Das Ziel der folgenden Analyse ist es, die verschiedenen schriftlichen und bildlichen Materialien (Q1, Q2, Q3, Q4, D1) sowie die dazugehörigen sechs Aufgaben auf den Schulbuchseiten in Bezugnahme von ausgewählter Sekundärliteratur kritisch zu untersuchen und zu bewerten.
Der einführende Verfassertext agiert nach Schönemann und Thünemann als essenzieller Kernbereich des Darstellungsteils in Geschichtsschulbüchern, da dieser den SuS zunächst historische Orientierung verschaffen soll.
Der Titel des vorliegenden Verfassertextes "Der Bau der Mauer im August 1961" gibt den SuS zunächst eine historische und zeitliche Orientierung und führt die Lernenden direkt in das Thema des Mauerbaus ein. Zudem verfügt der Text über sachliche Richtigkeit und ist insofern adressatengerecht geschrieben, dass er einerseits sehr kurz ist und andererseits auf Metaphern sowie auf schwierige Passiv- und Nebensatzkonstruktionen verzichtet wird. Es findet also eine sprachliche Berücksichtigung für SuS statt, da ebenfalls von unbekannten Begriffen, die ohne Erklärungen Verwendung finden, abgelassen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Beschreibung
2. Kriteriengeleitete Analyse der schriftlichen sowie bildlichen Quellen und Darstellungen
3. Bewertung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit verfolgt das Ziel, eine ausgewählte Doppelseite aus einem Geschichtsschulbuch zum Thema Mauerbau einer kritischen, kriteriengeleiteten Analyse zu unterziehen und dabei sowohl den Verfassertext als auch die bereitgestellten Materialien und Aufgaben didaktisch zu bewerten.
- Kritische Untersuchung der Text- und Materialqualität des Geschichtsschulbuchs
- Analyse der didaktischen Funktionen von schriftlichen und bildlichen Quellen
- Evaluation der Aufgabenkonzeption hinsichtlich ihrer Kompetenzförderung
- Überprüfung der Multiperspektivität und historischer Alterität
- Diskussion des Lernzuwachses durch schülerspezifische Arbeitsaufträge
Auszug aus der Hausarbeit
2. Kriteriengeleitete Analyse der schriftlichen sowie bildlichen Quellen und Darstellungen
Das Ziel der folgenden Analyse ist es, die verschiedenen schriftlichen und bildlichen Materialien (Q1, Q2, Q3, Q4, D1) sowie die dazugehörigen sechs Aufgaben auf den Schulbuchseiten in Bezugnahme von ausgewählter Sekundärliteratur kritisch zu untersuchen und zu bewerten.
Der einführende Verfassertext agiert nach Schönemann und Thünemann als essenzieller Kernbereich des Darstellungsteils in Geschichtsschulbüchern, da dieser den SuS zunächst historische Orientierung verschaffen soll. Der Titel des vorliegenden Verfassertextes „Der Bau der Mauer im August 1961“ gibt den SuS zunächst eine historische und zeitliche Orientierung und führt die Lernenden direkt in das Thema des Mauerbaus ein. Zudem verfügt der Text über sachliche Richtigkeit und ist insofern adressatengerecht geschrieben, dass er einerseits sehr kurz ist und andererseits auf Metaphern sowie auf schwierige Passiv- und Nebensatzkonstruktionen verzichtet wird. Es findet also eine sprachliche Berücksichtigung für SuS statt, da ebenfalls von unbekannten Begriffen, die ohne Erklärungen Verwendung finden, abgelassen wird. Schönemann und Thünemann sprechen jedoch ebenfalls von adressatengerechtem Schreiben, wenn individuelle historische Akteure das „Kollektiv“ als historisch Agierende ersetzten und somit generalisierende Begrifflichkeiten vermieden werden. Dies gelingt dem Verfassertext nicht, da er ausschließlich von der DDR-Regierung als verantwortliche Akteure spricht und einzelne agierende Personen außer Acht lässt.
Zudem charakterisieren Schönemann und Thünemann zwei weitere zentrale Kriterien zur qualitativen Beschaffenheit von Verfassertexten: das multiperspektivische Erzählen und die Lernwiderstände. Das multiperspektivische Erzählen kann vom Text nicht erfüllt werden, da lediglich die DDR, bzw. die DDR-Regierung als Akteur auftritt. Sowohl die Sowjetunion als auch die Bundesrepublik Deutschland werden, obwohl sie einen elementaren Bestandteil des Mauerbaus bilden, nicht berücksichtigt. Das kann dazu führen, dass den SuS evoziert wird, der Mauerbau sei ausschließlich Gegenstand der DDR und seiner Bürger*innen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Beschreibung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Fluchtbewegungen aus der DDR zwischen 1951 und 1961 und führt in das untersuchte Schulbuchkapitel zum Mauerbau ein.
2. Kriteriengeleitete Analyse der schriftlichen sowie bildlichen Quellen und Darstellungen: Dieser Abschnitt untersucht kritisch den Verfassertext, die verschiedenen Quellenarten und die didaktische Konzeption der Lernaufgaben anhand fachdidaktischer Kriterien.
3. Bewertung: Hier erfolgt eine zusammenfassende Einschätzung der Schulbuchseite, die sowohl positive Aspekte wie die Adressatengerechtigkeit als auch Schwächen in der Quellenarbeit und Aufgabenstellung hervorhebt.
Schlüsselwörter
Geschichtsunterricht, Schulbuchanalyse, Mauerbau, DDR, SED-Führung, historische Kompetenz, Quellenarbeit, Multiperspektivität, Alterität, Verfassertext, Bildquellen, Fachdidaktik, Lernwiderstände, Geschichtsbuch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert eine konkrete Doppelseite aus einem Geschichtsschulbuch zum Thema Mauerbau unter didaktischen Gesichtspunkten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Der Fokus liegt auf der Qualität von Verfassertexten, der Auswahl und Funktion historischer Quellen sowie der Struktur von Arbeitsaufträgen im Geschichtsunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Evaluation, ob das vorliegende Schulbuchmaterial historisches Lernen sowie den Erwerb von Fachkompetenzen bei Schülern effektiv unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine kriteriengeleitete Analyse, basierend auf bekannter Fachliteratur zur Geschichtsdidaktik (z.B. Schönemann, Thünemann, Gautschi).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl der Verfassertext sowie die schriftlichen Quellen (Q) und bildlichen Darstellungen (D) analysiert und die sechs gestellten Schulbuchaufgaben pädagogisch eingeordnet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Geschichtsunterricht, Multiperspektivität, historische Kompetenz, Alterität und didaktische Konzeption.
Warum wird der Verfassertext als nur bedingt adressatengerecht kritisiert?
Obwohl der Text sprachlich gut verständlich ist, wird kritisiert, dass er keine individuellen Akteure benennt und eine einseitige Sichtweise der DDR-Regierung wiedergibt.
Welche Schwächen zeigt das Schulbuch in der Aufgabenkonzeption?
Die Arbeit zeigt auf, dass manche Aufgaben zu banal oder überfordernd sind und es oft an Bezügen zur Interpretations- und Orientierungskompetenz fehlt.
Wie bewertet der Autor die Bildquellen und Diagramme?
Die Bildquellen werden als aktivierend eingestuft, wobei jedoch die mangelnde Quellenangabe sowie schwache Bildqualität bei manchen Fotos bemängelt werden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Kriteriengeleitete Geschichtsschulbuchanalyse. Historische und zeitliche Orientierung zum Themenschwerpunkt "Der Bau der Berliner Mauer", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1297439