend. Die Aufzählung erinnert an das Einzählen in ein Musikstück und ist ebenfalls die Einleitung in die Erzählung und in die folgenden Ereignisse.

Die Beschreibungen des Spazierengehens von Herrn Fischer zeigen, dass es sich bei ihm nicht um eine herkömmliche Person handelt. Der Erzähler lässt ihn wie eine Marionette erscheinen. So läuft nicht Herr Fischer selbst, sondern der Erdboden zieht unter den Füßen fort und „die Arme schlenkerten an den Schultern“ (S.102). Auch das Verhalten von Herrn Fischer ist anders als von gewöhnlichen Spaziergängern. Er scheut das Licht und macht „entrüstete hastige Abwehrbewegungen“ (S.102). Dabei scheint alles an ihm ein Eigenleben zu haben und nicht gesteuert zu werden. Sowohl der Kopf als auch die Hände und letztendlich auch das Spazierstöckchen werden personifiziert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Verbindung von Alfred Döblins medizinischem Hintergrund und seinem literarischen Werk ein und stellt das zur Analyse verwendete Trauerphasen-Modell vor.

2 Alfred Döblin: relevante biografische Angaben bis zur Entstehung des Werkes (wohl Juni 1905 nach Leo Kreutzer): Dieses Kapitel beleuchtet Döblins Kindheit, Ausbildung und den Einfluss seiner Erfahrungen als Arzt auf sein literarisches Schaffen.

3 Rezeptionsgeschichte: Eine Übersicht über verschiedene literaturwissenschaftliche und psychoanalytische Deutungsansätze, die das Werk als Gesellschaftskritik oder als Darstellung beginnenden Wahnsinns interpretieren.

4 Die vier Phasen der Trauer: Erläuterung des von Yorick Spiegel entwickelten Modells, das die Stadien Schock, Kontrolle, Regression und Adaption für den Trauerprozess definiert.

5 Die Phasen der Trauerbewältigung in der Erzählung: Detaillierte Untersuchung der Handlung der Novelle, wobei die einzelnen Phasen des Trauerns systematisch auf das Verhalten von Herrn Fischer angewandt werden.

6 Schluss: Zusammenfassende Betrachtung, dass der Trauerprozess in der Erzählung eng mit dem Motiv des Wahnsinns verknüpft ist und Döblin komplexe psychologische Reaktionen literarisch umsetzt.

Schlüsselwörter

Alfred Döblin, Die Ermordung einer Butterblume, Trauerphasen, Yorick Spiegel, Wahnsinn, Groteske, Psychologie, Psychoanalyse, Expressionismus, Trauerbewältigung, literarische Analyse, Michael Fischer, Personifizierung, Medizin, Literatur des 20. Jahrhunderts

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den psychologischen Prozess der Trauerbewältigung des Protagonisten Michael Fischer in Alfred Döblins Erzählung „Die Ermordung einer Butterblume“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Zusammenhang zwischen psychiatrischem Wissen und Literatur, die Darstellung des Wahnsinns sowie die literarische Gestaltung von Trauerprozessen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Döblin als Nervenarzt seine Erkenntnisse über die Psyche nutzt, um den Trauerprozess des Protagonisten mittels eines theoretischen Phasenmodells nachvollziehbar darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt das Vier-Phasen-Modell der Trauer nach Yorick Spiegel als hermeneutische Folie zur Analyse des literarischen Textes.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird der biografische Hintergrund Döblins beleuchtet, die Rezeptionsgeschichte diskutiert und die Erzählung Schritt für Schritt anhand der Phasen des Trauerns (Schock, Kontrolle, Regression, Adaption) interpretiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Döblin, Trauerphasen, Wahnsinn, Groteske, Psychoanalyse und Literaturanalyse definiert.

Warum wird die Personifizierung der Butterblume so stark betont?

Die Personifizierung ist essenziell, da sie den Übergang vom bloßen Ereignis (dem „Mord“ an der Blume) hin zur psychotischen Trauer des Protagonisten ermöglicht, der die Blume als menschliches Gegenüber wahrnimmt.

Welche besondere Rolle spielt der Wahnsinn in der Novelle laut der Autorin?

Der Wahnsinn ist nicht nur das zentrale Thema, sondern bildet die Grundlage für die Verzerrung der Realität, durch die der Protagonist in den Trauerprozess hineingezogen wird.

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Details

Title
Die Ermordung einer Butterblume - Der Prozess des Trauerns
Subtitle
Alfred Döblin
College
University of Leipzig  (Institut für Germanistik)
Course
Die Künstlerproblematik in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts
Grade
1
Author
Josefine Schwer (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V129280
ISBN (eBook)
9783640356447
ISBN (Book)
9783640356805
Language
German
Tags
Alfred Döblin Expressionismus Psychologie Trauerphasen Yorick Spiegel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josefine Schwer (Author), 2008, Die Ermordung einer Butterblume - Der Prozess des Trauerns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129280
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