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Die spanische Missionierung in der Neuen Welt im 16. Jh.- Das Guadalupe-Ereignis in Mexiko

Title: Die spanische Missionierung in der Neuen Welt im 16. Jh.- Das Guadalupe-Ereignis in Mexiko

Seminar Paper , 2003 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: René Schlott (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung des in der Forschung vieldiskutierten Guadalupe-Ereignisses und seiner Bedeutung für die Missionierung Mexikos. Da einige Untersuchungen annehmen, dass die wundersamen Erscheinungen eine spätere Erfindung seien, um die Indigenen, die sich nach der Eroberung durch die Spanier nur widerstrebend missionieren ließen, enger an die Kirche zu binden, sollen insbesondere die Quellen und die Überlieferung des Ereignisses beleuchtet werden. Zudem erfolgt eine Betrachtung der spanischen Einflüsse in der Guadalupe-Verehrung und der indigenen Elemente, die in die Botschaft und in das Bildnis der Jungfrau von Guadalupe eingeflossen sind. Zur Einordnung des Guadalupe-Ereignisses ist jedoch zunächst ein kurzer Abriss zur Geschichte der spanischen Mission in der Neuen Welt und zur Christianisierung Mexikos im 16.Jahrhundert notwendig.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Spanische Mission in der Neuen Welt

3 Die Missionierung Mexikos

4 Das Guadalupe-Ereignis

4.1 Die Erscheinungserzählung

4.2 Die Quellenlage

4.3 Die spanischen Elemente

4.4 Die indigenen Elemente

4.5 Die Bedeutung für die Indigenen und für die Mestizen

4.6 Die Forschungskontroverse um das Guadalupe-Ereignis

5 Zusammenfassung:

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das historisch umstrittene "Guadalupe-Ereignis" von 1531 und dessen strategische Bedeutung für die christliche Missionierung Mexikos im 16. Jahrhundert unter Berücksichtigung spanischer und indigener Einflüsse.

  • Historischer Kontext der spanischen Conquista und Missionierung in der Neuen Welt.
  • Analyse der Überlieferung und Quellenlage zur Erscheinung von Guadalupe.
  • Untersuchung der strukturellen Verbindung zwischen spanischen Marienkulten und indigenen Traditionen.
  • Bedeutung des Ereignisses für die Identitätsfindung der indigenen Bevölkerung und Mestizen.
  • Forschungskontroverse um die Historizität und die Instrumentalisierung des Ereignisses.

Auszug aus dem Buch

4.4 Die indigenen Elemente

In den Umständen der Erscheinung und vor allem im Bildnis der Jungfrau von Guadalupe finden sich verschiedene aztekische Elemente, die zur besonderen Adaption des Kultes durch die indigene Bevölkerung beigetragen haben.

Wie Sahagún erwähnte, hatte es eine bereits eine lange Tradition der Götterverehrung am Hügel Tepeyac gegeben: Am selbem Ort, wo die Azteken vor der Missionierung die Fruchtbarkeitsgöttin und Göttermutter Tonantzin verehrten, huldigten sie bald darauf der christlichen Gottesmutter.

Die Erzählung Nican Mopohua berichtet, dass die erste Erscheinung von einer Melodie angekündigt wurde: „Da vernahm er [Juan Diego, d.V.] von der Spitze des Hügels her Gesang, als ob viele kostbare Vögel abwechselnd sängen [...].“41 Schon im aztekischen Glauben war Musik das Medium der Mitteilung eines Gottes.42

Auch auf dem Bildnis der Jungfrau von Guadalupe (Abb.1, S.9), das sie selbst durch ein Wunder hinterlassen haben soll, finden sich viele Hinweise auf aztekische religiös-weltanschauliche Vorstellungen. So zeigt die Darstellung, dass die Gottesmutter mächtiger als der Sonnengott der Azteken war: Sie verdeckt zwar die Sonne, löscht sie aber nicht aus. Sie steht auf dem Mond, zertritt ihn aber nicht. „Die vorherrschende Farbe des Bildes ist das Blaugrün des Mantels, das die für die Darstellung der indianischen Götter übliche war.“43 Die Tunika ist mattrot, genau wie die Farbe des höchsten aztekischen Gottes Huitzilopochtli, der Leben schenkt und erhält. Diese vielfältigen Bezugspunkte lassen den Schluss zu, dass die Symbolwelt des Bildes für die indigene Bevölkerung, „wie ein Buch, ein symbolischer Katechismus, den alle lesen konnten“, gewirkt hat.44

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Heiligsprechung von Juan Diego durch Papst Johannes Paul II. und führt in die Fragestellung ein, ob das Guadalupe-Ereignis ein historisches Wunder oder eine kirchliche Konstruktion zur Missionierung war.

2 Spanische Mission in der Neuen Welt: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang zwischen der Reconquista in Spanien und der Conquista in Amerika sowie die Rolle der päpstlichen Bullen bei der Legitimierung der spanischen Mission.

3 Die Missionierung Mexikos: Der Autor beschreibt das gewaltsame Vorgehen der Konquistadoren und die anfängliche, eher oberflächliche Christianisierung, der später vertiefte Missionsbemühungen der Franziskaner folgten.

4 Das Guadalupe-Ereignis: Dieses zentrale Kapitel analysiert die Legende, die kritische Quellenlage, die Verschmelzung von spanischen und indigenen Elementen sowie die Bedeutung für die Mestizen und die akademische Kontroverse.

5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass das Guadalupe-Ereignis ein Modell geglückter Inkulturation darstellt, wobei jedoch die Vermutung nahe liegt, dass das Ereignis instrumentalisiert wurde, um den christlichen Glauben tiefer in der Bevölkerung zu verankern.

Schlüsselwörter

Guadalupe-Ereignis, Juan Diego, Missionierung, Mexiko, Conquista, Katholizismus, Marienverehrung, Nican Mopohua, Tonantzin, Inkulturation, Azteken, Indigene, Mestizen, Forschungsgeschichte, Heiligsprechung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen und religiösen Bedeutung der Marienerscheinungen von Guadalupe in Mexiko im 16. Jahrhundert und deren Rolle bei der Missionierung der indigenen Bevölkerung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Analyse konzentriert sich auf die Entstehungsgeschichte der Legende, die Verknüpfung von christlichen und aztekischen Symbolen sowie die historische Kritik an der Authentizität der Erscheinungen.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das Guadalupe-Ereignis in seinen historischen Kontext einzuordnen und zu untersuchen, ob es als ein bewusstes Instrument der Kirche zur tieferen Christianisierung der Indigenen eingesetzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellenberichte, theologischer Abhandlungen und kirchengeschichtlicher Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick zur Missionierung, die detaillierte Darstellung der Erscheinungslegende, eine quellenkritische Auseinandersetzung und die Untersuchung der kulturellen Synthese von indigenen und spanischen Elementen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Wesentliche Begriffe sind Guadalupe-Ereignis, Missionierung, Inkulturation, Juan Diego, Conquista und kulturelle Synthese.

Welche Rolle spielt der Tepeyac-Hügel in der Argumentation?

Der Hügel ist von zentraler Bedeutung, da er sowohl ein vorkolonialer Kultort für die Göttin Tonantzin war als auch der Ort, an dem die christliche Marienverehrung erfolgreich etabliert wurde, was den Übergang vom alten zum neuen Glauben symbolisiert.

Warum ist die Quellenlage zum Guadalupe-Ereignis so umstritten?

Die Quellenlage ist kritisch, da die erste schriftliche Fixierung erst über 100 Jahre nach den angeblichen Ereignissen erfolgte und keine zeitgenössischen Dokumente aus dem 16. Jahrhundert die Erscheinung explizit bestätigen.

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Details

Title
Die spanische Missionierung in der Neuen Welt im 16. Jh.- Das Guadalupe-Ereignis in Mexiko
College
Free University of Berlin  (Friedrich-Meinecke-Institut)
Course
PS: Alte Welt - Neue Welt
Grade
1,0
Author
René Schlott (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V12966
ISBN (eBook)
9783638187336
Language
German
Tags
Missionierung Neuen Welt Guadalupe-Ereignis Mexiko Alte Welt Neue Welt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
René Schlott (Author), 2003, Die spanische Missionierung in der Neuen Welt im 16. Jh.- Das Guadalupe-Ereignis in Mexiko, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12966
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