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Vergleich der Wissenssoziologien von Karl Mannheim und Alfred Schütz

Title: Vergleich der Wissenssoziologien von Karl Mannheim und Alfred Schütz

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 21 Pages , Grade: 1

Autor:in: Matthias Rem (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Wir leben heute in einer multimedial geprägten Welt. Es sollte mit der fortschreitenden Technik immer einfacher werden, Antworten zu finden. Mussten vor einigen Jahren noch Bibliotheken durchforstet werden, reicht heute ein Computer mit Internetanschluss aus, um an riesige Wissensbestände heranzukommen. Bei der Suche nach einer eindeutigen Antwort zu gewissen Fragen tauchen dann aber schnell mehrere Antworten auf. Ein Philosoph wird die Frage nach dem Sinn des Lebens zum Beispiel mit dem Begriff „Erfahren“ beantworten, während ein Biologe die Fortpflanzung als den Sinn des Lebens betrachtet. Selbst ein Wahnsinniger sieht seine in „normalen Augen“ wahnsinnige Welt als Wirklichkeit an. Oder betrachten wir nur einmal die verschiedenen Weltkonstruktionen jeglicher Religionen. Selbst bei einfacheren Fragen werden je nach Perspektive die Antworten unterschiedlich ausfallen. Es liegt daher nahe, dass es nicht eine richtige Wahrheit gibt. Vielmehr gibt es viele Wahrheiten, welche sich durchaus unterscheiden können. Die soziologische Disziplin der Wissenssoziologie beschäftigt sich mit diesem Problem. Wie entsteht Wissen? Wer bestimmt, welches das „richtige Wissen“ ist? Und wie wird dieses entstandene Wissen konserviert oder transformiert? Möglich wurde diese neue Sicht der Dinge durch die Entdeckung des Beobachters, welcher bildlich einen Schritt zurückgeht, um das Ganze von „ausserhalb“ zu betrachten. Dabei kommt die Disziplin zum Schluss, „[…]dass Wirklichkeit gesellschaftlich konstruiert ist – und – dass die Wissenssoziologie die Prozesse zu untersuchen hat, in denen dies geschieht“ (Berger und Luckmann 1969: V).
Diese Disziplin kann nicht einem einzelnen Autor zugeschrieben werden. Diese Arbeit konzentriert sich auf den deutschen Raum. Als einige der wichtigsten Mitbegründer dürften Alfred Schütz und Karl Mannheim zählen. Entstanden ist die Wissenssoziologie in den 1920er Jahren (Berger und Luckmann 1969: 3f).
Es gilt nun, das theoretische Konstrukt der Wissenssoziologie von Schütz und Mannheim zu verstehen. Es erscheint dabei am einfachsten, jeden von ihnen zuerst einzeln unter die Lupe zu nehmen.
Die Herangehensweise an das Problem der Wissenssoziologie ist bei beiden Autoren ziemlich unterschiedlich. Es wird versucht, ihre Wissenssoziologien anhand der wesentlichsten Punkte verständlich zu machen. Am Ende folgt ein Vergleich, welcher zeigen wird, dass trotz der Unterschiede ein gemeinsamer Nenner existiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissenssoziologie Alfred Schütz

2.1. Biografie

2.2. Wissenssoziologie

2.2.1. Sinnprovinzen

2.2.1.1. Alltagswelt

2.2.1.2. Phantasiewelt

2.2.1.3. Theoretisch-wissenschaftliche Welt

2.2.2. Entstehung von subjektivem Wissen

2.2.2.1. Drei Wissensarten

2.2.3. Entstehung des gesellschaftlichen Wissens

3. Wissenssoziologie Karl Mannheim

3.1. Biografie

3.2. Wissenssoziologie

3.2.1. Ideologie

3.2.2. Transformierung von Wissen

4. Vergleich

4.1. Ziele der Wissenssoziologie

4.2. Das subjektive Wissen

4.3. Das gesellschaftliche Wissen

4.4. Fazit des Vergleichs

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die wissenssoziologischen Ansätze von Alfred Schütz und Karl Mannheim gegenüberzustellen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrem Verständnis von der Entstehung und Strukturierung gesellschaftlichen Wissens zu identifizieren.

  • Biografische Einordnung von Schütz und Mannheim
  • Strukturen der Lebenswelt und Sinnprovinzen bei Schütz
  • Das Konzept der Ideologie bei Mannheim
  • Die Entstehung subjektiven und gesellschaftlichen Wissens
  • Vergleichende Analyse der wissenssoziologischen Konzepte

Auszug aus dem Buch

2.2.1.1. Alltagswelt

Die Alltagswelt ist die „Welt des täglichen Lebens“ (Schütz 1945: 182). Die Welt, welche als „wirklich“ angesehen wird. Auch hier ist das Wort „wirklich“ gefährlich, handelt es sich dabei immer um eine subjektive Ansicht der Wirklichkeit. Zuerst folgt nun eine Betrachtung der Alltagswelt aus der Sicht des Individuums selber, danach folgt die soziale Struktur dieser geschlossenen Sinnprovinz.

Es geht um die Welt, in welcher das Individuum „wach“ ist. In dieser Sinnprovinz gelten gewisse Regeln. Es gibt Gegenstände, welche Widerstände setzen. Handlungen haben Auswirkungen auf den Handelnden selber und auf die Umwelt. Diese Auswirkungen können nach Ausübung der Handlung nicht mehr rückgängig gemacht werden. Dabei müssen den Handlungen Sinn zugesprochen werden. Sinn ist „das Ergebnis der Interpretation einer vergangenen Erfahrung, die vom gegenwärtigen Jetzt in reflektierter Einstellung betrachtet wird“ (Schütz 1945: 184). Zum Begriff des Wissensvorrats folgt mehr im Abschnitt „Entstehung von subjektivem Wissen“.

Die Perspektive des Individuums richtet sich dabei räumlich und zeitlich auf sich selber. Das bedeutet folgendes. Zuerst einmal ist der eigene Körper der Mittelpunkt der Alltagswelt. Dinge und Personen in Erreichbarkeit spielen dabei eine wichtige Rolle. Alles andere kann im Moment getrost vernachlässigt werden. Natürlich kann durch Fortbewegung der Mittelpunkt verschoben werden, aber hier kommt schon der zweite Faktor zum Zug, die Zeit (Schütz 1945: 200ff).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Multimedialität und die allgemeine Fragestellung der Wissenssoziologie, wie Wissen entsteht und konstruiert wird.

2. Wissenssoziologie Alfred Schütz: Detaillierte Betrachtung der lebensweltlichen Phänomenologie, unterteilt in Sinnprovinzen, Wissensvorräte und deren soziale Transformation.

3. Wissenssoziologie Karl Mannheim: Analyse des Ideologiebegriffs und der generationellen Wissensdynamik innerhalb historisch-sozialer Gruppen.

4. Vergleich: Zusammenführende Gegenüberstellung der theoretischen Ansätze mit Fokus auf subjektivem und gesellschaftlichem Wissen sowie einem abschließenden Fazit.

Schlüsselwörter

Wissenssoziologie, Alfred Schütz, Karl Mannheim, Alltagswelt, Sinnprovinzen, Ideologie, subjektives Wissen, gesellschaftliches Wissen, Lebenswelt, soziale Konstruktion, Wissensvorrat, Phänomenologie, Generationenwandel, Reflexion, Wertfreiheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einem theoretischen Vergleich der Wissenssoziologien von zwei einflussreichen Denkern, Alfred Schütz und Karl Mannheim.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Strukturierung des Wissens, die Rolle der Ideologie, die Bedeutung der Alltagswelt sowie die Genese von individuellem und gesellschaftlichem Wissen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die unterschiedlichen Herangehensweisen beider Autoren an das Problem der Wissenssoziologie zu verstehen und einen gemeinsamen Nenner in ihren Theorien aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine komparative Literaturanalyse, bei der die zentralen wissenssoziologischen Begriffe beider Theoretiker einander gegenübergestellt und analysiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Einzeltheorien von Schütz und Mannheim sowie einen anschließenden direkten Vergleich ihrer Konzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wissenssoziologie, Sinnprovinzen, Ideologie, Alltagswelt und soziale Konstruktion geprägt.

Wie unterscheidet Alfred Schütz die verschiedenen Sinnprovinzen?

Schütz unterteilt die Welt in die Alltagswelt, die Phantasiewelt und die theoretisch-wissenschaftliche Welt, welche sich jeweils durch eigene Regeln und Spannungszustände auszeichnen.

Was versteht Karl Mannheim unter dem Begriff der „Seinsverbundenheit“?

Mannheim beschreibt damit den Zusammenhang, dass jedes Wissen in einer bestimmten zeitlichen Epoche oder historischen Gruppe entstanden ist und somit immer perspektivisch und ideologisch geprägt bleibt.

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Details

Title
Vergleich der Wissenssoziologien von Karl Mannheim und Alfred Schütz
College
University of Luzern
Course
Wissen und Kommunikation
Grade
1
Author
Matthias Rem (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V129569
ISBN (eBook)
9783640358519
ISBN (Book)
9783640358052
Language
German
Tags
Wissenssoziologie Mannheim Schütz Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Rem (Author), 2008, Vergleich der Wissenssoziologien von Karl Mannheim und Alfred Schütz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129569
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