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Koordination und Konvention - Die Theorie von David Lewis

Title: Koordination und Konvention - Die Theorie von David Lewis

Term Paper , 2008 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sophie Männel (Author)

German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
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Unter einer Konvention versteht man im Allgemeinen eine nicht formal festgeschriebene Regel, die von einer bestimmten Gruppe von Menschen aufgrund einer Übereinkunft eingehalten wird. Diese kann stillschweigend zustande gekommen oder vereinbart worden sein. David Lewis hat sich mit genau dieser Thematik ausführlich auseinandergesetzt und die 'Sprachkonvention', als zentralen Begriff der philosophischen Bedeutungstheorie, in einer neuen Art und Weise definiert. Mit diesem Aspekt möchte ich mich in meinem Beleg genauer auseinandersetzen.
Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt dabei auf der Beschreibung sprachlicher Konventionen als Folge von Koordinationsproblemen, die durch Erreichen eines koordinativen Gleichgewichts gelöst wurden. Als Quelle dient mir dabei vor allem das Buch „Konventionen. Eine sprachphilosophische Abhandlung“ von David Lewis aus dem Jahre 1975.

Im ersten Teil der Arbeit stelle ich zunächst einige Vorüberlegungen zum sprachlichen Handeln und zur Sprechakttheorie im Allgemeinen an. Sie bilden die Grundlage für die beiden folgenden Kapitel. Daraufhin stelle ich die Sprechakttheorie von John Searle kurz und knapp vor. Dieser setzte sich ausführlich mit Sprechakten auseinander und betonte, dass neben Intentionen vor allem Konventionen auf sprachliche Handlungen direkt einwirken und damit über deren Erfolg entscheiden. In Anknüpfung daran, beschäftige ich mich im zweiten Teil der Arbeit umfassend mit David Lewis Überlegungen zu Koordination und Konvention. Anhand von Beispielen erläutere ich dabei zunächst, was unter einem Koordinationsproblem zu verstehen ist und wie ein koordinatives Gleichgewicht erzielt werden kann. Anschließend zeige ich – erneut anhand von Beispielen – auf, wie daraus Konventionen entstehen können und was genau unter diesem Begriff zu verstehen ist. Den Abschluss bildet eine kurze Zusammenfassung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorüberlegungen

2.1 Sprachliches Handeln

2.2 Sprechakttheorie

3. Sprechakte und Intentionen bei John Searle

4. Koordination und Konvention bei David Lewis

4.1 Beispiele für Koordinationsprobleme

4.2 Analyse von Koordinationsproblemen

4.3 Konventionen

4.3.1 Koordinatives Gleichgewicht und Präzedenzfall

4.3.2 Definition Konvention

4.3.3 Beispiele für Konventionen

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Konzept der Sprachkonvention nach David Lewis tiefgehend zu analysieren, indem sie den Zusammenhang zwischen Koordinationsproblemen und der Entstehung von Konventionen untersucht.

  • Grundlagen des sprachlichen Handelns und der Sprechakttheorie
  • Analyse von Koordinationsproblemen als Auslöser für soziale Regelmäßigkeiten
  • Die Rolle von Präzedenzfällen bei der Etablierung von Konventionen
  • Definition und Charakterisierung von Konventionen nach David Lewis
  • Praktische Anwendungsbeispiele für koordinatives Handeln

Auszug aus dem Buch

4.1 Beispiele für Koordinationsprobleme

Nach Lewis vollzieht sich die Verwendung der Sprache, wie bereits angedeutet, in Situationen. Diese haben alle eine auffällige Gemeinsamkeit – sie stellen Koordinationsprobleme.

Beispiel 1: Zwei Personen telefonieren miteinander. Unerwartet wird nach drei Minuten die Leitung unterbrochen. Beide wollen, dass die Verbindung umgehend wiederhergestellt wird. Dies geschieht nur dann, wenn eine Person zurückruft, während die andere wartet. Für beide ist es unwichtig, wer zurückruft. Sie müssen beide entscheiden, ob sie zurückrufen und zwar jeder von ihnen entsprechend seiner Erwartung bezüglich der Entscheidung des anderen.

Beispiel 2: Zwei Personen rudern gemeinsam ein Boot. Wenn sie im gleichen Rhythmus rudern, bewegt sich das Boot geradlinig fort. Wenn nicht, kommt es nur langsam und ziellos voran und – sie verschwenden Kraft und laufen Gefahr irgendwo anzustoßen. Sie müssen demnach wählen, ob sie schneller oder langsamer rudern. Jeder ist also bemüht, seinen Rhythmus dem anzugleichen, den er vom anderen erwartet.

Beispiel 3: Mehrere Personen fahren auf derselben kurvenreichen zweibahnigen Straße. Für jeden Einzelnen ist es nicht von Bedeutung, ob er auf der rechten oder auf der linken Fahrbahn fährt, sofern die anderen dasselbe tun. Wenn jedoch einige auf der linken und einige auf der rechten Bahn fahren, besteht für alle die Gefahr eines Zusammenstoßes. So muss jeder unter entspechender seiner Erwartung für sich entscheiden, ob er auf der linken oder auf der rechten Bahn fahren wird. Eine Person wird links fahren, wenn alle anderen es tun bzw. rechts, wenn alle anderen es tun.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Sprachkonvention nach David Lewis ein und umreißt die Struktur der Untersuchung.

2. Vorüberlegungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen des sprachlichen Handelns sowie die Grundzüge der Sprechakttheorie dargelegt.

3. Sprechakte und Intentionen bei John Searle: Dieses Kapitel behandelt die Erweiterung der Sprechakttheorie durch John Searle und die Bedeutung von Regeln für das Gelingen von Sprechakten.

4. Koordination und Konvention bei David Lewis: Das Hauptkapitel analysiert Koordinationsprobleme als Ursprung sozialer Konventionen und definiert diese anhand von Beispielen und Erwartungsstrukturen.

5. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die erarbeiteten Erkenntnisse über den Prozess der Konventionsbildung anhand eines übersichtlichen Fallbeispiels zusammen.

6. Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Quellen und die verwendete Literatur der Arbeit aufgelistet.

Schlüsselwörter

David Lewis, Konvention, Koordinationsproblem, Sprachliches Handeln, Sprechakttheorie, John Searle, Präzedenzfall, Koordinatives Gleichgewicht, Verhaltensregularität, Kommunikation, Soziale Normen, Erwartungsstruktur, Sprachphilosophie, Intentionalität, Handlungskoordination.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Untersuchung von Sprachkonventionen auf der Grundlage der Theorie von David Lewis.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Gebieten der Sprachphilosophie, insbesondere der Sprechakttheorie und der Analyse von sozialen Koordinationsprozessen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu beschreiben, wie Konventionen aus der Notwendigkeit entstehen, Koordinationsprobleme zu lösen und ein stabiles Handeln in einer Gemeinschaft zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf der kritischen Auseinandersetzung mit der Fachliteratur (insbesondere David Lewis und John Searle) sowie der deduktiven Analyse von Fallbeispielen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen des sprachlichen Handelns und die Sprechakttheorie von Searle besprochen, gefolgt von einer detaillierten Herleitung der Konventionstheorie von Lewis anhand von Beispielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Konvention, Koordinationsproblem, Sprechakt, Verhaltensregularität und Präzedenzfall.

Welche Bedeutung hat der "Präzedenzfall" bei Lewis?

Ein Präzedenzfall dient als Orientierungspunkt aus vergangenen Situationen, der es den Akteuren erleichtert, in ähnlichen zukünftigen Situationen wieder zu einem erfolgreichen koordinativen Gleichgewicht zu gelangen.

Warum sind Konventionen laut Lewis oft effizienter als explizite Verbote?

Konventionen basieren auf gegenseitigen Erwartungen und dem Bestreben nach effizienter Koordination, was sie oft selbsttragend und damit weniger abhängig von externen Sanktionen wie polizeilichen Strafen macht.

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Details

Title
Koordination und Konvention - Die Theorie von David Lewis
College
University of Leipzig  (Institut für Germanistik)
Course
HS Sprechchöre
Grade
1,3
Author
Sophie Männel (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V129731
ISBN (eBook)
9783640359769
ISBN (Book)
9783640359417
Language
German
Tags
Koordination Konvention Theorie David Lewis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sophie Männel (Author), 2008, Koordination und Konvention - Die Theorie von David Lewis , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129731
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