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Life in Death - Die Umkehrung des Pygmalion-Mythos in Edgar Allan Poes "The Oval Portrait"

Title: Life in Death - Die Umkehrung des Pygmalion-Mythos in Edgar Allan Poes "The Oval Portrait"

Term Paper , 2009 , 23 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Deniz Tavli (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Summary Excerpt Details

Einleitung
Pygmalion aus Ovids Metmorphosen und der namenlose Maler des Portraits aus Edgar Allan Poes The Oval Portrait –was verbindet diese Charaktere aus zwei Werken unterschiedlichster Epochen miteinander? Beide sind Schöpfer eines Kunstwerks. Pygmalion erschafft Galathea, eine Elfenbeinstatue, die zu einer lebenden Frau aus Fleisch und Blut wird. Der namenlose Maler in Poes Erzählung malt ein fatales Porträt, bei dem das abgebildete Objekt einen hohen Preis für sein Simulacrum zahlen muss. Neben dem Akt des Schöpfens und Formens, welcher bis zur romantischen Epoche lediglich im Nach- und Abbilden der Natur bestand, gibt es noch weitere Aspekte, die bei der Schaffung von Kunst eine zentrale Rolle spielen: Einerseits die Verbesserung der Natur durch die Kunst (Aemulatio) wodurch der Künstler nicht mehr nur Nachbildner von etwas bereits Gegebenem ist, sondern Schöpfer von etwas Neuem wird. Die Natur steht somit der Kunst nicht mehr als Vorbild voran, denn die Kunst emanzipiert sich und definiert sich um. Ihr antagonistisches Gegenüber muss nicht mehr die Natur, das Leben, das Dynamische sein. Es könnte auch der Tod, das Statische, die Kunst, also sie selbst, sein. Beim Betrachten dieser dichotomen Paare Kunst/Natur, Leben/Tod, Dynamik/Statik stellen sich folgende Fragen, die den Anspruch an die Kunst und ihre Auswirkung betreffen:Bildet Kunst das Leben, die Natur, nur ab? Verbessert sie diese? Ist Kunst ein Ausweg aus dem Verfall? Kann man durch Kunst dem Tod entgehen? Inwiefern kann Kunst zerstören?
In der Romantik wurde der mimetische Anspruch der Literatur überwunden und eine neue Auffassung konstituierte sich allmählich. Einer der auffälligsten Umstürzler dieser Zeit, namentlich Edgar Allan Poe, befasste sich exakt mit diesen Fragen in seinem Werk.In Poes Erzählung The Oval Portrait wurden auf geschickte Weise die traditionellen Binärpaare in ein trianguläres Verhältnis voller Komplexität umgeformt. In diesem neuen Verhältnis steht die Kunst als eine Art Vermittler zwischen dem Leben und dem Tod. Als Grundgerüst von Poes Text dient der Topos des Lebendigwerdens der Kunst, der im Ovidschen Pygmalion- Mythos eine deutliche Ausführung findet.
Diese Arbeit soll einerseits nachweisen, dass Poe in seiner Erzählung eine Umkehrung des Pygmalion- Mythos verwendet und somit das klassische Kunstverständnis seiner Epoche aufbricht. Andererseits soll erklärt werden, auf welche Weise sich dies auf die Rolle des Künstlers und auf das Objekt der Kunst auswirkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Pygmalions Galathea- das ideale Kunstwerk

2. The Oval Portrait

2.1 Die Malersbraut- eine Rivalin der Kunst

2.2 Übertragung und die Life- likeliness of expression

2.3 Der Porträtrahmen- Ein Seitenblick auf Poes Arabeske

2.4 Die Problematik der Wahrnehmung

3. Der Verdacht eines Todes

4. Überlistung des Todes oder die Vision von einem Leben im Tod

5. Biografischer Exkurs: Die Frauen des Edgar Allan Poe

6. Fazit: „Pleasure, not truth...“- die Emanzipation der Kunst

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die erzählerische Umkehrung des klassischen Pygmalion-Mythos in Edgar Allan Poes "The Oval Portrait". Dabei wird analysiert, wie Poe durch die Verknüpfung von Kunst, Leben und Tod eine neue Perspektive auf die Rolle des Künstlers und die Autonomie der Kunst eröffnet, wobei das Werk als Kritik an einer zweckrationalen, moralisierenden Kunstauffassung verstanden wird.

  • Der Vergleich zwischen dem Ovidschen Pygmalion-Mythos und Poes "The Oval Portrait"
  • Das trianguläre Verhältnis zwischen Kunst, Leben und Tod
  • Die Rolle des "Lebendigwerdens" der Kunst als tödlicher Prozess
  • Der Einfluss von Poes Biografie und seinen Verlusterfahrungen auf seine Literatur
  • Die Kritik an einer zweckhaften Kunstauffassung zugunsten einer autonomen Kunst

Auszug aus dem Buch

2. The Oval Portrait

In Poes The Oval Portrait ist es ebenfalls eine junge und schöne Frau, die einerseits das Objekt, gleichzeitig aber auch die Geliebte des Künstlers ist.

Während die antike Erzählung von Pygmalion auf einem Kunstverständnis gründet, in dem die Kunst eine schaffende Kraft im Menschen ist, welche die natürlichen Regeln der Natur zu überschreiten versucht, indem sie etwas unbelebtes und starres verlebendigen kann, verwendet Edgar Allan Poe eine Form der Umkehrung dieser klassischen Auffassung.

In The Oval Portrait, erstmals unter dem Titel Life in Death 1842 erschienen, findet eben diese Umkehrung des Pygmalion- Mythos statt, indem er aus den konventionellen binären Oppositionen Leben versus Tod und Kunst versus Natur ein neues trianguläres Verhältnis zwischen der Kunst, dem Leben und dem Tod erschafft, in welchem das Leben Resultat einer schaffenden Natur ist, allerdings der Tod, zwar ebenfalls als Teil der Natur verstanden, nur in der Kunst seine Überwindung findet.

Überhaupt lassen sich in Poes Werken oftmals Umkehrungen konventioneller Auffassungen von Kunst und Literatur und tradierten Dichotomien finden. Eine Absicht könnte dabei gewesen sein mit dieser Spielart der Topoi ein neues Kunstverständnis und Künstlerbild zu kreieren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Verbindung zwischen dem antiken Pygmalion-Mythos und Edgar Allan Poes Erzählung unter Berücksichtigung romantischer Kunstauffassungen.

1. Pygmalions Galathea- das ideale Kunstwerk: Analyse der antiken Vorlage bei Ovid, in der die Kunst als Mittel zur Verbesserung der Natur und als männliches Schöpfungsideal dargestellt wird.

2. The Oval Portrait: Untersuchung der strukturellen Umkehrung des Pygmalion-Mythos durch Poe, bei der die Kunst nicht belebt, sondern dem Leben die Essenz entzieht.

2.1 Die Malersbraut- eine Rivalin der Kunst: Betrachtung der tödlichen Konkurrenz zwischen der lebenden Ehefrau und dem künstlerischen Schaffen des Malers.

2.2 Übertragung und die Life- likeliness of expression: Analyse des Übertragungsvorgangs der Lebenskraft vom Subjekt auf das Porträt und der Rolle des Betrachters.

2.3 Der Porträtrahmen- Ein Seitenblick auf Poes Arabeske: Deutung der ornamentalen Rahmung als Symbol für das Unheimliche und die Verbindung von Kunst und Tod.

2.4 Die Problematik der Wahrnehmung: Untersuchung der durch die Ornamentik und den Zustand des Erzählers gestörten Wahrnehmung des Kunstwerks.

3. Der Verdacht eines Todes: Analyse der Indizien, die den Tod des Ich-Erzählers in der Rahmenhandlung nahelegen.

4. Überlistung des Todes oder die Vision von einem Leben im Tod: Diskussion des Sinns von Kunst als Versuch, den Tod durch Konservierung des Schönen zu überlisten.

5. Biografischer Exkurs: Die Frauen des Edgar Allan Poe: Betrachtung von Poes eigenen Verlusterfahrungen und deren Einfluss auf seine literarische Auseinandersetzung mit dem Tod junger Frauen.

6. Fazit: „Pleasure, not truth...“- die Emanzipation der Kunst: Zusammenfassung von Poes Kritik an der moralisierenden Kunstbetrachtung und Plädoyer für eine autonome, zweckfreie Kunst.

Schlüsselwörter

Edgar Allan Poe, The Oval Portrait, Pygmalion, Kunstauffassung, Leben im Tod, Arabeske, Romantik, Lebensessenz, Wahrnehmung, Mimesis, Kunstautonomie, Aemulatio, Tod, Literaturtheorie, Ästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert Edgar Allan Poes Erzählung "The Oval Portrait" und untersucht, wie der Autor den klassischen Pygmalion-Mythos durch eine Umkehrung in sein Gegenteil verkehrt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen das Verhältnis von Kunst und Natur, die Darstellung von Leben und Tod, die Rolle des Künstlers sowie die ästhetische Kritik an zweckrationalen Kunstauffassungen des 19. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Poe durch ein trianguläres Verhältnis zwischen Kunst, Leben und Tod ein neues Künstlerbild entwirft, das die Kunst von moralischen Zwängen befreit.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die komparative Ansätze (Vergleich mit Ovid) und biografische sowie motivgeschichtliche Kontextualisierungen nutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Porträt-Thematik, die Bedeutung von Rahmen und Wahrnehmung, die symbolische Rolle des Todes sowie den biografischen Bezug zu Poes eigenen Erfahrungen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie "Lebendigwerden der Kunst", "Arabeske", "Life-likeliness", "Umkehrung" und "Autonomie der Kunst" sind zentral für das Verständnis der Argumentation.

Welche Rolle spielt die "tale within a tale" für den Leser?

Die Binnenerzählung dient als Übertragungsmedium, das den Ich-Erzähler und den Leser über das Geheimnis des Porträts aufklärt, während sie gleichzeitig die eigene Sterblichkeit reflektiert.

Warum wird der "maureske Rahmen" in der Arbeit als so bedeutend angesehen?

Der Rahmen wird als Symbol für eine "gestörte Wahrnehmung" und als Vorbote des Todes interpretiert, der die "Lebensessenz" des Porträts medial umschließt.

Inwiefern ist Poes Kritik an der Kunst als provokant zu verstehen?

Poe wendet sich gegen den zeitgenössischen viktorianischen Maßstab, der Kunst primär an ihrem moralischen Nutzen bewertete, und fordert stattdessen eine Kunst, die "um ihrer selbst willen" existiert.

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Details

Title
Life in Death - Die Umkehrung des Pygmalion-Mythos in Edgar Allan Poes "The Oval Portrait"
College
University of Frankfurt (Main)  (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Course
Pygmalion- das Lebendigwerden der Kunst
Grade
2,3
Author
Deniz Tavli (Author)
Publication Year
2009
Pages
23
Catalog Number
V129413
ISBN (eBook)
9783640365227
ISBN (Book)
9783640364954
Language
German
Tags
Life Death Umkehrung Pygmalion-Mythos Edgar Allan Poes Oval Portrait
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Deniz Tavli (Author), 2009, Life in Death - Die Umkehrung des Pygmalion-Mythos in Edgar Allan Poes "The Oval Portrait", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129413
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