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Italienreisen in den 50ern und 60ern

Title: Italienreisen in den 50ern und 60ern

Essay , 2006 , 5 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Bachelor of Arts Britta Wehen (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Das so genannte Wirtschaftswunder der 1950er Jahre, der rasche Wiederaufbau des vom Krieg zerstörten Deutschlands und der andauernde ökonomische Aufschwung der Bundesrepublik Deutschland nach der Währungsreform von 1948, war eine der wichtigsten Vorausset-zungen zur Verwirklichung einer Auslandsreise. Durch den Aufbau einer eigenen Existenz und steigendem Wohlstand entdeckten die Deutschen insbesondere das Sehnsuchtsland Italien als potentielles Reiseziel wieder. Diese Sehnsucht nach dem Süden und vor allem nach Italien war jedoch nicht neu, schon seit der wohl berühmtesten Italienreise von Johann Wolfgang von Goethe (1786-1788), galt Italien als das klassische Sehnsuchtsland der Deutschen.
Das Italienimage zu Beginn der 1950er wurde von den damaligen Lebensumständen und dem herrschenden Zeitgeist geprägt. Es entsprach weniger den realen Gegebenheiten, sondern vielmehr mitgebrachten Wunschvorstellungen und dem Verlangen nach Kontrast zum eigenen Alltag. Italien wurde hauptsächlich als Land, in dem alles leichter und lockerer sowie schöner sein sollte, betrachtet. Man träumte von berühmten Sehenswürdigkeiten, vom Strand und vom Meer, von einem langen, heißen Sommer und vor allem von unbeschwerter Lebensfreude und Sinnlichkeit. Die Wunschbilder, aber auch die Einstellungen vergangener Italienreisender beeinflussten den potentiellen Italienurlauber der 50er so sehr, dass er während seines eigenen Urlaubs kaum offen für andere Vorstellungen war: Klischees und Vorurteile von und über Italien wurden bestätigt, weil man Anderes schlicht und ergreifend gar nicht wahrnahm. So war der typische Italienreisende kaum am Italien der Gegenwart und seinen Einheimischen oder der Kunst und Kultur interessiert, man war neugierig auf eine Reise nach Italien, nicht aber auf Italien selbst.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Sehnsucht nach dem Süden

3. Die Rolle der Medien und Werbung

4. Italien als Kontrastland zur Heimat

5. Individualreise versus Pauschalreise

6. Entwicklung der Infrastruktur und des Massentourismus

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die soziokulturelle Entwicklung und die touristischen Praktiken deutscher Italienreisender in den 1950er und 1960er Jahren, wobei der Fokus auf dem Wandel des Italienbildes und der Entstehung des modernen Massentourismus liegt.

  • Der Einfluss von Wunschvorstellungen und Klischees auf das Reiseverhalten.
  • Die Rolle populärer Medien und Werbung bei der Inszenierung Italiens.
  • Italien als Sehnsuchtsort und Kontrast zur deutschen Nachkriegsgesellschaft.
  • Der Wandel der Reisemobilität und infrastrukturelle Entwicklungen.
  • Die Demokratisierung des Reisens und der Beginn des modernen Massentourismus.

Auszug aus dem Buch

Die wachsende Motorisierung vor allem in den 1960ern führte zu einer starken Zunahme der Individualreisenden.

Eine große Erleichterung stellte mit Sicherheit auch die Eröffnung des ersten Teilstücks der Brenner-Autobahn 1963 dar. Musste man vorher über beschwerliche Passstraßen und durch enge Haarnadelkuren fahren, konnte man nun schon etwas bequemer nach Italien reisen.

Die zunehmende Individualisierung förderte auch den Bau von Appartementhäusern und neuen Campinganlagen. Ein Campingurlaub stellte die wohl günstigste Alternative dar, zudem konnte man auf dem Campingplatz noch mehr Freiheiten genießen (die Kleider fielen ebenso wie die Benimmregeln) und Kontakte zu anderen – vornehmlich deutschen – Urlaubern knüpfen. Bis 1959 entstanden so mehr als 320 Campinganlagen mit mehr als 900.000 ausländischen Gästen.

Eine ähnliche Entwicklung vollzog sich durch die touristische Erschließung an der Adria- und Riviera-Küste. Aus vielen Fischerorten wurden in kürzester Zeit Badeorte mit zahlreichen neuen Appartementhäusern, die meist zentral und etwas abseits von den einheimischen Bauten lagen. Hierdurch wurde die Grundlage für den Massenansturm der deutschen Touristen geschaffen, immerhin konnten sich nun auch Angehörige der Arbeiterschicht eine Auslandsreise leisten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die historischen Rahmenbedingungen des Wirtschaftswunders und die aufkommende Reiselust der Deutschen.

2. Die Sehnsucht nach dem Süden: Analyse des Italienbildes als klassisches Sehnsuchtsland, geprägt durch historische Vorbilder und den Wunsch nach Kontrast zum Alltag.

3. Die Rolle der Medien und Werbung: Darstellung, wie Schlager, Illustrierte und Werbekampagnen das Bild von Italien als arkadischem Sommerland festigten.

4. Italien als Kontrastland zur Heimat: Untersuchung der soziologischen Beweggründe, Italien als unbürokratischen und sinnlichen Gegenpol zur deutschen Arbeitswelt wahrzunehmen.

5. Individualreise versus Pauschalreise: Gegenüberstellung von Reiseformen sowie die Bedeutung der Motorisierung für die Freiheit der Urlauber.

6. Entwicklung der Infrastruktur und des Massentourismus: Erörterung der Auswirkungen durch Autobahnbau und touristische Erschließung der Küsten auf den beginnenden Massentourismus.

Schlüsselwörter

Italienreisen, Wirtschaftswunder, Nachkriegszeit, Massentourismus, Reisemobilität, Sehnsuchtsland, Wunschbilder, Individualreise, Camping, Brenner-Autobahn, Medieneinfluss, Urlaubskultur, Kontrastland, Adria, Riviera

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der italienischen Urlaubsreisen aus deutscher Sicht in den 1950er und 1960er Jahren und die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die touristische Sehnsucht, die mediale Inszenierung Italiens, den Einfluss von Motorisierung und Infrastruktur sowie die sozioökonomische Entwicklung hin zum Massentourismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Wandel vom exklusiven Reisen hin zum für die Arbeiterschicht zugänglichen Massentourismus sowie die psychologischen Wunschbilder der Reisenden zu erörtern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kultur- und zeithistorische Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung zeittypischer Medienphänomene basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Einflussfaktoren wie Medien, Werbung, den Wunsch nach Kontrast zum deutschen Alltag sowie die technischen Voraussetzungen wie die Motorisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Italienreisen, Wirtschaftswunder, Massentourismus, Wunschbilder und Mobilität.

Welche Rolle spielten Campingplätze für die Reisenden?

Campinganlagen dienten als günstige Alternative und ermöglichten ein höheres Maß an Freiheit hinsichtlich Kleidung und sozialer Konventionen, was die Individualisierung des Urlaubs förderte.

Wie wirkte sich die Brenner-Autobahn auf den Tourismus aus?

Die Eröffnung des ersten Teilstücks 1963 eliminierte die beschwerlichen Passfahrten und machte die Reise nach Italien deutlich bequemer, was die Anzahl der Individualreisenden massiv steigerte.

Warum war Italien gerade für Deutsche ein Sehnsuchtsort?

Italien wurde als Land empfunden, in dem das Leben leichter, sinnlicher und unbürokratischer war, was einen idealen Gegenentwurf zur arbeitsorientierten deutschen Nachkriegsgesellschaft darstellte.

Gab es Kontakt zu Einheimischen?

Kontakte zur einheimischen Bevölkerung waren während der Reisen eher selten, da sich Touristen zumeist in ihren eigenen geschlossenen Strukturen bewegten.

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Details

Title
Italienreisen in den 50ern und 60ern
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,3
Author
Bachelor of Arts Britta Wehen (Author)
Publication Year
2006
Pages
5
Catalog Number
V129779
ISBN (eBook)
9783640361052
Language
German
Tags
Wirtschaftswunder Goethe Italienbild Klischee Schlagermusik Adria Riviera Gardasee Individualreise Pauschalreise Massentourismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Britta Wehen (Author), 2006, Italienreisen in den 50ern und 60ern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129779
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