Die Betriebssoziologie beschäftigt sich v.a. mit den Arbeitsbedingungen und deren objektive und subjektive Auswirkungen auf die Arbeitenden. Hier spielen die Begriffe wie das Betriebsklima und seine Auswirkungen, Fluktuation, Mitarbeiterzufriedenheit, usw. eine Rolle. In diesem Bezugsrahmen wird in dieser Arbeit der Begriff des Managementsystems erläutert. Eine weitere Aufgabestellung in dieser Arbeit ist die Definition und Erklärung eines speziellen Managementsystemes, das des Total Qualitiy Management (TQM) zu erarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 MANAGEMENTSYSTEME
2.1 INTEGRATIVE MANAGEMENTSYSTEME
3 TOTAL QUALITY MANAGEMENT (TQM)
3.1 GESCHICHTLICHER ABRISS
3.2 FÜHRUNGSMODELL DES TQM
3.3 TQM – PRINZIPIEN
3.4 BEFÄHIGER – KRITERIEN BEIM TQM
3.5 BEISPIEL EINES TQM: EN ISO 9001
4 FAZIT ODER SEIN – SCHEIN - MUSS
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht Managementsysteme im soziologischen Bezugsrahmen, mit einem besonderen Fokus auf das Total Quality Management (TQM). Dabei soll analysiert werden, welchen Nutzen diese Systeme für Unternehmen und Kunden stiften, welche Außenwirkungen sie entfalten und wie sich das Spannungsfeld zwischen ökonomischem Anspruch (Sein), formaler Darstellung (Schein) und notwendiger Umsetzung (Muss) im Arbeitsalltag für Führungskräfte und Mitarbeiter gestaltet.
- Grundlagen soziologischer Organisationsbetrachtung
- Struktur und Funktionen von Managementsystemen
- Theoretische Fundierung und Prinzipien des Total Quality Management
- Analyse der Auswirkungen von TQM auf Unternehmenskultur und Mitarbeiterbelastung
- Kritische Reflexion über die normativen Anforderungen im modernen Management
Auszug aus dem Buch
3.1 Geschichtlicher Abriss
Das TQM kann mit umfassender Qualitätssicherung übersetzt werden. Das Konzept Qualitätssicherung hat seinen Ursprung in der US-amerikanischen BWL. Als Pionier forschte William Edwards Deming in den 1940er Jahren im Bereich Qualitätsmanagement. Doch nach Ende des zweiten Weltkrieges stand die Maximierung des Produktionsvolumens angesichts der nach dem Krieg weltweit insgesamt reduzierten Produktionskapazitäten im Fokus.
Das Qualitätsmanagement wird erstmals in den 1950er Jahren in japanischen Industriebetrieben entwickelt und eingesetzt. 1988 gründeten in Europa 14 große Unternehmen (unter ihnen Nestlé, Ciba-Geigy und Sulzer) die European Foundation for Quality Management (EFQM), die sich auf die Entwicklung eines europäischen Modells für Qualitätsmanagement konzentrierte. Das so genannte EFQM-Modell für Business Excellence wird bis heute von der Organisation betreut und mit Hilfe der Praxis kontinuierlich angepasst.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die soziologische Betrachtung von Organisationen und Definition des Bezugsrahmens für die Analyse von Managementsystemen.
2 MANAGEMENTSYSTEME: Erläuterung der Grundbegriffe Management und System sowie Darstellung der formalisierten Funktionen zur Unternehmensführung.
2.1 INTEGRATIVE MANAGEMENTSYSTEME: Analyse von Systemen, die alle Anspruchsgruppen (Stakeholder) berücksichtigen und versuchen, deren oft widerstreitende Interessen zu integrieren.
3 TOTAL QUALITY MANAGEMENT (TQM): Konkrete Untersuchung des TQM als integratives Managementsystem mit hohem Formalisierungsgrad.
3.1 GESCHICHTLICHER ABRISS: Überblick über die Entstehung des Qualitätsmanagements von den US-amerikanischen Wurzeln bis zur europäischen EFQM-Entwicklung.
3.2 FÜHRUNGSMODELL DES TQM: Detaillierte Betrachtung der Komponenten Total, Quality und Management im Kontext des TQM-Führungsmodells.
3.3 TQM – PRINZIPIEN: Erläuterung der zentralen Leitgedanken wie ständige Verbesserung, Kundenorientierung und Fehlervermeidung.
3.4 BEFÄHIGER – KRITERIEN BEIM TQM: Analyse der EFQM-Kriterien, die als Bewertungsmodell für die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens dienen.
3.5 BEISPIEL EINES TQM: EN ISO 9001: Untersuchung der DIN ISO 9001 als weltweit anerkannter Standard und dessen praktische Auswirkungen auf Unternehmen.
4 FAZIT ODER SEIN – SCHEIN - MUSS: Kritische soziologische Reflexion über die Folgen von TQM-Einführungen, insbesondere hinsichtlich des Leistungsdrucks und der Entfremdung von Mitarbeitern.
Schlüsselwörter
Managementsysteme, Total Quality Management, TQM, Organisationssoziologie, Qualitätssicherung, EFQM, ISO 9001, Kundenorientierung, Prozessmanagement, Kaizen, Mitarbeiterzufriedenheit, Leistungsdruck, Unternehmensführung, Stakeholder, Betriebsklima.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit Managementsystemen, insbesondere dem Total Quality Management (TQM), aus einer soziologischen Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Struktur von Organisationen, die Definition von Managementsystemen, das Führungsmodell des TQM sowie die praktischen und sozialen Auswirkungen von Zertifizierungen wie der ISO 9001.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Nutzen von Managementsystemen zu analysieren und gleichzeitig die soziologischen Implikationen, insbesondere die Auswirkungen auf das Personal und den Leistungsdruck, kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein theoriegeleiteter Ansatz der Soziologie gewählt, der wissenschaftliche Literatur mit den praktischen Erfahrungen des Autors aus der Industrie verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen von Managementsystemen, die detaillierte Beschreibung des TQM-Konzepts und die Analyse von Qualitätsnormen anhand der ISO 9001.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind TQM, Managementsysteme, Organisationssoziologie, Prozessqualität, Stakeholder-Ansatz und Mitarbeiterbelastung.
Wie bewertet der Autor den Einsatz von Managementsystemen?
Der Autor erkennt den wirtschaftlichen Nutzen dieser Systeme an, weist jedoch eindringlich auf die physischen und psychischen Belastungen für die Mitarbeiter sowie das Risiko einer Entfremdung hin.
Welche Rolle spielt die Finanzkrise im Fazit des Buches?
Die Finanzkrise dient als Beispiel dafür, wie ein System, das sich primär auf Profitmaximierung und "Schein" konzentriert, die menschliche Moral und Verantwortung ausblenden kann.
Wie steht es laut Autor um den Rollenkonflikt von Führungskräften?
Führungskräfte stecken in einem Intra-Rollenkonflikt, da sie einerseits TQM-Ziele der Geschäftsführung umsetzen und Vorbild sein müssen, andererseits aber Eigenverantwortlichkeit bei Mitarbeitern fördern sollen, was bei hohem Leistungsdruck oft zu gesundheitlichen Problemen führt.
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- Helmut Pürstinger (Author), 2009, Managementsysteme und Total Quality Management (TQM), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129553