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Inwieweit stellt sich die Non-Governmental-Organization (NGO) Germanwatch als moralisch-advokatorische Interessenvertreterin dar?

Titel: Inwieweit stellt sich die Non-Governmental-Organization (NGO) Germanwatch als moralisch-advokatorische Interessenvertreterin dar?

Projektarbeit , 2022 , 27 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Nikolai Trojan (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Arbeit wird der Fokus auf die Kommunikations- und Funktionsweise von Non-Governmental-Organizations (NGOs) gelegt. Erste Überlegungen, welche Kategorien und Aspekte in der empirischen Untersuchung von Bedeutung sein könnten, werden in einem Analyserahmen dargestellt. Anschließend wird der Gegenstand der Untersuchung, sprich die NGO Germanwatch, charakterisiert und für die Untersuchung anschlussfähig typologisiert. Darauf aufbauend wird die empirische Untersuchung im Rahmen einer Textanalyse unternommen und die essenziellen Inhalte dargestellt. Abschließend wird eine Deutung der Ergebnisse, eine Beantwortung der forschungsleitenden Fragen sowie eine kritische Reflexion des Projekts versucht. Zusätzlich wird ein Ausblick auf mögliche anschließende Projekte skizziert.

Die Arbeit von zivilgesellschaftlichen Akteur*innen ist aktuell in besonderer Weise allgegenwärtig. Mit Fridays for Future etwa erlebt der Aktivismus in Deutschland und auf globaler Ebene eine wachsende Popularität. Zivile Bewegungen, die sich bestimmten, meist sozialen und ökologischen, Themen widmen, erhalten großen Zulauf, die These der politikverdrossenen Generation wird oft hinterfragt. Dazu leisten in großem Maße Non-Governmental-Organizations (NGOs) ihren Beitrag. Prominente Beispiele sind Greenpeace, der World Wildlife Fund (WWF) oder Amnesty International.

Konsequenterweise bleibt dieses Phänomen auch in den Sozialwissenschaften nicht unter dem Radar. So werden NGOs und soziale Bewegungen im Allgemeinen zunehmend Teil empirischer Untersuchungen der Soziologie und der Politologie. Dabei wird beispielsweise analysiert, inwiefern sich Legitimität für eigentlich nicht gewählte Akteur*innen ergeben kann, welchen Einfluss solche Bewegungen als Interessenvertreter*innen auf Gesellschaft und Politik haben oder wie sie intern organisiert sind. Folgender Projektbericht soll an eben solche Forschungen anschließen und widmet sich dezidiert der Frage, inwiefern sich NGOs am Beispiel von Germanwatch e.V. als moralisch-advokatorische Interessenvertreterinnen positionieren?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretisch-konzeptioneller Rahmen

3. Was ist Germanwatch e.V.?

3.1 Weltanschauliche Einbettung

3.2 Intermediäre Einbettung

4. Methodik

5. Empirische Untersuchung

5.1 Klimapolitik

5.1.1 Forderung und Advocacy zur Klimapolitik

5.1.2 Moralische Verankerung: Historische Verantwortung

5.2 Folgen von Krieg

5.2.1 Forderung und Advocacy zum Krieg gegen die Ukraine

5.2.2 Moralische Verankerung: Universelle Menschenrechte

6. Essenz empirischer Ergebnisse

6.1 Germanwatch und die moralisch-advokatorische Interessenvertretung

6.2 Übergeordnetes Narrativ: Verantwortung für sich und andere

7. Methodische Learnings und Ausblick

Zielsetzung und Forschungsfrage

Die Projektarbeit untersucht die NGO Germanwatch e.V. hinsichtlich ihrer Rolle als moralisch-advokatorische Interessenvertreterin. Ziel ist es, durch eine qualitative Inhaltsanalyse von Publikationen der G7-Briefing-Reihe zu systematisieren, wie die Organisation politische Forderungen formuliert, moralisch legitimiert und welche narrativen Strukturen sie dabei in ihrer politischen Kommunikation verwendet.

  • Typologisierung von Germanwatch als NGO
  • Analyse der politischen Kommunikationsstrategien
  • Identifikation moralischer Argumentationsmuster in der Advocacy-Arbeit
  • Untersuchung der Verknüpfung von wissenschaftlicher Expertise und normativen Idealen
  • Herausarbeitung übergeordneter Narrative im Kontext von Klima- und Sicherheitskrisen

Auszug aus dem Buch

Moralische Verankerung: Historische Verantwortung

Anhand der Forderungen, die Germanwatch anlässlich des Klimaschutzes an die G7 richtet, lässt sich eben diese moralische Verankerung erkennen. Es wird deutlich, dass den G7 Staaten als Industrienationen eine historische Verantwortung zugeschrieben wird: “The Group of 7 (G7), comprising leading industrialised countries and historically major contributors to the climate crisis, has a particular responsibility to not only deliver its fair share in the globally needed mitigation effort but also to support both necessary social-ecological transformation and management of climate risks and impacts in developing countries.” (Germanwatch 2022c: 1).

Diese Argumentation reiht sich in die weltanschauliche Einbettung ein, die Germanwatch als grundlegend für ihre Arbeit formuliert. So wird auch in diesem konkreten Moment die Verantwortung des globalen Nordens für den globalen Süden benannt, und in expliziten Forderungen ausbuchstabiert.

Interessant zu beobachten ist hier, dass sich in der Ausformulierung der Policy-Vorschläge sowohl wissenschaftsbasierte Argumentationen als auch subjektiv-normative Formulierungen wiederfinden. So wird einerseits in einer klaren Adressierung an die G7 ein Mehr an Investitionen gefordert: “Germany, holding the G7 presidency, should commit to increasing its federal budget allocations for climate finance, to reach at least €8 billion by 2025; i.e. with finance mobilised on capital markets for public loans and mobilised private investments on top. Additional climate finance should also be provided to address loss and damage.” (ebd.: 3). Dies ist eine rational-mathematisch formulierte Forderung, die eine konkrete Handlungsanweisung beinhaltet.

Diese Art zu argumentieren, wird durch eine moralische Grundierung durch nicht objektiv wissenschaftliche, sondern subjektiv-normative Formulierungen, etwa der Forderung nach Klimagerechtigkeit, ergänzt oder konterkariert: „Wichtig ist ein Gerechtigkeitsansatz, der ärmeren Staaten die notwendige Kooperation anbietet, um das gesetzte Ziel erreichen zu können.” (Germanwatch 2022b: 5). An einer solchen Art zu formulieren, lässt sich die moralische Dimension der Advokation deutlich erkennen. Eine Gerechtigkeit in der Klimapolitik ist ein Ideal, das von Germanwatch als allgemein wünschenswert, also als moralisch, angesehen wird. Forderungen und Kritik zielen demnach darauf ab, dieses normative Ziel zu erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz zivilgesellschaftlicher Akteure für die Sozialwissenschaften ein und stellt die Forschungsfrage zur Positionierung von Germanwatch als moralisch-advokatorische Interessenvertreterin.

Theoretisch-konzeptioneller Rahmen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der moralisch-advokatorischen Interessenvertretung von NGOs und erläutert die Bedeutung politischer Kommunikation durch Argumentation und Narration.

Was ist Germanwatch e.V.: Hier werden die Grundcharakteristika der NGO Germanwatch anhand ihres Leitbilds und ihrer Satzung dargestellt, inklusive ihrer weltanschaulichen und intermediären Einbettung.

Methodik: Das Kapitel beschreibt das Vorgehen der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring und begründet die Auswahl des Untersuchungsmaterials aus der G7-Briefing-Reihe.

Empirische Untersuchung: Dieser Teil analysiert induktiv das Material in den Dimensionen Klimapolitik und Folgen von Krieg, wobei besonders die Kombination aus wissenschaftlicher Expertise und moralischer Forderung im Fokus steht.

Essenz empirischer Ergebnisse: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, insbesondere die Dualität von objektiver Beschreibung und normativer Erzählung, und beantwortet die forschungsleitende Frage nach dem übergeordneten Narrativ.

Methodische Learnings und Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert den methodischen Prozess, bewertet die Ergebnisse im Kontext der materialbegrenzten Analyse und skizziert Ansätze für zukünftige Forschung zur NGO-Kommunikation.

Schlüsselwörter

NGOs, Germanwatch, Interessenvertretung, moralische Advokation, politische Kommunikation, G7, Klimapolitik, Klimagerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Narrativ, Advocacy, historische Verantwortung, Menschenrechte, Zivilgesellschaft, Qualitative Inhaltsanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die NGO Germanwatch ihre Ziele kommuniziert und inwieweit sie sich dabei als ein Akteur präsentiert, der nicht nur wissenschaftlich argumentiert, sondern eine moralische Anwaltschaft für benachteiligte Akteure übernimmt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder sind die globale Klimapolitik, insbesondere im Kontext der G7-Präsidentschaft, sowie die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine auf die internationale Energie- und Ernährungssicherung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Inwieweit stellt sich die NGO Germanwatch als moralisch-advokatorische Interessenvertreterin dar? Es soll geklärt werden, wie moralische Ideale und wissenschaftliche Fakten in der Strategie der NGO verschmelzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor verwendet eine qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, um eine strukturierte und regelgeleitete Auswertung von Textmaterial zu ermöglichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl theoretische Konzepte zur Interessenvertretung durch NGOs diskutiert als auch eine empirische Untersuchung anhand der "G7-Briefing-Reihe" von Germanwatch durchgeführt, um Forderungen, Narrative und Advokationsstrukturen aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "moralische Advokation", "Interessenvertretung", "Klimagerechtigkeit" und "politisches Narrativ" charakterisiert.

Warum ist die Unterscheidung zwischen "arm" und "nicht arm" für die Analyse so bedeutend?

Diese Zweiteilung dient der NGO Germanwatch als rhetorisches Mittel, um die Dringlichkeit ihrer moralischen Forderungen zu unterstreichen und die Notwendigkeit einer aktiven Interessenvertretung für vulnerable Länder gegenüber den wohlhabenden G7-Staaten zu legitimieren.

Welche Rolle spielt die Kombination aus wissenschaftlicher Expertise und Moral?

Die Kombination ist das Alleinstellungsmerkmal: Während wissenschaftliche Daten Plausibilität und Legitimität verleihen, dient die moralische Dimension (z.B. der Verweis auf historische Verantwortung) als emotional-normativer Impetus, um den politischen Druck auf Entscheidungsträger zu erhöhen.

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Details

Titel
Inwieweit stellt sich die Non-Governmental-Organization (NGO) Germanwatch als moralisch-advokatorische Interessenvertreterin dar?
Hochschule
Universität Münster  (Institut für Politikwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Nikolai Trojan (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
27
Katalognummer
V1297826
ISBN (PDF)
9783346762023
ISBN (Buch)
9783346762030
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische Kommunikation Politikwissenschaft Kommunikationswissenschaft Politische Forschung Politologie NGO-Forschung Public Relation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nikolai Trojan (Autor:in), 2022, Inwieweit stellt sich die Non-Governmental-Organization (NGO) Germanwatch als moralisch-advokatorische Interessenvertreterin dar?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1297826
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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