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Methodik und methodische Arbeitsweisen in der Gemeinwesenarbeit - ein historischer Überblick

Title: Methodik und methodische Arbeitsweisen in der Gemeinwesenarbeit - ein historischer Überblick

Term Paper , 2002 , 11 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Steffen Schönemann (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Gemeinwesenarbeit (GWA) – Was ist das?

„Der Begriff Gemeinwesenarbeit ... bezeichnet einen Prozeß, in dessen Verlauf ein Gemeinwesen seine Bedürfnisse und Ziele feststellt, sie ordnet oder in eine Rangfolge bringt, Vertrauen und den Willen entwickelt, etwas dafür zu tun, innere und äußere Quellen mobilisiert, um die Bedürfnisse zu befriedigen, daß es also in dieser Richtung aktiv wird und dadurch die Haltung von Kooperation und Zusammenarbeit und ihr tätiges Praktizieren fördert“ (Ross 1968, S. 58).

Gemeinwesenarbeit ist eine in der Sozialarbeit entwickelte Methode, um Bevölkerungsgruppen in bestimmten Aufgabenfeldern (Obdachlosensiedlungen, Sanierungsgebieten) zu helfen, wirksame Zusammenarbeit mit anderen Aufgabenfeldern zu finden und Verbesserungen von sozialen Einrichtungen zu erreichen. GWA ist eine sozialpädagogisch ausgerichtete Tätigkeit, die sich auf die politische Bildung der an diesem Prozeß beteiligten richtet. (Street-Worker)

Das besondere des Gemeinwesens liegt also darin, daß sich aufgrund verschiedener Faktoren ein soziales Gefüge gebildet hat. Dieses Gefüge kann die Bevölkerung eines Stadtteils genauso sein, wie die Angehörigen einer bestimmten sozialen Schicht, z. B. Obdachlose oder Arbeiter.

Das Fachlexikon der sozialen Arbeit bezeichnet die Gemeinwesenarbeit (GWA) neben der Einzelfallhilfe und der Gruppenarbeit als dritte Methode der Sozialarbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Gemeinwesenarbeit (GWA) - Was ist das?

1.2 Grafische Darstellung

2. Vorläufer der GWA

2.1 Die Vereinigten Staaten von Amerika

2.2 England

2.3 Niederlande

3. Geschichte der GWA in Deutschland – allgemein

3.1 In Stichpunkten die Entwicklung von 1933 – bis heute

4. Konzepte der GWA

4.1 Wohlfahrtsstaatliche GWA

4.2 Integrative GWA

4.3 Aggressive GWA

4.4 Katalytisch-aktivierende GWA

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit gibt einen systematischen historischen Überblick über die Entwicklung und die verschiedenen methodischen Ausprägungen der Gemeinwesenarbeit (GWA) im nationalen und internationalen Kontext, um deren theoretische Wurzeln und praktische Einsatzfelder zu verdeutlichen.

  • Historische Herleitung der GWA in den USA, England und den Niederlanden.
  • Die Entwicklung der GWA in Deutschland von 1933 bis heute.
  • Differenzierung verschiedener GWA-Konzepte: wohlfahrtsstaatlich, integrativ, aggressiv und katalytisch-aktivierend.
  • Die Rolle des professionellen Sozialarbeiters als Katalysator und Dienstleistungsmanager.

Auszug aus dem Buch

4.4 Katalytisch-aktivierende GWA

Als Antwort auf die fehlende gesellschaftkritische Perspektive der wohlfahrtstaatlichen und integrativen Ansätze einerseits, und den von der Reichweite her zu grundlegend und damit die Aktionspotentiale der Betroffenen überschätzenden aggressiven Ansätze andererseits, konzipierten Karas/Hinte die von ihnen so benannte katalytisch/aktivierende Gemeinwesenarbeit.

Grundlage ist die Utopie einer herrschaftsfreien Gesellschaft, die sich darin zeigt, daß es keine Unterdrückung gibt und die Menschen in der Lage sind sich selber zu helfen; daß Solidarität hoch geschätzt wird, Menschen sich mit den Problemen anderer identifizieren und ihre Fähigkeiten für ein sozialkreatives Leben entfalten.

Kern des Konzeptes ist die Initiierung und Stützung von Gruppenselbsthilfe bei gleichzeitiger Installierung von „Verbindungsleuten, an die sich die Leute aus dem Viertel zuerst wenden, wenn sie einen Rat brauchen“ (ebd., S. 51).

Der Sozialarbeiter ist ein Katalysator, der Veränderungen in Gang setzt, er ist Beobachter, Informator, Trainer, Kritiker, Provokateur, Vermittler; ja nach Notwendigkeit, wenn gar nichts anderes mehr hilft, muß er sich sogar als Sündenbock anbieten, um etwas zu erreichen“ (ebd., S. 92).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gemeinwesenarbeit (GWA) - Was ist das?: Definition der GWA als sozialarbeiterische Methode zur Mobilisierung von Ressourcen in einem Gemeinwesen zur Befriedigung individueller und kollektiver Bedürfnisse.

1.2 Grafische Darstellung: Visualisierung des Zusammenhangs zwischen Individuum, sozialer Gruppe und dem Gemeinwesen sowie der intervenierenden Rolle der Gemeinwesenarbeit.

2. Vorläufer der GWA: Historische Einordnung der Vorformen der GWA, insbesondere durch die Settlement-Bewegung in den USA und England als Reaktion auf Industrialisierung und Massenelend.

2.1 Die Vereinigten Staaten von Amerika: Darstellung der Entwicklung der GWA als Antwort auf Wirtschaftskrisen und Arbeitslosigkeit sowie der Entstehung von „Community Organizations“.

2.2 England: Erläuterung der Entstehung der Settlement-Bewegung, beginnend mit der „Toynbee Hall“, als Hilfesystem für das Großstadtproletariat.

2.3 Niederlande: Kurze Erwähnung der Bedeutung niederländischer Sozialarbeitstheoretiker für die Entwicklung der GWA in Deutschland.

3. Geschichte der GWA in Deutschland – allgemein: Analyse der Rezeption der GWA in Deutschland, von den ersten Versuchen in den fünfziger Jahren bis zur Etablierung nach der Studentenbewegung.

3.1 In Stichpunkten die Entwicklung von 1933 – bis heute: Chronologischer Überblick der Ereignisse von der NS-Gleichschaltung bis zu den Einsatzgebieten in den 1970er und 1980er Jahren.

4. Konzepte der GWA: Überblick über vier zentrale theoretische Modelle der GWA, die sich in ihrer politischen Zielsetzung und Rolle des Professionellen unterscheiden.

4.1 Wohlfahrtsstaatliche GWA: Fokus auf die Koordination und Optimierung sozialer Dienstleistungsangebote in der Tradition der Charity-Bewegung.

4.2 Integrative GWA: Darstellung des Modells der gesellschaftlichen Integration und der Rolle des Sozialarbeiters als Katalysator innerhalb des Systems.

4.3 Aggressive GWA: Konzept der Mobilisierung der Arbeiterklasse zur Veränderung von Machtstrukturen und politischen Verhältnissen.

4.4 Katalytisch-aktivierende GWA: Ein Ansatz, der Gruppenselbsthilfe fördert und den Sozialarbeiter als vielseitigen Vermittler und Unterstützer definiert.

Schlüsselwörter

Gemeinwesenarbeit, GWA, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Settlement-Bewegung, Gemeinwesenintegration, Wohlfahrtsstaatliche GWA, Integrative GWA, Aggressive GWA, Katalytisch-aktivierende GWA, Sozialraum, Nachbarschaftshilfe, Community Organization, Gemeinwesenarbeiter, Soziale Intervention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen historischen Überblick über die Entwicklung der Gemeinwesenarbeit (GWA) und stellt verschiedene methodische Konzepte vor, wie soziale Herausforderungen in einem Gemeinwesen professionell angegangen werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die historische Entstehung der GWA in den USA, England und Deutschland sowie die theoretische Differenzierung in vier grundlegende Arbeitskonzepte der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Entwicklung der GWA von ihren Vorläufern bis zur Etablierung als anerkannte Methode der Sozialen Arbeit aufzuzeigen und die unterschiedlichen Ansätze kritisch gegenüberzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine historisch-deskriptive Methode sowie eine systematische Literaturanalyse der einschlägigen Fachdiskussion, um die Entwicklungslinien und Konzepte darzustellen.

Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der internationalen und nationalen Entwicklung der GWA und eine detaillierte Ausarbeitung der vier Hauptkonzepte der GWA.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Gemeinwesenarbeit, Settlement-Bewegung, soziale Intervention, Katalysator-Rolle und die verschiedenen Ausprägungen wie wohlfahrtsstaatliche oder integrative GWA.

Wie unterscheidet sich die "Aggressive GWA" von anderen Ansätzen?

Im Gegensatz zu eher integrativen oder wohlfahrtsstaatlichen Ansätzen zielt die aggressive GWA gezielt auf die Mobilisierung benachteiligter Bevölkerungsgruppen ab, um Machtstrukturen zu verändern und politische Reformen zu erzwingen.

Was versteht man unter dem "katalytisch-aktivierenden" Ansatz?

Dieser Ansatz kombiniert die Stärkung von Gruppenselbsthilfe mit der Rolle des Sozialarbeiters als vielseitigem Unterstützer, der Veränderungen initiiert, ohne dabei die Autonomie der Bewohner des Viertels zu untergraben.

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Details

Title
Methodik und methodische Arbeitsweisen in der Gemeinwesenarbeit - ein historischer Überblick
College
University of Applied Sciences Nordhausen  (FB Sozialarbeit)
Grade
2,0
Author
Steffen Schönemann (Author)
Publication Year
2002
Pages
11
Catalog Number
V12946
ISBN (eBook)
9783638187213
Language
German
Tags
Methodik Arbeitsweisen Gemeinwesenarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffen Schönemann (Author), 2002, Methodik und methodische Arbeitsweisen in der Gemeinwesenarbeit - ein historischer Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12946
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