Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen von psychischen Prozessen auf die Konsumforschung und das Kaufverhalten. Im Gabler Wirtschaftslexikon wird eine Kaufentscheidung als der gesamte Prozess von der Produktwahrnehmung bis zur Produktauswahl betrachtet, ferner können diese individuell oder kollektiv getroffen werden. Die Arten unterscheiden sich nach dem Grund der psychischen Aktivierung, der gedanklichen Steuerung und des automatisch reizgesteuerten Handelns.
Der Begriff Involvement zu Deutsch Beteiligung, beinhaltet nach Orth das Engagement, den persönlichen Einsatz und die persönliche Betroffenheit im Kontext einer Aufgabe oder eines Sachverhalts. Im Zusammenhang mit dem Konsumverhalten, ist die Differenzierung von High und Low Involvement in dichotome Kategorien relevant, da diese eine unterschiedliche Herangehensweise an den Kauf von Produkten implizieren.
Während High Involvement ein hohes persönliches Engagement und Interesse bedeutet und somit zwangsläufig zu einer umfangreicheren und ausführlicheren Beschäftigung im Vorfeld des Produktkaufes führt, sind beim Low Involvement Informationen eher von sekundärer Priorität. Prinzipiell beinhaltet dieses eher ein geringeres Engagement und Interesse am Produktkauf. Zu beobachten ist dieses Verhalten beim Kauf von täglichen Gebrauchsgütern - wer kennt es nicht, den schnellen Griff ins Regal. Sachinformationen sind wie oben bereits angeführt hier nicht ausschlaggebend. Dafür sind emotionale Reize, welche die Aufmerksamkeit erregen, umso wichtiger.
Inhaltsverzeichnis
1.1 Charakteristiken von elementaren aktivierenden Prozessen in der Konsumforschung
1.2 Beteiligung von Emotion, (Triebe)- Motivation und Einstellungen im Prozess der Energiebereitstellung im Rahmen der Konsumentenforschung
2.1 Typologisierung von Kaufentscheidungen nach kognitivem Involvement
2.2 Determinanten und Restriktionen des Extensivem Kaufverhalten
2.3 Determinanten des Limitierten Kaufverhalten und Bedeutung des Consideration- Sets
2.4 Habituelles Kaufverhalten
2.5 Impulsives Kaufverhalten
3.1 Methodischer Rahmen der Marktforschung
3.2 Qualitative und Explorative Marktforschung
3.3 Merkmale und Methoden der Quantitativen (deskriptiven) Forschung in der psychologischen Marktforschung
3.4 Erläuterung der Kausalen Aspekte der quantitativen Marktforschung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, die psychologischen Rahmenbedingungen des Konsumentenverhaltens sowie grundlegende Methoden der Marktforschung wissenschaftlich fundiert darzustellen und zu analysieren.
- Elementare aktivierende Prozesse und deren Steuerung
- Differenzierte Typologisierung von Kaufentscheidungsprozessen
- Einflussfaktoren und Restriktionen des Konsumentenverhaltens
- Qualitative und quantitative methodische Ansätze in der Marktforschung
- Kausale Aspekte bei der Erhebung und Analyse von Marktdaten
Auszug aus dem Buch
1.1 Charakteristiken von elementaren aktivierenden Prozessen in der Konsumforschung
Durch die Entwicklung des verhaltenswissenschaftlichen Ansatzes, Ende der 1950er- bis 19er- Jahre und dessen spätere Einführung in den 1970er Jahren in Deutschland, wurde ein wesentlicher Schritt, hin zum Erklären und Verstehen des Konsumentenbezogenen Kaufverhaltens errungen so Esch. Weiter führt er aus, dass durch den Einbezug einer Ursache-Wirkungs-Beziehung es erstmals möglich ist , die Konsumentenforschung unter einer interdisziplinären Blickwinkel, einheitlich zu betrachten bzw. zu erforschen. Die Konsumentenforschung stellt som. ein Konglomerat an Teil-Disziplinen dar, welche alle samt Positivistische orientiert sind.
Es fließen folgende Merkmale aus eben angeführten Disziplinen mit ein, die Hypothesenbildung, Methodik- vertiefende Erkenntnisse der Psychologie- die empirischen Sozialwissenschaft, die Soziologie bzw. Sozialpsychologie, die vergleichenden Verhaltensforschung (Cross-Culturalresearch) und die physiologischen Verhaltenswissenschaft- nur um die wichtigsten Disziplinen erwähnt zu haben. Unter Aktivierung verstehen Foscht, Swoboda und Schramm-Klein Vorgänge, welche mit innerer Erregung und Spannung verbunden sind, resp. das Menschliche Verhalten mit Energie versorgen und es antreiben. Dabei umfassen die aktivierenden Vorgänge- Emotionen, Motivation und Einstellungen.
Orth setzt die elementaren aktivierenden Prozesse an den Anfang der Verhaltenskette, dabei differenziert sie in die unspezifischen und spezifischen elementaren aktivierenden Prozesse. Diese Charakterisieren sich nach ihr durch die fehlende Zuweisbarkeit der Bedürfnisse, so zeichnen sich diese eher durch eine allgemeine im Organismus vorhandene Anspannung aus, oder äußern sich in Unruhe. Die spezifischen Formen der Aktivierung hingegen sind eindeutig dem Einfluss kognitiver Prozesse, Bewertungen und Erfahren angehörig- sie lösen somit komplexe aktivierende Prozesse aus, welche nicht zuletzt in Emotionen, Motivationen und Einstellungen resultieren. Daraus ist abzuleiten, dass sie som. direkten Einfluss auf die Wachheit und Leistungsfähigkeit eines Organismus ausüben. Orth beschreibt dies folgend, „d.h. Sie bestimmen, ob und inwieweit eine Person aktiv wird.“ Die Aktivierung stellt nach Kroeber und Weinberg eine Grunddimension aller Antriebsprozesse dar. Kommt es zu einer Aktivierung, wird der Organismus mit Energie versorgt was sich in der Veränderung des Bewusstseins Zustand bemerkbar macht.
Zusammenfassung der Kapitel
1.1 Charakteristiken von elementaren aktivierenden Prozessen in der Konsumforschung: Dieses Kapitel erläutert die verhaltenswissenschaftlichen Grundlagen und definiert das Konzept der Aktivierung als Antriebskraft hinter dem Konsumentenverhalten.
1.2 Beteiligung von Emotion, (Triebe)- Motivation und Einstellungen im Prozess der Energiebereitstellung im Rahmen der Konsumentenforschung: Hier werden die psychologischen Bestimmungskomponenten Motivation und Einstellung sowie deren Hierarchie und Bedeutung für das Konsumverhalten analysiert.
2.1 Typologisierung von Kaufentscheidungen nach kognitivem Involvement: Dieses Kapitel klassifiziert Kaufentscheidungen anhand des Grads der kognitiven Steuerung und führt in das Konzept des Involvements ein.
2.2 Determinanten und Restriktionen des Extensivem Kaufverhalten: Der Fokus liegt auf der Analyse komplexer, kognitiv gesteuerter Entscheidungsprozesse und den Barrieren, denen Konsumenten dabei unterliegen.
2.3 Determinanten des Limitierten Kaufverhalten und Bedeutung des Consideration- Sets: Dieses Kapitel behandelt Entscheidungen mit verfestigten Mustern und die zentrale Rolle der Alternativenauswahl (Consideration-Sets).
2.4 Habituelles Kaufverhalten: Hier wird der gewohnheitsmäßige Konsum als Mechanismus der kognitiven Entlastung und die Entstehung solcher Muster beleuchtet.
2.5 Impulsives Kaufverhalten: Dieses Kapitel beschreibt spontane, affektiv gesteuerte Kaufentscheidungen und deren Entstehungsursachen unter Reizabhängigkeit.
3.1 Methodischer Rahmen der Marktforschung: Der methodische Aufbau der Marktforschung zur Gewinnung fundierter Erkenntnisse über Marktentscheidungen wird hier definiert.
3.2 Qualitative und Explorative Marktforschung: Dieses Kapitel legt dar, wie durch qualitative Ansätze Motive untersucht werden können, weist aber auch auf deren Kritikpunkte hin.
3.3 Merkmale und Methoden der Quantitativen (deskriptiven) Forschung in der psychologischen Marktforschung: Hier werden die Erhebung numerischer Daten sowie deskriptive Analysemethoden vorgestellt.
3.4 Erläuterung der Kausalen Aspekte der quantitativen Marktforschung: Dieses Kapitel schließt mit einer Betrachtung der kausalen Forschung zur Identifikation von Ursache-Wirkungs-Beziehungen ab.
Schlüsselwörter
Konsumentenforschung, Kaufverhalten, Aktivierung, Motivation, Einstellung, Involvement, Marktforschung, Qualitative Forschung, Quantitative Forschung, Marktanalyse, Kausalanalyse, Habitualisierung, Impulskauf, Entscheidungsfindung, Konsumentenpsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen Grundlagen des Konsumverhaltens und den wissenschaftlichen Methoden, mit denen dieses Verhalten in der Marktforschung untersucht wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die psychologische Aktivierung von Konsumenten, die Typologisierung verschiedener Kaufentscheidungsprozesse sowie die methodischen Herausforderungen der qualitativen und quantitativen Marktforschung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis für die psychologischen Antriebe (wie Emotionen, Triebe und Motive) und die methodischen Werkzeuge zur Analyse von Kaufentscheidungen zu vermitteln.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden beleuchtet?
Die Arbeit deckt ein breites methodisches Spektrum ab, von explorativen qualitativen Verfahren über standardisierte quantitative Befragungen bis hin zu kausalen Versuchsaufbauten.
Was steht im Zentrum des Hauptteils?
Im Hauptteil steht die Differenzierung von vier spezifischen Kaufentscheidungstypen (extensiv, limitiert, habituell, impulsiv) sowie deren Analyse im Kontext marktforscherischer Methoden.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Charakterisierende Begriffe sind unter anderem Konsumentenpsychologie, Involvement, Evoked Set, Verhaltenssteuerung und Marktanalyse-Verfahren.
Warum spielt das Konzept des "Involvement" eine entscheidende Rolle für Kaufentscheidungen?
Das Involvement drückt die persönliche Beteiligung und das Interesse eines Konsumenten aus, was maßgeblich bestimmt, wie intensiv die Informationssuche und der Entscheidungsprozess ablaufen.
Wie unterscheidet sich "Habituelles" Kaufverhalten von "Impulsivem" Kaufverhalten?
Während habituelle Entscheidungen auf erlernten, verfestigten Gewohnheiten zur kognitiven Entlastung basieren, zeichnen sich impulsive Entscheidungen durch eine spontane, affektive Reaktion auf externe Reize ohne kognitive Kontrolle aus.
Welche Bedeutung haben die "5 D's" der qualitativen Marktforschung?
Die 5 D's bilden den Aufgabenkatalog der qualitativen Forschung, um die komplexen und teils wenig sichtbaren Prozesse des Konsumentenverhaltens systematisch zu dokumentieren und zu evaluieren.
- Arbeit zitieren
- Eloy Veit (Autor:in), 2020, Auswirkungen von psychischen Prozessen auf die Konsumforschung und das Kaufverhalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1293307