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Das deutsch-jüdische Bildungsbürgertum im Spiegel der Erinnerungen und Tagebücher des Victor Klemperer - Prozesse der Verbürgerlicherung und der Entbürgerlicherung

Título: Das deutsch-jüdische Bildungsbürgertum im Spiegel der Erinnerungen und Tagebücher des Victor Klemperer - Prozesse der Verbürgerlicherung und der Entbürgerlicherung

Trabajo de Seminario , 2002 , 32 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: René Schlott (Autor)

Historia de Alemania - Historia contemporánea
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Die von Lothar Gall verfasste Familiengeschichte der Bassermanns, „Bürgertum in Deutschland“, wollte „die konkrete lebensweltliche Verknüpfung von Allgemeinem und Besonderem“ am Beispiel eines Personenverbandes aufdecken und zugleich „Familiengeschichte in allgemeiner Absicht“ 1 sein. Dem Autor gelang es unter Anwendung der historisch-kritischen Methode und unter Beachtung von geschichts- wissenschaftlichen, objektivierbaren Kriterien das Standardwerk zur deutschen Bürgertumsgeschichte vorzulegen. Die gleichen Prämissen und Strukturprinzipien nutzte Elisabeth Kraus zur Darstellung der Entwicklung des deutsch-jüdischen Bürgertums im 19. und 20. Jahrhundert. Sie schrieb die Familiengeschichte der Mosses 2 . Eine um den Aspekt der jüdischen Herkunft und Identität erweiterte Bürgertumsgeschichte.

Dieser spezifischen Schicht des deutschen Bürgertums wendet sich auch die vorliegende Arbeit zu. Im besonderen dem Teil, der sich „durch den Besitz von Bildungspatenten“ und durch eine „bestimmte Lebensführung, man kann auch sagen: Kultur“ 3 , als Bildungsbürgertum qualifizierte. Es soll der Versuch unternommen werden, eine „Personengeschichte in allgemeiner Absicht“ zu schreiben, deren Grundlage, wie bei Gall und Kraus, individualgeschichtliche Quellen sind. In wenigen, ausgewählten Teilaspekten soll eine Geschichte des deutsch- jüdischen Bildungs-bürgertums vorgelegt werden. Der betrachtete Zeitraum beschränkt sich auf die Jahre des Kaiserreiches und der Weimarer Republik. Da Geschichte nicht von ihrem Ende her gedacht werden darf und man die deutsch- jüdische Geschichte oft nur als Vorgeschichte des Holocaust deutet 4 , ist es um so bedeutender gerade die, der „Kontinuität im Zeichen des Untergangs“ 5 gegenläufigen Tendenzen zu untersuchen. Sie können in den Jahren von 1871 bis 1933 beobachtet

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärungen

3 Emanzipation

4 Assimilation

5 Erster Weltkrieg und Revolution

6 Antisemitismus

7 Nachwort

8 Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der Tagebücher und Erinnerungen von Victor Klemperer die Entwicklungsgeschichte des deutsch-jüdischen Bildungsbürgertums im Kaiserreich und der Weimarer Republik. Dabei wird insbesondere analysiert, inwiefern die individuelle Lebensgeschichte Klemperers als paradigmatisch für den Prozess der Verbürgerlicherung sowie die spätere Entbürgerlicherung im Zuge des aufkommenden Antisemitismus gelten kann.

  • Die Rolle der Bildung als Integrationsinstrument des jüdischen Bürgertums.
  • Die Spannung zwischen Assimilationswunsch und fortbestehender gesellschaftlicher Ausgrenzung.
  • Der Einfluss des Ersten Weltkriegs und der Novemberrevolution auf das bürgerliche Selbstverständnis.
  • Die Transformation bürgerlicher Werte und der Zerfall liberaler Ideale in der Weimarer Republik.
  • Die Entbürgerlicherung als Folge nationalsozialistischer Ideologie und Staatspolitik.

Auszug aus dem Buch

3 Emanzipation – „Er fühlte sich ganz als Deutscher, als Reichsdeutscher.“ (CV I, S.17 f.)

Victor Klemperer wurde 1881, also ein Jahrzehnt nach Abschluss der rechtlichen Emanzipation, durch die völlige gesetzliche Gleichstellung der Juden im Deutschen Kaiserreich 1871, geboren. Sein Vater Dr. Wilhelm Klemperer ist Rabbiner einer orthodoxen jüdischen Gemeinde in der preußischen Provinz Posen. Klemperer erinnerte sich später so an ihn: „Er fühlte sich ganz als Deutscher, als Reichsdeutscher. Er hatte politische Interessen und war von den Ergebnissen des sechsundsechziger und des siebziger Krieges tief befriedigt. Er war liberal (...), das heißt, indem er sich zum fortschrittlichen Bürgertum (...) bekannte, ohne sich über die harten, allzu materialistischen Probleme des Sozialpolitischen und Nationalökonomischen den Kopf zu zerbrechen. Der Buchhändler Schaeffer (...) gab ein gemäßigt liberales und gut nationales Blättchen heraus. Vater hat (...) daran mitgearbeitet, indem er passendes aus den großen Berliner Zeitungen herausschnitt und exzerpierte.“(CV I, S.17f.) Dieser Auszug zeigt, das sein Vater die Emanzipation bereits angenommen und den Verbürgerlicherungsprozess, nicht nur formal, sondern auch emotional abgeschlossen hat. Er bekennt sich zur Leitidee des deutschen Bürgertums, dem Liberalismus, und arbeitet selbst an der Herstellung bürgerlicher Öffentlichkeit mit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Fragestellung und methodische Grundlage unter Verwendung von Victor Klemperers Autobiographie und Tagebüchern als zentrale Quelle für die Bürgertumsgeschichte.

2 Begriffsklärungen: Definition der für die Untersuchung zentralen Begriffe Bürger, Bürgertum, Bildung und deren Bedeutung für das jüdische Selbstverständnis.

3 Emanzipation: Analyse des familiären Hintergrunds und des Einflusses des Reformjudentums auf die Integration in das deutsche Bürgertum.

4 Assimilation: Untersuchung des Strebens nach vollständiger gesellschaftlicher Integration durch akademische Bildung, Konversion und Adaption bürgerlicher Lebensstile.

5 Erster Weltkrieg und Revolution: Darstellung der bildungsbürgerlichen Kriegseuphorie und der tiefgreifenden Erschütterung des bürgerlichen Wertesystems durch die politischen Umbrüche nach 1918.

6 Antisemitismus: Analyse der Ursachen für die zunehmende Ausgrenzung, den Zerfall liberaler Ideale und die Prozesse der Entbürgerlicherung in der Weimarer Zeit.

7 Nachwort: Reflexion über das Scheitern der jüdischen Assimilation und die Zerstörung des deutschen Bürgertums infolge der nationalsozialistischen Diktatur.

8 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Victor Klemperer, Bildungsbürgertum, Deutsch-jüdische Geschichte, Assimilation, Emanzipation, Antisemitismus, Weimarer Republik, Verbürgerlicherung, Entbürgerlicherung, Tagebücher, Liberalismus, Identität, Bildungsideal, Kaiserreich, NS-Zeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Geschichte des deutsch-jüdischen Bildungsbürgertums zwischen 1871 und 1933 anhand der persönlichen Aufzeichnungen von Victor Klemperer.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Themenfelder Emanzipation, Assimilation, Bildung, die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf das Bürgertum sowie die Entstehung und Zunahme von Antisemitismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, anhand der Tagebücher zu ergründen, ob Klemperers individuelles Schicksal als Paradigma für den sozialen Aufstieg und den anschließenden gewaltsamen Untergang des deutsch-jüdischen Bildungsbürgertums dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die historisch-kritische Methode und stützt sich primär auf individualgeschichtliche Quellen (Tagebücher, Autobiographie) zur Analyse gesellschaftlicher Prozesse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch den Weg vom emanzipierten Elternhaus über die akademische Laufbahn und den Wunsch nach Assimilation bis hin zur Enttäuschung durch den politischen Rechtsruck und Antisemitismus in der Weimarer Republik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Bildungsbürgertum, Assimilation, Verbürgerlicherung, Entbürgerlicherung, Antisemitismus und Identitätskonstruktion.

Inwiefern beeinflusste die Familie Klemperers den Assimilationsprozess?

Die Familie, insbesondere die älteren Brüder, übte durch die Forderung nach standesgemäßem Verhalten und akademischer Karriereplanung erheblichen Druck auf Klemperer aus, wodurch er frühzeitig in bürgerliche Normen eingebunden wurde.

Warum lehnte Klemperer den Zionismus ab?

Klemperer sah sich selbst als „Deutschen schlechthin“ und betrachtete den Zionismus als eine Bedrohung für seine Identität als assimilierter deutscher Bürger, da er weiterhin fest an die Integration in die deutsche Kultur glaubte.

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Detalles

Título
Das deutsch-jüdische Bildungsbürgertum im Spiegel der Erinnerungen und Tagebücher des Victor Klemperer - Prozesse der Verbürgerlicherung und der Entbürgerlicherung
Universidad
Free University of Berlin  (Friedrich-Meinecke-Institut)
Curso
PS: Deutsches Bürgertum im 19. und 20. Jahrhundert
Calificación
1,3
Autor
René Schlott (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
32
No. de catálogo
V12967
ISBN (Ebook)
9783638187343
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bildungsbürgertum Spiegel Erinnerungen Tagebücher Victor Klemperer Prozesse Verbürgerlicherung Entbürgerlicherung Deutsches Bürgertum Jahrhundert
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
René Schlott (Autor), 2002, Das deutsch-jüdische Bildungsbürgertum im Spiegel der Erinnerungen und Tagebücher des Victor Klemperer - Prozesse der Verbürgerlicherung und der Entbürgerlicherung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12967
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