Asset Backed Securities und Informationsasymmetrien


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002

24 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Notation

1. Einleitung

2. Asset Backed Transaktionen
2.1. Grundkonzeption und Beteiligte
2.2. Rollen einer Bank
2.3. Vorteilhaftigkeit einer Asset Backed Transaktion

3. Asset Backed Securities und Moral Hazard
3.1. Finanzintermediäre und Delegated Monitoring
3.2. Modell eines Loan Sale Marktes

4. Asset Backed Securities und Hidden Information
4.1. Das Hidden Information Problem
4.2. Signalling zur Verringerung der Hidden Information
4.3. Loan Sales und der Markt für Kreditderivate

5. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Appendix A

APPENDIX 1 - Grundkonzeption einer Asset Backed Finanzierung A

Appendix 2 – Anreizkompatibler Forderungsverkauf (Gorton, Pennacchi 1995) B

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Grundkonzeption einer Asset Backed Finanzierung A

Notation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Eine wesentliche Entwicklung der letzten Jahre an internationalen Finanzmärkten ist der Einsatz von Asset Backed Securities (ABS) zur Unternehmensfinanzierung. Grundgedanke dieses Finanzinstrumentes ist die Verbriefung ursprünglich nicht handelbarer Aktiva in fungiblen Wertpapieren[1].

Der historische Ursprung dieser Entwicklung ist zu Beginn der siebziger Jahre in den USA zu finden, wo erstmalig Hypothekardarlehen verbrieft wurden (MBS). Im Laufe der achtziger und neunziger Jahre wurden neben Mortgages nach und nach auch andere Aktiva Gegenstand von Asset Backed Transaktionen (ABT)[2].

Seit das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred) 1997 in einem Rundschreiben seine ablehnende Haltung gegenüber dieser Finanzinnovation aufgegeben hat, haben neben Unternehmen auch deutsche Kreditinstitute die Möglichkeit, eigene Forderungen in ABS zu verbriefen. Aufgrund der ureigenen Geschäftstätigkeit und der typischen Bilanzstruktur scheinen vor allem diese „besonderen“ Unternehmen speziell für ABT geeignet.

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage einer asymmetrischen Informationsverteilung im Rahmen von ABS aus der speziellen Perspektive eines Kreditinstitutes.

Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema ABS, untersucht Kapitel 3 die Frage einer möglichen ex post Informationsasymmetrie in Form von Moral Hazard für eine forderungsveräußernde Bank. Im Mittelpunkt steht die modellhafte Betrachtung eines Loan Sale Marktes nach Gorton und Pennacchi (Loan Sale = einfacher Kreditforderungsverkauf). Kapitel 4 beschäftigt sich mit dem Problem eines ex ante Hidden Information Vorteiles der Bank über die zu veräußernden Forderungen. Kapitel 5 fasst zusammen.

2. Asset Backed Transaktionen

2.1. Grundkonzeption und Beteiligte

Im Rahmen einer ABT werden Vermögensgegenstände (Assets) eines Unternehmens in einem Pool zusammengefasst, an eine rechtlich selbständige Gesellschaft veräußert und Wertpapiere emittiert, die einen Zahlungsanspruch aus den Vermögensgegenständen verbriefen[3].

Zentral ist bei ABT die Beziehung zwischen veräußerndem Unternehmen (Originator), Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle - SPV) und Investoren[4].

Das SPV kauft die Vermögenswerte vom Originator, im Rahmen eines „true sales“[5].

Beteiligte Vermögenswerte sind typischerweise einfache Forderungen, aber auch Hypothekardarlehen, Kreditkartenforderungen oder zukünftige Leasingzahlungen[6].

Mit Hilfe eines Bankenkonsortiums werden vom SPV Wertpapiere gegen die Assets emittiert oder Schuldscheindarlehen bei den Investoren placiert. Durch die Verbriefung (Securitization) werden ursprünglich nicht handelbare Assets handelbar gemacht.

Die emittierten Wertpapiere werden i.d.R. noch mit zusätzlichen Garantien von Originator oder Dritten (Sicherungsgeber) besichert[7]. Auch Sicherungsmechanismen innerhalb der Emissionsstruktur werden eingesetzt[8]. Durch diese verschiedenen Formen der Besicherung („Credit-Enhancement“) wird dem Investor ein nahezu risikoloses Wertpapier angeboten.

Weitere Beteiligte im Rahmen einer ABT sind Service-Agent, Treuhänder sowie Rating-Agenturen. Der Service-Agent ist für das Management der veräußerten Assets zuständig (z. B. Inkasso von Forderungen, Debitorenbuchhaltung, Mahnwesen oder Kreditüberwachung). In vielen Fällen wird diese Funktion gleichzeitig durch den Originator wahrgenommen. Die Mitwirkung eines Treuhänders ist häufig aufgrund rechtlicher Vorschriften sowie zum Schutz der Investoren erforderlich. Rating-Agenturen nehmen eine Beurteilung der gesamten Emissionsstruktur sowie der Qualität der emittierten Wertpapiere vor[9]. Appendix 1 stellt die Grundstruktur einer ABT überblicksartig dar.

Welche Funktionen Kreditinstitute im Rahmen einer ABT wahrnehmen können, soll im folgenden untersucht werde.

2.2. Rollen einer Bank

Banken können sich an ABT in verschiedener Art und Weise beteiligen[10]:

- Seit dem Rundschreiben 4/97 des BAKred besteht auch für deutsche Banken die Möglichkeit als Originator eigene Kreditforderungen zu verbriefen[11].
- Die Bank kann das SPV gründen.
Zu beachten ist jedoch, dass Bank und SPV nicht dem selben Konsolidierungskreis angehören („true sale“ Kriterium sowie aufsichtsrechtliche Gründe).
- Banken können die Funktion des Service-Agenten wahrnehmen. Aufgrund der Erfahrung im Bereich des Forderungsmanagements sind Banken für diese Tätigkeit besonders geeignet.
- Banken haben die Möglichkeit als Sicherungsgeber zu fungieren. Spezielle Kenntnisse im Bereich des Monitorings lassen Banken auch hier besonders geeignet erscheinen[12].
- Falls die Bank nicht Originator ist, ist eine Funktion als Treuhänder denkbar.
- Banken sind i.d.R. an der Emission und Placierung der Wertpapiere in einem Konsortium beteiligt.
- Natürlich haben Banken auch die Möglichkeit in ABS zu investieren.

Betrachtet man eine Bank, die als Originator eigene Kreditforderungen verbriefen möchte, stellt sich die Frage, welche Anreize bzw. Chancen ein solches Engagement bietet.

2.3. Vorteilhaftigkeit einer Asset Backed Transaktion

Bereits die Grundkonzeption einer ABT hat deutlich gemacht, dass eine solche Form der Finanzierung relativ aufwendig und mit hohen Kosten sowohl im fixen als auch im variablen Bereich verbunden ist. Doch welche Vorteile stehen diesen Kosten gegenüber?

Aus allgemein betriebswirtschaftlicher Sicht werden als Chancen einer ABS-Finanzierung u.a. folgende Argumente angeführt:

- ABT, als typische „off balance sheet“ Finanzierungen, können zum gezielten Bilanzmanagement eingesetzt werden[13]. Die durch den Asset Verkauf entstehende zusätzliche Liquidität kann alternativ zur Tilgung von Schulden (Erhöhung der Eigenkapitalquote) oder Finanzierung neuer, renditereicher Projekte (Erhöhung der Investitionskapazität ohne zusätzliches Eigenkapital, steigender Gewinn nach erfolgreichem Projekt) verwendet werden[14].
- Durch die Veräußerung von Forderungen wird auch das mit den Forderungen verbundene Ausfallrisiko auf das SPV bzw. die ABS-Investoren übertragen – ABS können also als ein Instrument des Risikomanagements eingesetzt werden[15].
- Weiterhin lassen sich mittels ABT neue Finanzierungsquellen erschließen.

[...]


[1] Vgl. Hartmann-Wendels, Pfingsten, Weber 2000, S. 287.

[2] Vgl. Altrock, Rieso, 1997, S. 1.

[3] Vgl. Hartmann-Wendels, Pfingsten, Weber 2000, S. 287-289; Hermann 1997 S. 223-224.

[4] Vgl. Arbeitskreis „Finanzierung“ 1992, S. 500.

[5] Nur ein echter Verkauf mit Isolierung der Assets vom Rechtskreis des Originators gewährleistet eine Absicherung der Investoren im Insolvenzfall des Originators. Eine angestrebte bilanzbefreiende Wirkung der Veräußerung beim Originator (vgl. u.a. auch 2.3.) ist nur bei einem echten Verkauf ohne weitere Probleme möglich. Zur Beurteilung des „true sale“ Charakters siehe beispielsweise Iacobucci, Winter 2001, S. 9-11.

[6] Vgl. Iacobucci, Winter 2001, S. 1.

[7] Mögliche Sicherungsmechanismen des Originators sind Patronatserklärungen oder Ausfallbürgschaften. Beachte: Risikoübernahmen durch den Originators können ggf. den „true sale“ Charakter gefährden.

Dritte können Sicherungszusagen beispielsweise in Form eines Letter of Credit geben (siehe Arbeitskreis „Finanzierung“ 1992, S. 506-507).

[8] Instrumente innerhalb der Emissionsstruktur können Übersicherung (Overcollateralization) oder die Nutzung eines Reservefonds (Spread Account) sein (siehe Arbeitskreis „Finanzierung“ 1992, S. 506-507).

[9] Vgl. Hartmann-Wendels, Pfingsten, Weber 2000, S. 288-289.

[10] Vgl. Hartmann-Wendels, Pfingsten, Weber 2000, S. 289.

[11] Zu den speziellen Bedingungen einer Veräußerung von Kreditforderungen mit eigenkapitalentlastender Wirkung für deutsche Kreditinstitute siehe Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen 1997.

[12] Vorteile von Banken beim Monitoring sind Gegenstand der Theorie der Bankenintermediation, grundlegend Diamond 1984 (vereinfacht in Diamond 1996), vgl. teilweise auch 3.1 dieser Arbeit.

[13] Vgl. Hermann 1997, S. 224.

[14] Vgl. Arbeitskreis „Finanzierung“ 1992, S. 519.

[15] Vgl. Arbeitskreis „Finanzierung“ 1992, S. 520.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Asset Backed Securities und Informationsasymmetrien
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Aktuelle Probleme der Finanzierungstheorie
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
24
Katalognummer
V12959
ISBN (eBook)
9783638187268
ISBN (Buch)
9783656754824
Dateigröße
569 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Asset, Backed, Securities, Informationsasymmetrien, Aktuelle, Probleme, Finanzierungstheorie
Arbeit zitieren
Marcus Rothamel (Autor), 2002, Asset Backed Securities und Informationsasymmetrien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12959

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