Die Überlegung, die dieser Hausarbeit zugrunde liegt, besteht in der Annahme, dass die regionalen Gebiete in einem Land sich sprachlich voneinander unterscheiden und dies je nach Distanz zueinander zu erheblichen Unterschieden führen kann. Bemerkbar macht sich diese Varietät, die es in jedem Land gibt, anhand der Sprache im Allgemeinen. Die Aufzeichnungen sind hier allerdings nicht konserviert worden beziehungsweise. oftmals schlecht nachvollziehbar, zumal sich Nationalsprachen im heutigen Sinne auch erst im späten Mittelalter herauskristallisiert haben.
Leichter und ergiebiger wird es jedoch, wenn man Namen betrachtet. Die Onomastik beschäftigt sich mit der Erforschung von Namen im weitesten Sinne. Sie untersucht Ortsnamen sowie Personennamen auf ihren etymologischen Hintergrund, Bedeutung und ihrer geographischen Verbreitung.
In dieser Arbeit soll dies im Gebiet des Distrikts Coimbra geschehen, der im nördlichen Teil Portugals gelegen ist. Die Distriktshauptstadt Coimbra ist 200 km nördlich von Lissabon und 100 km südlich von Porto gelegen.
Nachdem die Theorie und Überlegungen zur Namenforschung abgeschlossen sind, werde ich eine Klassifizierung vorstellen anhand welcher die Ortsnamen hinlänglich untersucht und eingeteilt werden können. Vollständigkeitshalber widme ich mich anschließend der Antroponymie und erläutere diese.
In Kapitel vier werden dann unter Zuhilfenahme der Klassifizierung die untersuchten Ortsnamen eingeteilt. Diese Klassifizierung dient der besseren Übersicht. Aufgrund Zeit- und Platzmangels habe ich mich entschieden, die Personennamen in dieser Arbeit nicht zu untersuchen und mich auf die Ortsnamen zu beschränken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Onomastik
2.1. Was ist die Onomastik
2.2 Warum und wofür ist die Onomastik wichtig für uns?
3. Klassifizierung
3.1. Topónimos
3.1.1. nomes gerais
3.1.2. nomes de possessor
3.1.3. nomes de santo – Heiligennamen
3.1.4. nomes étnicos
3.2. Antropónimos
4. Untersuchung von Ortsnamen
4.1. Geographisches Gebiet
4.2. Warum gerade dieses Gebiet?
4.3. Durchführung
4.3.1. nomes gerais
4.3.2. nomes de possessor
4.3.3. nomes de santos
4.3.4. nomes étnicos
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Ortsnamengebung (Toponymie) im portugiesischen Distrikt Coimbra, um sprachliche und historische Einflüsse in der Region aufzudecken. Ziel ist es, die Herkunft der Namen systematisch zu klassifizieren und anhand ausgewählter Beispiele etymologisch zu beleuchten, während Personennamen zur Fokussierung ausgeschlossen werden.
- Grundlagen der Onomastik und Namensforschung
- Klassifizierung von Ortsnamen (Topónimos) nach Kategorien
- Geografische und soziokulturelle Analyse des Distrikts Coimbra
- Etymologische Untersuchung ausgewählter Ortsnamen aus der Region
Auszug aus dem Buch
3.1.1. nomes gerais
Oft wurden Stellenbeschreibungen zu Ortsnamen. In einer Zeit, als es noch keine Ortsnamen (in unserem heutigen Verständnis) gab, wurde jemand nach seiner Herkunft gefragt. Die beste Ortsangabe war eine Beschreibung der Umgebung, z.B. "ich komme aus dem neuen Dorf" oder "ich wohne am hohen Ufer". Der Ortsname "Hannover" (mundartlich) entstand übrigens so.
Ein anderer beschrieb seine Herkunft mit "ich komme aus dem Steintal" im schönsten sächsischem Dialekt. So oder ähnlich wurde der Ortsname "Stendal" herausgeformt. Für derartige Ortsangaben wurde oft eine Präpositionalphrase (im, an, bei, auf...) bemüht. Deswegen finden sich in Ortsnamen sehr häufig erstarrte Dative wieder. Orte heißen "Bergen" und nicht "Berge" (ich wohne in den Bergen); "Tiefenbach" und nicht "Tiefebach" (vom tiefen Bach); "Blankenburg" und nicht "Blankeburg" (von der blanken [hellen] Burg).
Im portugiesischen sind diese nomes gerais geographische Bezeichnungen, die häufig auch im Sprachlexikon zu finden sind und deren Bezeichnung erkennbar ist. Hier wären als folgende Beispiele rio, ribeira, ribeiro und vale zu nennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Namenforschung als Mittel zur Untersuchung regionaler sprachlicher Unterschiede mit Fokus auf den Distrikt Coimbra.
2. Onomastik: Theoretische Grundlagen der Namenkunde, deren Bedeutung für die Identifikation von Völkern und deren Rolle bei der Rekonstruktion historischer Einflüsse.
3. Klassifizierung: Systematische Einteilung von Eigennamen in Topónimos (Ortsnamen) und Antropónimos (Personennamen) inklusive deren unterschiedlicher Ausprägungen.
4. Untersuchung von Ortsnamen: Praktische Anwendung der Klassifizierung auf Ortschaften im Distrikt Coimbra unter Einbeziehung geografischer Gegebenheiten.
5. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der identifizierten Einflüsse auf die Ortsnamengebung in der Region, insbesondere der germanischen und romanischen Ursprünge.
Schlüsselwörter
Onomastik, Toponomastik, Anthroponymie, Coimbra, Etymologie, Ortsnamen, Portugal, Reconquista, Sueben, Namenforschung, Topónimos, Sprachgeschichte, Kulturgeschichte, Siedlungsnamen, Namensherkunft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit widmet sich der wissenschaftlichen Erforschung von Ortsnamen im portugiesischen Distrikt Coimbra und analysiert deren sprachlichen Ursprung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Onomastik (Namenkunde), die Klassifizierung von Orts- und Personennamen sowie die historische Sprach- und Kulturgeschichte der Region.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine systematische Untersuchung und etymologische Erläuterung ausgewählter Ortsnamen im Distrikt Coimbra zur Identifikation regionaler historischer Einflüsse.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die etymologische Methode angewandt, um die Bedeutung, Herkunft und geographische Verbreitung von Namen zu erschließen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Klassifizierung von Namenstypen und eine praktische Untersuchung spezifischer Ortsnamen im Distrikt Coimbra unter Berücksichtigung der geografischen Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Onomastik, Toponomastik, Etymologie, Coimbra, Reconquista und Namenforschung.
Welche Rolle spielt die Zeit der Reconquista bei der Namensgebung?
Die Reconquista markiert einen Wendepunkt, ab dem viele Ortsbezeichnungen in Portugal fest etabliert und urkundlich nachweisbar wurden.
Warum wurde der Distrikt Coimbra als Untersuchungsgebiet gewählt?
Der Autor wählte die Region aufgrund eines geplanten Erasmussemesters vor Ort sowie der geografischen Vielfalt, die eine interessante Grundlage für die Untersuchung der Ortsnamengebung bietet.
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- Gerrit Achenbach (Author), 2008, Ortsnamen im Distrikt Coimbra. Zur Toponomastik im Portugiesischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129676