Die Simpsons im Englischunterricht der 9. Klasse

Ein Konzeptentwurf auf Grundlage des Berliner Modells


Seminararbeit, 2008

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Wahl der Serie „The Simpsons"

Die Wahl der Jahrgangsstufe

Vorstellung der Serie „The Simpsons" — Inhalte und Hintergrunde

Vorstellung des Berliner Modells

Anwendung des Berliner Modells auf das Konzept „Die Simpsons im Englischunterricht der 9. Klasse"

Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang Seite

Einleitung

Als der Autor verschiedene Schuler im Alter von 14-15 Jahren nach der Schule fragt, bekommt er einige Male nur ein genervtes Stohnen als Antwort. Wichtiger als Schule und die dort vermittelten Facherinhalte sind vor allem das andere Geschlecht, Freunde, das Internet, Computerspiele, Fernsehen oder die neusten Lieder auf dem Musikmarkt. Der 15-jahrige Sebastian, Gymnasialschuler aus Passau, antwortet auf die Frage, wie er den Englischunterricht findet, kurz mit dem Wort „langweilig". Als der Autor mit der Frage „Warum?" nachhakt, bekommt er zu horen: „Wir miissen immer nur Aufgaben im Buch bearbeiten und reden tun wir kaum miteinander." Fur Jugendliche scheint es nicht nur einiges Wichtigeres als Inhalte der Schule zu geben, die Inhalte werden zudem „langweilig" vermittelt. Wie kann da Abhilfe geschaffen werden? Wie und womit kann man als Lehrer die Anforderungen des Lehrplans erfullen und es gleichzeitig schaffen die Schuler zu erreichen und zu motivieren? Diese beiden Fragen sind sehr allgemein und umfassen mehrere Fachgebiete und Aspekte, die berucksichtigt werden mussen. Da dies den Umfang dieser Arbeit sprengen wiirde, beschrankt sich der Autor auf ein konkretes Konzept, welches als Anregung zu einer selbststandigen Unterrichtsreihe oder als Einschub im Umfang von 1-2 Unterrichtsstunden zwischen zwei Unterrichtsreihen umgesetzt werden kann. Dieses Konzept soll schulerorientierten Unterricht verdeutlichen und zeigen wie Unterricht ansprechend und motivierend gestaltet werden kann und gleichzeitig wichtige Inhalte und Methoden vermittelt. Im Wesentlichen sollen im Englischunterricht der neunten Klasse ausgewahlte Folgen der Serie „The Simpsons" auf Englisch (gegebenenfalls mit englischem Untertitel) gezeigt werden. Anschliellend sollen die dargebotenen Inhalte besprochen, reflektiert und diskutiert werden. Auch die Gestaltung von eigenen an „The Simpsons" angelehnten Szenen ist moglich. Dieses Grobkonzept wird im Folgenden erlautert, erklart und anhand des Berliner Modells und den Anforderungen des Lehrplans vorgestellt. Zuerst wird die Entscheidung, die Serie „The Simpsons" zu nehmen und die Entscheidung des Einsatzes in der neunten Klasse dargelegt und begrundet. Im Weiteren werden zum umfassenden Verstandnis kurz allgemeine Informationen fiber die Serie gegeben und eine Vorstellung ihrer Hauptcharaktere findet statt. Dann wird das aus der Didaktik stammende „Berliner Modell" dargelegt und auf das Konzept „Die Simpsons im Englischunterricht der neunten Klasse" angewandt. Dabei werden Inhalte und Ziele des Konzepts erläutert und der Einsatz von bestimmten Methoden und Medien aufgezeigt. Abschliellend folgt ein Fazit.

Die Wahl der Serie „The Simpsons"

Zu Beginn soll erst einmal ilberprilft werden, ob „The Simpsons", eine Zeichentrickserie aus den USA, als Thema einer oder zwei Unterrichtsstunden beziehungsweise einer Unterrichtsreihe ilberhaupt geeignet ist filr den Englischunterricht in der neunten Klasse an Gymnasien. Dazu werden drei Aspekte berilcksichtigt: die JIM-Studie 2006[1], der bayrische Lehrplan filr neunte Klassen an Gymnasien und die zentralen Eigenschaften der Serie.

Im Rahmen der JIM-Studie 2006 wurden Jugendliche im Alter von 12-19 Jahren gefragt welches ihre Lieblingssendung sei. Konkrete Antwortvorgaben gab es nicht, drei Nennungen waren möglich. „The Simpsons" war die am häufigsten genannte Antwort. Hinzu kommt, dass „The Simpsons" generell das beliebteste Zeichentrickformat der 12-19-jährigen ist und die Zahl der begeisterten Rezipienten mit steigendem Alter und Bildungsgrad zunimmt.[2] Die JIM-Studie 2007 bestätigte die Ergebnisse nicht nur, die Prozentzahl derer, die „The Simpsons" als beliebteste Serie angaben, stieg zudem leicht an.[3] Die Serie „The Simpsons" hat bei Jugendlichen also einen allgemeinen Beliebtheitsgrad. Als Lehrperson kann man somit davon ausgehen, dass eine Unterrichtssequenz mit dem Thema „The Simpsons" bei einem Grollteil der Schiller auf positive Reaktionen trifft und daraus resultierend eine höhere Aufmerksamkeit und höhere Motivation hervorrufen kann. Da der Unterricht laut bayrischem Lehrplan bezogen auf die neunte Klasse an Gymnasien unter anderem die „Förderung positiver Grundeinstellungen filr das interkulturelle Lernen"[4] sowie „die Behandlung von Themen [...], die die Schiller persönlich ansprechen"[5] beinhalten soll, lässt sich die Serie „The Simpsons" also perfekt in die Unterrichtsplanung einfilgen, auch und vor allem mit Berilcksichtigung des Lehrplans, der explizit vorsieht „Ausschnitte aus Rundfunk — und Fernsehsendungen"[6] im Unterricht zu behandeln. Ferner wird im Lehrplan festgehalten, dass sich die Schiller „mit den gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen in den Zielländern auseinandersetzten"[7] sollen um „sie zur Reflexion eigener Verhaltensnormen"[8] anzuregen und damit sie lernen „stereotypen Vorstellungen kritisch gegenilberzutreten und anderen Wertvorstellungen offen und unvoreingenommen zu begegnen".[9] Durch die inhaltlichen Themen, die in der Serie „The Simpsons" behandelt werden, wird genau dies erfilllt. Die Zeichentrickserie zeichnet sich durch eine Kombination aus Slapstick einerseits und politischen und gesellschaftlichen Themen, der Darstellung verschiedener Positionen und kritischer Blickwinkel im Bezug auf Medien, Politik oder Kulturen andererseits aus. Die Serie ist dadurch vielschichtig und auf mehreren Ebenen behandelbar und deshalb ideal filr einen Einsatz im Unterricht. Hinzu kommt, dass das gesprochene amerikanische Englisch in der Serie recht deutlich und damit gut verständlich ist.

Die Wahl der Jahrgangsstufe

Es soll nun kurz begrilndet werden, warum sich gerade die neunte Klasse filr den Einsatz der Zeichentrickserie „The Simpsons" eignet. Mit dem Erreichen der neunten Klasse haben die Schiller „die Grundphase des Spracherwerbs abgeschlossen".[10] Das heillt mit anderen Worten, dass sie nach vier Jahren Englischunterricht einen alltagstauglichen Grundstamm an Vokabeln zur Verfügung haben und auch die Grammatik grundlegend beherrschen. Damit bringen sie die Vorraussetzung zum Verständnis der Dialoge in der Zeichentrickserie „The Simpsons" mit. Der bayrische Lehrplan sieht konkret in der neunten Klasse an Gymnasien vor, dass die Schüler „die wesentlichen Aussagen auch längerer authentischer [...] Hör-/Sehtexte verstehen"[11] sollen, sowie „sprachliche und formale Gestaltungsmittel [...] und deren Wirkung erkennen"[12] sollen und sie darüber hinaus auch selber „szenisch gestalten"[13] können. „The Simpsons" sind ein längerer authentischer Hör-/Sehtext, deren Gestaltungsmittel man herausarbeiten und deren Wirkung man analysieren kann. Auch bieten die Konstellationen der Figuren in der Zeichentrickserie eine gute Voraussetzung um Kurzspiele daran anzuknüpfen. Somit sind einerseits von Seiten der Neunklässler die notwendigen Vorkenntnisse vorhanden um „The Simpsons" behandeln zu können und auf der anderen Seite kann die Behandlung dieser Serie den umfassenden Anforderungen des Lehrplans der neunten Klasse gerecht werden.

Ein Einsatz in höheren Jahrgangsstufen ist darüber hinaus ebenfalls möglich. Das Niveau der Besprechung, Diskussion und Erarbeitung kann problemlos entsprechend gehoben werden.

Bei jüngeren Jahrgängen besteht die Gefahr, dass der Inhalt der Serie auf Englisch aufgrund mangelnder Vokabelkenntnisse noch nicht gut genug verstanden wird, um sicher darüber diskutieren zu können, was wiederum zu Demotivation und Resignation führen kann. Von einem Einsatz vor der neunten Jahrgangsstufe ist also eher abzuraten.

[...]


[1] Vollständiger Titel: JIM-Studie 2006. Jugend, Information, (Multi-)Media. Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland.

[2] Medienpädagogischer Forschungsverbund Sildwest (Hg.): JIM-Studie 2006 Jugend, Information, (Multi-)Media. Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Mpfs: Stuttgart 2006, Seite 25. (URL: http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf06/JIM-Studie_2006.pdf, zuletzt gesichtet am 24.11.2008).

[3] Medienpädagogischer Forschungsverbund Sildwest (Hg.): JIM-Studie 2007 Jugend, Information, (Multi-)Media. Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Mpfs: Stuttgart 2007, Seite 24. (URL: http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf07/JIM-Studie2007.pdf, zuletzt gesichtet am 24.11.2008).

[4] Bayerisches Staatsministerium filr Unterricht und Kultus (Hg.): „Englisch" In: Lehrplan für das Gymnasium in Bayern, Milnchen 2003. (URL: http://www.isb-gym8-lehrplan.de/contentserv/3.1.neu/g8.de/index.php?StoryID =26368, zuletzt gesichtet am 24.11.2008).

[5] ebd.

[6] ebd.

[7] ebd.

[8] ebd.

[9] ebd.

[10] Bayerisches Staatsministerium filr Unterricht und Kultus (Hg.): „Englisch (1. Fremdsprache)" In: Lehrplan für das Gymnasium in Bayern, Milnchen 2003. (URL: http://www.isb-gym8-lehrplan.de/contentserv/3.1.neu/g8.de/index.php?StoryID =262458PHPSESSID =3062336097df628 7f92c951b9a7fc99d, zuletzt gesichtet am 24.11.2008).

[11] Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus (Hg.): „Englisch (1. Fremdsprache)" In:

Lehrplan für das Gymnasium in Bayern, München 2003. (URL: http://www.isb-gym8-lehrplan.de/contentserv/3.1.neu/g8.de/index.php?StoryID =262458PHPSESSID =3062336097df628 7f92c951b9a7fc99d, zuletzt gesichtet am 24.11.2008).

[12] ebd.

[13] ebd.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Simpsons im Englischunterricht der 9. Klasse
Untertitel
Ein Konzeptentwurf auf Grundlage des Berliner Modells
Hochschule
Universität Passau
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V129309
ISBN (eBook)
9783640356508
ISBN (Buch)
9783640356867
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Simpsons, Englischunterricht, Klasse, Konzeptentwurf, Grundlage, Berliner, Modells
Arbeit zitieren
Joana Hegemann (Autor), 2008, Die Simpsons im Englischunterricht der 9. Klasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129309

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