Einführung in die Psychologie. Leib-Seele-Problem, psychologische Forschung, kognitive Wende


Einsendeaufgabe, 2022

22 Seiten, Note: 1.3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Aufgabe A1: Leib-Seele-Problem
1.1 Das Leib-Seele-Problem
1.2 Verhältnis Leib-Seele bei Aristoteles
1.3 Platonisches Leib-Seele-Problem
1.4 Descartes: Leib-Seele-Interpretation
1.5 Folgen für die Therapie psychischer Störungen

2 A2 Psychologische Forschung
2.1 Experiment als Königsweg in der Psychologie
2.2 Vorteile und Nachteile psychologischer Experimente im Vergleich zu Feldstudien

3 Kognitive Wende
3.1 Definition kognitive Wende
3.2 Einfluss der kognitiven Wende auf psychische Prozesse versus Behaviorismus
3.3 Computergestützte bildgebende Verfahren

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abb. Abbildung

CT Computertomografie

EEG Elektroenzephalografie

etc. et cetera

fmRT funktionelle Magnetresonanztomografie

MRT Magnetresonanztomografie

PET Positronen-Emissions-Tomografie

SPECT Single-Photon-Emissionscomputertomografie

vgl. vergleiche

v. Chr. vor Christus

UVs unabhängige Variable

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Milgram-Experiment

Abbildung 2: Kognitive Psychologie

1 Aufgabe A1: Leib-Seele-Problem

In diesem Kapitel 1 steht die Beziehung zwischen Körper und Seele im Vordergrund. Dabei werden vor allem zwei Fragen behandelt: Was ist der Mensch bei Platon, was ist der Mensch bei Aristoteles und wie hängen die Begriffe Mensch und Seele zusammen?

Ferner wird auch auf den Dualismus von René Descartes eingegangen, um letztlich Folgen für die Behandlung psychischer Störungen aus einer monistischen beziehungsweise dualistischen Perspektive abzuleiten.

1.1 Das Leib-Seele-Problem

Die Frage nach der Verbindung zwischen Körper und Geist des Menschen beschäftigt die Philosophie seit der Antike. Bekannte Philosophen wie Sokrates, Platon, Aristoteles oder Descartes haben sich mit dem Leib-Seele-Problem auseinandergesetzt. Hierbei betrachteten sie das Thema aus unterschiedlichen Gründen und auf unterschiedliche Weise.

Das Leib-Seele-Problem untersucht die Verbindung zwischen Körper und Geist eines Lebewesens.

Aristoteles (384–322 v. Chr.) beschäftigte sich im antiken Griechenland intensiv mit der Seelenlehre. Er entwickelte Prinzipien, die auf sorgfältiger Beobachtung basierten. Aus seinen Beobachtungen kam er zu dem Schluss, dass die Seele nicht vom Körper getrennt werden kann, ebenso wenig die einzelnen Teile der Seele.1

Sokrates, ein griechischer Philosoph und Lehrer (469–399 v. Chr.), und einer seiner Schüler, Platon (428–348 v. Chr.), beschäftigten sich ebenfalls mit der Seele, vertraten aber eine andere Meinung. Für sie ist der Zusammenhang zwischen Seele und Körper unbestreitbar, aber die Seele wird als separate, immaterielle Einheit angesehen, die den Körper nach dem Tod verlassen kann.

Aus diesem Grund ist ein Leben nach dem Tod der Seele möglich. Anders als der Körper ist die Seele unsterblich. Die Seele und der Körper könnten unabhängig voneinander existieren, aber die Seele sei das wahre Selbst des Menschen.

Später wurde diese Ansicht insbesondere durch René Descartes in seiner Erkenntnistheorie aufgegriffen.

Hervorzuheben ist auch die Wandlung der Namen im Laufe der Geschichte.2

Heutzutage werden in der Literatur nicht mehr die Wörter Seele oder Geist benutzt, sondern die Wörter Psyche, das Mentale oder auch Bewusstsein.

Anstelle des Wortes Leib wird generell das Wort Körper, allgemeiner auch Physis, verwendet. Unabhängig davon, wie die Namen gewählt werden, trägt ihre Verwendung oft dazu bei, die Grundüberzeugung, dass der Mensch ein Wesen aus Leib und Seele ist, zu unterstreichen oder – im Gegenteil – grundsätzlich zu hinterfragen.3

1.2 Verhältnis Leib-Seele bei Aristoteles

Aristoteles bezeichnete die Seele nicht als eigenständige Entität, sondern als Vollendung eines Körpers, der möglichst am Leben ist. Er formulierte in seinem Werk de Anima selbst, dass die Seele die erste Realität eines lebensfähigen Körpers sei. Ferner beschrieb Aristoteles, dass die Seele die erste Wirklichkeit eines Körpers sei, der nach Möglichkeit am Leben ist und im Besitz von Organen.4

Für Aristoteles gab es drei Arten von Seelen: «die einfache Seele der Pflanzen, die animalische Seele der Tiere und die vernünftige Seele des Menschen.»5

Bei allen Arten ist die Seele die Form des Körpers, die durch ihre Kraft den Körper zu dem macht, was er ist. Aufgrund der verschiedenen Arten von Seelen gibt es auch ein unterschiedliches Bewusstsein, das die Lebenden von den Toten unterscheidet. Nach Aristoteles haben Pflanzen eine vegetative Seele und sind als einfache Geschöpfe anzusehen. Ihre Anwesenheit kann durch die Aufnahme von Nährstoffen, durch Wachstum, durch einfache Sinne wie Licht und Berührung gesehen werden. Tiere besitzen zusätzlich Fähigkeiten wie Wahrnehmungen und Berührungen. Jedoch verfügen Menschen als einzige Lebewesen nach Aristoteles ein Denkvermögen.6

Hervorzuheben ist, dass die Seele im Wesentlichen der Teil des Körpers ist, der das Potenzial zum Leben hat. Die Seele ist die Form, die dem Körper die vollkommene Realität verleiht. Nur durch die Seele kann der Körper beispielsweise leben oder denken. Daher ist die Seele zugleich Ursache und Zweck jeder Existenz und der Körper ist deren Instrument. Die Seele braucht den Körper, der Körper benötigt die Seele – diese bilden ein Ganzes. Die Einheit von Geist und Körper bildet die Typenlehre des Aristoteles, was auch unter dem Begriff Monismus zusammenzufassen ist.7

1.3 Platonisches Leib-Seele-Problem

Der Bezug zwischen Seele und Körper war auch für Platon (428–347 v. Chr.) offensichtlich, obwohl er die Seele als ein vom Körper eigenständiges immaterielles Wesen beschrieb, das den Körper nach dem Tod verlassen konnte.

Daher ist ein Leben nach dem Tod der Seele möglich, weil es ohne den Körper weitergehen kann. Ferner war für Platon die Seele im Gegensatz zum Körper unsterblich. Er glaubte, dass Körper und Seele unabhängig voneinander existieren könnten, aber die Seele sei das wahre Selbst des Menschen.8

Es geht hervor, dass laut Platon Körper und Seele zwei getrennte Einheiten darstellen.

Dieses Konzept wird auch Dualismus genannt.

Charakteristisch für den Dualismus ist, dass Körper und Seele als zwei unabhängige Objekte anzusehen sind, die unabhängig voneinander existieren können.

Die folgenden vier Thesen kennzeichnen den Dualismus:

- Der Mensch hat einen Körper und eine Seele, wobei die Seele ein immaterielles Wesen darstellt.
- Die Seele ist als das wahre Selbst des Menschen anzusehen und sie ist nicht auf den Körper angewiesen.
- Körper und Seele sind nur während ihres Erdlebens in einer engen Verbindung.

Danach kann nur die Seele überleben.

- Der Körper ist als vergänglich anzusehen, die Seele als unsterblich.9

1.4 Descartes: Leib-Seele-Interpretation

In Bezug auf die Seele stimmte der moderne Philosoph René Descartes (1596–1650) Platons Argument zu, dass diese das wahre Selbst des Menschen sei.

Er lebte zu Beginn der Neuzeit – in einer Zeit, in der die Menschen hochreligiös und die Naturwissenschaften nahezu undifferenziert betrachtet wurden.

Galileo Galilei beispielsweise wurde während der Inquisition wegen seiner Schriften zum Tode verurteilt.

Nichtsdestotrotz definierte er die Seele als res cogitans und den Körper als rex extensa, die in einem kausalen Zusammenhang stehen. Die Hauptaufgabe der Seele ist es, zu denken, und das wesentliche Attribut des Körpers ist die Ausdehnung.

Denken wird bei Descartes als denkendes Wesen verstanden, was durch den Begriff der Seele erklärt werden kann, da es ein wesentliches Merkmal der res cogitans ist.

Umgekehrt können physische Dinge nicht gedacht werden. Ein Merkmal des Körpers ist seine Ausdehnung.10

Daher ist die Seele des Menschen, sein eigentliches Selbst, ein Gedanke, keine Substanz. Descartes glaubte, dass eine Existenz ohne Körper und ohne physikalische Eigenschaften gedacht werden kann, aber eine Existenz ohne Verstand nicht möglich ist. Er demonstrierte seine Positionierung in der sechsten Meditation:11

«Erstens weiss ich, dass alles, was ich klar und deutlich einsehe, von Gott so geschaffen sein könnte, wie es sich mir darstellt; wenn ich daher ein Ding klar und deutlich, ohne ein anderes zu erkennen vermag, so genügt dies, um mich zu vergewissern, dass die beiden wirklich verschieden sind, da sie wenigstens jedes für sich von Gott gesetzt werden können.

Ich weiss von meiner Existenz und schreibe gar nichts anderes meiner Natur oder meinem Wesen zu, als dass ich ein denkendes Ding sei.»12

Descartes sieht die Wechselwirkung zwischen diesen zwei Elementen, dabei wirkt der Geist an einer bestimmten Stelle des Körpers: der Zirbeldrüse.

Das Zusammenspiel von Körper und Seele wird durch die Koordination der Zustände des Gehirns in der Zirbeldrüse erreicht. Diese Koordination ermöglicht es dem Gehirn, auf körperliche Bedingungen zu reagieren, und umgekehrt. Jedoch ist die Zirbeldrüse nicht der Sitz der Seele, sondern nur die Schnittstelle zwischen Körper und Geist, wo beide Substanzen interagieren können.

Nach ihm wird die kausale Beziehung zwischen den beiden getrennten Entitäten res cogitans und res extensa mithilfe der Bewegung des lebendigen Geistes hergestellt.13

1.5 Folgen für die Therapie psychischer Störungen

Die Debatte zwischen Geist und Körper fand in vielen verschiedenen Epochen statt.

Unabhängig davon, ob ein monistisches oder dualistisches Verständnis des Zusammenhangs von Körper und Seele herrscht, beide Perspektiven haben einen grossen Einfluss auf die Therapie psychischer Störungen.

Die dualistische Sichtweise betrachtet Geist und Körper als getrennte Dimensionen, die bestenfalls kausal miteinander in Beziehung stehen.

Ob ein Arzt beispielsweise den Körper eher als Objekt oder als Subjekt sieht, bestimmt im Allgemeinen massgeblich seinen Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Aus Umfragen mit Psychologen und Ärzten geht hervor, dass ihre Einstellung zu körperlichen und psychischen Problemen die Wahl von Tests und Behandlungen beeinflussen kann.

Wenn ein Arzt Menschen als Objekte sieht (Dualismus), wendet er sich eher der Technomedizin zu (Beobachtung, Messung und Analyse von Körperorganen). Auf die Gefühle des Patienten wird wenig Rücksicht genommen. Er wird sozusagen materialisiert, d. h., der Patient wird nur als Körper gesehen. Folglich steht die moderne Medizintechnik zwischen dem Behandler und Patient, kann beide entfremden und eine subjektivere Einstellung gegenüber den Leidenden verhindern.14

Hingegen bezieht die monistische Sichtweise biologische, psychologische, zwischenmenschliche und soziokulturelle Dimensionen in die Interpretation des Krankheitsbildes mit ein.

Insbesondere in der Psychosomatik ist die monistische Sichtweise von erheblicher Relevanz. Der Begriff ‚Geist-Körper’ taucht erstmals bei Johann Christian August Heinroth (1773–1849) auf. Im Jahr 1811 wurde er als erster Professor für Psychotherapie in Leipzig berufen.

Für ihn galt, dass im Menschen weder der Körper noch die Seele allein ist, sondern der Mensch als Ganzes angesehen werden soll.

Es geht hervor, dass Psychosomatik das Zusammenspiel zwischen physischen, psychischen und sozialen Prozessen bei der Entstehung und Behandlung von Krankheiten und Leidenszuständen beinhaltet. Diese körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren müssen für jede Erkrankung individuell gewichtet werden.15

Die Betrachtung des Zusammenspiels von körperlicher, psychischer Gesundheit und sozialem Umfeld soll ein ganzheitliches Bild ergeben. Es geht auch um Emotionen und Einflüsse, die durch mehr oder weniger unbewusste Prägungen und Traumata gesteuert werden.

Alle Aspekte des Menschen stehen stets im Mittelpunkt der psychosomatischen Medizin. Diese Wechselwirkungen werden sichtbar, wenn der Mensch in seiner Gesamtheit betrachtet wird und nicht nur als Teil einer Maschine.16

Besonders deutlich wird diese Bedeutung an einem konkreten Beispiel: Ein dualistisch denkender Mediziner würde Asthma bronchiale als allergische Reaktion auf einen Erreger bezeichnen. Das Ausatmen fällt dabei besonders schwer.

Dabei können körperliche Reize, beispielsweise Allergene, Schadstoffe, kalte Luft, und psychische Reize, wie Ärger, Angst oder bestimmte Konflikte, Asthmasymptome hervorrufen oder ein bestehendes Asthma aufrechterhalten. Bis zu einem gewissen Grad können diese Reizstoffe Asthmasymptome auslösen.17

Als weiteres Beispiel kann folgendes Geschehnis herangezogen werden.

Eine ältere Dame hat seit zehn Jahren Gesichtsschmerzen. Diese kamen, nachdem ihr Sohn gestorben war, wobei er bei einem Unfall schwere Gesichtsverletzungen erlitten hatte.

Bei ihr wurde damals aus psychosomatischer Sicht eine Konversionsstörung diagnostiziert.

Hervorzuheben ist dabei der enge Zusammenhang zwischen dem Tod des Sohnes und dem Eintritt der Beschwerde, die auch seiner Unfallverletzung sehr ähnlich ist. Obwohl ein Teufelskreis entstand, konnte sechs Jahre nach Ende der psychosomatischen Behandlung der Gesichtsschmerzen die Patientin geheilt werden bzw. ist sie asymptomatisch.18

In den letzten Jahren wurden spezifische Patientenschulungsprogramme für chronische Erkrankungen wie Asthma konzipiert, deren Symptome und langfristiger Verlauf durch aktive Teilnahme an der Behandlung bewältigt werden können. Das Ziel besteht darin, die Bereitschaft des Patienten, bei therapeutischen Massnahmen mitzuwirken, zu erhöhen. Ferner wird angestrebt, die Krankheit besser zu bewältigen.

Zusammengefasst wird in der psychosomatischen Medizin nicht nur der erkrankte Körper betrachtet, sondern auch der erkrankte Mensch samt seiner Umgebung.19

2 A2 Psychologische Forschung

In diesem Abschnitt wird erläutert, wieso das Experiment den Königsweg der naturwissenschaftlichen Psychologie darstellt. Des Weiteren werden die Vor- und Nachteile in Bezug auf Feldstudien analysiert.

2.1 Experiment als Königsweg in der Psychologie

Aufgrund hochwertiger Methodik und geltender Qualitätsstandards, vor allem aber aufgrund der Interpretation kausaler Zusammenhänge, wird das Experiment in der naturwissenschaftlichen Psychologie als Königsweg betrachtet. Die Anfänge der modernen quantitativ messenden wissenschaftlichen Psychologie lassen sich bis in das Jahr 1879 zurückverfolgen. Damals eröffnete Wilhelm Wundt (1832–1920) das weltweit erste psychologische Laboratorium.

Er hatte den Anspruch, präzise Aussagen über Ursache und Wirkung von Phänomene in der Psychologie zu treffen. Dies erfolgte, indem er sorgfältige Beobachtungen anstellte, experimentelle Verfahren aufschrieb und mögliche Störvariablen kontrollierte.20

Wesentliche Merkmale des experimentellen Vorgehens waren:

- Möglichkeiten, dass seelische Prozesse objektiv beschrieben werden können
- Fähigkeit, mentale Prozesse nach Belieben zu erzeugen
- Reproduzierbarkeit experimenteller Studien

Experimente wurden durch Wundt zum Paradigma der psychologischen Forschung.21

In einem Experiment gibt es zwei Klassen von Variablen: einer bereits existierenden oder neu auftretenden Variable X, die auf das Auftreten oder den Ausdruck einer Variablen Y einwirkt.22

Psychologische Experimente dienen der kontrollierten Durchführung wissenschaftlicher Forschung unter Laborbedingungen. Bei der Versuchsdurchführung ist darauf zu achten, dass der Versuchsablauf nicht durch destruktive Einflüsse beeinträchtigt wird.23

Dabei gibt es eine unabhängige Variable (UV), die variiert werden kann.

Eine unabhängige Variable ist somit eine Variable, die Menschen verwenden oder ändern, um die Folgen auf eine oder mehrere andere Variablen anzusehen.

Die abhängige Variable (AV) ist die Variable, die den Effekt von Änderungen der unabhängigen Variablen beobachtet.

Experimente haben stets zwei Merkmale: zum einen die systematische Variation mindestens einer Variablen und die Veranschaulichung der Auswirkung dieser Änderung, zum anderen die Eliminierung möglicher Störvariablen.

Störvariablen können die Variablen in einem Experiment stören und die Beziehung zwischen unabhängigen und abhängigen Variablen verwischen.

Es können drei Störfaktoren genannt werden:

- Probandenmerkmale: Diese sind den Versuchsteilnehmern zuzuordnen.

Unterscheiden sich die Probanden in verschiedenen Versuchsbedingungen (unterschiedliche Niveaus unabhängiger Variablen) bezüglich Geschlechts, Intelligenz, Bildung, Religion etc., stellen dies potenzielle Störvariablen dar.

- Situationsmerkmale: Sie sind mit dem Befragungskontext verbunden. Unterscheiden sich die Situationsmerkmale von Probanden in Bezug auf Tageszeit, Beleuchtung oder beispielsweise Geräusche, so sind diese als potenzielle Störvariablen anzusehen.
- Eigenschaften des Versuchsleiters: Damit sind die Eigenschaften des Versuchsleiters gemeint. Unterscheidet sich diese über verschiedene Versuchsbedingungen in Bezug auf Alter, Geschlecht und Aufmerksamkeit, dann ist sie auch als potenzielle Störvariable anzusehen.24

Die Kontrolle der störenden Variablen ist ein kritisches Merkmal aller Forschung.

Wenn Störfaktoren, wie die bereits beschriebenen Störvariablen, auftreten, sind die Ergebnisse ungültig und sollten äusserst vorsichtig interpretiert werden.

Aus diesem Grund ist es von erheblicher Relevanz, Störvariablen vollständig auszulöschen oder zumindest zu sammeln, damit deren Einfluss aus den Ergebnissen abgeschätzt und berechnet werden kann.

Da es jedoch nahezu unmöglich ist, alle vorhandenen Störvariablen zu identifizieren und zu berücksichtigen, werden randomisierte Experimente, d. h. eine zufällige Verteilung von Versuchsbedingungen und Probanden, durchgeführt.

Die Probanden werden in zwei vergleichbare Gruppen eingeteilt, die Experimentalgruppe und die Kontrollgruppe.25

Diese zufällige Zuordnung ermöglicht es, dass Probanden in Bezug auf alle möglichen Störvariablen statistisch vergleichbar sind.

Auch sind die experimentellen Ergebnisse reproduzierbar.

Diese Eigenschaften eines Experiments beschreiben eine ideale Situation, ein Laborexperiment. In diesem Fall gewährleisten Randomisierung und aktive Manipulation von UVs die Kontrolle über Störvariablen und maximieren so den Erkenntnisgewinn.

[...]


1 Vgl. Brüntrup (1996), S. 26-28.

2 Vgl. Beckermann (2011), S. 8-18.

3 Vgl. Galliker (2016), S. 291.

4 Vgl. Beckermann (2011), S.10

5 Corcilius (2017), S. 15.

6 Vgl. Corcilius (2017), S. 15-18.

7 Vgl. Beckermann (2011), S. 23.

8 Vgl. Myers (2008), S. 4-5.

9 Vgl. Beckermann (2011), S. 23-31.

10 Vgl. Brüntrup (1996), S. 25-30.

11 Vgl. Schmitt (2020), S. 218.

12 Habersack (2010), S. 39

13 Vgl. Brüntrup (1996), S. 27-29.

14 Vgl. Meyer (2005), S. 59-60.

15 Vgl. Fritzsche/Wirsching (2020), S. 4-6.

16 Vgl. Zaudig et al. (2006), S. 416-420.

17 Vgl. Ernst et al. (1996), S. 229-335.

18 Vgl. Fritzsche/Wirsching (2002), S. 5-8.

19 Vgl. Arolt/Diefenbacher (2004), S. 232-233.

20 Vgl. Becker-Carus/Wendt (2017), S. 2.

21 Vgl. Hussy et al. (2010), S. 20-22.

22 Vgl. Müsseler/Rieger (2017), S. 6.

23 Vgl. Mühlfelder (2017), S. 73.

24 Vgl. Hussy et al. (2010), S. 115-116.

25 Vgl. Kühl et al. (2009), S. 535-536.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Einführung in die Psychologie. Leib-Seele-Problem, psychologische Forschung, kognitive Wende
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1.3
Jahr
2022
Seiten
22
Katalognummer
V1297403
ISBN (Buch)
9783346761378
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einführung, psychologie, leib-seele-problem, forschung, wende
Arbeit zitieren
Anonym, 2022, Einführung in die Psychologie. Leib-Seele-Problem, psychologische Forschung, kognitive Wende, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1297403

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