Methodik und methodische Arbeitsweisen in der Gemeinwesenarbeit - ein historischer Überblick


Hausarbeit, 2002

11 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Gemeinwesenarbeit (GWA) - Was ist das?
1.2 Grafische Darstellung

2. Vorläufer der GWA
2.1 Die Vereinigten Staaten von Amerika
2.2 England
2.3 Niederlande

3. Geschichte der GWA in Deutschland – allgemein
3.1 In Stichpunkten die Entwicklung von 1933 – bis heute

4. Konzepte der GWA
4.1 Wohlfahrtsstaatliche GWA
4.2 Integrative GWA
4.3 Aggressive GWA
4.4 Katalytisch-aktivierende GWA

5. Literaturverzeichnis

1. Gemeinwesenarbeit (GWA) – Was ist das? ²

„Der Begriff Gemeinwesenarbeit ... bezeichnet einen Prozeß, in dessen Verlauf ein Gemeinwesen seine Bedürfnisse und Ziele feststellt, sie ordnet oder in eine Rangfolge bringt, Vertrauen und den Willen entwickelt, etwas dafür zu tun, innere und äußere Quellen mobilisiert, um die Bedürfnisse zu befriedigen, daß es also in dieser Richtung aktiv wird und dadurch die Haltung von Kooperation und Zusammenarbeit und ihr tätiges Praktizieren fördert“ (Ross 1968, S. 58).

Gemeinwesenarbeit ist eine in der Sozialarbeit entwickelte Methode, um Bevölkerungsgruppen in bestimmten Aufgabenfeldern (Obdachlosensiedlungen, Sanierungsgebieten) zu helfen, wirksame Zusammenarbeit mit anderen Aufgabenfeldern zu finden und Verbesserungen von sozialen Einrichtungen zu erreichen. GWA ist eine sozialpädagogisch ausgerichtete Tätigkeit, die sich auf die politische Bildung der an diesem Prozeß beteiligten richtet. (Street-Worker)

Das besondere des Gemeinwesens liegt also darin, daß sich aufgrund verschiedener Faktoren ein soziales Gefüge gebildet hat. Dieses Gefüge kann die Bevölkerung eines Stadtteils genauso sein, wie die Angehörigen einer bestimmten sozialen Schicht, z. B. Obdachlose oder Arbeiter.

Das Fachlexikon der sozialen Arbeit bezeichnet die Gemeinwesenarbeit (GWA) neben der Einzelfallhilfe und der Gruppenarbeit als dritte Methode der Sozialarbeit.

² Da unter „Gemeinwesenarbeit“ unterschiedliche Konzepte subsumiert werden, existiert keine allgemeingültige Definition.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2 Grafische Darstellung

2. Vorläufer der GWA

Es ist festzustellen, daß es eine entsprechende Praxis schon vor der expliziten Formulierung von Konzepten der Gemeinwesenarbeit gab.

Hierbei sind vorrangig die Settlements und ihre amerikanischen Varianten zu nennen, die versuchten, stadtteil- bzw. sozialraumorientierte Hilfesettings zu installieren, in dessen Kontext Betroffene und Helfer gemeinsam an einer auch sozialpolitisch und infrastrukturell orientierten Lösung von Versorgungsproblemen arbeiteten.

Die GWA als Antwort auf ganz konkrete soziale, politische oder ökologische Probleme und Notlagen ist zwangsläufig an ihre Geschichte gebunden und kann häufig nur vor dem Hintergrund der jeweiligen Zeit richtig verstanden werden. Interessant sind vor allem die gesellschaftlichen Bedingungen und die Gründe, die zu einem Gemeinwesenansatz führten.

2.1 Die Vereinigten Staaten von Amerika

Ausschlaggebend für den Beginn der GWA in den USA war das Wirtschaftswachstum (1865), welches zum größten Teil zu Lasten der Bevölkerung ausgebaut wurde. 1873 kam es zum großen Krach, als die Löhne um ein Viertel gekürzt worden waren, 1 Million Arbeitslose auf der Straße standen und sehr viele Obdachlose (,,Tramps") durch das Land zogen. Massenstreiks waren die Folge, die um so schlimmere Auswirkungen hatten, da es noch so gut wie keine Institutionen gab, die es sich zur Aufgabe gemacht hätten, das Elend zu lindern oder mit den sozialen Spannungen fertig zu werden. Die damalige Situation zwang die Gesellschaft förmlich zur Einrichtung von vielen verschiedenen Wohlfahrtseinrichtungen, die für uns heute vollkommen normal sind, wie z. B. Krankenhäuser oder Waisenhäuser. Schon bald stellte man fest, daß die verschiedenen Einrichtungen und Hilfsmaßnahmen koordiniert werden mußten. Diese Aufgabe übernahm die ,,Community Organization", der bald die ,,Community Councils" folgten - Organisationen, die die Notlagen methodisch erfaßten und sich um Hilfsquellen bemühten, die zum Teil schon bestanden, zum Teil aber auch erst organisiert werden mußten. Der nächsten einschneidenden Depression 1929 folgte die große Zeit der GWA. Die Wirtschaftskrise brachte eine Vielzahl von Konkursen und Millionen von Arbeitslosen. Unter Präsident Roosevelt versuchte die Regierung nun die Menschen für ihr Wirtschaftshilfeprogramm zu begeistern und hier wurde deutlich, was GWA eigentlich ist: ,,Organisation und Aktivierung der von strukturellen Maßnahmen Betroffenen, bzw. Bearbeiten der Widerstände gegen Innovationen." (Boulet, Krauss, Oelschlägel o. J., S. 21)

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Methodik und methodische Arbeitsweisen in der Gemeinwesenarbeit - ein historischer Überblick
Hochschule
Fachhochschule Nordhausen  (FB Sozialarbeit)
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
11
Katalognummer
V12946
ISBN (eBook)
9783638187213
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Methodik, Arbeitsweisen, Gemeinwesenarbeit
Arbeit zitieren
Steffen Schönemann (Autor), 2002, Methodik und methodische Arbeitsweisen in der Gemeinwesenarbeit - ein historischer Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12946

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