Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Systems - Germany

Was ist der Bildungsauftrag der Universität?

Title: Was ist der Bildungsauftrag der Universität?

Essay , 2009 , 4 Pages , Grade: 3. Platz beim Essay Wettbewerb

Autor:in: Katharina Baumann (Author)

Politics - Political Systems - Germany
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Eine Zeit der neuen großen Reformen in der Hochschulpolitik ist angebrochen: Der Bologna-Prozess. Wie einst Wilhelm von Humboldt ( 22. Juni 1767 – 8. April 1837 ), der zu den größten und einflussreichsten Persönlichkeiten der deutschen Bildungsgeschichte gehört oder eher gehörte, reformiert ganz Europa die nun starre Hochschullandschaft.
Ja, Humboldt und insbesondere sein Bildungsideal und der damit verbundene Bildungsauftrag der Universität gehört der Vergangenheit an. Das von ihm entwickelte, lang geltende und sogar im Ausland hochangesehende Bildungsideal, das neben der Ausbildung der Individualität auch akademische Freiheit vorsieht, ist seit dem Jahre 1999, als 29 europäische Nationen die Bologna - Deklaration unterzeichneten, nicht mehr gültig.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Bologna-Prozess und seine Ziele

3. Das Humboldt’sche Bildungsideal im Wandel

4. Kritik am Bachelor-System: Zeitmangel und Ökonomisierung

5. Die Sackgasse: Master-Plätze und Arbeitsmarkt

6. Fazit: Bildungschancen und soziale Gerechtigkeit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Bologna-Prozesses auf den traditionellen Bildungsauftrag der Universität und untersucht kritisch, inwieweit das neue System den Anforderungen an eine ganzheitliche Ausbildung gerecht wird.

  • Veränderung des universitären Bildungsauftrags durch den Bologna-Prozess
  • Konfrontation des Humboldt’schen Bildungsideals mit ökonomischer Effizienz
  • Problematik der kurzen Regelstudienzeit und Auswirkungen auf das Lernverhalten
  • Zugangsbeschränkungen zu Master-Programmen und soziale Selektion

Auszug aus dem Buch

Kritik am Bachelor-System: Zeitmangel und Ökonomisierung

Immer öfter hört man von Studenten Sätze wie:,,Ist das klausurrelevant? Ist das eine Pflichtveranstaltung?'' Was heute zählt, ist, möglichst alle Klausuren auf Anhieb zu bestehen, um kein weiteres Semester anhängen zu müssen und somit zusätzliche Kosten zu vermeiden. Vorbei ist die Zeit, in der die Universität als ein Ort des Geistes, in dem es zur persönlichen Entfaltung kam, galt.

Der Bildungsauftrag soll nun keinen kritischen Menschen hervorbringen, sondern den funktionierenden und noch formbaren Typus, der auf dem Markt noch attraktiv ist. Wie Aldi, Lidl & Co. soll nun auch die Universität als Discounter fungieren und möglichst schnell 'billige' Ware auf dem Markt 'schmeißen'. Sind das wirklich die Ziele, die Bologna will? Nein, einer der Hauptziele ist es, das Studium wieder attraktiver zu gestalten und so der steigenden Abbrecherquote entgegen zu wirken. Laut den neuesten Studien ist dieses jedoch nicht der Fall. Während insgesamt jeder fünfte Student sein Studium vor dem Abschluss aufgibt, sind es unter den Bachelor–Studenten sogar jeder Vierte! Insbesondere an den Fachhochschulen stieg die Abbrecherquote auf 39 Prozent.

Aber warum zeichnet sich diese Entwicklung ab? Ist das Bachelor – System mit den sechs Semestern ein zu enges Korsett für unsere deutschen Studenten? Meiner Meinung nach ja, da einem die Freiheit und vor allem die Zeit fehlt, seinen eigentlichen Interessen am Studium nachzugehen. Durch festgeschriebene Module, die wenig Wahlmöglichkeiten erlauben und nach Humboldt nie in Frage kämen, verschiebt sich der alte Bildungsauftrag der Universität von der Persönlichkeitsentfaltung hin zur Herstellung von 'Robotern', die gezielt dazu ausgebildet werden, möglichst schnell einen Abschluss zu erlangen, um dann wie eine Viehherde auf die Weide losgelassen zu werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der hochschulpolitischen Reformen durch den Bologna-Prozess im historischen Kontext.

2. Der Bologna-Prozess und seine Ziele: Darstellung der Kernpunkte des Bologna-Prozesses, wie die Einführung von ECTS und die Umstellung auf das Bachelor-Master-System.

3. Das Humboldt’sche Bildungsideal im Wandel: Gegenüberstellung des klassischen Humboldt’schen Bildungsideals mit den heutigen, durch Effizienz geprägten Anforderungen.

4. Kritik am Bachelor-System: Zeitmangel und Ökonomisierung: Analyse der negativen Folgen des Bachelor-Systems auf die studentische Freiheit und den Qualitätsanspruch.

5. Die Sackgasse: Master-Plätze und Arbeitsmarkt: Diskussion über den Mangel an Master-Plätzen und die Schwierigkeiten der Anerkennung von Abschlüssen.

6. Fazit: Bildungschancen und soziale Gerechtigkeit: Abschließende Betrachtung, ob die aktuelle Entwicklung die Bildungschancen durch soziale Barrieren einschränkt.

Schlüsselwörter

Bologna-Prozess, Bildungsauftrag, Universität, Wilhelm von Humboldt, Bachelor, Master, Studienreform, Allgemeinbildung, Hochschulpolitik, Studiengebühren, Leistungsdruck, soziale Selektion, Akademisierung, Lehre, Forschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Hinterfragung des universitären Bildungsauftrags im Zuge der Bologna-Reformen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Themen sind der Wandel vom klassischen Humboldt’schen Ideal hin zu einer stärker markt- und effizienzorientierten Ausbildung sowie die damit verbundenen strukturellen Probleme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der Bildungsauftrag durch das Bachelor-Master-System verändert hat und welche Auswirkungen dies auf die Qualität der Bildung und die Studierenden hat.

Welche wissenschaftliche Perspektive wird eingenommen?

Es handelt sich um eine essayistische Analyse, die bildungspolitische Entwicklungen mit praktischen Erfahrungen und statistischen Abbrecherquoten verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Kritik am engen "Korsett" des Bachelor-Studiums, den zunehmenden Leistungsdruck und die Engpässe bei Master-Studienplätzen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bologna-Prozess, Bildungsauftrag, Individualität, Fachidiotie, soziale Gerechtigkeit und Effizienzsteigerung.

Inwiefern beeinflusst das Bachelor-System die Abbrecherquoten?

Laut dem Text scheint das Bachelor-System eher zu einer Erhöhung der Abbrecherquoten beigetragen zu haben, da es als zu enges und unflexibles Korsett wahrgenommen wird.

Welches Problem identifiziert die Autorin bei angehenden Lehrern?

Angehende Lehrer leiden besonders unter den hohen Anforderungen und Zugangsbeschränkungen für Master-Programme, da ohne den "Master of Education" der Eintritt in den Schuldienst unmöglich ist.

Excerpt out of 4 pages  - scroll top

Details

Title
Was ist der Bildungsauftrag der Universität?
College
Leuphana Universität Lüneburg
Course
''Wissenschaft macht Geschichte''
Grade
3. Platz beim Essay Wettbewerb
Author
Katharina Baumann (Author)
Publication Year
2009
Pages
4
Catalog Number
V129734
ISBN (eBook)
9783640392438
Language
German
Tags
Bildungsauftrag Universität Platz Essay Wettbewerb
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Baumann (Author), 2009, Was ist der Bildungsauftrag der Universität?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129734
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  4  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint