Diese Forschung beschäftigt sich damit zu untersuchen, ob nicht regelkonformes Verhalten als solches eingeschätzt wird, durch eben genannten Faktoren beeinflusst wird. In einem weiteren Sinn wird auch untersucht, ob sich der Fahrstil durch die Einschätzung verändert. Basierend auf der Rational-Choice-Theorie soll dargestellt werden, warum sich Individuen bewusst im Straßenverkehr für eine regelwidrige Handlung entscheiden. Die Forschungsfrage, die sich daraus entwickelt hat, ist: Unter welchen Voraussetzungen schätzen Individuen, mit unterschiedlichen persönlichen Merkmalsausprägungen, ein nicht regelkonformes Verhalten als regelwidrig ein? Der dafür entwickelte standardisierte Fragebogen, in Form einer Onlineumfrage wurde für die Erhebung der Daten herangezogen und die bestimmten Situationen im Straßenverkehr anhand demografischer Merkmale aufgefasst wird. Daher gehe ich davon aus, dass die Einschätzung von vielen Faktoren beeinflusst wird.
Über Aggression und was zu aggressivem bzw. rücksichtslosem Verhalten im Straßenverkehr führt, gibt es einige wissenschaftliche Studien von NGOs und kommerzielle Forschungen. Unter diesen Studien wird eine Sache außer Acht gelassen, nämlich wie sich aggressives und rücksichtsloses Verhalten im Straßenverkehr, genauer beim Autofahren, auf das individuelle Verhalten im Straßenverkehr auswirkt und ob regelwidriges Verhalten als solches eingeschätzt wird. Durch einen steigenden Anteil an Autofahrern*innen wird eine soziale Interaktion unabdingbar, die durch Alter, Erfahrungen und Führerscheinbesitz beeinflusst wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ausgangslage
3. Verkehr, Mobilität und Straße im öffentlichen Raum
3.1 Der öffentlichen Raum als Sozialsystem...
3.2 Verhaltenweisen im öffentlichen Raum...
3.3 Fehlverhalten im öffentlichen Raum...
3.4 Das Diamanten-Modell
4. Straßenverkehrsordnung (StVo)
4.1 Das Diamanten-Modell und StVo
5. Das Diamanten-Modell und Rational-Choice-Modell
5.1 Die Rational-Choice-Modell
5.1.1 Rational-Choice-Modell nach Clarke / Cornish
5.1.2 Die Rational Choice Theorie von Raithel
5.1.3 Fazit Rational Choice Theorie
5.2 Hypothesen
6. Begriffsdefinition Anomie und regelwidrigen Verhaltens
6.1. regelwidriges Verhalten nach Durkheim...
6.2. regelwidriges Verhalten nach Merton
6.3. regelwidriges Verhalten nach Becker...
6.4 regelwidriges Verhalten im Straßenverkehr...
7. Fahrtypen
7.1 Der Funktionalist
7.2 Der Ängstliche
7.3 Der Gelassene
7.4 Der Vorsichtige
7.5 Der Raser...
7.6. Der Frustrierte
7.7. weitere Studie der Fahrtypenbildung
8. Einschätzung
8.1 Dunning Kruger-Efffekt
8.2 Fehleinschätzung
9. Fahrer-Verhaltens Befragung ( Driver Behaviour Questionaire
9.1 Studien zum Verkehrsverhalten
9.2. Studien zu Verstöße im Straßenverkehr...
9.3 Studien des Konservatorium für Verkehrssicherheit
9.3.1 KFV Studie aus dem Jahr 2008 und 2013
9.3.2 KFV Studie aus dem Jahr 2017 und 2021
9.4 ÖAMTC Studien von 2020
9.5 Studie von AutoScout24
10. Methodologie
10.1 Samplingstrategie
10.2 Erhebungsmethode
10.3 Computer Assisted Web Interviewing „ CAWI“ - Onlinefragebogen
10.3.1 Vorbereitung der Erhebung
10.3.2 Erhebung der Daten
10.4 Der Fragebogen
10.4.1 empirische Erhebung der Handlungsalternativen
10.5 Datenaufbereitung
10.6 Auswertungsmethode
10.6.1. univariate Auswertungsmethoden
10.6.2 bivariate Auswertungsmethoden
10.6.3 multivariate Auswertungsmethoden
11. Auswertung und Ergebnisdarstellung
11.1 Beschreibung der Stichprobe
11.2 Gefahrenpotential im Straßenverkehr
11.2.1 Geschlecht
11.2.2 Alter...
11.2.3 Führerscheinbesitz...
11.2.4 Erfahrung
11.3 Die Verhaltensweise der Verkehrsteilnehmer
11.4 gefährliche und regelwidrige der Verhaltensweisen
11.4.1 Gefährlichkeit
11.4.2 Regelwidrigkeit
11.5 Verhaltensweisen der Variablen im Zusammenhang
11.6 Aspekte des Autos
11.7 Ursachen für regelwidriges Verhalten
11.8 Hypothesenüberprüfung
11.9 Fahrverhalten
11.9.1 Selbsteinschätzung
11.9.2 Fremdeinschätzung
11.9.3 Verhaltensveränderung
12. Conclusio
2.1 Beantwortung der Forschungsfrage und der Unterfrage
12.2 Limitationen
12.3 Ausblick...
13. Literaturverzeichnis
13.1 Internetverzeichnis...
13.2 Abbildungsverzeichnis.
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, unter welchen Voraussetzungen Verkehrsteilnehmer ein nicht regelkonformes Verhalten als regelwidrig einstufen, wobei insbesondere die Rolle der Selbst- und Fremdeinschätzung analysiert wird. Ziel ist es, das Verständnis für die wechselseitigen Beeinflussungsprozesse im Straßenverkehr zu verbessern und die motivationalen Hintergründe für regelwidriges Verhalten aufzudecken.
- Anwendung soziologischer Theorien wie des Rational-Choice-Modells und des Konzepts der Anomie auf das Verkehrsverhalten.
- Erforschung von Autofahrertypen und deren Einfluss auf die individuelle Einschätzung von Verkehrsdelikten.
- Empirische Analyse mittels online-gestützter quantitativer Erhebung bei Autofahrern.
- Überprüfung von Hypothesen zu soziodemographischen Faktoren wie Alter, Geschlecht und Fahrerfahrung auf die Bewertung von Verkehrsverstößen.
- Untersuchung der Bedeutung des Fahrzeugs und der Fahrmotive als beeinflussende Faktoren für das subjektive Sicherheitsgefühl und Regelakzeptanz.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Der Straßenverkehr ist ein gesellschaftlicher Bereich, dem sich kein Individuum entziehen kann, sei es als Passant, der mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist oder als Autofahrer*in. Chaloupka sagte 2011, dass Menschen mobil sein müssen (Chaloupka et al. 2011:S. 36), weil Mobilität eines der Grundbedürfnisse des Menschen ist, das nie gestillt werden kann. Mit dem Erwerb der Lenkberechtigung steigt die Anzahl der Verkehrsteilnehmer auf der Straße stetig. Dieser Ort ist für den Autofahrer*in relevant, weil er sich auf ihr bewegt und wo es zu einer ständige Wechselwirkungen mit andern kommt. Daher muss eine Verhaltenskoordination, mittels gesetzlicher Regelung etabliert werden damit jeder sein Ziel unbeschadet erreicht, und nicht jeder macht was er will.
Erfahrungen im Straßenverkehr machen deutlich, dass sich nicht immer an die Verkehrsordnung gehalten oder diese missachtet wird, obwohl sie diese grundsätzlich akzeptieren.
Aus diesem Grund besteht das Erkenntnisinteresse darin Verkehrsdelikte wie Vorrangverletzung,rechts Überholen, Drängeln oder dichtes Auffahren sowie anderen beobachtbaren Problemen im Straßenverkehr zu untersuchen und welchen Einfluss diese auf das eigene Fahrverhalten nehmen. Mit der Verhaltenskoordination sind Regel, Gesetzt und Normen gemeint, die klar definiert sind. Durch diese gesetzlichen Normen soll das Verhalten der Verkehrsteilnehmer in Bezug auf die gegenseitige Wechselwirkung geregelt werden. Doch wie in jeden anderen gesellschaftlichen Bereich versucht jedes Individuum seine persönlichen Ziele durchzusetzen und zu erreichen, auch wenn sich für ein nicht regelkonforme Verhaltensweise entschieden wird, obwohl es viele verschiedene Handlungsmöglichkeiten gäbe. Verkehrsunfälle und Verkehrsdelikte sind die belegbaren Beispiele für die Nichteinhaltung der Verkehrsregeln oder dass sich für eine falsche Handlungsmöglichkeit entschieden wurde.
Die soziologische Relevanz dieser Thematik besteht darin,dass der Verkehr eines der größten Handlungs- und Interaktionssysteme der Gesellschaft ist, wo Menschen sich begegnen, aufeinander bezogen handeln und interagieren. Aus diesem Grund lernt jeder dieselben Grundnormen für den Straßenverkehr, um von einer einheitlichen Rollenerwartung im Verhalten bzw. Interaktion ausgehen zu können. Nichts desto trotz zeigen Verkehrsstatistiken, dass es häufig zu regelwidrigen Verhalten im Straßenverkehr kommt. Das regelwidrige Verhalten sei es, dass es beobachtet wird oder sei es das man beteiligt ist, einen Einfluss auf den Fahrstil und Verhalten nimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die soziologische Bedeutung des Straßenverkehrs als Handlungs- und Interaktionssystem und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Einschätzung regelwidrigen Verhaltens.
2. Ausgangslage: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen sozialer Verhaltensregeln und beleuchtet statistische Daten zu Unfallursachen sowie das Phänomen menschlichen Versagens im Verkehr.
3. Verkehr, Mobilität und Straße im öffentlichen Raum: Es wird erörtert, wie der Straßenraum durch wechselseitige Interaktion zu einem organisierten Sozialsystem wird, wobei Ralf Rissers Diamanten-Modell zentrale Einflussfaktoren aufzeigt.
4. Straßenverkehrsordnung (StVo): Die StVO wird als notwendiges Regelgerüst zur Gewährleistung von Sicherheit und zur Klärung von Schuldfragen nach Unfällen diskutiert.
5. Das Diamanten-Modell und Rational-Choice-Modell: Dieses Kapitel verknüpft das Diamanten-Modell mit entscheidungstheoretischen Ansätzen, um zu erklären, wie Individuen ihre Handlungsentscheidungen im Verkehrsalltag treffen.
6. Begriffsdefinition Anomie und regelwidrigen Verhaltens: Es erfolgt eine begriffliche Fundierung durch soziologische Klassiker wie Durkheim, Merton und Becker, um normverletzendes Verhalten soziologisch einzuordnen.
7. Fahrtypen: Hier werden verschiedene Fahrertypen klassifiziert, um das Verständnis für unterschiedliche Fahrmotive und Charaktere hinter dem Steuer zu erweitern.
8. Einschätzung: Dieses Kapitel befasst sich mit der Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung und untersucht psychologische Effekte wie den Dunning-Kruger-Effekt.
9. Fahrer-Verhaltens Befragung ( Driver Behaviour Questionaire): Es erfolgt ein Überblick über etablierte Studien und Erhebungsinstrumente, wie den Driver Behaviour Questionnaire (DBQ), zur Erforschung von Fehlverhalten.
10. Methodologie: Der methodische Teil beschreibt das Forschungsdesign der quantitativen Onlinebefragung, inklusive Samplingstrategie und Fragebogenkonstruktion.
11. Auswertung und Ergebnisdarstellung: Die Ergebnisse der quantitativen Analyse werden präsentiert, inklusive der Untersuchung von Hypothesen zu demografischen Einflüssen und situativen Faktoren.
12. Conclusio: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer Reflexion der Limitationen und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsschwerpunkte.
Schlüsselwörter
Straßenverkehr, regelwidriges Verhalten, Verkehrsdelikte, Rational-Choice-Theorie, Verkehrssoziologie, Fahrverhalten, Selbsteinschätzung, Fremdeinschätzung, StVO, Anomie, Verhaltenstheorie, Gefahrenpotential, Verkehrsdelikte, Fahrer-Verhaltens-Befragung, empirische Sozialforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht soziologische und verhaltenswissenschaftliche Faktoren, die dazu führen, dass Autofahrer im Straßenverkehr Verhaltensweisen als regelkonform oder regelwidrig einstufen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Schnittstellen von Verkehrssoziologie, kriminologischen Ansätzen zur Einhaltung von Normen, der Wirkung von Straßengesetzen (StVO) und der subjektiven Wahrnehmung durch Autofahrer.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Es soll beantwortet werden, unter welchen persönlichen Voraussetzungen Individuen nicht normgerechtes Verhalten im Straßenverkehr als regelwidrig einstufen und wie sich eigene Einschätzungen auf das persönliche Fahrverhalten auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Untersuchung nutzt einen quantitativen Ansatz mittels eines standardisierten Online-Fragebogens, dessen Ergebnisse deskriptiv und mittels Regressionsanalyse ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen zur Anomie und Rational-Choice-Theorie, eine Typologie von Autofahrern, eine Analyse der Selbsteinschätzung (inklusive Dunning-Kruger-Effekt) sowie die Darstellung und Interpretation der empirischen Studienergebnisse.
Welche Rolle spielt die Theorie von Clarke und Cornish?
Sie liefert den Rational-Choice-Ansatz als theoretische Basis, um regelwidriges Verhalten als Ergebnis einer bewussten Abwägung von Nutzen und Kosten bzw. als befriedigende Handlungsalternative zu erklären.
Warum wird das "Diamanten-Modell" nach Ralf Risser erwähnt?
Das Modell dient als Analyseraster, das aufzeigt, wie Verhalten durch die Interaktion von Individuum, Fahrzeug, Infrastruktur und Gesellschaftsordnung (Gesetze) beeinflusst wird.
Welche Bedeutung kommt der Fahrerfahrung zu?
Die Analyse zeigt, dass Fahrerfahrung signifikante Auswirkungen auf die Einstufung von Fehlverhalten hat; mit zunehmender Erfahrung steigt tendenziell die Sensibilität, regelwidriges Verhalten als solches zu erkennen.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Alter und der Einschätzung?
Die Ergebnisse demonstrieren altersabhängige Unterschiede: Mit steigendem Alter nimmt die Tendenz zu, das Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer strenger als regelwidrig zu bewerten.
Wie beeinflusst das Auto selbst die Wahrnehmung?
Die Untersuchung zeigt, dass der Zweck, für den das Fahrzeug primär genutzt wird (z. B. als Ausdruck von Lebensstil), die kritische Haltung gegenüber dem Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer beeinflussen kann.
- Arbeit zitieren
- Stefan Mario Lackner-Haschke (Autor:in), 2022, Regelwidriges Verhalten im Straßenverkehr. Eine wechselseitige Beeinflussung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1296520