Beruflicher Wiedereinstieg für Mütter


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2008

22 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Aktuelle Situation
1.1. Demographischer Wandel in Deutschland
1.2. Erwerbstätigkeit von Frauen in Deutschland

2. Potentiale der Wiedereingliederung
2.1. Vorrausetzungen
2.2. Vorteile für Unternehmen

3. Möglichkeiten zur Wiedereingliederung
3.1. Betriebliche Maßnahmen
3.2. Best-Practice-Beispiele
3.2.1. Robert Bosch GmbH
3.2.2. Deutsche Telekom

4. Familienpolitik im internationalen Vergleich

5. Literatur

1. Aktuelle Situation

1.1. Demographischer Wandel in Deutschland

Seit Jahren befindet sich Deutschland in einem demographischen Wandel: Die Geburtenraten sinken immer weiter, während die Lebenserwartung stetig ansteigt. Im Jahr 2006 waren rund 19Prozent der Bundesbürger älter als 65 und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen. Es ist davon auszugehen, dass im Jahr 2050 die Lebenserwartung um durchschnittlich 6,5 Jahre steigt (Vgl. Flüter-Hoffmann, Christiane, 2006, S. 3).

Diese Entwicklung führt dazu, dass die gesamtdeutsche Bevölkerung von derzeit 82 Millionen Personen innerhalb der nächsten vier Jahrzente auf rund 65 Millionen Einwohner schrumpft (Vgl. Eichhorst, Werner / Thode, Eric, 2002, S.7). Dabei werden die über 60-Jährigen etwa 40 Prozent der Gesamtbevölkerung darstellen (Vgl. Flüter-Hoffmann, Christiane, 2006, S. 3). Dementsprechend wird sich auch das Potenzial der Erwerbstätigen verändern und so den Arbeitsmarkt und die Personalpolitik der Unternehmen nachhaltig beeinflussen. Einerseits werden die Belegschaften immer älter, andererseits fehlen junge Nachwuchskräfte (Vgl. Flüter-Hoffmann, Christiane, 2006, S. 3). Studien zufolge wird sich das Erwerbspersonenpotential in den kommenden 40 Jahren um rund ein Drittel verringern (vgl. Eichhorst, Werner / Thode, Eric, 2002, S. 7).

“Damit gerät nicht nur der Generationenvertrag ins Wanken, der die Verantwortung der erwerbstätigen Generation festschreibt, für die ältere Generation zu sorgen. Aus gesamtwirtschaftlicher und politischer Sicht wird es an Steuerzahlern, qualifizierten Arbeitskräften und letztlich auch an Konsumenten fehlen. Die langfristigen Folgen des demographischen Wandels werden sich auch in steigenden Abgaben auf das Arbeitseinkommen, Verringerung der Sozialversicherungsleistungen und stärkerer Selbstversorgung bemerkbar machen”, so die Prognose von Silke Michalk und Peter Nieder (Michalk, Silke / Nieder, Peter, 2007, S. 24 ).

“Es wird eine immer geringere Zahl von Erwerbstätigen einer steigenden Zahl von Rentnern gegenüberstehen. Diese Faktoren führen neben den bereits genannten Gründen zu einer außerordentlichen Belastung der Rentenversicherungssysteme” (Michalk, Silke / Nieder, Peter, 2007, S. 25 ).

War das vorzeitige Ausscheiden älterer Beschäftigter bisher eine kostengünstige Maßnahme zur Personalverjüngung, wird es heute erfolgsentscheidend sein, Möglichkeiten zu finden um dieses Arbeitnehmerpotenzial im Unternehmen zu binden.

“Neben einer arbeitsmarktorientierten Zuwanderung und einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit kann vor allem eine Ausweitung der Erwerbstätigkeit von Frauen helfen”, diese Herausforderung zu meistern (Eichhorst, Werner / Thode, Eric, 2002, S. 13).

Gleichzeitig hat eine höhere Zahl erwerbstätiger Mütter auch Auswirkungen auf die Fertilitätsquote, was wiederum die

„Tragfähigkeit der Renten- und Sozialversicherungssysteme verbessert, die Gleichstellung fördert und dazu führt, dass die Armut – vor allem von allein erziehenden Müttern oder Vätern – sinkt“ (Deutsche Bank Research, 2008, S. 7).

Neben diesem demographischen Wandel wird der Arbeitsmarkt zusätzlich durch einen Wandel in den Wertvorstellungen der Arbeitnehmer beeinflusst.

„Die Wertvorstellungen junger Akademiker und Akademikerinnen nähern sich immer stärker aneinander an. Männer möchten mehr Zeit in Familie und Freizeit investieren, und Frauen wollen sich nicht länger entscheiden müssen zwischen Karriere und Kindern, sie wollen beides, und das zu guten Bedingungen” (Michalk, Silke / Nieder, Peter, 2007, S. 26).

1.2. Erwerbstätigkeit von Frauen in Deutschland

Um künftige Engpässe auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu verhindern und die demographische Verschiebung zu einzugrenzen, gilt es nun, “die Zahl der Erwerbspersonen (nachhaltig) zu steigern” (Eichhorst, Werner / Thode, Eric, 2002, S. 7).

Hier spielen neben älteren Arbeitnehmern vor allem Mütter eine entscheidende Rolle.

Deutschland verfügt über sehr gut ausgebildete Frauen, 59Prozent der Hochschulabsolventen sind weiblich (Vgl. NRW.Europa, 2008). Doch laut Angaben des Bundesamts für Statistik sind von den deutschlandweit rund 8,4 Millionen Müttern mit minderjährigen Kindern im erwerbsfähigen Alter lediglich 59Prozent aktiv erwerbstätig. Nur knapp 30Prozent dieser Frauen arbeiten dabei in einem Vollzeitarbeitsverhältnis (Vgl. Statistisches Bundesamt, 2008, Tabelle 13).

Ausschlaggebend für die niedrige Erwerbstätigenquote unter den deutschen Müttern ist zu großen Teilen die Problematik bei der Vereinbarkeit von Beruf und Mutterschaft.

Das traditionelle Zwei-Phasen-Modell erwerbstätiger Frauen - die Erwerbstätigkeit bis zur Geburt des ersten Kindes und die endgültige Aufgabe der Erwerbstätigkeit nach der Geburt - wurde bereits in den siebziger Jahren abgelöst von einem Drei-Phasen-Modell. Die Erwerbsarbeit wird nach der Geburt des Kindes für eine Kinderphase ausgesetzt, danach jedoch wieder aufgenommen.

Während diese drei Phasen in den letzten zwei Jahrzehnten noch deutlich voneinander abgegrenzt waren, existiert derzeit eine Gleichzeitigkeit von Mutterschaft und Erwerbstätigkeit (Vgl. Lipke, Kerstin, ohne Datum, S. 62).

Trotz dieser Entwicklung sehen sich Frauen oft vor die Wahl gestellt zwischen Beruf und Familie. Die Möglichkeiten, Familie und Beruf in Einklang zu bringen sind noch sehr begrenzt. Im Berufsleben erkennen zahlreiche Arbeitgeber nicht an, welche Fähigkeiten diese Frauen in ihrer Elternzeit erworben haben.

Vielmehr befürchten sie, dass die Frauen zu viel berufliche und IKT-Entwicklungen verpasst haben und dies nicht mehr aufholen können (Vgl. Deutsche Bank Research, 2008, S. 29).

Doch so lange Karriere und Familie nicht problemlos vereinbar sind und Frauen sich für eine Alternative entscheiden müssen, handelt es sich um ein Nullsummenspiel: Entweder verliert der Arbeitsmarkt die gut ausgebildeten Mütter als Arbeitskräfte oder die Geburtenrate stagniert weiter.

2. Potentiale der Wiedereingliederung

Die Wiedereingliederung von Müttern in den Berufsalltag kann für beide Parteien Vorteile schaffen. „Verschiedene Studien zeigen, dass eine schnelle Berufsrückkehr von Frauen positive Folgen sowohl für die Karrierechancen und damit die langfristige Lohnentwicklung von Frauen als auch für das Unternehmen hat“ (Deutscher Gewerkschaftsbund, Erwartungen der Beschäftigten und Planung der Rückkehr aus der Elternzeit, ohne Datum). Die Vorteile für das Unternehmen bestehen darin, dass bei einer kürzeren Elternzeit geringere Kosten für die Wiedereingliederung der Frauen anfallen und sich darüber hinaus die Kosten für die Anwerbung, Auswahl und Qualifizierung von Ersatzarbeitskräften verringern (Vgl. Deutscher Gewerkschaftsbund, ohne Datum).

Die Berufstätigkeit von Frauen mit Kindern setzt jedoch eine familienfreundliche Unternehmenskultur voraus.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Beruflicher Wiedereinstieg für Mütter
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V129586
ISBN (eBook)
9783640350636
ISBN (Buch)
9783640350308
Dateigröße
561 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beruflicher, Wiedereinstieg, Mütter
Arbeit zitieren
Svenja Nilsson (Autor), 2008, Beruflicher Wiedereinstieg für Mütter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129586

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