Das Ziel dieser Arbeit ist es, die psychosozialen sowie gesundheitlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Kinder und Jugendliche zu beschreiben und mögliche Ursachen zu benennen. Weiterhin wird die Frage geklärt, welche Folgen diese Krisenzeit für vorbelastete Kinder und Jugendliche bisher hatte.
Um diese Fragen zu beantworten, werden Quer- und Längsschnittstudien aus der Zeit vor und während der Covid-19-Pandemie analysiert und verglichen. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass psychische Auffälligkeiten sowie psychosomatische Symptome in den ersten 28 Monaten der Covid-19-Pandemie zugenommen haben und die psychische Belastung besonders hoch war zu den Zeitpunkten der Lockdowns und den damit verbundenen Schulschließungen.
Die städtische Gesundheitsbehörde von Wuhan der Provinz Hubei in China meldete am 31. Dezember 2019 eine Häufung von Lungenentzündungen. Schnell stellte sich heraus, dass es sich dabei um das, zu der Zeit noch neuartige, SARS-CoV-2 Virus handelte. Der erste Fall erreichte Deutschland am 27. Januar 2020. Der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn zeigte sich zuversichtlich und vorbereitet.
Diese Zuversicht konnte sich in den kommenden Monaten nicht bewahrheiten. Am 11. März 2020 erklärt die World Health Organization (WHO) Covid-19 zu einer Pandemie. Die Infektionszahlen stiegen an und das Virus verbreitete sich langsam, aber stetig in ganz Deutschland. Die ersten Großveranstaltungen wurden verboten, Einreisebeschränkungen verhängt, Schulen und Kitas geschlossen. Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einer Herausforderung mit historischem Ausmaß.
Am 22. März 2020 wurden die ersten bundesweiten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen beschlossen. Folgend mussten Gastronomie- und Kulturbetriebe, Hotels und ebenso bestimmte Dienstleistungsbetriebe und Geschäfte schließen. Im öffentlichen Raum war der Abstand von 1,50m zu anderen Personen vorgegeben. Zudem wurde begrenzt wie viel Personen sich im öffentlichen Raum treffen durften.
Das war der Anfang des Lockdowns im Jahr 2020. In den folgenden 28 Monaten wurden Maßnahmen wieder gelockert und auch wieder verstärkt oder neu verhängt, abhängig von den Covid-19 Infektionszahlen und, später in der Covid-19-Pandemie, der Belastung in den Krankenhäusern durch Covid-19 Erkrankte. Die Covid-19-Pandemie war folgend von Unsicherheiten geprägt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition
2.1 Covid-19
2.2 Infektionsschutzmaßnahmen
3 Kinder und Jugendliche vor der Covid-19-Pandemie
3.1 Familiäre Voraussetzungen
3.2 Freizeitverhalten
3.3 Psychische Gesundheit
4 Methodik
5 Kinder und Jugendliche in der Covid-19-Pandemie
5.1 Freizeitverhalten
5.2 Schule und Lernen
6 Gesundheit und Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in der Covid-19-Pandemie
6.1 Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
6.2 Covid-19 Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen
7 Handlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten
7.1 Äußere Umstände und politische Maßnahmen
7.2 Interventions- und Präventionsprogramme
8 Diskussion und Fazit
8.1 Diskussion der Ergebnisse
8.2 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die psychosozialen und gesundheitlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Kinder und Jugendliche, analysiert die Ursachen für beobachtete Verschlechterungen und leitet daraus konkrete Handlungs- und Unterstützungsbedarfe für die Zukunft ab.
- Analyse der Auswirkungen von Infektionsschutzmaßnahmen auf das Freizeit- und Sozialverhalten
- Untersuchung der psychischen Gesundheit und Symptomlast vor und während der Pandemie
- Evaluierung der schulischen Situation und Herausforderungen durch Distanzunterricht
- Betrachtung von Risikofaktoren und betroffenen Bevölkerungsgruppen
- Diskussion von Präventions- und Interventionsmöglichkeiten zur psychischen Stabilisierung
Auszug aus dem Buch
3.1 Familiäre Voraussetzungen
In Deutschland lebten 2019 etwa 19,1 Millionen Kinder und Jugendliche, davon sind etwa 71 % unter 18 Jahren, das sind rund 13,5 Millionen Kinder und Jugendliche (Hochgürtel, Sommer, 2021, S.60). Diese Kinder und Jugendlichen wachsen unter verschiedenen Voraussetzungen auf und haben folgend auch unterschiedliche Vorbelastungen. Nach Hochgürtel und Sommer (2021, S. 58 ff.) bestehen die meisten Familien in Deutschland aus Ehepaaren oder Lebensgemeinschaften, mit einem oder mehreren Kindern. Diese Familienform trifft in Deutschland auf etwa 82 % aller Familien zu. Neben Familien mit mehreren Erziehungsberichtigten, die im selben Haushalt leben, gibt es noch alleinerziehende Mütter und Väter. Diese machen einen Anteil aller Familien von rund 19 % aus (Abbildung 1).
Wichtig in der Betrachtung der Familienformen in Deutschland, und der damit unterschiedlichen Grundvoraussetzungen für eine Belastungszeit wie die Covid-19-Pandemie, ist auch der Migrationshintergrund. Bei etwa 39 % aller Familien in Deutschland hat mindestens ein Elternteil einen Migrationshintergrund. Auch die Kinderanzahl in den Familien ist in Deutschland divers. So haben etwas mehr als die Hälfte aller Familien in Deutschland, unabhängig von der Familienform, im Jahr 2019 genau ein Kind betreut. Anders sieht die prozentuale Verteilung unter Familien mit mehr als einem Kind aus. So haben 2019 in 37 % aller Familien genau zwei Kinder gelebt. Die restlichen 12 % der Familien in Deutschland drei oder mehr Kinder (Hochgürtel, Sommer, 2021, S. 58 ff.). Auch finanzielle Ressourcen sind in die Betrachtung mit einzubeziehen. So lässt sich betrachten, dass Familien mit einem höheren Nettoeinkommen eher der Familienform zuzuordnen sind, in der zwei Elternteile in die Betreuung des Kindes oder der Kinder eingebunden sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Herausforderung der Covid-19-Pandemie ein und beschreibt, wie das Leben von Kindern und Jugendlichen durch Lockdowns und Maßnahmen schlagartig eingeschränkt wurde.
2 Definition: Dieses Kapitel erläutert medizinische Grundlagen von Covid-19 sowie die Bedeutung und Ausgestaltung von Infektionsschutzmaßnahmen.
3 Kinder und Jugendliche vor der Covid-19-Pandemie: Hier wird der Status quo der Lebensumstände, des Freizeitverhaltens und der psychischen Gesundheit vor Ausbruch der Pandemie als Referenzpunkt dargestellt.
4 Methodik: Die Methodik beschreibt das systematische Vorgehen bei der Literatursuche und Auswahl der herangezogenen Studien.
5 Kinder und Jugendliche in der Covid-19-Pandemie: Dieser Abschnitt analysiert die tiefgreifenden Veränderungen des Freizeitverhaltens sowie der schulischen Lernsituation infolge der Pandemie.
6 Gesundheit und Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in der Covid-19-Pandemie: Das Kapitel befasst sich mit der Zunahme psychischer Auffälligkeiten und gesundheitlicher Belastungen sowie den Auswirkungen einer Covid-19-Infektion.
7 Handlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten: Hier werden politische Maßnahmen und Interventionsmöglichkeiten, wie etwa Präventionsprogramme für Schulen, aufgezeigt.
8 Diskussion und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und leitet Empfehlungen für eine bessere Unterstützung von Kindern und Jugendlichen ab.
Schlüsselwörter
Covid-19, Pandemie, Kinder, Jugendliche, psychische Gesundheit, Wohlbefinden, COPSY, Lockdown, Distanzunterricht, Infektionsschutz, Resilienz, Prävention, psychische Störungen, psychosomatische Symptome, Sozialverhalten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Covid-19-Pandemie auf das Leben, die Gesundheit und das psychosoziale Befinden von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ausgewirkt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind das Freizeitverhalten, die schulische Situation, die psychische Gesundheit, die Auswirkungen von Lockdowns sowie Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die psychosozialen Auswirkungen zu beschreiben, Ursachen für auftretende psychische Probleme zu identifizieren und Hilfsansätze für betroffene Kinder und Jugendliche abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, bei der systematisch Daten aus nationalen und internationalen Studien, Quellen und elektronischen Datenbanken zusammengetragen und verglichen wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Ausgangslage vor der Pandemie, den Veränderungen während der Pandemie in Bezug auf Freizeit und Schule sowie der detaillierten Auswertung psychischer Symptombilder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Covid-19, psychische Gesundheit, Kindeswohl, Lockdown-Auswirkungen und schulische Lernsituation beschreiben.
Welche Rolle spielt die COPSY-Studie für die Ergebnisse?
Die COPSY-Studie dient als wesentliche Längsschnittquelle, um die psychische Belastung der Zielgruppe über verschiedene Zeitpunkte der Pandemie hinweg empirisch fundiert zu belegen.
Warum sind Kinder aus Risikogruppen besonders stark von der Pandemie betroffen?
Die Arbeit zeigt, dass bereits vorbestehende Belastungen durch Armut, Migrationshintergrund oder psychische Erkrankungen der Eltern das Risiko für psychische Auffälligkeiten in der Krisenzeit um das Drei- bis Fünffache erhöhen.
Welchen Einfluss hatte der Wechselunterricht auf die Schulleistungen?
Die Analyse verdeutlicht, dass die Lernsituation zu Leistungseinbußen, Motivationsverlusten und Problemen in der Selbstorganisation führte, was insbesondere bei ohnehin leistungsschwächeren Schülern zu einer Verschlechterung der Leistungen beitrug.
Was fordern die Autoren als Konsequenz für Entscheidungsträger?
Es wird gefordert, psychosoziale Unterstützungsangebote direkt in den schulischen Alltag zu integrieren und Kinder bei zukünftigen Entscheidungen stärker an den Prozessen zu beteiligen (Partizipation), anstatt nur über sie zu entscheiden.
- Arbeit zitieren
- Maximilian König (Autor:in), 2022, Die Covid-19-Pandemie und die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Auswirkungen, Auffälligkeiten und Handlungsmöglichkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1294380