Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss von Autorität auf ihre Untergebenen und dem Gehorsam, welcher diesen bei Extremsituationen abverlangt wird. Hierzu werden die durch Autorität entstehenden Mechanismen und dafür verantwortlichen Aspekte herausgearbeitet, um Erklärungen dafür zu finden, inwieweit negative Mechanismen Autorität und Gehorsam betreffend auf das Individuum wirken.
Dazu wird vertieft auf die 1961 in New Haven (Connecticut) an der Yale University stattgefundenen und durch den Versuchsleiter Stanley Milgram durchgeführte Serie von Experimenten, Gehorsam gegenüber Autorität eingegangen. Hierunter zählt der Aufbau des Experimentes sowie der genaue Ablauf und die Erörterung der Beteiligung des Einzelnen in seiner Rolle. Der Einfluss von Autoritäten, welcher in verschiedenen Situationen auf das Individuum ausgeübt wird, kann demzufolge eine gewisse Problemstellung beinhalten. Dies meint, dass die Sozialisierung, welche dem Menschen aus ornithologischer Sichtweise über Jahrtausende hinweg als natürlicher Schutzfaktor diente, in speziellen Fällen und unter bestimmten Umständen von Autoritäten genutzt werden kann, um negativ geprägte Handlungen hervorzurufen.
Ferner werden die Befunde, welche diese von der Gesellschaft jener Zeit verunglimpften Experimente hervorbrachten, auf die ethische und moralische Korrektheit hin geprüft, um aus den heutzutage geltenden Bestimmungen für ethisch vertretbare Forschung neue Möglichkeiten für experimentelle Sozialforschung in den Bereichen Gehorsam durch Autorität zu evaluieren und diese Ergebnisse dann anschließend in einem präventiven Kontext der Unternehmenspraxis zu setzen, wo sie in einer stark abgewandelten Form Anwendung finden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
2. Das Milgram Experiment
2.1 Forschungsziel
2.2 Aufbau und Durchführung des Experiments
2.3 Befunde und Fazit
2.4 Ursachen für Gehorsam
2.5 Moderatoren des Milgram- Effektes
3. Reflexion der Forschungsethik von high- Impact Studien
4 Aktuelle Entwicklungen der Forschungsethik In der Sozialpsychologie
4.1 Richtlinien zur Ethisch Vertretbaren Forschung nach der DGPs
4.2 Ideen zur ethisch korrekten Erforschung von Autorität und Gehorsam
4.3 Begründung des Ethischen Vorgehens im Forschungsbericht
4.4 Handhabung bei Missachtung der Forschungsethik
5.Wirkung der negativen Mechanismen von Autorität und Gehorsam im Kontext der Unternehmenspraxis
5.1 Blinde Hierarchie Gläubigkeit
5.2 Die Systemfalle
5.3 Autorität und Fehler im Management
5.4 Funktion von Soziale Normen Explizit und implizit
5.5 Einflussnahme mittels Judostrategien
5.6 Das Autoritätsargument
6. Maßnahmen zur Prävention durch Fehlentwicklungen
6.1 Verringern von Unkritischem Gehorsam
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Autorität auf das Individuum und analysiert die Mechanismen, die zu blindem Gehorsam unter extremen Bedingungen führen, sowie deren Übertragbarkeit und Präventionsmöglichkeiten in der modernen Unternehmenspraxis.
- Die Psychologie des Gehorsams basierend auf dem Milgram-Experiment.
- Ethische Reflexion von "High-Impact"-Studien und aktuelle Richtlinien.
- Negative Mechanismen von Autorität im Management.
- Präventionsstrategien gegen unkritischen Gehorsam in Organisationen.
Auszug aus dem Buch
Die Baseline Studie
Die Baseline Studie war das erste von Stanley Milgram durchgeführte Laborexperiment, für dieses benötigte er 40 Männliche Probanden zwischen 20 und 50 Jahre, welche er alle wie damals üblich, über eine Öffentliche Bekanntmachung aus einer Zeitungsannonce heraus rekrutierte. In dieser Annonce war die Rede von einer Wissenschaftlichen Studie zur Lern und Merkfähigkeit, was natürlich eine Seitens der Forscher gut kalkulierte Finte war, um den tatsächlichen Forschungsgegenstand „Gehorsam“ zu verschleiern, für die Teilnahme gab es eine Vergütung von vier Dollar und ein Fahrgeld von 50 Cent. Was für die damalige Zeit ein angemessener Stundenlohn war. Da auch sonst keine weiteren Voraussetzungen an speziellen Fähigkeiten gefordert waren, und man sich direkt über den unten angebrachten Vordruck recht simpel Kategorisieren konnte, meldete sich eine Vielzahl an potenziellen Bewerbern aus heterogenen Berufsgruppen und Alter.
Die Teilnehmer wurden in zweierlei Gruppen geteilt, die eine Gruppe wurde mit der Rolle des Lehrers betraut, die andere Gruppe bekam die Rolle des Schülers, diese Gruppe bestand aus vertrauten des Versuchsleitung. Durch einen Trick konnte man nun die richtigen Teilnehmer, allen die Rolle des Lehrers zuteilen, dessen Aufgabe es war Wortpaare aus einer Liste vorzulesen sowie den Schüler bei falschem Wiedergeben über elektrischen Schock zu bestrafen. Die abgegebene Stromstärke konnte dabei von 15 V, was die harmloseste Stromstärke darstellt, bis hin zu 450 V angepasst werden, was allgemein als lebensbedrohlich gilt, dabei sollte diese um 15 V pro Fehler des Falschen Schülers erhöht werden. Die Bestrafung des Schülers sollte anbei nur passieren, wenn dieser Fehler im auswendig lernen von Wortpaaren begehe.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik des Gehorsams anhand historischer Gräueltaten und Ankündigung der Analyse des Milgram-Experiments.
2. Das Milgram Experiment: Darstellung des Forschungsziels, des experimentellen Aufbaus sowie der Ergebnisse und Ursachen für Gehorsam.
3. Reflexion der Forschungsethik von high- Impact Studien: Kritische Auseinandersetzung mit den ethisch fragwürdigen Methoden vergangener Sozialpsychologie-Studien.
4 Aktuelle Entwicklungen der Forschungsethik In der Sozialpsychologie: Analyse zeitgemäßer ethischer Richtlinien für Forschungsprojekte und deren Anwendung.
5.Wirkung der negativen Mechanismen von Autorität und Gehorsam im Kontext der Unternehmenspraxis: Untersuchung dysfunktionaler Organisationsstrukturen und des Einflusses von Hierarchien auf das Mitarbeiterverhalten.
6. Maßnahmen zur Prävention durch Fehlentwicklungen: Vorstellung von Methoden zur Förderung einer offenen Unternehmenskultur und zur Reduktion von unkritischem Gehorsam.
Fazit: Zusammenfassende Rückschau auf die Determinanten unreflektierter Autoritätsgläubigkeit und die Bedeutung präventiver Unternehmenskultur.
Schlüsselwörter
Milgram-Experiment, Gehorsam, Autorität, Forschungsethik, Sozialpsychologie, Unternehmenspraxis, Hierarchie, Systemfalle, Führung, Gruppennormen, Judostrategien, Prävention, Täuschung, Verantwortungsdelegation, Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das psychologische Phänomen des Gehorsams gegenüber Autoritäten und dessen Auswirkungen auf das Individuum, ausgehend von Milgrams klassischen Experimenten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Ursachen von Gehorsam, die ethischen Implikationen experimenteller Sozialforschung sowie die Übertragung dieser Mechanismen in das Management von Unternehmen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unkritischer Gehorsam entsteht und welche destruktiven Potenziale dieser in Organisationen entfalten kann, um daraus präventive Maßnahmen für die Praxis abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung genutzt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, welche klassische sozialpsychologische Studien (insbesondere Milgram) mit modernen managementtheoretischen Ansätzen verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die ethische Reflexion von High-Impact-Studien sowie die Untersuchung negativer Mechanismen durch Autorität und Hierarchie im beruflichen Kontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Milgram-Experiment, Gehorsam, Autoritätsgläubigkeit, Forschungsethik, Systemfalle und Unternehmenskultur.
Inwiefern beeinflussen soziale Normen das Verhalten in Unternehmen?
Soziale Normen definieren, welche Verhaltensweisen als akzeptabel gelten, und können Mitarbeiter dazu bewegen, sich aus Angst vor Sanktionen oder im Streben nach Aufstieg unreflektiert gegenüber Autoritäten zu verhalten.
Warum wird im Kontext von Fehlentwicklungen das Beispiel des Hauptstadt-Flughafens genannt?
Das Beispiel verdeutlicht, wie durch blinden Gehorsam und dysfunktionale hierarchische Strukturen in einem Management-Projekt massive negative Folgen und Fehlplanungen über einen langen Zeitraum toleriert wurden.
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- Eloy Veit (Author), 2020, Das Milgram Experiment. Zentrale Befunde über Gehorsam, Autorität und praktische Implikationen für die Unternehmenspraxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1293018