Der Aufbau dieser Arbeit folgt dem Modell zur Unterrichtsvorbereitung von Foitzik/Harz. Im Verlauf werde ich die Schritte Persönliche Begegnung, Theologische Orientierung, Didaktische Orientierung und Didaktische Entscheidungen abarbeiten. Als letzten Schritt werde ich einen Verlaufsplan der Unterrichtseinheit erstellen
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Persönliche Begegnung
2. Theologische Orientierung
2.1.Biblische Schöpfungserzählungen
2.1.1.Der priesterschriftliche Bericht nach Gen 1,1-2,4a
2.1.2.Der nichtpriesterliche (nP) Bericht nach Gen 2,4b-25
2.2.Außerisraelitische altorientalische Schöpfungsmythen
2.2.1.Ägypten
2.2.2.Babylon
2.2.3.Ptolemäus (~100 - ~175) als Vertreter des antiken Griechenlands
2.3.Weltbilder der Neuzeit und der Moderne
2.3.1.Nikolaus Kopernikus (1473-1543)
2.3.2.Johannes Kepler (1571-1630)
2.3.3.Sir Isaac Newton (1643-1727)
2.3.4.Charles Darwin (1809-1882) und die Evolutionstheorie
2.3.5.Kreationismus
2.3.6.Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007)
2.4.Bilanz
3. Didaktische Orientierung
4. Didaktische Entscheidung
4.1.Die Unterrichtsreihe
4.2.Die exemplarische Unterrichtsstunde
5. Verlaufsplanung
Zielsetzung und Themenbereiche
Diese Arbeit widmet sich der didaktischen Aufarbeitung des Themas Schöpfung im Religionsunterricht der 9. und 10. Klasse. Ziel ist es, den Schülern einen kompetenten Umgang mit der Spannung zwischen biblischen Schöpfungsberichten und naturwissenschaftlichen Welterklärungen zu vermitteln, um ein reflektiertes Weltbild zu fördern.
- Vergleich biblischer Schöpfungstexte mit altorientalischen Mythen
- Analyse der Entwicklung naturwissenschaftlicher Weltbilder von der Antike bis zur Moderne
- Kritische Auseinandersetzung mit Kreationismus und Evolutionstheorie
- Reflektion des Verhältnisses von christlichem Glauben und Naturwissenschaft
- Didaktische Planung einer Unterrichtsreihe zur Vermittlung dieser komplexen Thematik
Auszug aus dem Buch
2.1.1.Der priesterschriftliche Bericht nach Gen 1,1-2,4a
Der Bericht von der Erschaffung der Welt in sieben Tagen wird im Allgemeinen der Priesterschrift (P) zugeschrieben. Er gilt als der jüngere der in Genesis vorkommenden Schöpfungsberichte. Typisch ist ein theologisch ordnendes, konstruierendes Denken. Die Autoren von P haben eine Vorliebe für Formeln, stereotype Formulierungen und Wiederholungen, was auch in Gen 1,1-2,4a zu beobachten ist. Es wird nur das Geschehen konstatiert, ohne das ein Wort über die Art und Weise der Handlung verloren wird. Charakteristisch für P ist die Angabe von Jahreszahlen von der Schöpfung an gerechnet und Altersangaben. Damit wird von Anfang an vom Schöpfergott eine Ordnung gegeben.
Die Übersetzung der Form tôhû wô bôhû ist schwierig und umstritten. Eine Richtung in der atl Wissenschaft geht in der Ablehnung der creatio ex nihilo davon aus, dass Gott Himmel und Erde bereits vorfindet. Dies ist nicht nur syntaktisch und grammatisch schwer glaubwürdig zu machen, sondern widerspricht auch der priesterschriftlichen Theologie. Die Welt wird als Wasserwüste beschrieben. Gott sorgt in der biblischen Erzählung für Ordnung, indem er Licht und Finsternis (1,3) und die Wasser durch eine Wölbung (1,6f) voneinander scheidet und schließlich Wasser unter dem Himmel an eine Stelle sammelt, damit Trockene sichtbar wird (1,9f). Die Setzung der Gestirne erst am vierten Tag ist mit der Abweisung des babylonischen Astralkultes verbunden, in dem jene Gottheiten verehrt wurden. Deren Geltung wird abgewiesen, indem sie JHWH unterstellt sind. Erst jetzt ist die Voraussetzung für das Leben von Pflanzen, Tieren und Menschen geschaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des methodischen Modells nach Foitzik/Harz zur Unterrichtsvorbereitung und Skizzierung des weiteren Vorgehens.
1. Persönliche Begegnung: Darlegung der eigenen theologischen Position, die den Glauben an Schöpfung nicht als naturwissenschaftliche Konkurrenz, sondern als komplementäre Perspektive versteht.
2. Theologische Orientierung: Tiefgehende exegetische Untersuchung der biblischen Berichte (P und nP) sowie ein Vergleich mit altorientalischen Mythen und wissenschaftsgeschichtlichen Weltbildern.
3. Didaktische Orientierung: Analyse der schulischen Rahmenbedingungen in Sachsen-Anhalt und der Lebenswelt der Schüler im Hinblick auf Glaubensfragen und Wissenschaftsverständnis.
4. Didaktische Entscheidung: Konkretisierung der Unterrichtseinheit in eine Unterrichtsreihe und eine detaillierte exemplarische Unterrichtsstunde.
5. Verlaufsplanung: Darstellung der zeitlichen und inhaltlichen Planung der Unterrichtsstunde in Tabellenform.
Schlüsselwörter
Schöpfung, Religionsunterricht, Evolutionstheorie, Bibel, Priesterschrift, Kreationismus, Weltbild, Schöpfungsmythen, Naturwissenschaft, Didaktik, JHWH, Gottesbild, anthropozentrisch, Bild Gottes, Glaube.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Vermittlung des Themas Schöpfung im Religionsunterricht unter Berücksichtigung der Spannung zwischen biblischer Überlieferung und modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Exegese der Schöpfungsberichte, der Vergleich mit altorientalischen Mythen, die Wissenschaftsgeschichte (vom ptolemäischen bis zum modernen Weltbild) sowie die Auseinandersetzung mit Evolution und Kreationismus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Schülern zu vermitteln, dass christlicher Glaube und naturwissenschaftliches Denken einander nicht zwangsläufig ausschließen, sondern verschiedene Ebenen der Wirklichkeitsdeutung sein können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen religionspädagogischen Ansatz, der exegetische Analysen biblischer Texte mit theologischer Reflexion und didaktischer Strukturierung nach dem Modell von Foitzik/Harz verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theologische und wissenschaftsgeschichtliche Analyse des Themas Schöpfung, gefolgt von einer didaktischen Einordnung in das schulische Umfeld.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Schöpfung, Evolution, Bibel, Didaktik, Wissenschaftsgeschichte, Glaube, Schöpfungsberichte und Kreationismus.
Warum wird der priesterschriftliche Bericht gesondert analysiert?
Der priesterschriftliche Bericht (Gen 1,1-2,4a) ist zentral, da er ein ordnendes, konstruierendes Gottesbild vermittelt, das für das Verständnis biblischer Schöpfungstheologie von grundlegender Bedeutung ist.
Wie unterscheidet der Autor zwischen biblischen und altorientalischen Mythen?
Der Autor zeigt auf, dass es zwar Ähnlichkeiten in der Motivik gibt, sich die biblische Erzählung jedoch durch ihre spezifische Ausrichtung auf den Schöpfergott und die Verantwortung des Menschen absetzt.
Warum spielt die Perspektive von Carl Friedrich von Weizsäcker eine Rolle?
Weizsäcker dient als exemplarisches Beispiel eines Naturwissenschaftlers, der seinen christlichen Glauben mit wissenschaftlichem Forschen harmonisch verbinden konnte.
- Arbeit zitieren
- Michael Schuft (Autor:in), 2008, Schöpfung und Naturwissenschaft im Konflikt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129804