Die Inspiration für meine Diplomarbeit ergab sich durch meinen Erasmusaufenthalt, als Studentin an der Universität Wien im Jahr 2007/2008. Auf diese Weise hatte ich die Möglichkeit, die kulturelle und soziale Vielfalt der deutschen Gesellschaft kennen zu lernen.
Aufgrund dieser Tatsache wurde ich mit manchen Stereotypen und Vorurteilen gegenüber den Italienern konfrontiert. Es ist anzunehmen, dass dies auf beiden Seiten zutrifft.So glaube ich, dass sowohl Deutsche bestimmte Vorurteile gegenüber den Italienern haben als auch die Italiener gegenüber den Deutschen. Dieses Thema hat mich sofort interessiert und ich habe beschlossen, es zum Thema meiner Diplomarbeit zu machen.
Deshalb habe ich mich entschlossen den Fokus meiner Arbeit auf die Länder Italien, Deutschland und Österreich zu legen.
Im ersten Kapitel werde ich die geschichtliche Dynamik der Beziehungen zwischen Deutschland und Italien rekonstruieren. Daraus wird ersichtlich, welche Faktoren für die Entwicklung des Verhältnisses zwischen den Staaten eine Rolle spielen.
Im zweiten Kapitel werde ich die heutigen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien erläutern, die durch gemeinsame Interessen und Ziele der beiden Nationen geprägt sind.
Des Weiteren werde ich über den Ursprung auf kultureller Ebene, hinsichtlich der Beziehungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Italien sprechen. Der Schriftsteller, den ich ausgewählt habe, ist Johann Wolfgang Goethe. Er gilt als bedeutendster deutscher Dichter, hatte von 1786-1788 in Italien gewohnt, wo er sich wie zu Hause fühlte.
In Kapitel Vier beleuchte ich die Frage, wie die heutige Situation der deutschsprachigen Länder und ihre Beziehungen zu Italien wahrgenommen werden.
Schließlich möchte ich die Einflüsse von Medien auf die Werte der italienischen und deutschen Gesellschaft darstellen. Durch praktische Beispiele wird gezeigt, wie Medien mit ihrer Informationsleistung und ihrem Einfluss, Stereotypen und Vorurteile aufbauen können.
Anhand von praktischen Beispielen der Medien: der Wochenzeitung „Der Spiegel“ in Deutschland, der Filmserie Fantozzi in Italien und der Werbung „Nescafè Cappuccino“ in Deutschland, wird dargestellt, wie Medien mit ihrer Informationsleistung und ihrem Einfluss Stereotypen und Vorurteile aufbauen können.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Kapitel 1
Deutschland und Italien: die Geschichte einer Beziehung
1.1. Die politischen Wurzeln von bekannten Stereotypen
1.2. Die heutigen Beziehungen: Deutschland, Österreich und Italien gemeinsam für Europa
Kapitel 2
Politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zwischen Deutschland und Italien
2.1. Politische Beziehungen
2.2. Wirtschaftliche Beziehungen
2.3. Kulturelle Beziehungen
Kapitel 3
„Italiensehnsucht” und Johann Wolfgang von Goethe
3.1. Das Tagebuch Die Italienische Reise
3.2. “Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen”
Kapitel 4
Gegenseitige Vorurteile in Italien und den deutschsprachigen Ländern
4.1. Vorurteile der Italiener gegenüber den Einwohnern deutschsprachiger Länder
4.2. Vorurteile der Einwohner deutschsprachiger Länder gegenüber den Italienern
Kapitel 5
Praktische Beispiele aus den Medien
5.1. Funktion der Medien
5.2. „Der Spiegel“: Italien als Urlaubsland mit Entführungen, Erpressungen und Strassendieben
5.3. Internet
5.4. Fernsehen: Fantozzi der italienische Antiheld
5.5. Werbung: Herr Angelo für Nescafè Cappuccino (1993)
Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Geflecht aus gegenseitigen Vorurteilen und Stereotypen zwischen Italien, Deutschland und Österreich. Ziel ist es, die historischen, politischen und medialen Ursprünge dieser Klischeebilder zu analysieren und deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung der jeweiligen Nachbarkultur sowie die Identitätsfindung im europäischen Kontext zu beleuchten.
- Historische Dynamik und politische Beziehungen zwischen den Ländern
- Kulturelle Bedeutung der "Italiensehnsucht" am Beispiel von J.W. von Goethe
- Analyse wechselseitiger Vorurteile und psychologischer Mentalitätskontraste
- Einfluss der Medien auf die Formung und Verstärkung von Stereotypen
- Fallstudien aus Printmedien, Film und Werbung
Auszug aus dem Buch
3.1. Das Tagebuch „Die Italienische Reise“
Die deutsch-italienischen Beziehungen haben auf kulturellem Gebiet einen besonders intensiven Ursprung. Seit Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) seine Reisebeschreibung Italienische Reise geschrieben hat, ist sein Werk für die Deutschen die Ikone der Sehnsucht nach dem Süden geworden. Gleichzeitig wurde Italien als das Land der Kunst geprägt.
In diesem Kapitel werden Goethes Reise in Italien von 1786 bis 1788 und das Werk näher vorgestellt.
Das Ende des 18. und der Beginn des 19. Jahrhunderts, die Zeit der deutschen Klassik, war gekennzeichnet durch eine Italiensehnsucht. Viele Dichter wie Goethe aber auch Maler gingen nach Italien um neue Inspiration zu finden.
Als Goethe ein Kind war, lernte er durch seinen Vater die italienische Kultur kennen. Sein Vater reiste bereits früher nach Italien. Dadurch wurde auch das Interesse des jungen Goethe geweckt, nach Italien zu reisen.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Untersucht die geschichtliche Entwicklung und die politischen Wurzeln der deutsch-italienischen Beziehungen sowie deren Bedeutung für das moderne Europa.
Kapitel 2: Analysiert die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Kooperationen, die das heutige Verhältnis der Nationen maßgeblich stabilisieren.
Kapitel 3: Beleuchtet die literarische und kulturelle Dimension der "Italiensehnsucht" und zeigt auf, wie Goethe durch seine Italienreise eine dauerhafte Wahrnehmung Italiens als Sehnsuchtsort prägte.
Kapitel 4: Ergründet die gegenseitigen Vorurteile und Mentalitätsunterschiede, die sowohl von italienischer als auch von deutschsprachiger Seite aus bestehen.
Kapitel 5: Demonstriert anhand konkreter Medienbeispiele (Spiegel-Titelblatt, Filmserie Fantozzi, Werbung), wie durch mediale Darstellung Stereotypen konstruiert und reproduziert werden.
Schlüsselwörter
Stereotypen, Vorurteile, Deutsch-italienische Beziehungen, Italiensehnsucht, Goethe, Medienanalyse, Interkulturelle Kompetenz, Europäische Integration, Mentalitätskontrast, Identität, Klischees, Politische Geschichte, Kulturgeschichte, Soziale Wahrnehmung, Medienwirkung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Entstehung und Verbreitung von Stereotypen und gegenseitigen Vorurteilen zwischen den Ländern Deutschland, Österreich und Italien.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten gehören historische Wurzeln der Beziehungen, der Einfluss der Literatur (Goethe), die Wahrnehmung im Alltag sowie die Rolle der Medien bei der Konstruktion von Klischees.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Hauptgründe für bestehende Vorurteile zu verstehen und darzulegen, wie diese das deutsch-italienische Verhältnis bis heute beeinflussen und prägen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Analyse, die historische Fakten, Literaturrecherche sowie die Auswertung von Medienbeispielen und soziologischen Befragungen kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Historie, die kulturelle Prägung durch die Italiensehnsucht, die Untersuchung aktueller Vorurteile in der Gesellschaft sowie eine medienkritische Analyse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Stereotypenbildung, nationale Identität, mediale Verzerrung, deutsch-italienisches Verhältnis und interkulturelle Kommunikation.
Welche Rolle spielt Johann Wolfgang von Goethe in dieser Untersuchung?
Goethe wird als Schlüsselfigur für die Entstehung der "Italiensehnsucht" angeführt, da seine "Italienische Reise" maßgeblich das Bild der Deutschen von Italien als Wiege der Kunst formte.
Warum werden die Medien (Spiegel, Fantozzi, Nescafè-Werbung) als Fallbeispiele herangezogen?
Diese Beispiele dienen dazu, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Medientypen – von politischer Berichterstattung über Unterhaltungsfilm bis zur Werbung – aktiv zur Festigung oder Veränderung von nationalen Stereotypen beitragen.
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- SALA CINZIA (Author), 2009, Gegenseitige Vorurteile und Stereotypen in Italien und den deutschsprachigen Ländern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129630