Diese Ausarbeitung ist die Modulprüfungsleistung für das Seminar: „Globale Umweltpolitik: Das Beispiel der Konvention über biologische Vielfalt“. In dem Seminar haben wir uns mit Inhalten und Themen der Konvention zur biologischen Vielfalt beschäftigt. In dieser Ausarbeitung werde ich der Frage nachgehen, inwiefern Biosprit eine sinnvolle Alternative zu fossilen Kraftstoffen darstellt. Dazu werde ich eingangs in einer kurzen Definition beschreiben, was Biokraftstoffe sind. Anschließend werde ich die Geschichte und die Folgen der Biospritproduktion vom Weltmarktführer Brasilien, sowie die Haltung der Bundesrepublik Deutschland zu diesem Kraftstoff näher beleuchten. Abschließen werde ich diese Ausarbeitung mit einem persönlichen Fazit, in dem ich meine Meinung zu dem Thema äußern werde. Grundlage für diese Ausarbeitung war eine Fallstudie von Brot für die Welt über Agroenergie in Lateinamerika.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Definition
Brasilien
Geschichte
Folgen der Ethanolproduktion
Biosprit in Deutschland
Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die ökologische und soziale Sinnhaftigkeit von Biokraftstoffen als Alternative zu fossilen Energieträgern. Im Fokus steht dabei die kritische Analyse der Ethanolproduktion in Brasilien sowie die aktuelle Situation und energiepolitische Debatte in Deutschland unter dem Aspekt der Konkurrenz zwischen Nahrungsmittelproduktion und Energiegewinnung.
- Definition und Grundlagen von Biokraftstoffen
- Historische Entwicklung des brasilianischen Proálcool-Programms
- Soziale und ökologische Auswirkungen der großflächigen Ethanolproduktion
- Diskussion der Konkurrenzsituation „Tank vs. Teller“
- Energiewende und die Rolle von Forschungsansätzen in Deutschland
Auszug aus dem Buch
Folgen der Ethanolproduktion
Gemessen an seinen Zielen war das Proálcool Programm für die brasilianische Regierung sehr erfolgreich. Brasilien konnte seine Führungsstellung im Ethanolexport auf dem Weltmarkt festigen und ausbauen und das Land wurde unabhängiger von Erdölimporten. Diese Erfolge hatten jedoch einen hohen Preis. Nicht nur finanzieller Art, auch auf gesellschaftlicher und ökologischer Ebene mussten große Opfer erbracht werden. Betrachtet man heute die Landverteilung in Brasilien, so fällt auf, dass lediglich etwa 20 Prozent der für den Anbau von Zuckerrohr genutzten Flächen im Besitz von Kleinbauern ist.
80 Prozent gehört Großgrundbesitzern. Diese haben die Kleinbauern oft gewaltsam zum Verkauf ihrer Grundstücke gezwungen. Auf den Anbauflächen der Großgrundbesitzer wurden die Erträge seit Beginn des Programms mehr als verdoppelt. Diese immensen Steigerungen waren nur möglich, indem Hochleistungssorten eingesetzt wurden. Darunter auch genetisch verändertes Saatgut, welches seit 2005 in Brasilien legal ist, aber auch schon zuvor eingesetzt wurde. Eng einher mit dem Einsatz von modifiziertem Saatgut geht der Einsatz von Herbiziden. Diese wiederum belasten den Boden und verschmutzen das Grundwasser massiv.
Doch nicht nur die Umwelt muss unter der Ethanolproduktion leiden. Praktiken wie das Abbrennen der Zuckerrohrfelder zum Entfernen der Blätter vor der Ernte und extreme Arbeitsbedingungen wie Sklavenarbeit fordern viele Opfer unter der Bevölkerung. Auch die Indigenen Bewohner Brasiliens werden in ihrer Lebensweise bedroht. Viele Reservate sind umringt von Zuckerrohrplantagen und deren Bewohner sind gezwungen dort zu arbeiten um ihren Lebensunterhalt zu sichern.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Autor erläutert die Herkunft der Arbeit im Rahmen eines Seminars zur Konvention über biologische Vielfalt und formuliert die Forschungsfrage zur Sinnhaftigkeit von Biosprit.
Definition: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende Begriffsbestimmung von Biokraftstoffen und Biomasse basierend auf EU-Richtlinien.
Brasilien: Das Kapitel beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Proálcool-Programms und analysiert die weitreichenden sozialen und ökologischen Folgen der großflächigen Ethanolproduktion.
Biosprit in Deutschland: Es wird die aktuelle Nutzung von Beimischungen im Kraftstoffsektor sowie der Forschungsstand zu neuen Verfahren wie „Biomass to Liquide“ thematisiert.
Fazit: Der Autor positioniert sich kritisch gegenüber der Nutzung von Biokraftstoffen aufgrund der Konkurrenz zur Nahrungsmittelversorgung und plädiert für effizientere Antriebsformen.
Schlüsselwörter
Biokraftstoffe, Biosprit, Brasilien, Proálcool, Ethanolproduktion, Nachhaltigkeit, Fossile Energieträger, Nahrungsmittelkonkurrenz, Biodiversität, Agroenergie, Landverteilung, Biomasse, Umweltpolitik, Erneuerbare Energien, Flächennutzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Produktion von Biokraftstoffen als Alternative zu fossilen Energieträgern am Beispiel Brasiliens und Deutschlands.
Was sind die zentralen Themenfelder der Ausarbeitung?
Im Zentrum stehen die Energiepolitik, die Auswirkungen der landwirtschaftlichen Flächennutzung für Energiepflanzen sowie die ethische Konkurrenz zwischen Nahrungsmittelproduktion und Kraftstoffgewinnung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Sinnhaftigkeit von Biosprit als nachhaltige Alternative zu fossilen Brennstoffen kritisch zu hinterfragen und die dabei entstehenden ökologischen und sozialen Kosten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse und wertet eine Fallstudie von „Brot für die Welt“ zur Agroenergie in Lateinamerika aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse des brasilianischen Proálcool-Programms sowie eine Bestandsaufnahme der Nutzung und Produktion von Biosprit in Deutschland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Biokraftstoffe, Ethanolproduktion, Nachhaltigkeit, Nahrungsmittelkonkurrenz, Biodiversität und Flächennutzung.
Wie hat sich die Haltung der brasilianischen Regierung zum Proálcool-Programm gewandelt?
Nach anfänglicher starker staatlicher Förderung zur Unabhängigkeit von Erdölimporten wurde das Programm aufgrund von Versorgungsengpässen gekürzt, später jedoch durch die Einführung von Flex-Fuel-Fahrzeugen wieder belebt.
Warum wird Biosprit als „Schulbeispiel für nachhaltige Fehlentwicklung“ bezeichnet?
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung kritisiert die Konkurrenzsituation zwischen der Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für Nahrungsmittel oder für Kraftstoffe, die bei globaler Betrachtung zu ökologischen und sozialen Problemen führt.
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- Nikolaj Barth (Author), 2008, Biokraftstoffe: Ein Ersatz für fossile Energieträger?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129604