Über Emily Dickinson - Amerikanische Frauenlyrik im 19. Jahrhundert


Essay, 2007
7 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert und „weibliche Poesie“

II. Emily Dickinson – Inhalte und Stil ihrer Lyrik

III. Der Schritt in die Öffentlichkeit – die Publikation

IV. Zusammenfassung

I. Die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert und „weibliche Poesie“

Frauen, die im 19. Jahrhundert schrieben, waren in ihrer künstlerischen Arbeit sehr eingeengt: Man warf ihnen vor die „Tugenden der Fraulichkeit“ und die „Ehre ihres Geschlechts“ zu beschmutzen, wenn sie für ein öffentliches Publikum schrieben, denn von Frauen erwartete man(n), dass sie rein, zurückhaltend, fromm und unterwürfig waren. Öffentlich die eigene Meinung zu äußern widersprach dem Verständnis der Gesellschaft dieser Zeit. Auch in ihrem Schreiben für einen privaten Bereich, bestehend etwa aus Familie, Freunden und Bekannten, waren Frauen eingeschränkt, denn die Themen, zu denen sie sich äußern konnten, waren ebenfalls begrenzt. Der Zugang zu höherer Bildung blieb Frauen verwehrt. An eine berufliche oder politische Karriere war nicht zu denken. So schlug den Frauen, die dennoch den Schritt in die Öffentlichkeit wagten, große Skepsis entgegen.

Dennoch: Diese Frauen hatten eine Vorreiterfunktion, denn sie sorgten für die Etablierung der Berufsbezeichnung „ Dichter/in“:

Women pioneered writing as a paying occupation, and most of the century, women writers and readers dominated the American literary marketplace.[1]

Frauen formten bestimmte, von der „männlichen Literatur“ abgesetzte, Stile der Poesie. Dass sich die Art er der Lyrik, die Frauen produzierten, teils stark ähnelte, lag daran, dass Frauen oft im Kontext einer Mitgliedschaft in Clubs oder einer Bewegung schrieben. So entstanden um 1830 beispielsweise durch die Sonntagsschulbewegung vor allem Kinderreime und -gedichte. Zu den Vertreterinnen dieser Gattung gehören Eliza Follen, Sarah Josepha Hale und Penina Moise, die vor allem die religiöse Erziehung der Kinder im Auge hatten.[2] Auch die Anti-Sklaverei-Bewegung schlug sich in der (Frauen-)Lyrik nieder. Zum einen durch afro-amerikanische Lyrikerinnen wie Sarah Louisa Forten, zu einem bedeutenderem Teil jedoch durch weibliche Sklavereigegner. Sie kreierten einen Stil, der als „ feminine emotionalism“[3] bezeichnet wird, den sie jedoch als aussagekräftiges politisches Instrument verwendeten. In erster Linie bewirkten sie in ihrer Lyrik eine Identifikation von schwarzen mit weißen Frauen als Mütter und Geschlechtsgenossinnen. Auch äußerten sie in ihren Gedichten ihre Kritik am Umgang mit Native Americans (vgl. Lydia Huntley Sigourney).

Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) betrieben Frauen im women’s club movement[4] weit reichende literarische Studien. Im letzten Viertel des Jahrhunderts wandelte sich die Frauenlyrik. Insbesondere die Kinderlyrik festigte sich stilistisch stark: es wurde sehr naiv geschrieben, in einfacher Ausdrucksweise, lebhaften Bildern und dem Hintergedanken (religiöser) Erziehung. Die politische Lyrik von Frauen bediente sich vor allem des Stilmittels der Ironie (-> Charlotte Perkins Stetson Gilman).

Auf positive Resonanz stieß Frauenlyrik, die sich innerhalb der vorgeschriebenen Grenzen bewegte – das führte dazu, dass die Frauenlyrik des 19. Jahrhunderts sich bis auf wenige Ausnahmen thematisch und stilistisch ähnelte.

Though women participated in shaping poetic, its rise occurred as the influence of female print culture declined, and in time literary critics and scholars used it to eliminate nearly all nineteenth-century women poets from the American literary canon. The recovery of women’s poetry has proceeded slowly, in part because of the persisting authority of this poetic.[5]

[...]


[1] Gray, Janet (Ed.). She wields a pen. American women poets of the nineteenth century. University of Iowa Press. Iowa City, 1997. p. xxx.

[2] Gray, Janet (Ed.). She wields a pen. p. xxx.

[3] Ibid. p. xxx.

[4] Ibid. p. xxx.

[5] Ibid. p. xxviii-xxix.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Über Emily Dickinson - Amerikanische Frauenlyrik im 19. Jahrhundert
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
7
Katalognummer
V129534
ISBN (eBook)
9783640358458
Dateigröße
431 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Poetry, Women's Poetry, Lyrik, Emily Dickinson
Arbeit zitieren
Magistra Artium Katharina Kullmer (Autor), 2007, Über Emily Dickinson - Amerikanische Frauenlyrik im 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129534

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