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Leistungsgesellschaft als soziale Pathologie?

Title: Leistungsgesellschaft als soziale Pathologie?

Term Paper , 2022 , 38 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Melina Tsakiri (Author)

Philosophy - Philosophy of the present
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Summary Excerpt Details

Die Sozialphilosophie analysiert Störungen in gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen, die sich auf die Ermöglichungsbedingungen eines gelingenden Lebens beziehen. Wenn in der Gesellschaft Strukturen gefördert werden, die verhindern, dass die Menschen sich frei selbstverwirklichen, dann kann die zu analysierende Gesellschaft als eine soziale Pathologie betrachtet werden. In der vorliegenden Arbeit werden die Strukturen der Leistungsgesellschaft analysiert, um zu betrachten, ob sie eine unverzerrte Selbstverwirklichung der Individuen fördert.

Wozu? In der heutigen Leistungsgesellschaft besteht doch eine breite Palette an Möglichkeiten, die es ihren Mitgliedern erlaubt, ihre Lebensqualität zu erhöhen, sich selbst zu verwirklichen, zum Star zu werden und erfolgreich zu sein. Jeder hat in einer Leistungsgesellschaft die Chance, sich als „Unikate ‚selbstbestimmt‘ zu erschaffen“. Die Freiheit erscheint in Anbetracht der Angebotspalette grenzenlos. Warum sollte vor diesem Hintergrund eine Analyse zu den Störungen in einer Leistungsgesellschaft gemacht werden?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziale Pathologie: Begriff und Methode

2.1 These

3. Gesellschaft und Individuum

3.1 Zur Relevanz von Emotionen

4. Leistungsgesellschaft

4.1.Historische Entwicklung

4.2.Begriff Leistung und Leistungsprinzip

5. Konditionen in einer Leistungsgesellschaft

5.1.Folgen der historischen Entwicklung

5.2.Vorstellungen über ein gelingendes Leben

5.3.Rationalisierung der Privatsphäre

5.4.Konklusion

6. Entfremdung

6.1 Begriff

6.2 Entfremdung durch historische Entwicklung

6.3 Entfremdung in allen Lebensbereichen

6.4 Selbstentfremdung durch Identifikation mit Leistungsideal

6.5 Flucht als Symptom der Entfremdung

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die moderne Leistungsgesellschaft aus sozialphilosophischer Perspektive, um zu untersuchen, ob deren Strukturen eine unverzerrte Selbstverwirklichung des Individuums fördern oder durch Entfremdungsprozesse behindern.

  • Strukturanalyse der Leistungsgesellschaft anhand von Leistungsprinzip und Leistungsideal
  • Untersuchung der vermittelnden Rolle von Emotionen und sozialen Vergleichen
  • Kritische Beleuchtung der ökonomischen Rationalisierung der Privatsphäre
  • Analyse von (Selbst-)Entfremdung als Folge gesellschaftlicher Pathologien

Auszug aus dem Buch

1.Einleitung:

Die Sozialphilosophie analysiert Störungen in gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen, die sich auf die Ermöglichungsbedingungen eines gelingenden Lebens beziehen. Wenn in der Gesellschaft Strukturen gefördert werden, die verhindern, dass die Menschen sich frei selbstverwirklichen, dann kann die zu Analysierende Gesellschaft als eine soziale Pathologie betrachtet werden (vgl. Celikates und Jaeggi 2017, S.20f.). In der vorliegenden Arbeit werden die Strukturen der Leistungsgesellschaft analysiert, um zu betrachten, ob sie eine unverzerrte Selbstverwirklichung der Individuen fördert. Wozu? In der heutigen Leistungsgesellschaft besteht doch eine breite Palette an Möglichkeiten, die es ihren Mitgliedern erlaubt ihre Lebensqualität zu erhöhen, sich selbst zu verwirklichen, zum Star zu werden und erfolgreich zu sein. Jeder hat in einer Leistungsgesellschaft die Chance sich als „Unikate ‚selbstbestimmt‘ zu erschaffen“ (Bennet- Vahle 2014, S.58). Die Freiheit erscheint in Anbetracht der Angebotspalette grenzenlos, weil jeder als Unternehmer seiner selbst, sein Leben nach eigenen Vorstellungen gestalten kann (Bennet- Vahle 2014, S.75). Warum sollte vor diesem Hintergrund eine Analyse zu den Störungen in einer Leistungsgesellschaft gemacht werden? Weil die verheißungsvolle Perspektive einen bitteren Beigeschmack hat: Denn der systemimmanente Zwang zu ständigem Wachstum zwingt zu Effizienzsteigerung und der Mobilisierung aller Ressourcen, weshalb Stress, Burnout, Überforderung und Ängste entstehen (vgl. Böhme 2010, S.150; Bennet- Vahle 2014, S.53). „Das Ideal der Selbstverwirklichung verkommt auf diesem Wege zu einer egozentrischen, besinnungslosen Betriebsamkeit, die eine bedenkliche Eigendynamik entfaltet und nicht wenige auf dem Höhepunkt des Lebens zusammenbrechen lässt“ (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die sozialphilosophische Fragestellung ein, ob die Strukturen der Leistungsgesellschaft als soziale Pathologie zu deuten sind, da sie eine unverzerrte Selbstverwirklichung behindern könnten.

2. Soziale Pathologie: Begriff und Methode: Dieses Kapitel erläutert den Pathologie-Begriff aus der Sozialphilosophie und definiert den methodischen Rahmen, um gesellschaftliche Fehlentwicklungen anhand der Bedingungen für ein gelingendes Leben zu diagnostizieren.

3. Gesellschaft und Individuum: Hier wird das konstitutive Abhängigkeitsverhältnis zwischen Identität und sozialen Kontexten dargelegt, wobei zudem die Funktion von Emotionen als Indikatoren für den gesellschaftlichen Zustand beleuchtet wird.

4. Leistungsgesellschaft: Dieses Kapitel analysiert die historische Entstehung der modernen Leistungsgesellschaft und definiert Leistung sowie das Leistungsprinzip als zentrale gesellschaftliche Steuerungsmechanismen.

5. Konditionen in einer Leistungsgesellschaft: Es wird untersucht, wie die Identifikation mit dem Leistungsideal und ökonomische Rationalisierungszwänge die private Lebenswelt durchdringen und zu Fremdbestimmung führen.

6. Entfremdung: Das Kapitel diskutiert Entfremdung als zentrale Folge der Leistungsgesellschaft, wobei Aspekte wie Selbstentfremdung und die Flucht in den Konsum als Symptome der Überforderung analysiert werden.

7. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Strukturen der Leistungsgesellschaft eine Form der sozialen Pathologie darstellen, da sie die Bedingungen für eine freie Selbstverwirklichung hemmen.

Schlüsselwörter

Sozialphilosophie, Leistungsgesellschaft, Soziale Pathologie, Selbstverwirklichung, Entfremdung, Leistungsprinzip, Leistungsideal, Fremdbestimmung, Selbstoptimierung, Stress, Privatsphäre, Burnout, Sozialer Vergleich, Konformität, Identifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die These, ob die moderne Leistungsgesellschaft als soziale Pathologie betrachtet werden kann und wie ihre Strukturen das Individuum in seiner Selbstverwirklichung behindern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Kernbereiche sind die sozialphilosophische Diagnose gesellschaftlicher Fehlentwicklungen, die Rolle von Emotionen in sozialen Kontexten sowie die Dynamiken von Entfremdung innerhalb einer auf Leistung und Wachstum ausgerichteten Wirtschaftsform.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist zu erörtern, ob die Rahmenbedingungen der Leistungsgesellschaft eine unverzerrte Selbstverwirklichung des Individuums ermöglichen oder ob sie systemisch zu Fremdbestimmung und psychischen Belastungen führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine sozialphilosophische und kritische Perspektive, die soziale Bedingungen analysiert und dabei Konzepte unter anderem von Erich Fromm und Axel Honneth auf die heutige Leistungsgesellschaft anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Wurzeln der Leistungsgesellschaft, die ökonomische Rationalisierung der Privatsphäre sowie die psychologischen Folgen wie Stress und Entfremdung, die durch den Zwang zur Selbstoptimierung entstehen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Leistungsprinzip, soziale Pathologie, Entfremdung, Selbstverwirklichung, Fremdbestimmung und Konformität.

Warum ist das Leistungsideal laut der Autorin ein fiktives oder problematisches Ideal?

Weil es keine echte Selbstverwirklichung fördert, sondern dem Individuum unerreichbare Normen aufzwingt, die zu Stress, Überforderung und einem Verlust des eigenen Selbst führen.

Welche Rolle spielen Emotionen wie Angst und Scham in der Analyse?

Emotionen dienen in der Arbeit als Indikator dafür, wie Individuen auf den Druck der Leistungsgesellschaft reagieren. Angst vor dem Scheitern und Scham durch sozialen Vergleich fungieren dabei als Mobilisatoren für noch mehr Leistungsdruck.

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Details

Title
Leistungsgesellschaft als soziale Pathologie?
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,7
Author
Melina Tsakiri (Author)
Publication Year
2022
Pages
38
Catalog Number
V1296608
ISBN (PDF)
9783346758279
ISBN (Book)
9783346758286
Language
German
Tags
leistungsgesellschaft pathologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melina Tsakiri (Author), 2022, Leistungsgesellschaft als soziale Pathologie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1296608
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